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Morgen-Ausgabe

Nr. 535. Sonntag. 15. November 1814._MeSVaSkNer TirgvltNr»

SBeljsm. Wöll (Himmighofen) leicht!».: Wehrm. Knecht (Weisel) tot: Wehnn. Breitbach (Camp, schwer!'.: Wehrm., Heckslmann (Kaltenholzhausen) tot: Unteroff. Faßbender (Diez) lerchtv.: Wehrm. Kemv (Nauort) leichtb.; Wehem. 3w (Mogendom) JtidHü.: Wehem. Johl (Hallgarten) leicht!».

: v 3. Komp.: Wehrm. Fuchs (Laub) leichtb.: Ros.. Kern« kOnevshausen) verw.: Wehvm. Pfeiffer (Ems) verw.; Res. Adletha (Rettert) verw.: Unteroff. Schmidt (Bettendovf) verw-: Res Merx (Boan-bach) verw.: Res. Gabel (Allendorf) verw; Gefr. Fries (Elgendorf) veno: Wehrm. Ordner (Eschenrod) tot; Res. Fetter (Oberfischbach) verw.: Wehrm Zorn

(Mendershausen) !>crw.: Wehrm. Krämer 1 (Mendcrshausen) verw'.: Gefr. Stutzmann (Weher) veno.: Rest Sommer (Kehl- bach> verw; Wehrm. Dörnor (Hahnftätten) verw: Wehrnr. Schmidt (Friedrichssca.cn) tot: Wehrm. Baum (Nredeviahn- stein) verw.; Wehrm. Wolf tot; Wehrm. Schönebern (Strmn- berg) verw.: Wehrm. Dillenberger (Reitzenhain) verw.: Unter­off. JLHler (Diez) tot: Gefr Müller (Braubach) tot: Wehrm. Iliaser (Mühlheim) verw.: Gefr. Keller 1 (Boden) verw.: Res. Sehl (Ediger) verw.: Res Schmidt (Rübenach) verw.; Res Diehl 1 (Selters) verw.: Res. Erahn (Braubach) verw.; Wehrm. Hildner verw.: Res. Arnold (Wasenbach) verw.;

Unteroff. Bach (Wirges) verw.: Wehrm. May (Sulzbach) verw.; Wehrm. Engel verw.: Wehrm. Mohr (Bad Ems)

leichtv: Res. Sauer (Eitelborn) verw.: Wehrm. Schneider

(Altendiez) leidjtö.; Wehrm. Labonte (Eitelborn) verw.; Wehrm. Wagner verw.: Wehrnr. Maus (Kehlbach) verw.; Unteroff. Müller 4 (Rettershain) verw.: Wehrm. Opel (Alten­diez) vertv.

Ku§ Ztadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Df* Woche.

Der Krieg ist ein großer Lehrmeister. Ich lobe ihn nicht gern, denn cs widerstrebt mir, eine Einrichtung zu loben,^ die Armeen tapferer Männer niedermäht wie Gras, die kräftige Menschen zu Krüppeln, zahllose Frauen zu Witwen und Kru­der zu Waisen macht und ganze Völker mit Leid und Elend überschüttet. Aber neben und zwischen dem Furchtbaren, das er erzeugt, wächst auch Erhabenes und Schönes. Und nichts Sckwneces lehrt uns der Krieg mit unerreichter Eindringlich­keit als dies: daß die Menschen nicht leben können ohne die L , e b e.

Während im Felde Menschen geopfert werden zu vielen Tausenden, schmilzt daheim das Eis des Egoismus, das sich nur gar zu leicht in .langer, ungestörter Friedenszeit um zahl­reiche Herzen legt, und die wahrhafte Nächstenliebe erblüht und trägt Früchte. Die wahrhafte Nächstenliebe, die nicht nur erblüht, weil's irgend ein staatliches oder moralisches Ge­setz verlangt, sondern weil's das Herz treibt, persönlich wohl­zutun und dem Nächsten nahezutreten. Es fallen Schranken, die sich zwischen Volksgenossen erheben und unüberwindlich er­schienen, und wir sehen wieder Menschen, Ivo wir lange nur Stände und Klassen sahen. Ich will nicht verallgemeinern, und diese schöne Nächstenliebe ist nicht allgemein, aber sie ist da und wirkt. Und wenn sie nur in zehn von hundert ver­eisten Herzen lebendig geworden wäre, so müßte sie doch als eine schöne Frucht des Krieges gepriesen werden.

Freilich, gering ist der Wert dieser im Kriege aufgeblähten Nächstenliebe, trotz aller Hilfe, bte aus ihr flieht, wenn sie nach dem Krieg wieder welkt, wenn sie keine dauernden Früchte trägt, well sie nur ein Kind der harten Zeit ist. Der Krieg lehrt uns, gewissermaßen wie ein Experimentator, daß das Volk ein festes, in all feinen Gliedern innig v e r b u n d e - nes Ganzes sein muß, wenn es bestehen will. Diese Lehre wollen wir mit unvergänglichen Lettern anfschreiben, damit sie im Wohlleben des Friedens, wenn die Gefahr beseitigt ist, nicht wieder vergessen wird und sich nicht abermals Klüfte und Abgründe zwischen Volksgenossen auftun. Die Liebe, die im Kriege unendlich viel Gutes leistet, wird noch viel mehr Segen bringen, wenn sie im Frieden gepflegt wird, in dem das Gute kräftige Wurzel schlagen und sich ungestört entwickeln kann.

Der Krieg läßt die Menschen, nicht nur die daheim, son­dern auch die im Felde, innerlich größer werden, wenn sie guter Art sind. Zahlreiche Soldatenbriefe geben davon Zeugnis, wie die Briefschreiber über sich hinauswachsen ange­sichts des Dramas, das sich vor ihnen abspielt, und in dem sie selbst unter Einsatz 'des Lebens Mitwirken. Aus anderen Be­richten aus dem Felde lesen wir wieder von einer Kamerad­schaftlichkeit zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, von einer Brüderlichkeit, die wahrhaft rührend wirkt, und von einer wunderbaren gegenseitigen Fürsorge, die aus diesem Gefühl der Brüderlichkeit entsteht. Ein schönes Beispiel dieser Kameradschaftlichkeit finden wir in einem Soldatenbrief, der über den Heldentod des Wiesbadener Rechtsanwalts Richard Kühne berichtet. Es heißt darin u. a.:

Eh . . . unsere Unterkunft während des Monats Okto­ber war in den ersten Tagen des Oktober, als wir hinkamen, ein von den Einwohnern verlassenes Bauernhaus, von dem man gerade nicht behaupten konnte, daß es sehr wohnlich sei, und welche Veränderung war schon nach kurzer Zeit unseres Dortseins durch die Energie unseres Hanptmanns Kühne ein­getreten. Mit Hilfe von Pionieren wurden die Wände mit Brettern verschalt, um Licht und Luft zu haben, wurden zwei Fenster gebrochen. Öfen kamen in die verschlossenen Räume, damit die Mannschaften, wenn sie durchnäßt nach Hause kamen, ihre Kleidungsstücke trocknen und sich selbst wieder er­wärmen konnten. Mit einem Worte, es wurde wohnlich und freundlich. . . Hatte die Kompagnie einen wachefreien Tag, dann war es sein eifrigstes Bestreben, daß die Leute auch wirklich frei hatten und sich während dieser Zeit auch aus­ruhten und erholten. Um den Leuten auch geistige Slbwechs- lung zu geben, führte er auch gesellige Abende ein. Bei Bier und Zigarren wurden Vorträge gehalten und Lieder gesungen. Er selbst hielt dann unter anderem auch noch einen längeren Vortrag, denn er betrachtete es, wie er äußerte, als seine Pflicht, auch den inneren Menschen auszubauen, damit bie Ge­sinnung der Leute, wenn sie wieder nach Hause znrückkehrten, eine gute sei. Als Beweis seines warmen Herzens ein kurzer Zug: Eines Tages wurde ein Mann der 10. Kompagnie, also seiner eigenen, auf einem Patrouillengang durch eine fcindliche .Kugel getötet. Hauptmann Kühne ordnete gleich an, das; der Gefallene mit allen militärischen Ehren beerdigt wurde, auch ein Geistlicher, der bei der Artillerie als Vize­wachtmeister eingetreten war, wurde nach Ch. beordert. Als Haupkinann Kühne gemeldet wurde, daß der Gefallene Vater von sieben Kindern sei, regte er sofort eine Saminlung für die Witwe an, wobei der Betrag von 200 M. gesammelt und der Witwe überwiesen wurde."

Vielleicht ist auch für manchen die Erzählung von Inter­esse die der Brieffchreiber von dem Tode Kühnes gibt: ..Da kam der 1. November, Allerheiligen. Tags zuvor waren schon Ländliche Alpenjäger gemeldet und am Morgen des 1. Novem­

ber sollten dieselben von uns angegriffen toerden. Um 6 Uhr

30 Min. ftüh gingen unter Führung des Hauptmanns Kühne 1% Kompagnien vor und kamen bald an den Feind, der in überlegener Mehrheit und dabei gut verschanzt war. Trotzdem wurde der Feind nach schwerem Kampf in kurzer Zeit unter schweren Verlusten für denselben zurückgeworfen und ein Sieg erfochten, der einzig und allein der vorzüglichen und überaus umsichtigen Führung des Haupimann» Kühne zu verdanken war. Er war der Held des Tages und ihm war für diese glanzvolle Leistung das Eiserne Kreuz gewiß, allein das Schick­sal wollte es anders, denn kurz vor 'der Beendigung des Kampfes, cs war vielleicht 8 Uhr 20 Min. vormittags, da traf ihn das feindliche Geschoß, und zwar derart, daß es ihm sofort das Bewußtsein raubte. Als er fiel, war der Feind bereits auf dem Rückzug,"

Das Ende von allem ist der Tod. Aber der Tod dünkt uns ein schöner, wenn auch wehmütiger Ausklang des Daseins, wenn wir an der Bahre eines Menschen sagen können: Hier ruht ein guter, ein tapferer Mensch! -«

Vas Eiserne Kreuz.

Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ausgezeichnet: der Hauptmann Raith im Danziger Infanterie-Regiment 128, früher an der Unterofsizicrschule in Biebrich. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: der Unteroffizier ^ un

Reserve-Jnfanterie-Regiment 80 I. Thor esen, Geschästs- mhrer der PetroleumbetriebsgesellschaftLumina" in Wies­baden; der Einjährig-Freiwillige der 4. Kompagnie des Füsi­lier-Regiments Nr. 80 Heinrich Bunge, Sohn des technischen Landessekretärs Friedrich Bunge in Wiesbaden; der Kriegs- ireiwillige Gefreiter der Landwehr im Reserve-Jnfanterie- Regiment 118 Joseph Kaspar Wittmann aus Ahmamts­hausen; der Musketier Georg Friesenbach aus Waldern­bach und der Musketier Wilhelm Leinweber aus Schup­bach, beide im Infanterie-Regiment 145; der Gefreite im Jn- änkerie-Regiment 87 Wilhelm Zahn aus Höchst a. M.; der Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment 80 Rudolf Schumacher aus Eschenau; der Postbote Joseph Schlag aus Langenhahn; der Einjährig-Gefreite Dr. G. Honig aus Langcnschwalbach; der Unteroffizier der Reserve im Infan­terie-Regiment 87 Hermann Makowskh; die drei Söhne des in Wiesbaden wohnhaften Bürgermeisters und Haupt­manns a. D. v. Basse, und zwar der Oberleutnant und Führer der Maschinengewehrkompagni« des 13. Rcserve-Jn- santerie-Regiments Max v. Basse; der Leutnant und Führer des Maschinengewehrzugss des Reserve-Jnfanterie-Regiments 215 Hans v. Basse und der Leutnant im Feldartillerie-Regi- ment Nr. 22 Jobst v. Basse. Der Vater dieser drei Helden erhielt das Eiserne Kreuz 1870.

Weihnachtsgeschenke für nassanische Artilleristen.

Für das 1. Ras säuische Feldartillerie-Re­gime n t N r. 2 7 (ßtonicn) und seine im Feld stehenden Verbände soll noch vor Ende dieses Monats eine Weih­nacht s s a m m l u n g an die Front geschickt werden. Alle Angehörigen, alten Freunde und Gönner des Regiments tver­den gebeten, zu helfen, damit unseren tapferenFeldgrauen" durch reichliche Gaben an Geld oder sonstigen Spenden eine Festfreude bereitet .werden kann. Damit die Sammlung zur richtigen Zeit in die Hände der Truppen gelangen kann, muß sie am 34. November geschlossen werden. In Wiesbaden werden Liebesgaben und Geldspenden entgegengenommen in der G a r n i s o n w a ch e, Bleichstraße 1, ebenso liegen Listen zur Einzeichnnng von Geldspenden aus: bei Frau Oberstleut­nant K l o tz,Hotel Nizza", Frankfurter StratzeL«, Frau Major Petzei, Kaiser-Friedrich-Ring 24, und tn der Konditorei Blum in der oberen Wilhelmstraße, Der gesamte Trans­port wird durch die 2. Ersatzabteilung des Regiments in Mainz-Gonsenheim in die Wege geleitet.

Hilfe durch Krbeit.

Vor etwa 2 Monaten ist in Wiesbaden eine segensreiche Einrichtung getroffen worden, welche verdient, daß die Auf­merksamkeit weiter Kreise auf sie gelenkt wird: es ist die Be­trieb s w e r k st ä t t e Am Kaiser-Friedrich-Bad 4. In wohl­wollender Weise hat der Magistrat das Unternehmen unter­stützt, indem er ihm eine geräumige Wohnung, ein früheres Baubnreau, zur Verfügung stellt. Hier sind 2 bis 4 Arbeite­rinnen täglich im Zuschneidezimmer beschäftigt; Drillich­anzüge, Unterhosen, Hemden, Leibbinden und Brustschoner, Lazarettanzüge, Schürzen usw., werden zugeschnitten. Ein zweites Zimmer dient zur Annahme und Ausgabe der Ar­beiten; hier sieht man Dienstags und Freitags eine große Anzahl Frauen ein- und ausgehen, um fertige Sachen aozu- liefern und neue mit nach Hause zu nehmen. Im Nebenraum, dem Kontor, erfolgt die Auszahlung der Löhne. In den ver­flossenen ztvei Monaten wurden an Arbeitslohn bereits etwa 4000 M. ausbezahlt. Vielen Frauen ist aus der Not geholfen worden und in Scharen kommen sie zur Betriebswerkstätte und bitten um Arbeit. Leider können auch heute noch nicht alle beschäftigt werden, die sich meldeten. Es sind augenblicklich ungefähr 80 Frauen, welche für die Betriebst»» erkstätte arbeiten. Die Stadt, das Rote Kreuz, einzelne hiesige Ge­schäfte, Privatpersonen lind Lazarette haben die Einrichtung bisher in dankenswerter Weise unterstützt; es ist zu hoffen, daß sie ihre Aufträge sortsetzen werden, und daß viele andere ihrem Beispiel folgen. Jeder Auftrag wird gut und pünktlich ausgeführt, Mtzster stehen jederzeit zur Berftigung. Der vierte Raum der Betriebswerkstätte ist zu einer Nahstube ein­gerichtet, die 0 Nähmaschinen besitzt, welche teils geschenkt, teils fliehen wurden. Hier lernen Frauen unentgeltlich nähen, flicken, stopfen u. a. m., um für ihre eigenen Familien oder für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können. Anmeldungen hierzu werden noch angenommen. Eine große Anzahl Damen ist seit Eröffnung der Betriebswerkstätte tätig, und zwar täg­lich von -9 bis 12 Uhr und von. 3 bis 6 Uhr. Diese freiwilligen Hilfskräfte sind notwendig, nur so ist es möglich, die in der Betriebswerkstätte herrschende peinlichste Ordnung und Pünkt­lichkeit aufrechtzuerhalten. Eine Besichtigung des wohltätigen Unternehmens kann nur empfohlen werden. Jeder Besucher wird den Eindruck haben, daß hier etwas geschaffen wurde, das Unterstützung verdient. Den arbeitslosen Frauen helfen, ist ein Werk wahrer Nächstenliebe!

Schrebergärten.

Der Vorstand desDeutschen Vereins für Wohnungs- resorm" hat dem Minister des Innern sehr beachtenswerte Ausführungen über Kleingartenbau und Kriegsfürsorge nur der Bitte um Förderung dieser Bestrebung unterbreitet. Der Minister hat nun, in Anerkennung der nach sozialer und eth:- scher Richtung hin äußerst tvichtigeu Angelegenheit, den Herrn Regierungspräsidenten ersucht, die Magistrate von Frankfurt und Wiesbaden sowie die Landräte des Regierungsbezirks

Morgen-Ausgabe.

Erstes Blatt.

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zu veranlassen, diese Anregungen möglichst zu fördern. Der

Magistrat der Stadt W i e s b a d e n hat nun schon seit Ende der 1800er Fahre sich mit der Schaffung und Anlegung von Schrebergärten eifrigst beschäftigt, und es ist ihm auch gelun­gen, in vielen Distrikten der Gemarkung Wiesbadens Schrebergärten anzulegen und zu verpachte», und zwar in den DistriktenKalter Berg",Wellritz",An den Nußbänmen",Bleidenstadter Weg",Vor Heiligenborn . Unter Hollerborn",Atzolbcrg",An der Ruhbergstrahe", Kleinfcldchen" undHinter Heiligenborn". Die erste An­lage datiert aus dem Fahre 1898, die letzte aus den Jahren 1913/14. 213 Schrebergärten von einer durchschnittlichen

Grüße von 250 Quadratmeter hat der Magistrat verpachtet. Der Preis eines. Gärtchens schwankt zwischen 13 bis 40 M. Die Kosten für den Verbrauch an Wasser und Einzäunung sind einbegriffen. Da nun von allen Seiten erfreulicherweise die Nachfrage nach Schrebergärten anhält, die Stadtgemeinde allein aber nicht imstande ist, allen Anforderungen Rechnung zu tragen, geht an alle Grundbesitzer Wiesbadens die Bitte, etwaige geeignete Grundstücke für den genannten Zweck oimgurichten.

Anträge auf Überlassung von Gelände zuni Kleingavten- betrieb werden nn Rathaus, Zimmer Nr. 41, entgegengenom­men, ferner wird daselbst jedem Interessenten, der die Anlage von Schrebergärten plant, bereitwilligst nach jeder Richtung Auskunft erteilt werden. Es wäre außerordentlich wün­schenswert, tvenn vor Eintritt des Frostes noch eine erhebliche Anzahl Gärtchen angelegt toerden könnten, damit die Ein­zäunung, Bearbeitung, Aussaat usw, vor Winter, jedenfalls aber zeitig im Frühjahr, bewerkstelligt werden kann.

DieTagblatt"-Sammlungen.

Für bas Rote Kreuz gingen ein: Von W. K. 10 M., Zoll­assistent Rückersberg 10 M., Verein mittlerer Staats-Eisen- bahnbeamten durch Herrn Kassierer Reiß, 2. Gabe, 37 M. 50 Pf., bisher zusammen 19 558 M. 43 Pf.

Für die Ostpreußen gingen ferner ein: Vom Verein mitt­lerer Staats-Eisenbahnbeamten durch Herrn Kassierer Neiß, 2. Gabe, 37 M. 50 Pf., Mittwoch-Skat imGambrinms",

1. Rate, 20 M., bisher zusammen 18 347 M. 28 Pf.

Für die Elsässer gingen noch ein: Von der Gesellsch-rft G. A. 25 M Konrad Rceh 20 M., N. N. 5 M., bisher zusam­men 3064 M. 50 Pf.

Für Speisung bedürftiger Kinder gingen von W. K. 10 Mark, bisher zusammen 18 M., ein.

Für die aus Feindesland vertriebenen Deutschen gingen ein: Von N. N. 5 M., bisher zusammen 45 M.

Für die Nationalstiftnng gingen ein: Vom Verein mitt­lerer Staats-Eisenbahnbeamten durch Herrn Kassierer Nmß,

2. Gabe, 37 M. 50 Pf., bisher zusammen 1987. M. 15 Pf.

Für Liebesgaben für unsere im Feld stehenden Truppen gingen von M. H., anstatt eines Kranzes, 20 M., Fräulein Renker 20 M., bisher zusammen 202 M., ein.

Für Kriegshcimarbeit gingen von Professor Müller 30 Mark, bisher zusammen 1143 M. 80 Pf., ein.

Für den Kriegskindergarten gingen von Rentner Much 4 M., im ganzen gingen bis jetzt 142 M., ein.

Für unsere Truppen wurde uns. von Ungenannt ein Revolver übergeben.

DerWiesbadener Tagblatt-Fahrplan" liegt der vor­liegenden Nummer unseres Blattes als Freibeilage für alle Bezieher bei. Es soll nnS freuen, wenn diese Ausgabe für den Winter 1914/15 unseren Lesern gute Dienste tut.

Zum Totenfest. Nach einer polizeilichen Bekannt­machung dürfen am Sonntag, den 22. d. M., also am Toten­fest. Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handel mit Blumen und Kränzen außer in der nach dem Orts­statut zulässigen dreistündigen Verkaufszeit von 1 b:S 6 Uhr nachmittags beschäftigt werden.

Den Tod fürS Vaterland. AuSgangs Oktober fiel bei den Kämpfen an: Merkanal der 56 Jahre alte H a u p t m a n n K<rrl H-ergenhahn und wenige Tage später dessen Sohn, der Leutnant H e r g e n h a h n im 1. Nassauischen ^znfan- terie-Regiment 87, in dem er zuletzt Kompagnieführer war. Leutnant Hergenhahn toar bereits für das Eiserne Kreuz vor- geschlag.en, als er den Heldentod erlitt. Es handelt sich hier um Angehörige einer altnassauischen Lehrerfamilie, aus der, wenn wir nicht irren, auch der nassanische Minister Hergen­hahn, der !m Jahre 1848 eine bedeutende Rolle spielte, hervor­

gegangen ist.

Weihnachtspakctc für Kriegsgefangene. Durch Ver­mittlung der Postbehörde können Kriegsgefangenen auf dem Umweg über neutrale Länder 5-Kilogramm-Pakete übersandt werden. Es wird auf diese Gelegenheit im Hinblick auf Weih­nachten aufmerksam gemacht. Nähere Auskunft erteilen dre Postbehörden.

Unerfüllbare Wünsche. Es gehen noch immer bei der Post und den Paketdepots der Heeresverwaltung Gesuche um Änderung von Adressen oder Rückgabe bereits eingereichter Pakete ein. Solchen Gesuchen kann,, wie wir amUich erfahren, ausnahmslos nicht entsprochen werden.

Wiesbadener Lazarette. Nach der Verwundetenliste de» Auskunstsstelle in der Loge Plato sind weiter u. a. die folgen­den Vertvundeten in Wiesbadener Lazaretten eingeliesert wor­den: Vom Reserve-Jnfanterie-Regiment 87: Peter Jckstadt

(Ruppertshain) in der Bahnhofsbaracke. Vom bayerischen In­fanterie-Regiment 28: Hauptmann Ferber in der Neudorf« Straße. Vom Infanterie-Regiment 122: Ersatz-Reservist

Fleith (Wiesbaden) bei Dr. Schloß. Vom Dragoner-Regi­ment 13: Unteroffizier Georg Helbig in der Augenheilan^tlt. Vom Marine-Jnfanterie-Regiment 2: Gefreiter Heinrich Kühl (Wiesbaden) im Hotel Pmnz Nikolas.

_ Für in Deutschland lebende Engländer. Alle engli-

schen Ärzte, Geistliche, Frauen und Kinder sowie alle Männer in nichitvehrfähigem Alter (unter 17 und über 55 Jahre), sofern sie nicht etwa aktive oder verabschiedete Offiziere sind, dürfen bis auf weiteres nach England avrmien. Der Reiseweg ist über Holland. Schriflliche Anträge müssen bei der Ortspolizeibehörde unter Beifügung von Photogßkphien eingebracht werden init Angabe des ^reise- tags, welcher so zu wählen ist, daß ^

tragstellung und dem Tag der Abreise 10 bis 12 Tage liegen.

_ »wine Notizen. Bei demGroßen patriotischen

©nnsnrV" her Wiesbadener Sangerverernr- anno" das beute abeiw 8 Uhr im Kurhaus zum Besten des S,, 8 stattfindet und bei dem etwa 400 Sänger und ©,Vma23ter Mitwirken, tritt der Königl. Opern- Lkr S r^ d o 'Ga r m o vom hiesigen Königh Theater als Solist aus.