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Expedition: Kanggalsr Uo. S7
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(Emin Pascha-Expedition betr.); der deutsche Frauenverein für Krankenpflege; die Auswanderungsfrage; die Entwickelung der Rechtsverhältnisse und Rechtsgewohnheiten der Eingeborenen; englische Colonialpolitik am Nigger und Benuö; Antrag Bekolin, die engeren Beziehungen zwischen der deutschen Colonial-Gesellschaft und den außereuropäischen deutschen Colonial - Abtheilungen be-
Die Monarchie liegt in weiter, nebelhafter Ferne, Boulanger ist aber für den unzufriedenen Wähler etwas Wirkliches, Greifbares,! Naheliegendes, und es könnte leicht sein, daß die Wähler denkens wenn Boulanger gut sei, die Republik zu stürzen, so sei es auch gut, Boulanger zu behalten. Es wäre nicht das erste Mal, daßs die Monarchisten sich so grausam verrechnen. — Der Kriegs- Minister Fr eh einet beabsichtigt, am Sonntag Abend nach Verdun und Longwy abzureisen und sodann mit dem Präsidenten Carnot, welcher sich in der nächsten Woche auf Reisen in den westlichen Departements befindet, zusammenzutreffen. — Das in Toulon erscheinende Blatt „Var" will den General Boulanger jetzt in St. Raphael am Golf von Fröjus entdeckt haben; er bewohne dort das Landhaus des Dr. Labbe. — Die directen Steuern haben im Monat August den Voranschlag um 2 ’/s Millionen und den Ertrag in-demselben Monat des Vorjahres um ll3/io Millionen überstiegen.
Die „Nation" veröffentlicht ein vom 19. Juli datirtes Schreiben eines älteren Offiziers aus dem Tonkin, worin cs heißt: «Welche traurigen Dinge hätte ich Ihnen zu erzählen! Hier sterben die Menschen wie die Fliegen. Das Waldfieber vergiftet den Organismus in wenigen Stunden und die Leute werden hinfällig und elend im höchsten Grade. Die Cholera haust auf allen Militärposten. Während aber die von ihr befallenen Europäer im Verhältuiß von 80— 90 sterben, werden die Annamiten kaum von ihr berührt. Es ist ein energischer Entschluß nöthig. Wenn die Truppen nicht abgclöst oder ersetzt werden — denn sie sterben zusehends hin —, so werden binnen Kurzem die Besatzungen der Posten unzulänglich werden."
* Selgrert. Cardinal Lavigerie läßt durch den Pariser Korrespondenten der „Jndependance beige" die Brüsseler Berichte gewisser deutscher Blätter über sein Antisklaverei-Unternehmen als ein Gewebe von Verleumdungen erklären. Unter Hinweis auf sein Schreiben an den „Univers" und unter Vorzeigung der
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«Miehmung war aber keine Rede; der anwesende Poltzei-Commissar er- trLt Hm vielmehr, er müsse photographirt werden. Eine weitere Auf- flärunfl wurde dem betreffenden Herrn nicht zu Theil, und trotz heftigen Protestes sand seine Aufnahme statt. Wie wir vernehmen, hat der „Photo- imivbirte" gegen die betreffenden Polizeibeamten Strafanttag bei der köm'g- licken Staatsanwaltschaft in Aachen und Beschwerde bei der königlichen Regierung erhoben und will eventuell alle Instanzen durchgehen.
* A«f Grund des Sozialiften-Gesehes hat der Polizei-Präsident von Berlin die Druckschrift „Die Repräsentallv-Regierung" von dem Anarchisten Fürst Peter Crapotkin, übersetzt aus dem Französischen unb hcrausgegeben von der Gruppe „Autonomie-London", verboten.
* Die deutsche Colorn-U-GesMschaft. Mehr als in den vorangegangenen wenigen Jahren unserer colonialen Bewegung wendet sich die Aufmerksamkeit und das Interesse für diese Be- sttebungen der diesmaligen am 11. September zu Wiesbaden tagenden Vorstandssitzung der deutschen Colonial-Gesellschaft zu, in welcher Fragen von großer Bedeutung zur Erörterung kommen. In den Vordergrund der Verhandlungen tritt wohl unstreitig die angeregte deutsche Emin Pascha-Expedition, für welche sich bekanntlich ein besonderer Ausschuß gebildet, der bereits tüchtig gewirkt und dessen Ziel allseitig Sympathien gefunden hat. Auf der Tagesordnung für den 11. September stehen außer dem geschäftlichen Bericht und der Ergänzungswahl des' Vorstandes folgende Punkte bezw. Anträge: Fortentwickelung der Organisation der deutschen Colonial-Gesellschaft; Antrag der Abstellung Nürnberg
zweckend.
* Der Wrerior der deutschen oftafrikanischen Gesellschaft wurde der „Times" zufolge am Mittwoch in Sansibar bei einem Ausflug an die Küste von Eingeborenen angeschossen und gewaltsam am Landen verhindert,. Nach Sansibar zurückgekehrt, verlangte er bewaffnete Hilfe vom dorttgen Sultan, die dieser auch gewährt hat. Die Aufregung dürfte in der Bevölkerung weiter um sich greifen. (Englische Meldungen aus Sansibar wollen mrt Vorbehalt entgegengenommen werden. Red.)
* Afrikanisches. Der „Temps" meldet aus Sansibar vom heutigen Tage: Eingeborene aus Pangani widersetzten sich der Landung nner Truppen-Abtheilung des Sultans, in deren Begleitung sich auch Deutsche befanden. Viele Schüsse wurden gewechselt und zwei Deutsche verwundet. Tanga wurde von einem deutschen Kriegsschiffe beschossen. Die Eingeborenen sind sehr erregt, die Verbindung mit dem Innern Afrikas ist abgeschisitten.
Ausland.
* Gesteweich. Die deutschen Parteiblätter Prags veröffentlichen ein Communiquo„ in welchem mitgetheilt wird, daß. die deutschen Landtags-Abgeordneten auch in dieser Session im Landtag nicht erscheinen werden, da nach ihrer ein- Eihigen Ueberzeugung die Lage sicher nichts zu Gunsten der Deutschen geändert habe und bei den im vorigen Winter unternommenen Ausgleichs-Verhandlungen die Czechen keinerlei prinzipielles Entgegenkommen zeigten.
* Frankreich. Die französischen Monarchisten sind wegen Boulanger's nun doch etwas bedenklich geworden. Sie finden, es sei möglich, daß die Wähler, wenn man sie dem General zu- luhrt, auch bei ihm bleiben, und nun strengen sie sich an, eben btese Wähler daran zu erinnern, daß die Monarchie über Bonlanger stehe und nicht vergessen werden dürfe; Boulanger nur, ^n Mittel, die Republik zu stürzen, die wirk- iche Heilung werde erst die constituiionelle Monarchie Philipp's V. ®rtngen. Das war das Thema der Reden, die nacheinander on den, hervorragendsten Führern der Orleanisten gehalten orden sind: zuerst vom Herzog von Audiffret-Pasguier, dann h m Senator Bocher und jüngst wieder vom Senator Target, Vater der Verfassung von 1875 betrachtet wird. Herr ^Mlderte die Republik als reine Anarchie, und als Beweis nnn-rri' e er die Wahl des Sozialisten Felix Pyat in die r öoftsche Kammer an. Der „«Siede" erwiderte ihm mit feg ^umor, auch in Deutschland sei kürzlich ein sozialisti- Tarm-t <^ordneten in den Reichstag gewählt worden, aber Herr doch nicht behaupten wollen, das von einem SöefnrnX, rc0terte Deutschland sei der Anarchie verfallen. Die gvitz der Monarchisten ist in der That nicht ohne Grund.
Beglückwünschungs-Adresse des Comitö's des Freiburger Katholikentages sagte er: er sei vollständig einig mit dem König von Belgien und die Bildung der Freiwilligen-Legion werde stattfinden. Seinen Feldzugsplan habe er keineswegs aufgegeben, denn die Subscription werde die nothwendige Million aufbringen. Sein Werk sei auch weder ein französisches noch ein im Interesse französischer Colonisation unternommenes. — Nachrichten aus dem arbeiterbevölkerten Centre-Revier besagen, der Sozialistenführer Alfred Defuisseaux werde nächstens einen neuen Volks-Katechismus erscheinen lassen.
* Schweiz. Wie ein Aargauer Blatt berechnet, betragen die Kosten des gegenwärtigen -eidgenössischen Trnppenzufammenzngs nur für Kost, Sold und Miethlohn 3,014,460 Frcs., für die kleine Schweiz feine geringe Ausgabe! Nach einer von dem Luzerner Major Zemp erfundenen neuen Methode werden bei den Hebungen in der Fenerleitung zur Darstellung feindlicher Abthellungen farbige Tücher verwandt, welche von zwei Mann bedient werden. Die verdeckt aufgestellten Leiter geben mit gleichfarbiger Flagge das Zeichen, welche Abtheilungen also mit Tücher zu erscheinen habem Blau bedeutet Infanterie, roth Artillerie und weiß-roth Cavallerie. Diese Methode soll sich als sehr gut bewährt haben.
* Italien. Nach der „Polit. Corr." erhielten der päpstliche Hofstaat und die Offiziere der vaticanischen Garde einschließlich der auf Urlaub Abwesenden den Befehl, sich für den 19. und 20. October auf das Ceremoniel, welches für den großen Empfang von Souveränen vorgeschrieben ist, vor- znbereiten. Herr von Schlözer wird ehestens in Rom erwartet. — Römische Blätter berichten, der deutsche Kaiser werde von Neapel auch Pompeji besuchen und den Vesuv besteigen; deutsche Gelehrte würden an beiden Ausflügen theilnehmen. — Aus Barcelona kommt die überraschende, jedoch noch unverbürgte Mittheilung, daß die italienische Regierung dort zahlreiche starkgebaute spanische Handelsdampfer ankaufen lasse; in Folge der vortheilhaften Angebote Italiens hätten viele Rheder die italienischen Vorschläge angenommen.
In Bologna tagt gegenwärtig eine Versammlung der italienischen Lehrer, und zwar in der Stärke von weit über 1000 Mitgliedern. Am 5. d. M. wurde die Frage behandelt, wem die Elementarschule gehören solle, dem Staate oder der Gemeinde. Der Ausschuß, der die Frage vor- znberathen hatte, war zu dem Schluffe gekommen, die Elementarschule solle der Gemeinde gehören. In der Volksversammlung ndoch, an der 1200 Lehrer theilnahmen, wurde mit großer Majorität die Meinung ausgedrückt, die Elementarschule solle in den Besitz und die Verwaltung des Staates übergehen.
* England. Die „London Gazette" veröffentlicht einen von der Königin an die englische ostasrikanische Gesellschaft bewilligten Schutzbrief,, wonach der Sultan von Sansibar alle seine Machtbefugnisse und Verwaltungsrechte im Gebiete von Mrima und auf den dazugehörigen Inseln, sowie in seinen Be-
