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Wiesbadener' Tagblatt.

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* Dänemark. Das sächsische Königspaar ist in Kopen­hagen eingetrosten und am Bahnhose von der dänischen Königs­familie, sämmtlichen Ministern, den deutschen, russischen und amerikanischen Gesandten, sowie den Spitzen der Eivil- und Militär- dehörden empfangen worden. Die Herrschaften begaben sich nach Amalienborg.

* Frankreich. Der Gras von Paris hat ein Manifest publizirt, welches die Regierung sofort confisciren ließ. Dasselbe ist an alle monarchistischen Maires von Frankreich gerichtet und wurde an den Bahnhöfen von Paris in Ballen beschlagnahmt, die an die Präsidenten der orleanistischen Comitä's in den Departe­ments gerichtet waren. In dem Manifest heißt es u. A.rSie haben die Finanzen und die städtischen Freiheiten gegen die ver­schwenderische und tyrannische Berwaliungsparlei zu schützen, wir werden uns Alle vereinigen müssen, um die Regierung Frankreichs wiederherzustellen und auf feste Grundlagen zu stellen. Die Republik Hai die versprochene Freiheit der Gemeinden nicht gegeben. Den Republikanern sind alle Mittel Recht, um sich die Majorität in den Gemeinderüthen zu sichern. Die Gemeinde rheili sich in Unterdrücker und Unterdrückte, sie ist dem Regime des obligatorischen Budgets unterworfen und ist nicht mehr unabhängig in der Ver­waltung ihres Vermögens. Die Ellern sind nicht mehr Herren der Erziehung ihrer Kinder. Die Regierung wird vielleicht die Wiederherstellung der verlorenen Freiheiten versprechen, hoffen Sie nicht, daß sie es thut, nur die Monarchie kann allein Ordnung in den Gemeinden wie im Staate Herstellen."

* Italien. Der Kaiser von Oesterreich verlieh den Ministern Crispi, Magliani und Grimaldi das Großkreu; des Leopoldordens. DieAgenzia Stefani" fügt hinzu, der österreichische Botschafter habe bei der Mittheilung der erfolgten Ordensverleihung an Crispi erklärt, die österreichische Regierung sei in hohem Grade befriedigt, die intimen Beziehungen mit Italien durch den Abschluß des neuen Handelsvertrages befestigen zu können.

* England. Sir Robert Marier, der englische Botschafter in Petersburg, ist in London angekommen und hat bereits eine Unterredung mit Lord Salisbury gehabt. Die Ankunst Morier's in London soll mit dem Besuch Kaiser Wilhelms bei dem Zaren in Verbindung stehen. Der Prozeß des frühem irischen Abge­ordneten O'Donnell gegen dieTimes" wegen der m Ver­öffentlichungen der letztern über den Mord im Phönixpark in Dublin enthaltenen Verleumdungen ist zu Ende geführt worden. Die Jury hat ihren Wahrspruch zu Gunsten derTimes" abge­geben. Nun erklärte Parnell im Unterhaus, die in dem Prozeß von dem Anwalt derTimes" producirten und ihm zugeschriebenen Briese nie gesehen zu haben; er glaubt, daß dieselben gefälscht seien.

Im Oberhaus erklärte Salisbury, daß durch das Abkommen von 1884 der Einfluß Englands und Deutschlands in Sansibar gecheilt sei. Dieses Abkommen sei das beste Arrangement, welches un Interesse der .Humanität, der Civilisation und des Handels , getroffen werden konnte. Salisbury glaubt, Deutschland wünsche ebenso tote England die Beseitigung des Sklavenhandels: er erinnert sich keiner Mittheilung, wonach Deutsch­land das Thal des Großen Steen annectirt habe. Der Einfluß Englands in Sansibar werde durch das Abkommen mit Deutschland ui keiner Wege vermindert. Einige Ansprüche Portugals konnte England mcht anerkennen, die Unterhandlungen dauern noch fort.

* Serbien. Zu der auch von uns wiedergegebenen Nach­richt desHann. Cour." über eine angeblich bereits erfolgte Ehe­scheidung der Königin und des Königs von Serbien wird der Franks.Z." von cvmpetenter Seite aus Wiesbaden geschrieben: Rach den serbischen Gesetzen kann eine Ehescheidung nur von der Geistlichkeit ausgesprochen werden. Liegt ein Antrag auf Scheidung vor, so müssen vor Allem die beiden Parteien con- frontirt werden und es wird vorerst versucht, eine Versöhnung herbeizuführen. Bleibt dieser Versuch erfolglos, so deponirt der die Scheidung verlangende Theil seinen Anklageakt, aus welchen die andere Partei antwortet. Da nun der Königin von Serbien bis heute von einem Geistlichen absolut nichts zugegangen ist, so hat eine Ehescheidung überhaupt nicht ausgesprochen werden können. Eine solche kann überhaupt gesetzlich außerhalb Belgrads nicht statt- finden." Wie verlautet, Hal die Königin Natalie erklärt, daß sie niemals die Einwilligung zu der Scheidung von ihrem Gemahl geben werde. Seltsame Nachrichten über König Milan liest man in Telegrammen, welche die italienische Presse auf Umwegen von

Serbien erhält. Danach hat der König zwei Schlaganfälle In diesen Tagen sei ein Wiener Specialist in vertraulicher MW zur Behandlung des Königs nach Belgrad bernfen worden. 1

* Rußland. DerPol. Corr." zufolge hat die rnM Militär-Verwaltung beschlossen, behufs Versorgung Marsche mit Lebensmitteln im Belagerungsfalle, große Magazine, Daitzi mühlen, Bäckereien, außerhalb des Stadtbezirkes an der gßeift anzulegen. Der Bau hat bereits begonnen. Eiti Vorschlag, M zuständige Einwohner im Kriegsfälle auszuweisen, blieb uch rücksichiigt.

Handel» Industrie» Statistik.

* Dir Krirgsvrrstcherung »erGermania", tiebeng.fe sicherungs-Aetien-Gesellfchaftzu Stettin. Nunmehr hat auch bie^tn* ihre Kriegsverficherungs-Bebingungenjveröffentlichi. Dieselben sind fafe günstig und zeichnen sich vor denen anderer Gesellschaften voriheithch dL die volle Berücksichtigung der wohkerworbeuen Rechte ihrer altem fe sicherten, sowie der soliden und sichern Grundlagen der Gesellschaft b Sie erklärt nach wie vor die prämienfreie Uebergade der KriegsgeschL, technisch falsch und ohne Schädigung der Jntereffen der früher VerM. nicht durchführbar und bezeichnet speziell die Kriegsversicherung bet (Mit für rechtsunverbindlich, was ja auch schon durch zahlreiche Proteste sei»- der Berstcherten jener Gesellschaft, sowie durch genditlidic stiagen p Ausdruck gebracht worden ist.-TieGermania" übernimmt chremiss Kriegsveruchenmg gegen eine Zusayprämie von jährlich 27« für Ln«> soldateii und Offiziere, von 17«° für alle übrigen Wehrpflichtigen unHiii für alle Kriegsversicherteri die Dividenden für die nächsteil 5 >»ahie w. obigen Prümieuzufchlägeu in einem besonderen Kriegsreieivefonds zmi in welchen im Falle des RichtauSreicheuS jenes Fonds zur Decklirz tr Kriegsschäden auch noch der gefauimte Reingewinn des lausenden GeschG fabres (in 1887 ea. 27« Atilliouen Rtark) sotvie die bereits angtsMick ftavital- und Extrareserve (in 1887: 1,058,(XX) M.) eingefteUt tottit dürfen. Die übrigen Reserven- und Prämien - llederrrage, dar G« capital und das Divideuden-Gulhabeil der alteren Bersick-etten burm hierzu nicht verwendet werden. Aus diesem KriegSreservetonds werde» d Schadeii gedeckt. Die Versicherungssumme ist dabei auf 30,000 Mark p gestellt, darüber hinaus wird Äriegsversicherung nicht gewahrt. öe« zuheben ist noch, daß dieGermania" während des Feldzuges alle Kam auf ftriegsversicheruugeu innerhalb gewisser Grenzen bis 3 Monate M Friedensschlutz stundet, sobald angezeigr tmrd, daß der Versicherte «. gemacht ist. Nachschüsse, wie sie die Knegsverstcherrmg der Gothaer x Folge haben kann, sind bei derGermania völlig ausgeschlossen.» Nähere ist aus den Bestimmungen selbst zu ersehen.

* UsrlooltMgkrr. Stadt Mailand, 45 Fres.-Lvoft 1861. Bei der am "

stabt Venedig, 80 str-< M. erfolgten Ziehung fielen ® fölgeiide^Serien nachstehende Hauptpreist: Serie 4008 No. 13 20M M Serie 2972 No. 12 500 Frcs., Serie 9,379 No. 9, SeneJ1122 SM« Serie 11832 No. 15 je 250 Frcs Serie 5298 21,J«ene »- (Serie 7664 No. 12, Serie 8651 No. 9 und 20, ^.erie 90s«.- Serie 10328 No. 12, Serie 10702 No. 20, Serie 1103t No. 10, ^meM No. 2, Serie 13023 No. 22 und Serie 14321 No. 21 je 100 Frcs.

1861. Bei der am 2. d. Mts. stattgebabten Ziehung nelen auf M Serien nachstehende Hauptpreife: Serie 284 No. 33, Serie 828 Jm 1 Serie 419 310. 5, Serie 507 No. 20, Serie 761 No. 47, Serie M M Sene 1208 No. 18, Serie 1314 No. 19 Serie 1396 910 11, ®rat M No 18 Serie 2540 No. 30, Serie 2947 No. 8 und 45, «erw 8299» Serie 3537 31o 30, Serie 3746 No. 16, Serie 4290 No. 2, Serie Ä No 25, Serie 6167 No. 6 und Serie 7806 No. 39 je 1000

No 1 unb 37 je 600 Frcs., Serie 145 No. 32, Sene 18t>8 N°. L Serie 2456 No! 17 je 300 Frcs. - Stabt Veuebig 80 5 <

° ° fe von.1869. Beider amMwMerfMwnZiehut-gstt!»e

Land- und hauswirthfchafttiche Minlrr.

* Das frische ©bft. Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Sei* bietet Misere treue Mutter Erde wieder ans s Neue. threit KmdM^ reichem Ntaße dar. Lasse man die kiM Zett, welche diesen hei aM> , wohl'chmeckenden Wald- unb Gartenfruchten vergönnt ijt m«t gehen, ohne sie frisch unb roh zu es,en oder als kalte «chaie mii M Wein 2C oder gekocht unb gebacken als Compvt, Austauf, Kuchen .. i rüber jede! Kochbuch Auskunft gibt), oberAnblick> sie gedorrt E gemacht für den Winter aufzubewahren. Welche Freude kann bi frau damit in der Familie, bereiten, wenn ܰ mie kalte Srdben^ Heidelbeer-Schale aus den Tisch bringt, oder M Nachtisch emen » ober Erdbeer-Auflauf vorsetzt, zum Kaffee Kirscheu-Eo npor 1«®,. und den Winter über eine Bettage. von elilgemachteu Helbelbeeren, Nft geben kann, statt der für die Gesundheit nachtheiligen sauren Gurrt»

* Junge Tauben und Kühner ru mästen. SSemt bie unb Hühner einige Wochen alt finb, nimmt man.sie aue bem M^ resp. aus bem Hühnersrall unb setzt sie unter einen Hühnerko^. ' wohnlichen Kord an einem dunklen Ort. Morgens uudA ,» ui an sie einzeln heraus unb gibt, ihnen m die Schnab^ Alter unb Größe 30-50 Maiskörner, welche mau vorh« A vim^ Wasser weichen ließ. 3iadi unb nach kaim man 100 geben; nach 2-8 Wochen sind bie ^.hierchen fett. Ebenso j-h^ sich junge Enten unb Gänse masten wem, man fie «Ji gehen laßt, als über bie Schwimmfutze und sie dabei gut funtr einem engen Raum zusammenhült.

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