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Verlag Langgasse 21

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Samstag, 14. November 1914. Ul0r(JClt s £lll$Q<ib£*

Nr. 333. 62. Jahrgang.

Oer Krieg.

Die Festsetzung der Deutschen am westlichen pserufer.

Die Franzosen geben die deutschen Erfolge zu.

; Br. Genf, 13. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die französischen Versuche, den Deutschen die Festsetzung am westlichen Nscrufex zu erschweren, sind nach dem heu­tigen französischen Hautztguartierbericht mißlungen. Die Note gesteht zu, daß die Deutschen etwa 300 Meter Gelände am westlichen Iserufer behaupten, verschweigt aber die höchst vorteilhafte deutsche Stellung südlich Dixmuiden, wo die Franzosen so schwachen Widerstand leiste», daß der Militärkritiker General L a c r o i x mit der Gefahr einer U m g e h u n g rechnet und Oberst­leutnant Rousset schreibt: Resigniert müssen

lvir dieser wesentlichen Änderung Rechnung tragen. Die deutsche Wehrkraft bildet eine respektgebietende brcschenlose Mauer.

Japanische Verluste vor ttiautschau.

Br. London, 13. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Bor

Kla.tschau verloren die Japaner insgesamt 15 Acroplane mch einen große» Panzerkreuzer; ferner sind .»elftere Batterien ihrer Belagerungsgeschütze nach Mitteilungen englischer Blätter unbrauchbar gemacht worden. Nach einer Depesche derCentral News" sind drei der größ­ten Forts derartig zusammengcschosse.i, daß sie als ....- wiedcr her stellbar bezeichnet werden. Die Verluste der Engländer sind von der britischen Regierung »och nicht mitgctcilt worden.

3u dem Seegefecht an -er chilenischen Rüste.

Admiral Craddock ums Leben gekommen?

Br. Köln, 13. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Wie dieKöln. Volksztg." schreibt, scheint es, als ob der britische Gcschwaderches Admiral Craddock in dem Seegefecht an der chilenischen Küste ums Leben ge­kommen sei, denn der Generalgottverncur von Kanada,

, Herzog von Connaught, habe dem ersten Lord der . Admiralität ein Telegramm gesandt, worin im Namen der kanadischen Regierung der britischen Marine das tiefste Beileid an dem Verluste des Admirals Craddock und der Mannschaften derGood Hope" und desMonmouth" ausgesprochen wird.

Der Verlust der englischen RreuzerGood Hope" UndMonmouth" von der englischen Admiralität zugegeben.

W. T.-B. London. 13. Rov. (Nichtamtlich.) Die Admi­ralität teilt mit, daß, obwohl keine nähere» Berichte eingc- tzangen sind, die KreuzerGood Hope" undMonmouth" als verloren betrachtet werden müssen.

DieDresden" undLeipzig" mit dem Geschwader vereinigt.

Dem japanischen Geschwader entgegen.

Br. Haag, 13. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die »Times" veröffentlicht ein Telegramm aus Valparaiso, wonach es Admiral v. S P c c gelungen sei, durch Funkspruch die "Dresden" undLeipzig", die zur Aufsuchung des englische» HilfskreuzersOtra.ito" nach Takcahua.io gesandt waren, mit keinem GeschwaderScharnhorst",Gneisen«.." undNürn­berg" zu vereinigen, um der auS acht Schiffen bestehenden japanischen Flotte cntgcgcnzufahren.

3um Untergang derLmdenst

lick. Rotterdam, 13. Nov. Eine Reutermeldung besagt: Nls dieEmden" sich den Kokosinseln näb»«tze, telegraphier­ten die Telegraphenbeamten von allen Seiten um Hilfe. Die bon derEmden" gelandete Abteilung durchschnitt zwei

Kabel.

Die deutschen Schietzleistungen aus Sec.

London, 12. Nov. Der Steuermann des Küstenpanzers ..Halcyon". der bei Uarmouth von einem deutschen Ge. schlvader beschossen würbe, erklärte, lautDaily Ndatl". obwohl (ein Schiff mit Volldampf geflüchtet sei und sich durch Kurvenfahrten zu sichern suchte, hätten acht deutsche Granaten doch dos Deck erreicht. In Anbetracht der sehr schnellen Fahr; handele es sich um eine ausgezeichnete Schießleistung, Scho,, die zweite deutsche Granate habe den Mast der drahtlosen Ein. Dichtung zerschmettert. Das englische Unterseeboot sank nicht, spie berichtet wurde, bei derVersokgung" des deutschen Ge> «chwaders. sondern bei der Heimkehr in den Hafen Aarmouth. Der Untergang erfolgte, als ein and « Unterseeboot sich ihn» näherte und es au-f die Minen aufmerksam machte. Kurz zn- dor waren nämlich zwei Handelsdampfer auf die deutschen Minen geraten und gesunken, darunter einer mit der gesamte,, Besatzung von 100 Mann.

Der heilige Rrieg.

Der Aufruf des Sultans.

Br, Konstantinopcl. 13. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der angekündigte Aufruf des Sultans an das Heer und die rftotte ist, wie bereits kurz gemeldet, erschienen. Er erinnert bo» neuem an den neuen Angriff aus die Schwarzemeer- stotte, au die dreihundertjahrealte Wühlarbeit Ruß­lands gegen die Türkei, und fährt dann fort: Kämpft, kämpft wie die Löwen gegen die Feinde, denn E h r e und . stile.chheit von 300 Millionen Muselvianen hängen

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von Eurem Siege ab. Die Herzen und Gebete von 300 Millionen Unschuldiger sind mit Euch. Die Pflicht, die Euch gegeben wurde, ist bisher keiner Armee der Welt auf- crlegt worden. In Erfüllung dieser Pflicht zeigt der Welt, daß ihr Nachkommen jener glorreichen ottomanischen Armeen seid, die einst haben die Welt zittern machen. Kämpft, daß der Feind nicht wagt, seinen Fuß in dieses heilige Land zu setzen und die Ruhe des heiligen Gebietes der Hedschas zu stören. Das Recht ist auf unserer Seite, die Un­ehre auf der Seite der Feinde. Der Allmächtige wird mit uns sein, um die bösen Absichten der Feinde zu vereiteln. Meine Soldaten, vergesset nicht, daß Ihr Waffen- gesährten verdeutschen und österreichisch- ungarischen Truppen seid und mit ihnen für das­selbe Ziel kämpft. Der Held wird ein Märtyrer sein, wer am Leben bleibt, Ivird die Früchte des Sieges ernten. Mehmed- Peschad.

Große Kundgebung der Muselmanen.

M. Konstantinopel, 13. Nov. Aus Anlaß des türkischen Sieges im Kaukasus ist ganz Stam- bul beflaggt. Heute finden großartige Kund­gebungen von Muselmanen aus allen Teilen der Welt, auch aus Indien und Persien in dem Fethi- Niertel statt. Von dort wird sich der Zug nach Dolma-Badsche zum Palais des Sultans begeben. Bei der Verfolgung der geschlagenen russischen Kaukasus-Armee fielen, wie weiter gemeldet wird, die russischen MunitionstransPorte in die Hände der Kurde...

Religiöses verbot desRriegsdienstes der Moham­medaner in den Armeen der verbündeten.

W. T.-B- Wien, 13. Nov. (Nichtamtlich.) DieNeue Freie Presse" meldet ans Sofia: Nach einer Meldung aus Konstantinopcl verbot der Scheich-ül-Jslam den Mohammedanern, in den Armeen Englands, Frankreichs und Rußlands zu dienen.

Indier mit Gewalt in den Rampf getrieben.

Br. Berlin, 13. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Einer Postkarte aus Lille entnimmt derL.-A." folgendes: Heute sind die ersten indischen Gefangenen in der Kommandantur angekommen. Sie behaupteten, sie hätten sich geweigert, für England in den Krieg zu ziehen und darauf seien sie von den Engländern mit gebundenen Händen auf die Schiffe gebracht und nach Frankreich transportiert worden.

Eine Proklamation des Rommandanten von Smyrna.

W. T.-B. Konstantinopcl, 13. Nov. Der Militärkomman­dant von Smyrna veröffentlicht eine Proklamation, in der cs heißt: Die Militärbehörde hat alle Maßnahmen zur Ver­teidigung Smyrnas auf dem Lande und zu Wasser ge­troffen und wird bisansEnde der Verteidigung der Stadt ausharren, was auch immer für Angriffe erfolgen werden. Die Armee ist entschlossen, ihre Pflicht bis zum letzten Mann zu erfüllen und überzeugt, daß kein Feind den Fuß auf den geheiligten Boden des Vaterlandes wird-setzen können. Die Proklamation spricht sodann ausführlich von den Pflichten der Bevölkerung im Falle einer Beschießung der Stadt.

Drei türkische Transportschiffe überfällig.

W. T.-B. Konstantinopcl, 13. Nov. Der Bericht des Hauptquartiers besagt: Von den vor 8 Tagen von Konstanti­nopel abgefahrenen TransportschiffenBezmialhem", Barhrimar" undMedhat-Pascha" fehlt jede Nachricht. Da- diese Schiffe sich am Tage der Beschießung von Songul - dak in jener Gegend befanden, wächst die Wahrscheinlichkeit, daß sie von der russischen Flotte angegriffen worden sind.

Vergebliche Bitten eines englischen Torpedobootes.

W. T.-B. Konstantinopcl, 13. Nov. (Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung in Smyrnaer Blättern erschien ein eng­lisches Torpedoboot vor D i k i l i und verlangte, die englischen Untertanen und einige Franzosen cm Bord nehmen zu können. Das Ansuchen wurde jedoch abgeIehnt. Das Torpedoboot entfernte sich, kam aber nach kurzer Zeit noch zweimal zurück, erhielt jedoch jedesmal dieselbe Antwort.

Das schlechte Feuern der russischen Schwarzenmeerflotte.

W. T.-B. Konstantinopel, 13. Nov. (Nichtamtlich.) Die Mannschaft eines aus Songuldak zurückgekehrten türkischere Handelsschiffes berichtet, daß während der Beschießung Songuldaks durch russische Schiffe ungefähr 100 Schüsse gegen das Schiff abgefeuert wurden, ohne zu treffen. Ein anderes im Hafen liegendes türkisches Schiff erlitt gleichfalls keine Beschädigungen.

Iargrad, der neue russische Namen für Ronstantinopel.

W - T.-B. Berlin, 13. Nov. Die LondonerZentral News" berichten aus Petersburg, daß dort Konstantinopcl in Zargrad umgetaust sei. Der Zar würde dort später seinen S o m in e r s i tz nehmen.

Eine Meuterei bei den sibirischen Truppen.

vi-, Budapest, 13. Nov, (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ein aus russischer Gefangenschaft entflohener Arzt erzählt, daß unter den am S a n stehenden sibirischen Truppen w e gen des Altoholverbots eilte Meuterei ausge­brochen sei. Die Meuterer wurden hinter die Front gebracht und gruppenweise niedsryestreckt.

Der Emir von Afghanistan zum Rrieg entschlossen

W. T.-B. Konstantinopcl, 13. Nov. Nach über Persieü eingegmiyenen Nachrichten ist der Emir von Afghanistan ent­schlossen, den Krieg gemeinsam mit dem Kha-lifen zu führen; trotz ihn. von R u ß l a n d und England gemachten um­fangreichen Zusicherungen gilt die Kriegserklärung des Emirs an beide als bevorstehend.

Allgemeine Wehrpflicht in England.

O Berlin, 12. November.

Je drohender sich unsere Heeresmacht der englischen Küste entgegenwälzt, desto häufiger wird in dem ge- ängstigten Jnselreiche der Ruf nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Einen größeren iftn- schwung aller Bedingungen seines nationalen und staatlichen Lebens, als wie ihn diese Reform bedeuten müßte, würde England in seiner Geschichte noch nicht erlebt haben. Welche Aussichten sich eröfsneten, wenn dies wichtige Ereignis wirklich eintreten sollte, davon braucht für jetzt nicht gesprochen zu werden, aber unsere erfahrungsmäßige Anschauung vom Wesen des Eng- ländertnnis, das, so durfte es uns bisher erscheinen, dem Zwange der Dienstpflicht einen unbesieglichen Widerstand entgegensetzen werde, wird sich vielleicht nach veränderten Tatsachen entsprechend umzuwandeln haben. Für die unmittelbare Gegenwart empfiehlt es sich jedenfalls, -die Zeugnisse, die auf einen Wechsel der britischen Ansichten -und Absichten vorbereiten, ohne Voreingenommenheit zu würdigen. Die Rede des Ar­beiterabgeordneten Barnes in Birmingham, die als letzte Zuflucht vor einer drohenden allgemeinen Wehr­pflicht die Auswanderung vieler junger Leute nach den Vereinigten Staaten ankündigt, beweist immer­hin, daß das Problem jenseits des Kanals von Tag z-u Tag ernster genommen wird. Auch derV o r- w ä rt s"- erhält von seinem Londoner Berichterstatter, der jetzt in Amsterdam weilt, Mitteilungen, nach denen die Frage der allgenieinen Wehrpflicht immer mehr in Fluß kommt. Die Schlußsätze desDorwärts"-Artikels sind so interessant, daß wir sie im Wortlaut hersetzen möchten. Es heißt da:

Alle Agitationen der -englischen Hetzpresse auch die -sinnlosesten haben bisher so prompten und voll­ständigen Erfolg gehabt, daß man befürchten muß. es werde -bei dieser nun einsetzenden Agitafton zugunsten des -allgemeinen Militärzwanges ebenso gehen. Viel- leicht hält es die Heeresverwaltung noch für gefahrvoll, offen mit dieser Forderung herauszurücken. Man Weiß, daß sie bei den englischen und vor allem auch den irischen Massen ernsten Widerstand begegnen würde, und auch die Liberalen wollen nicht einsehen, daß man dendeutschen Militarismus auf dem . Kontinent zu vernichten brauche, wenn man sich ihn gleichzeitig zu Hause auf den Hals schafft". Allein große Hoffnungen können auf diese Widerstände nicht gesetzt werden. Was auch der Krieg auf den Schlachtfeldern bedeuten mag, das eine ist gewiß, daß er z u Hanse die schrankenlose Herrschaft der Militaristen bedeutet. Ein paar wohl­organisierte Paniken der englischen militaristischen Presse, zumal wenn sie durch deutsche Vorstöße zu Land oder zur See oder gar ans der Luft unterstützt sein sollten, würden vollständig genügen, den militaristischen Plänen zum Siege zu verhelfen. Dann würde dieser Krieg dem englischen Volke das bringen, was die eng­lischen Sozialisten am meisten von ihm befürchtet haben: die dauernde Umwandlung Englands in einen M i l i t ä r st a a t." So derVorwärts". Wir werden diese Vorgänge in England jedenfalls im Auge behalten müssen. __

Eatarennachrichten der Dreiverbandspresse.

W- T.-B. Wien, 13. Rov. (Nichtamtlich.) DiePolitische Korrespondenz" schreibt: Für die Kühnheit der Erfind., n g, durch die sich die Kriegsberichterstckttung der Organe des Drei­verbandes anszeichnet, sind die nachstehenden hier telegraphisch cingelaufenen Meldungen besonders bezeichnend.Morning- post" erfährt aus Rom: Deutschland trug Rußland den F r i e d e n s s ch l u ß an. was von den Russen a b g e l e h n t wurde. Eine Londoner Reuter-Meldung besagt: Beinahe die ganze ungarische Kavallerie sei in Belgien vernichtet worden. Die Wiener Verlustliste führe 867 unga­rische Adelsnamen unter den bei Lille Gefallenen an.

Der Rohlenmangel in Paris.

sich. Luxemburg, 13. Nov. Nach französischen Blätter­meldungen beginnt in Paris der Kohlenmangel recht fühl­bar zu werden, da aus den nördlichen Kohlenrevieren die Zuführ fast ganz eingestellt wurde und die südlichen Reviere fast ausschließlich für die Industrie in Anspruch genommen werden. Englische Kohle komn.t nur ... ganz ungenugende.- Menge. Aus diesem Grunde hat eine Gruppe Deputierter bes Seinedepartemcnts den Abgeordneten Denis-Eochin be­auftragt. in dieser Angelegenheit bei dem Ministerpräsiden- ' ten 83iD.an. vorstellig zu werden.