Einzelbild herunterladen
 

No. 104

Wiesbadener Tagblatt

Seite 84

3.SI

überaus erfreulichen Ertrag geliefert. Aus den bis jetzt etiigtaaitS Geldspenden sind, wie wir hören, dem Gönnte zur Unterftusuuo C Uebcrschwemmten in den deutschen Stromgebieten zunächst 140,OOg » durch Vermittelung der Reichsbank überwiesen worden. - $2 ftolwriA h/rt hpm frhTpättim$ finlftpinfcfipn ^rnhiniinf = CSiTfjs.rr* .

kle

Wermischtes

Der Schaden ist noch nicht genau eruirt,

dem

6726

nie neu

Haupt

Honett

Wie

Niso @eift>8fri

Cm ml DawM specte auf 8470

uttben ( unb mill

lg in den deutschen «tromgrdiitz, Lm ^E"°G°ben-Sammlnng ha, tile

* Das Hochwasser in den deutschen Stromgebiete»?«, von Ihrer Durchlaucht, der Fürstin zu Hohenlohe-Schilli»-j fürst, Gemahlin des kaiserlichen Statthalters m den Reichslandm » Linderung der durch die Ueberschwemmuna in den deutschen Stroma« entstandene Roth in Elsaß-Lothrinaen eröffnete Gabcn-Sammlimg ha, (v, ' ilichcn Ertrag geliefert. Aus den bis jetzt eiiioegan-oi»

* Der Einbruchs-Diebstahl in München. In Gracht» Meldung unseres gestrigen Münchener Tclcgrammes (Neueste Nachricht«-! über den Einbruch beim Juwelier Thomas auf dem Marienplatz tz Folgendes bekannt: Die Einbrecher sind höchst wahrscheinlich die berüM Frankfurter Silberdiebe, die ganze Art der Manipulation deutet tat hin. Da« Haus des Juweliers Thomas steht auf dem sehr freqiit» 7, Maricnplatz, der Laden ist von Innen und Außen mit allen Lornchtiirz, 66101 der moocrusten Sicherheits-Technik verschlossen. Die Diebe öffneten r Zeit. L einem Nachschlüssel die über dem Laden im ersten Stockwerke geltet Burcaux der Bandwaaren-Firma Meyer & Hechinger, die Wegen k 44 Sonntags leer standen. Ste sägten tm Parquetboden ein Sieiedc;-----

hoben den Fußboden aus und durchschlugen den Plafond. SDiitteli tu Langga Seiles gelangten sie nun in den Laden, wählten sorgfältig und sachdtz g nur die kostbarsten Dinge aus, Brillanten und sonstigen reichsten ®tlfe u schmuck wie das s. Z. in Wien bei Granichstädten geschah - Germs MjJSlK! zurücklassend. Der Diebstahl ist wahrscheinlich bei hellem Tage tri - worden. Die Aufregung ist ungemein groß, eine Menschenmenge imk-r J den ganzen Tag Thomas' Haus. Die Polizei ist selbstverständlich fite §.ft thätig, bis jetzt aber hat sie noch keine Spur der höchst raffte

auner. Sie müssen, wenn die Kleinheit der Plafondöffnung einen to Um viel gestattet, sehr schmächtige Leute sein, wenn man nicht annehmen will,:: fln ä.g nur Einer von ihnen in den Laden gedrungen ist, während sein fyi 1 oberhalb der Plafondöffnung die gestohlenen Kleinodien in Empsana e « Der Schaden ist noch nicht genau eruirt, doch sehr groß. Der Suirtit ItUl itfl jei Thomas befand sich zur Zeit in Berlin, ist aber auf die Draht-NM sich) gnaeu vou dem Einbruch auf der Herreise begriffen. Man muthmaßt, die St hätten sich nach Wien gewendet.

* Vom Tage. In Ermsleben wurde ein Feuerwehrmann ver­haftet, der nicht weniger als 13 Brandstiftungen auf dem Gewissen zu haben scheint. - Die Rettungsstation Rügenwaldermünde telcgraphirt: Am 28. April von dem deutschen SchoonerMathilde" Capitän Papenfuß, gestrandet beim Westbade, sechs Personen durch den Raketenapparat gerettet In Wien stürzte sich ein 16sähriges Mädchen mit ihrem Geliebten in die Donau, weil ihre Eltern von einer Verbindling der Beiden Nichts wissen wollten. Im Versayamte zu Livorno wurde ein großer Betrug ent­deckt. Eine mit 200,000 Lire belehnte Partbie Säcke mit Eorallen wurde bei einer Revision der Überwiegenden Menge nach, als werthloscs Material befunden und es scheint, daß Beamte beim Betrüge mitschuldig seien. Während einer Festlichkeit tn der Ausstellungshalle in Rushsylvauia (Ohio) stürzte, wie Londoner Telegramme melden, der Fußboden ein. Vierhundert Personen stürzten in den Keller. Viele wurden getöbtet, sechzig verletzt, einige davon lebensgefährlich. Auf der Höhe der Insel Wight fand bei nebeligem Wetter ein Zusammenstoß statt zwischen ' britischen DampferMotto" und dem britischen SegelschiffeS m y n r a". Letzteres, ein vollgetakeltes eisernes Schiff, sank unverzüglich und 13 Mit­glieder seiner Mannschaft ertranken. DerMotto" ist mit dem Rest der Mannschaft derSmyrna" in beschädigtem Zustande in Southampton angelangt. - InPariS vermählte sich soeben derHerz 0g v on D e caze s mit Miß Singer, einer Tochter des bekannten Erfiiiders der Nähmaschine. Der Herzog steht gegenwärtig im viernndzwanzigsten Lebensjahre. Die Nistgift von Miß Singer beträgt eine Million Pfund Sterling.

Heinrich hat dem schleswm-holstem'schen Provmzial-Hilft für die Ueberschwemmten tie Summe von 5000 Mk. überweisen M» Danzig, 29. April. In dem Ueberschwemmungsgebiet der $og: sind die Verhältnisse noch immer im Wesentlichen unverändert. Das W. steht in der Niederung noch 8 Fuß und darüber. An Lebensmitteln her« so schreibt dieDanz. Ztg.", noch immer vielfach Mangel, so ich« von hier größere Transporte dahin abgehen. Daß der Bedarf an &ii« schon vollständig gedeckt sei, wie uns neulich von zuständiger Seite mit» theilt wurde, hat sich als eine für den Augenblick zutreffende Amia, ertoiefen. Bei der Schwierigkeit der Eommunieation hat man wohl tg vollen Bedarf nicht gleich übersehen können; derselbe ist aber neuerbii# noch gewachsen.

* Von einer Begegnung mit Karl Schurz erzählt Otto Fock in feinenSchleswig-Holsteinischen Erinnerungen" eine kleine interessante Geschichte. Bei Gelegenheit einer am 14. und 15. Juli 1850 zu Braun­schweig gehaltenen Versammlung von Führern der Volkspartei wurde dem damaligen Abgeordneten der Stabt Renbsburg, Otto Fock, ein junger Mann unter bem Namen eines Herrn Hesse vorgestellt. Aber sofort er= riitnerte sich Fock, daß er diesen Mann schon früher einmal gesehen haben müsse. Bald auch fielS ihm ein; es war in einer Volksversammlung des Jahres 1849 zu Bonn gewesen, wo dieser Mann durch seine Rednergabe aufgefallen war. Der junge Mann hieß aber nicht Hesse, sondern Karl Schurz. Fock erschrack über das unerhörte Wagniß eines Mannes, der sich nach dem vermiglückteu Zuge gegen bas Siegburger Landwehr-Zeughaus dem babischen Aufstand augescklosien hatte unb nach ber Uebergabc von Rastatt nur mit genauer Roth der kriegsgerichtlichen Kugel entgangen, aber in contumaciam verurtheilt war, und nun dennoch als Geächteter und Verfolgter in Deutschland umherreiste und auf jeder öffentlichen Versamm­lung erschien. Fock, der seine Bemerkung für sich behielt, traf bei seiner Abreise von Braunschweig zufällig mit dem angeblichen Hesse und dessen Begleiter in einem Conpä zusammen, redete ihn bei seinem richtigen Namen an und warf ihm seinen unverzeihlichen Leichtsinn vor. Anfangs wollte Schurz sein Jncogmto aufrecht erhalten, dann aber meinte er lachend, er müsse sich doch wohl ergeben, erzählte von seiner Flucht aus Rastatt unb theilt zu Fock'S Entsetzen mit, baß er ben größten Thell des Winters am Rhein, und zwar in Bonn selbst zugebracht habe.Mich verräth Niemand", Ker mit tröstlicher Zuversicht,ich vertraue auf mein gutes Glück, sich noch niemals im Stiche gelassen hat." 5 Monate später erschien K. Schurz als Befreier Gottfried Kinkels wieder auf ber Bildfläche.

* Der unlängst verstorbene BergwerkSbesitzer Friedr. Grills hatte im Herbst v. I. sich bereit erklärt, seiner Vaterstadt Essen ein Capital von 500,000 Mk. zum Ban eines Theaters zu überweisen. Die bebauernswerthe Erkrankung beS Herrn Grills brachte bie Sache inS Stocken. Lor einigen Wochen nun würbe bekannt, baß Geh. Commerzienrath K rnpp ben Entschluß gefaßt habe, einen vorläufigen Bau auf seine Kosten aufführen zu lassen, ber schon am 1. October b. I. eröffnet werden sollte. Jetzt wirb aus sicherer Quelle gemeldet, daß die Witwe des Herni Grillo Kinder sind nicht vorhanden die Schenkung ihres verstorbenen Gemahls aufrecht erhalten will und die Verfügung über den Betrag der städtischen Verwaltung anheimgegeben hat.

Rom besuchte, explodirte plötzlich eine Schachtel mit Dynamit. Nach einer von dem Marineminister in der Kammer abgegebenen Er­klärung hat der Prinz durch den Unfall nur leichte Eontusionen erlitten und. auch die Offiziere sind nur leicht verwundet worden.

* Rußland. DerKöln. Ztg." wird ans Kiew gemeldet, die Verlegung der zum 2. kaukasischen Armee-Eorps gehörigen 19. Infanterie-Division und einer im Osten befindlichen Infanterie- Division in die Nähe der österreichischen Grenze sei in nächster Zeit bevorstehend.

* Bulgarien. Der Prozeß Popow hat ben vorauszusehenben Abschluß gefunben. Nachdem gegen säunntliche Angeklagte das Schuldig ausgesprochen war, lautete das llrtheil gegen Popow auf eilte vierjährige Festungshaft, die Majore Bonew und Karaivanow auf eine solche von fünf Monaten, Lieutenant Bankow auf sieben und Lieutenant Keljatww auf acht Monat Festung. Für sämmtliche Vernrthellte ist damit die militärische Degradation ticrbnnben. Nach ben Plaiboyers bes Staats­anwalts unb bes Vertheidigers hatte ber Hauptbelastungszeuge unb Mit­angeklagte Lieutenant Keljanow ausgesagt, baß alle seine im Verhöre gegen Popow abgegebenen Erklärungen wegen Fälschung unb Unterschlagung unwahr seien; er habe biesclben abgegeben, weil ihm Freisprechung zugesagt worben sei. Sein Gewissen lasse ihn inbeß nicht ruhen und er gestehe nun die Wahrheit. Diese Erklärung erregte im Publikum große Sen ation.

* Die Rache des Spielers. Aus Abbazia wird beut J Tgbl." berichtet: Ein Finanzausseher, ber bisher seinem Berufe trenn pünktlich nachgekommen war, hatte sich in letzter Zeit mit unbejäi Leibenschaft dem Moraspiele ergeben. Ganze Tage lang lag er in« Osteria, mit großer Aufregung die Fiitgerbewegnng seines Partners n folgend und dte Rufe uno, due, cinque u. f. w. hervorstoßenb. älbet Mann hatte fein. Glück. Tagtäglich verlor er bebeutenbe Beträge, biefl feine Verhältnisse groß zu neunen waren. Vergeblich würbe er von ®1 Ak neu Frennben gewarnt. Vergeblich waren bie Verweise unb selbst Sitte seiner Vorgesetzten. Er spielte mit immer wachsenber Leidenschaft fe weil er mit einem Schlage seine Verluste roieber emzubringen hoffte. k|.... einigen Tagen spielte er bis spät in bie Nacht unb verlor wieder Aller, «ttjpw I bei sich hatte. In toilber Aufregung verließ er bas MrthShauS, Partner Mutige Rache schwörend. Aus der Straße lauerte er deins« auf, als er eben aus ber Osteria heimkehrte unb schoß ihn tneiW I nieder. Anderen Tages wurde ber Mörder, ber keinen FlttchiW" machte, verhaftet. Vj'IJ pffd c

* Die päpstliche Censur hatte vor anberen Ceniuren nichts votülsÄ im Gegeutheil, sie hat wohl noch mehr Seltsamkeiten begangen," jT*- ähnliche Institute in anberen Säubern. So überreichte z. B. eines IIüh ä ein bramatischer Autor eine neue Comöbie. Die erste Scene spielt«« «i r Restauration. Der Bonvivant tritt auf, fegt sich an einen Tisch uni lawtetr, e langt ein Beefsteak. Da enthielt benn bas Manuskript an ber eM toanuttt fi zeichneten Stelle eine roth geschriebene Ranbnote folgenden e, ft Wenn das Stück an einem Freitag zur Aufführung kommt, daffsich Schauspieler kein Beefsteak begehren, sondern muß rufen: brütgen Sie mir eine Omelette!"

* Humoristisches. Passender Tausch. Hauptmann: M ofsizier, der Gemeine Dleier hat sich schon wieder nicht gewaschen. Ä£1787j r den schmutzigen Burschen nicht länger in meiner Compagnie sehen. '****'2 Sie ihn zur Dienstleistung in bie Küche. S ch uster unM UL einer Dame, welche auf ber Straße eine Hutfeber verliert): v(l|

selleken, sehen Sie sich mal um. Sie fangen an, sich zu maulet«

* Schiffs-Nachrichten. (Nach berFranks. Ztg.".) Angel-«- ÖlOn» in Santanber D.Lafayette" vou Havanna unb Seracrui Queenstown D.Lord Gough" von Philadelphia; tu Netv'xltW D.Arizona" undDenmark" vou Liverpool uno D.Anchona Glasgow; in Philadelphia D.Ohio" von Liverpool; in *loa D.Congo" von Südamerika.