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Nr. 531 .

Freitag, 13. November 1914.

Wiesbadener Tagblatt»

Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.

Seite 8.

Handelsteil.

Die Kriegsanleihen in Oesterreich-Ungarn.

W. T.-B Wien, 12. Nov. (Eig. Drahtbericht) Die Blätter reröhentlichen den Prospekt, der österreichischen Kriegsanleihe. Dabei wird der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß, wie ln Deutschland, so auch in Österreich-Ungarn die Anleihe einen Stanzenden Erfolg erziele und die Beteiligung der Bevölkerung den entschiedenen Willen der Monarchie zum Ausdrucs fingen wird, unter allen Umständen den i'hr aufgezwungenen Krieg bis zur Erlangung eines dauernden, gegen jede Störung Besicherten Friedens auch finanziell durchzuhalten. Das ver­heißungsvolle Vorzeichen erblicken die Blätter m der Tat­sche, daß der Kaiser (wie gemeldet) als erster große Be­läge der österreichischen sowie der ungarischen Kriegsanleihe Bezeichnet hat. Die Kriegsanleihe wird in Schatzscheine mit fünf jähriger Laufzeit zum Zeichnungspreis von 97%. Proz. ausgegeben. Die Schatz scheine lauten auf den Inhaber und werden in Abschnitten von 100, 200, 1000, 2000, 10 000 und dem vielfachen von 10 000 ausgefertigt. Die Ver­zinsung beträgt 5Va Proz., .stellt sich jedoch infolge vielfacher yergünetigungen über 6 Proz. Als Rückzahlungstennin ist ~ er 1. April 1920 bestimmt. Der erste 2Insschein ist am I- April 1915 fällig. Die Zeichnungen auf die Kriegsanleihe Werden in der Zeit vom 16. bis 24. November, mittags, Voran­meldungen bereits jetzt angenommen.

Berliner Börse.

$ Berlin, 12. Nov. (Eig. Drahfbericht) Die gestern ge­meldeten Erfolge auf dem westlichen Kriegsschauplatz und die ,Vernichtung eines englischen Kanonenbootes, bei Dover kam m der Wirkung auf die Stimmung der Börsenversammlung ®hdh erhöhte Unternehmungslust zum Ausdruck. Für Werte er Waifenfabriken und einige Motorfabriken sollen Umsätze bi steigenden Kursen erfolgt sein. Auch, die Kriegsan­leihe wurde von Bureau zu Bureau zu festen Kursen um- Besetzt. Für französische, schweizerische, holländische und ^gische Noten wurden wieder höhere Kurse genannt, dagegen schwächten Bussen weiter ab. Tägliches Geld war zu bis 514 Proz. zu haben. Privatdiskont stellte sich auf 5% Proz. und darunter.

Banken und Geldmarkt.

* Ausprägung von Reidhsmünzen. Im Oktober wurden ® dfen deutschen Münzstätten keine Goldmünzen geprägt un<* v °n Silhermünzen nur Einmark- und Fünfzigpfennigstücke, hnd zwar erstem im Betrage von 5 988 002 M., letztere von 190 832 M. Fünfundzwanzigpfennigstücke wurden ebenfalls ?®ht geprägt. Die Prägung von Zelmpfennigstücken betrug 316342 M., die von Fünfpfennigstücken 257 008 M., von Aweipfennigstücken 16 628 M. von Einpfennigstücken 3000 M.

W. T.-B. Wiener Börse. Wien, 11. Nov. In weiterer Ausführung der seinerzeit verfügten Sistierung des Wiener Börsenverkehrs wurde noch folgendes beschlossen: Es den Bönsenbesuchem jede Art von Annoncierung in öffent­lichen Blättern, sofern sie sich auf Effekten, Devisen und /Valuten bezieht, sowie jede öffentliche Bekanntmachung von Kursen solcher Werte bei disziplinärer Ahndung untersagt.

Industrie und Handel.

W. T.-B. Das Ausfuhrverbot für Leder und Felle.

Berlin, 11. Nov. DerReichsanzeiger veröffentlicht eine Bekanntmachung, durch die die Ausfuhr und Durchfuhr ver­boten wird von: Rindleder, Roßleder, Kalbleder, Kalbfellen, Kunstwolle, Knochen, Weißblechwaren jeder Art, una Schmelztigel aus Graphit. Aufgehoben ist das Verbot der Aus- und Durchfuhr von Lamm-, Schal-, Zickel-, Ziegen- und verschiedenem anderen Leder sowie künstlichem Leder. Das Verbot der Aus- und Durchfuhr von Fellen zur Pelz- bereitung und Pelzwaren erstreckt sich nicht auf gewisse Felle, wie Breitschwänze, Persianer usw.

* Die Brauerei Gebrüder Dieterich in Düsseldorf wir» infolge der Abnahme des Versandes in den letzten 3 Monaten des laufenden Geschäftsjahres das finanzielle Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen. Die. Dividende (i. V. 18 Proz.) dürfte infolgedessen eine, wenn auch nicht erhebliche, Er­mäßigung erfahren.

* Die Verwaltung der Maschinenfabrik Kappel in Chemnitz

will nach derFrkf. Zig. den Gewinn (i. V. 230 736 M.) dies­mal voll vortragen, aber aus dem Dividenidenergänzungsfonds eine Dividende von 4 (i. V. 10) Proz. verteilen. Der Fonds betrug zuletzt 300000 M.

* Der Jahresbericht der A. E, G. Der Geschäftsbericht

der Allgemeinen Elektrizitäts-Ges., deren Ergebnisse wir be­reits früher mitgeteilt haben, liegt jetzt vor. In der Ein­leitung 'heißt es, daß in dem am 30. Juni 1914 abgeschlossenen Geschäftsjahre Umsatz und Aufträge die des Vorjahres noch übersteigen, obwohl die wirtschaftliche und poli­tische Spannung allgemein schon drückend empfunden wurde, und es wird ferner bemerkt, daß die Entwicklung und die Erträge der Geschäfte die Aussohültung eines gleichen Ge­winnes wie im Vorjahre gestaltet hätten, wenn nicht durch den Weltkrieg eine veränderte Sachlage geschaffen wäre. Aus diesen Worten läßt sich schließen, daß der Uberschuß der Gesellschaft unter normalen Verhältnissen den vor­jährigen zum mindesten erreicht hätte, und daß dieser Über­schuß jedenfalls wesentlich höher gewesen wäre als der jetzt ausgewiesene von 18.8 Mi 11. M., da ja die Ausschüttung einer Dividende von wieder 14 Proz. allein 21.7 Will. M. erfordert hätte. Aus diesen Feststellungen geht aber auch hervor, da3 die Verwaltung, die übrigens wie gewöhnlich nur die aus dem Fabrikat! onsgewinn stammenden Erträge, nicht auch die Eftektengewinne bei der Aufstellung der Gewinn- und Verfust- rechnung berücksichtigt hat, schon vor Feststellung des Fahrikationsgewinnes erhebliche innere Abschrei­bungen vorgenommen haben muß, die wie folgt begründet wurden: Über zahlreiche Länder der alten ,und neuen Welt

sind unsere Auslandsorganisationen verbreitet, die gegenwärtig teils völlig gestört sind, teils nur unzureichend aufrecht erhalten werden können. Das Überseegeschäft, das wir, in Argentinien, Mexiko und Südafrika zum Teil in der Form be­sonderer Gesellschaften, betreiben, liegt beinahe gänzlich da­nieder. Minderbewertungen unseres Effektenbesitzes und Ver­luste an Außenständen im In- und Auslande werden unver­meidlich sein, ihren Umfang wird erst die weitere Entwicklung der Kriegsereignisse bestimmen, indes gebietet die Lage, schon bei Aufstellung dieser Bilanz solchen Risiken, soweit eine

sorgsame Beurteilung es zuläßt, Rechnung zu tragen. Der in die Bilanz eingesetzte Geschäftsgewinn pro 1913/14 stellt sich (wie bereits berichtet' einschließlich des Vortrages von 729 483 M. (i. V. 736 614 M.) auf 23 381 152 M. 34 542 580 Mark). Davon gehen ab die Geschäf'skosten von 1412 677 M. (1 183 101 MO, die Steuern von 2 122 198 M. (2 233 905 M.) und die Abschreibungen auf Gebäude von 893 635 M. (839 468 Mark). Die Abschreibungen auf andere Anlagekonten werden in der Gewinn- und Verlustr ,'chnung nicht angegeben, sondern intern verbucht. Auf allen Anlagekonten sind wie in früheren Jahren wieder d'ie gesamten Zugänge abgeschrieben worden, so daß alle diese Konten mit je 1 M. zu Buche stehen. Der Überschuß stellt sich auf 18 892 246 M. (28 904 483 M.), aus dem bekanntlich diesmal 10 (i. V. 14) Proz. Dividende verteilt werden sollen.

Marktberichte.

* Vom Eiermorkt. Die deutsche Produktion ist weiter zurückgegangen; aber auch die Zufuhren aus dem Auslande sind bedeutend geringer geworden. Dänemark kommt nur mit guter, ganz frischer Ware in Betracht; Öster­reich-Ungarn Jiat augenblicklich seihst ziemlich großen Bedarf, ohne in Galizien die sonst gewohnten großen Mengen erzeugen zu können, Holland hat die Eierausfuhr verholen, da nimmt es kein Wunder, wenn die Nachfrage das Angenot übersteigt und die Preise immer weiter in die Höhe gehen, ja so hoch steigen, daß die Eier als Luxusartikel erscheinen. In der Berliner Eierbörse kosteten bei fester Marktlage das Schock vollfrische ausländische 7.40 bis 8 M., in- und ausländische bessere Sorten 6.75 bis 7.10 M., Kühlhauseier 6.70 bis 7 M., Kalkeier 5.60 bis 5.80 M. In neu Zentralmarkthallen wurden für das SchockLandeier 7 M. bezahlt. In Magdeburg wurden die Zufuhren gleichfalls kleiner, das Schock Bauem- eier kostete, 6.20 bis 6.80 M., Kühlhauseier 5.8» bis 6 M., Kalk­eier 5 M.; der Umsatz war gering. Das gleiche gilt vott Frankfurt a. M. Hier kostete das. Tausend llaliene* 118 bis 128 M., bayerische 105 bis 120 M., ungarische ,100 bis 115 M Kalkeier 90 bis 105 M.

* Kartoffel - Fabrikate. (Marktbericht der Deutschen Sfärkeverkauifsgenassensctaft.) ln der verflossenen Woche behielt die sehr feste Stimmung für alle Kartoffelfabrikate die Oberhand. Die Preise haben sich nunmehr den Umständen entsprechend mehr konsolidiert Es notierten nominell frei Berlin: Kartoffelstärke und Kartoffelmehl, trockene, superlor 31.75 bis 32.75 M., Kartoffelstärke und Kartoffelmehl, trockene, prima 31.25 bis 32.25 M. Alles per 100 Kilogramm bei Posten von mindestens 10 000 Kilogramm.

Die Morgen-Ausgabe umfaßt JO Seiten _ und die BertagsbeilageDer Roman".

Hauptschristleiter: A. H e g e r H o r st.

Verantwortlich für den politischen Teil: De. phii. ®. Schellenberg: fflt den Unierbaltungsteil: B d. Nauendorf: für Nachrichten aus Wiesbaden und den Nachbarbezirlen: I.B.: tz. Diesenbach: für ..GeriLtriaal": tz. Diesenbach: fürSport und Luftfahrt": I. SB.: S. SoSacter: fürSSenmrJlttS und den Briefkasten": C. LoSacker, für den HandelSteil: W. Etz: für dl« Anzeigen " und Reklamen: H Dornauf: Sämtlich in Wiesbaden.

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Israelitische Kultusgemeinde.

Die Rechnung für das Steuerjahr 1913/14 liegt von heute ab 8 Tage auf unserem Amtszimmer, Emser Straße 6, vormittags, für die steuerzahlen­den Gemeindemitglieder zur Einsichtnahme offen. F30I

Wiesbaden, 12. November 1914.

Dev Vorstand

der israelitischen Kultusgemeinde.

Den Heldentod fürs Vaterland starb am 1. November auf Frankreidjs Erde mein herzensguter Mann, meines Kindes treu­sorgender Vater,

Karl §lotlj.

Im Kampfe für das Vaterland fiel der

Bürogehilfe

Wrhrnrarr» im Füsilier-Regiment Ur. 80,

im Alter von 28 Jahren. 1802

In tiefer Trauer:

Fra« Margarte Roth u. Kind.

Wiesbaden, Rheinstraße 52. den 12. November 1914.

Paul Schattka,

Kompagnie - Feldwebel einer Landw. - Pionier - Komp., Inhaber der China-Feldzug-Medaille.

Während seiner mehrjährigen Tätigkeit im Dienste der Nassauischen Landesbank hat er sich das Vertrauen seiner Vorgesetzten und die Achtung seiner Mitarbeiter errungen.

Wir werden dem pflichttreuen Beamten und wackeren Mann ein gutes Andenken bewahren. F348

Der Landeshauptmann. Direktion der Nass. Landeshank.

Krekel. Klau.

m

Den Heldentod fürs Vaterland starb am 24. Okt. 1914 im Lazarett an einer schweren Verwundung der

Landesbankbürogehilfe

Paul Schattka,

Kompagniefeldwebel der 2. Landwehr-Pionier-Komp., 1 Inhaber der China-Feldzug- und der goldenen Olymphia-Medaille.

Obwohl nicht mehr zum Dienst im Felde verpflichtet, meldete er sich in hoher vaterländischer Begeisterung sogleich bei Beginn des Krieges als Freiwilliger.

Wir werden unserem wackeren Mitarbeiter ein ehren­des Gedächtnis bewahren. x 348

Die Beamtet! der Nassauisclien Landesbauk.

Kutscher

Den Heldentod fürs Vaterland starb am 1. November der

Karl Kolh.

I

Ich verliere in dem Dahingeschiedenen einen stets pflicht­eifrigen, treuen Mitarbeiter und werde demselben ein ehrendes

2 Mt. w°W°ndt.

Wiesbaden (Goldgasse 5), 12. Nov. 1914. 1803

Statt besonderer Anzeige.

Teilnehmenden Freunden und Bekannten hiermit die Trauer­nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat,

Krimlem JUttttt

Lehrers« i« Gberbreche«,

nach längerem Leiden, wohlvorbereitet durch ein christliches Leben und den Empfang der hl. Sterbesakramente, im 54. Jahre ihres Lebens zu sich in die Ewigkeit abzurufen.

Ihre Seele wird dem Gebete der Gläubigen, besonders ihrer zahlreichen Schülerinnen und Kolleginnen empfohlen.

Geschwister Korn»

Dotzheimer Straße 2. Wiesbaden, den 12. November 1914.

Die Beerdigung findet Samstag, den 14. November, nach­mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Südfriedhofes aus statt.

Das Traueramt wird Samstag, vormittags 9** Uhr, in der St. Bonifatiuskirche abgehalten. 1801