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Ziel des Kaisers vollständig vereitelt. Das britische Reich würde auf eine Probe gestellt. Die Erfahrungen der letzten drei Monate flößten die zuversichtliche Hoffnung ein, daß, je länger die Prüfung dauere, England aus den Kämpfen für die gerechte Sache um so mehr als Sieger hervorgehen werde. Asquith kündigt an, Lloyd George werde dem Hause am 16. November Finanzvorschläge einschließlich der Frage der Kriegsanleihe vorlegen. Der Premierminister schlägt fiir den 17. November das Votum für die ganze Kreditberatung und die Ergänzung für die Verstärkung des Heeres vor. Bisher seien nur 1 170 000 Mann für die regulär« Armee bewilligt. Die Armee zähle bereits 1086 000. (Beifall.) Asquith erkennt die aktive Mitwirkung der Opposition an der schweren Aufgabe der Regierung an. — Die Debatte Wird vertagt.
Mlcheners ernster Wunsch nach allgemeiner Wehrpflicht.
sisi. Christiania, 12. Nov. Aus Paris meldet ein Telegramm: Nach den letzten Meldungen aus England ist es
der ernste Wunsch Kitcheners, ein gewaltiges Heer durch Einführung der allgemeinen Wehrpflicht zusammenzubringen. Diese Neuigkeit ist überall in Frankreich mit großer Befriedigung ausgenommen worden. Wenn dieses Gesetz angenommen werden sollte, würde die Möglichkeit vorhanden sein, daß der Krieg bedeutend schneller mit einem Sieg für die Alliierten enden würde.
Zur Zerstörung des englischen Kanonenbootes.
W. T -B. Berlin, 12. Nov. (Nichtamtlich.) Nach einer weiter hier eingegangenen Meldung der englischen Admiralität sind 7 7 Mann der Besatzung des untergegmrgenen Torpedokanonenbootes „Niger" gerettet worden.
König Georg an Feldmarschall Frcnch.
Nr. Christiania, 12. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie aus London gemeldet wird, hat König Georg an Feldmarschall French telegraphiert, er sei von der Tapferkeit und Ausdauer seiner Truppen äußerst befriedigt und sehe mit Vertrauen den, schließlichen Erfolg ihrer stolzen Anstrengung entgegen.
Die Erfolge der Buren.
sist.Haag, 11. Nov. Das Reuter-Bureau meldet nach Privatdepeschen: Nachdem de Wet mit einer 2000 Mann
starken Abteilung die Streitkräfte des Kommandeurs Cronje zersprengt hat, ist seine Vereinigung mit anderen Trupps Aufständischer im Süden des Oranjestaates vorauszusehen. Die Regierung veranlaßt die sofortige Abreise von Verstärkungen aus Kapstadt. Zwölf englische Farmen wurden von de Weis Truppen genommen und das Vieh weggetriebeü. Südlich D vorn bürg wurde eine zweite Abteilung von Regierungstruppen, 250 Mann stark, unter dem Kommandeur Geelen angegriffen und mußte sich nach Verlust von 88 Toten und Gefangenen zurückziehen.
Ein angeblicher englischer Erfolg gegen die Buren.
Auffällig verspätete Bekanntgabe der Meldung.
Ei, Christiania, 12. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus London wird eine Meldung aus Pretoria amtlich aus- gegeben, die bereits vom 8. November stammt. Sie lautet: Oberst v. Denventer hat jetzt Fühlung mit den Aufständischen bei Zandvontein, 64 Meilen von Pretoria, bekommen. Piele Aufständische sind getötet und verwundet, sowie 26 ge- lsangen genommen worden. Die Verluste der Re-gierumgs- 'truppen betragen 12 Tote und 11 Verwundete.
Die Ohnmacht der Unionsregierung.
Sr. Christiania, 12. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus London wird gemeldet: Die Negierung der südafrikam- schen Union hat einen Aufruf an die Aufständischen erlassen, der scharfe Drohungen enthält in einer Sprache, die deutlich das Gefühl einer gewissen Ohnmacht erkennen läßt. Es heisst darin, das. alle Aufständischen, die sich bis zum 21. November mit ihren Waffen übergeben werden, straflos nach Hause zurückkehren dürsten unter der Bedingung, das, sie sich nicht mehr am Aufstand beteiligen werden. Den F ii h r e r n wurde k e i»e A m n e st i e gewährt werden.
Italienisches Lob der Zeppeline.
hd -st" ich, 11. Nov. Einer Meldung aus Mailand zu- folge erklärt der „Corriere della Sera" in einem Aufsatz über die italienische Luftflotte: Es sei bewundernswert, mas die deutsche Luftflotte zu leisten imstande sei. Das System der. Zeppeline sei das einzige, von dem heute
im Kriege ernstlich gesprochen werden könne. Die nichtstarren Systeme seien kaum der Erwähnung wert. Der Vorteil der Zeppelins bestehe in ihrer Schnelligkeit und in der Möglichkeit, rasch große Höhen zu gewinnen.
Die österreichische §rontänderung in Galizien.
W. T.-B. Wien, 12. Nov. Die Blätter stellen übereinstimmend fest, daß unsere Truppenverschiebungen in Galizien vollkommen kampflos ohne Druck des Gegners lediglich aus strategischen Rücksichten erfolgt sind. Sie bedeuten die wohlüberlegte Einleitung eines neuen Operationsabschnittes. Unsere Truppen •— so betont das „Fremdenblatt" — sind in vorzüglicher Verfassung und die Kämpfe der letzten Woche, in denen sie zum Ansturm der feindlichen Übermacht nicht nur erfolgreich Widerstand boten, sondern vielmehr den Gegner überall zurückwarfen, gaben ihnen einerseits das moralische Übergewicht, andererseits haben sie dem Gegner bedeutenden Ab. bruch getan. Was die Beschießung Przemysls anlangt, sind die Matter der festen Überzeugung, daß dieses Bollwerk Mittelgaliziens dank seiner Anlagen und dank der tapferen Besatzung seine Aufgabe in der gleichen Weise erfüllen werde wie bei der e r st e n Einschließung.
Zur Lage bei Ezernowitz.
hd. Mailand, 12. Nov. Wie dem „Sccolo" über Bukarest gemeldet wird, haben die Russen auf die Beschießung von Ezernowitz verzichtet. Sie gingen über den Pruth zurück, um die österreichischen Truppen auf das Gros des russischen Heeres bei Storojinetz zu locken und ihnen durch einen Angriff von Süden den Rückzug abzuschneiden.
Die Verfolgung der Serben.
Zahlreiche Gefangene und reiche Kriegsbeute.
V/. T.-B. Wien, 12, Nov. (Nichtamtlich.) Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: Unter fortwähren- den Gefechten mit den feindlichen, in vorbereiteten Stellungen eingenisteten Nachhuten wurde gestern die Verfolgung auf der ganzen Front fortgesetzt. Im allgemeinen wurden die Höhen östlich Osetschtna-Nakutszhani-Novoselo an der Save erreicht. Der Gegner ist in vollem Rückzug gegen Kotscheljevy-Valstöo, wo nach Meldungen unserer Flieger viele Tausende von Trainfuhrwerken alle Kommunikationen verlegen. — Außer der gestern gemeldeten Kriegsbeute wurden neuerdings 4 Geschütze, 14 Munitionswagen, eine Munitionskolonne, mehrere Munitions- und Verpslegungs- depots, Trains, Zelte und sonstiges Kriegsmaterial erbeutet sowie zahlreickpe Gefangene gemacht, deren Anzahl noch nicht bekannt ist.
Dir Serben verwüsten ihr Land.
w. T.-B. Wien, 12. Nov. (Nichtamtlich.) Die Serben verwüsteten und plünderten, bevor sie Losnica vor den österreichisch-ungarischen Truppen räumten, den Ort vollständig.
Einberufung des Jahrgangs 1916 in Serbien.
hd. Sofia, 12. Nov. Nach hier vorliegenden Meldungen hat Serbien zum 14. November den Jahrgang 1916 einberufen.
Die deutsche Uolonie in Eäbris von den Buffen gefangen genommen.
Ein neuer VölkcrrechtSbruch.
W, T.-B, Konstantinopel, 12. Rav. (Nichtamtlich) Die deutsche Kolonie in Täbris, die sich aus dem Wege nach Teheran' befand, ist von russischen Strcitkräftcn angegriffen und mit Frauen und Kindern aufgehoben worden, um nach Rußland in Gefangenschaft verschleppt zu werden. Versuche pon deutscher Seite, die persische Regierung zur Befreiung der Gefangenen zu veranlassen, ist durch die Flucht der Perser vor den Russen vereitelt worden.! Die Hilfe, die von dem Emir von Sendjan erbeten wurde, traf , u sy ät ein. Bei der persischen Regierung und dem amerikanischen Gesandten ist ein e n e r g i s ch e r P r o t e st gegen diesen durch Verschleppung von Frauen und Kinder» erneuten Bruch des Völkerrechts eingelegt worden. Der deutsche Konsul wurde mit dem Archiv durch rechtzeitiges Eingreifen der amerikanischen Gesandtschaft vor den Russen gerettet.
Bulgarien und die Türkei.
W- T!-B. Budapest, 12 Nov. Der „Pester Lloyd" be. spricht das Verhältnis zwischen der Türkei und Bulgarien und hebt hervor, daß sich Rußland mit verdoppeltem Elfer aller abgebrauchten Schlagworte bediene, um gegen die Türkei zu agitieren. Do sei seine Agitation völlig
ssaaHraasä®*?
Das Lager der Verräter.
Ein Auszug aus brieflichen Mitteilungen von Hermann Kienzl (Berlin).
Nahe der alten Reichsstrahe, die schon vor Jahrhundec» ten Wien mit der Adria verband, führt die Eisenbahn von der Höhe des Semmeringpasses hinab ins steirische &«tb. Bei Mürzzuschlag trifft der Schienenstrang unt den: schaumenden Mürzfluß zusammen, und ihn beglmtet er dann durch das tiefgrüne Bergtal, vorbei an hohen Bergen, Wäldern, Schlössern, Hochöfen und Eisenhämmern, bls zum Einfluß der Mürz in die Mur. Ziemlich in der Mitte dieses Talwegs liegt das alte Pfarrdorf Krieglach, weltberühmt durch ein Psarrkind, das vor 71 Jahren hoch oben tnt Gebirge geboren worden ist. Heute bewohnt Peter Rosegger sein freundliches Landhaus in der heimatlichen Talsohle, am
Rande des Dorfes. , , ,
Der Gegensatz zwischen dem heiligen Frieden und dem Krieg wird schmerzlich scharf bei dem Gedanken an die reine Alpenluft in Roseggers Dichtungen, an fein Evangelium der Menschenliebe, au die freien Höhen und stillen Täler seinen Heimat. Doch wir haben ja gehört, daß auch dieser Apostel des Friedens seine treue Stimme erhob für das mörderisch verfallene deutsche Volk; daß er beklagte, vom Alter an der Verteidigung des Vaterlandes mit der Waffe gehemmt zu !ein- und daß es ihm Trost gewährt, seine Söhne im Feld , u wissen. „Das, was jetzt um uns geschieht" — so schreibt Her Dichter an einen Freund — „ist so wild und groß, wie qas Nibelungenlied es singt." Aus dein nämlichen Briefe sei eine andere Stelle hier wiedergegeben. Sie beleuchtet eine der grausigsten Erscheinungen auf dem Weltkampfplah: den Vaterlandsverrat der vom russischen Rubel bestochenen Ruthenen in Galizien, die schon zu Tausenden gezählt und verhaftet wurden. DaS Schicksal, das diese Gefangenen durch die Alpentäler nach ihrem fernen Bestimmungsort führte, bereitete wie ein großer Künstler die stärkste Wirkung des Kontcasts vor: Es besteht kaum mehr eine Verbindung des Menschentums zwischen den argtückischen Verrätern, den
gekauften Panslawisten aus Ostgalizien — und den Urbildern biederer Treue, den deutschen Älplern. Rosegger schreibt in seinem Brief:
„Wir, die wir hier so nahe der Eisenbahn und dem Bahnhof sind, haben seit sieben Wochen viel gesehen. Aber das Seltsamste, ja, etwas Grauenhaftes sind die Verräter- Züge, die jetzt fast täglich vollgepfropft porbeiziehen, aus Ostgalizien -iach Graz, wo sie im Talerhof einstweilen unterge« bracht werden sollen: Bauern, Handwerker, Juristen, Eisen- bahnbxamte, Popen; auch Weiber und Kinder darunter, — die mit allen denkbaren Mitteln unsere Trckppen dem Feind verraten haben! Da sehen wir kraß-markante Gesichter mit dem Genienge von giftigem Haß und grinsender Kriecherei. Unser Volk auf dem Bahnhof steht in Bestürzung und schweigendem Zorn da, ein schneidender Gegensatz zu dem, wie vorher die durchfahrenden Soldaten wochenlang mit Jubel und Gaben überhäuft worden sind."
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Dein Feldpostbrief eines befreundeten steirischen Land- ivehrmanues, der die Schlacht bei Lemberg mitgekämpft hat,
sei folgendes entnommen:
„Unser furchtbarer Kampf, der mit einem strategischen Rückzug, doch keineswegs mit einer Niederlage endete — wir haben 40 000 Russen gefangen, die Russen nur 8000 Österreicher! — wurde nicht nur gegen den offenen Feind geführt. Das Gräßlichste war die Armee der Landesverräter, die, ohne selbst Waffen zu tragen, dem Vaterlande die schwersten Wunden schlug und den Tod ungezählter braver Soldaten herbeiführte. Von allen Revolutionen, die die Weltgeschichte kennt, war keine so feige und perfid wie die/der ruthenischen Landesverräter; denn da ist von keiner ehrlichen Erhebung des Volksgeistes die Rede, nur von betrügerischer List, von heimtückischer Auslieferung des Vaterlandes an den Landesfeind, von käuflicher Gemeinheit. Kamen unsere Truppen in ein ruthenisches Dorf, so wurden sie zumeist mit kriechender Freundlichkeit ausgenommen. Man bewirtete sie wohl auch und heuchelte Freude über die Erfolge der österreichischen Waffen. Indessen aber bestieg der Pfarrer des Orts den
Freitag, 1 3. November 1914. _ 531«
erfolglos. Die Türkei und Bulgarien sei durch an beiden Staaten begangenes Unrecht sowie durch ihre L eb eus » i n t e r e s s e n miteinander verbunden. Die türkischen Parteiführer Zumre-Zade und Mehmed-Pascha gehörten zu den treuesten Anhängern RadoSlawows und ferner Politik. Die bulgarische Regierung habe es verstanden, mit de» Muselmanen gut auszukommen. In Thrazien irnd den Türken die gleichen Rechte zugestanden, wie den Bulgaren. Man lernt m Bulgarien an der Pomaken-Fragx begreifen, daß die Entnationalisierung der Türken ganz unmöglich ser, nicht nur nationale Momente verlangen eine t ü r f c n - freundliche Politik von Bulgarien, sondern auch rein ökonomische. Der Verkehrsweg nach Neubulgarien führt über türkisches Gebiet, solange die Bahnlinie Chaskovo- Porto-Lagos nicht gebaut sei. Andererseits verstehe man in Bulgarien, daS türkische Streben nach Dedea- gatsch, weil man weiß, daß ohne diese Hafenstadt die Ent- Wickelung Adrianopels immer mehr zurückgehen müsse. Die militärische und ökonomische Interessengemeinschaft der beiden Staaten sei ein so st a r k e s Ban d, daß es von verhältnismäßig geringer Bedeutung sei, ob ein for- , malcr Vertrag zwischen ihnen bestehe oder nicht.
Keine bulgarischen Minen im Ägäischen Meer.
W- T.-B. Sofia, 12. Nov. (Nichtamtlich.) Die Meldung aus Athen, daß Bulgarien bei Porto Lagos an der Küste des Ägäischen Meeres Minen gelegt hätte, ist vollständig falsch.
Eine Irade des Sultans.
Br. Konstantinopel, 12. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der Sultan hat ein Jrade erlassen, durch das offiziell erklärt wird, daß die Türken sich im Kriegszustand mit Rußland, Frankreich und England befinden. Hsute erscheint auch eine Proklamation des Sultans an das Heer und die Flotte, in der zugleich die Erwartung ausgesprochen wird, daß sich alle unter dem Kalifat stehenden Mohammedaner gegen die Feinde der Türkei erhöben lverden. In einem ausführlichen Commurn- qatd legt die türkische Regierung die türkenfeind- l i ch e n und wntimuselmanischen Ziele der e ng l i s ch e n Politik dar. Das Communiqus wendet sich gegen das Bestreben der englischen Regierung, die muselmanische Welt irre zu führen über die Gründe des Krieges. Es erinnert an die unfreundlichen Handlungen Englands während des B a I k a n k r i e g e s, an die englischen. Bemühungen im Persischen Golf, an Englands Bestrebungen, in Arabien vorzudringen und die Araber-Scheichs für sich zu gewinnen. Glücklicherweise, so fährt das Communiquö fort, sind alle diese Bemühungen gescheitert und alle Stamm- oberhäupte erheben sich heute wie ein Mann, um die höchsten Interessen des Islams unter dem Banne ihres Sultans und Kalifen zu verteidigen. Es wird dann darauf hingewiesen, wie England durch den Vertrag von 1904 Marokko gegen Ägypten aus- gespielt und damit das T o d e s u r t e il zweier mohammedanischer Länder unterschrieben und wie Englands gemeinsam mit Rußland den Schah von Persien aller seiner Rechte beraubte.
Ein englisches Kanonenboot beschädigt» ein anderes vernichtet.
Abfall der Bevölkerung von El Arisch von England.
W. T.-B- Konstantinopel, 12. Nov. (Nichtamtlich.! „Tordsch»man-i-Hakikat" erfährt: Ein türkisches Motorboot beschädigte bei Abadan, in der Nähe der Mündung des Schatt-el-vrab, ein englisches Kanonenboot und tötete dabei vier Mann der Besatzung. Ein anderes türkisches Motorboot, das vor dem Hause des Schciks von K o w e i t, Akndarek- cl-Sabasch, aus Bcobachtungshosten stand, hatte mit einem englischen Kanonenboot einen Kamps, bei dem dieses ernstlich beschädigt wurde und später sank.
Nach ergänzenden authentischen Nachrichten über die CK»* nähme des FortS El Arisch entfernten Angehörige de« Eingeborencnstämme mit eigener Hand die englisch/ Fahne und leisteten der von den siegreichen Truppen ««* gepflanzten ott omanischen Fahne die Ehrenbezeigung, indem sie sich zu Bode» warfen. Die Stämme gingen da«» nach allen Richtungen auseinander. Sie riefen: „Möge Go» unserem Sultan den Sieg verleihen!"
Kirchturm und gab mit einen: Fähnchen allerlei Zeichen W die Ferne. Oder der Kirchendiener versah sich auf der IW und zog eine Stunde vor der rechten Zeit die Glocke zw» Abendläuten. Und plötzlich waren die Rüsten zur Steuer Oder ruthenische Bauern zündeten ihre Heuschober an. der^ Rauchsäulen Signale waren. Oder sie führten die seiudluw Truppe auf Wegen, die nur der Einheimische kennt, durm Sümpfe und Wälder uns in den Rücken.
Die Ursache dieses niederträchtigen Meuchelmörder tums? Die Ruthenen waren lange die Unterdrückten Galizien, den Polen ausgeliefert. Diese politische Lage Mm die bittere Armut der ruthenischen Landbevölkerung machst sich die seelenkausende russische Korruptton zunutze. Se> vielen Jahren rollt der Rubel in Galizien. Vor zwei Jahrr kam es zwar zu einer Verständigung zwischen Polen Ruthenen; doch der Frieden hat die Wunden des häuslich« Krieges noch nicht vernarben lassen. Die Kulturlofigk«'' das Analphabetentum der ruthenischen Armut machten d'ch Leute zu Opfern — und ihre Verschlagenheit sie zu brauch baren Werkzeugen der Brunnenvergiftung.
Trotzdem ist es nur ein kleiner, und zwar der s^^^ teste Teil der ruthenischen Bevölkerung, der den Ruß Helfershelferdienste leistete. Die große Mehrzahl » Ruthenen steht und kämpft treu im österreichischen Lag ' Immerhin mußten allmählich Hunderte und Tausende v Ruthenen gefangen gesetzt werden: des Verrats Überwiel c . und Verdächtige. Mit denen, die auf offener Tat ertapp wurden, machten unsere Feldgerichte kurzen Prozeß. ^ große Masse der Verdächtigen wurde in langen Eisenbay' zügen nach dem Innern der Monarchie abgeführt. hinter der Feuerlinie haben wir nicht Zeit zu langwierig Untersuchungen!"
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Aus Graz in Steiermark liegt ein Schreiben vor:^ „Unsere friedliche, boumrauschende Landeshaup" die „deutscheste Stadt Österreichs", hat nun sonderbare in ihrer nächsten Umgebung. Im Süden der Stadt, in der von blauen Bergen umrankten Mur-Au, geaanm
