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No. 61

Wiesbadener Tagblatt.

Seite 88

Anwesend« ispfri v>o«

konnte fi- nicht bewege», die Hand bi» i. Die Großherzogin mußte fi- stutz-n, en. Die AthMzüge wurden imm - tur.i»;

Schwer auf dem Laude wie Gewitterschwüle

Lag'», al» vom Schloß in jeder neuen Stunde

Erscholl di« unermefl'ne Trauerkuude: Der Tod, der Tod naht stch de» Rotiert Pfühle!

Hu» banger Sorgen drängendem Gewühle

Stieg heiß empor, erklang au» jedem Mund«

Su Gott die Bitte: Daß er doch geteudel - in letzter Halt dem zagend« Gefühle.

Der Kaiser ftarb. Doch au» de. Her,en» Tran» Hebt leuchtend sich, geschmückt vom Lorbeerkrauze, Sein hehre» Bild: e» strahlt in «w'ger Dauer.

Sei« Bild, e» lebt! E« bleibt uns Wehr und Schanze- Un» ward sein Heldengeist, de» Reich» Erbauer, Ein Stern, zu segnen «u» mit seinem Glanze.

Sämmtliche Seiften««* »et ReichShaupistadt erichien u am Sterbetag de» Kaiser» mit äußere» Zeichen der Trauer, die auch in Artikeln über den dahiugeschiedwen Kaiser zu ««reifend m Ausdruck kommt. Alle bemüben stck, aurzusprechen, wa» heute die Befühle und »te politischen Gedanken de» deutschen Volke» beweist. Alle begrüß«auch de» neuen Kaiser »ud König, der unter f»?Mn,btn |lt

Regierung gelaugt, mit »arm« und aufriwiisen ^genwünswew Die Rordd. Alla. Ztg." schließt eine» längere» Artikel wie folgt: Mit der ^Lärwe der Ewvftnduvg, die unserer Ration eigen, wendet sich diese Ge»

Gebet-, welche stch au» Bibelstellea zusammenschten. Der Kaiser hörte offenbar zu und fiel hier und da mit dem Worte td)Hi eiiL Die Fra» Grokberwaia von Bade» fragte den Kaiser, ob er die AnsL4.che de» Geist, lichen verstäudc. Der Kaiser bejahte diese Frage. Bald darauf sprach zu Mgemeiuem Erstaun« der flamen Umgebung der Kaiser mit deut Prinzen Wilhelm, und zwar über die politische Lage, auknupfeud au em vor meh­reren Lagen mit demselben geführte» Gespräch. Er verbreitete stch mit völlig« ckarheit über Boraänge und H-er-»ei»richtu»gen m Fr°nk-eich. auch über Rußland, und bemerkte, e» werde keiuen Krieg wtt Rußland geben u. s. w Die Frau Großherzogin von Bade» richtete die Bitte a» ^en Kaiser, stch nichtdurch zu viele» Sprechen zu ermüde» worauf der Kaiser mit lauter Stimme antwortete: .Ich habe jetzt nicht mehr Zett müde zu sein.' Diei« Erscheinungen riefen bei, dm Laie» wirklich einige Hoffnung« hervor. Bald darauf schlief der Kaiser wieder ei». Er schlief ruhig und wachte «ach 8 Uhr aut nahm Champagner und Austern zu stch versuchte stch zu erhebe» und wollte stch, ohne Hufe anzunehmen, an- Nrideu.' Er hatte darauf i» der Nacht noch mehrere ruhige Stuno« und Hunderte, toeldie sich noch nach Mitternacht im Palai» «mndigttn, giufleu mtt einer gewiffeu Beruhigung von dannen. Erst gegen 4 Uhr Früh zeigte stch, daß alle Hoffnungen aus Täuschung« beruhten: tt» weiterer Vnsclll der Kräfte trat sichtbar ein. Dre gesammte kaiserliche Fam.lie erschien. Kürst Bismarck Graf Mottke, der iOber-Hofprediger Kogel wurden geholt. L«r TodeSkampf war ruhig, aber er dauerte lauge. Um 8 Uhr Früh hörte mau «och au» dem Palai», daß Hoffmiug vorhanden sei, der Anfall gehe wobl noch einmal vorüber. Fürst Bismarck und Mottke verließen da» Palair um 7 bchr D« Kaffer schien « dieser Siunde ruh ger zu Wa en b« HZog von RMibor. der Hausminister" Graf Stolberg verweilten dauewd bn chm. Die Generale. Flüael-Vdju^ntev, zahlrerche hochLestellte Simm jchwächA, ab und zu schiene» denLixpen des Kaff-rt unbestimmt- Laitte zu eotglciten. Di- Frau Großherzogm von Bad« richtete »och kurze Fragen an Kais«, aber sem Oyr schien fie n^ch mehr iu vernehmen, die Stunde de» Sterben» war un -llayen. ane Kaiserin saß währmd dieser Zeit in ihrem «tuhle zu Fußen des Bette» und dielt die linke Hand de» Kaiser» in bei ihren. Selbst die Schwäche, d« sie zettweise überwältigte, konnte sie mcht bewegen, tzerbenben Gemahle» zu lasse«. Dtt Broßherzogm xn-;\ aber ihre Hand blieb in der feinen. Die Athemzugr,....

Dr döüÄllN AU bctCtt. älllk L------

Sm Laaer de» sterbenden Kaiser» auf die Knie. Da noch em :u « Auileufzen der Kaiser hatte geendet. Erst durch den Geistlichen, »änt» : dessen Gebet der Kaffer den letzt« Athemzug tbat wurden di« Anwesm: * hnn der traurigen Gewißheit in Kenntniß gesetzt. Prinr »ch.lh tM .

am Fuße de» Bette», angesichts de» bahingeschiedmen Großvater«. EI nabten stch nunmehr alle Familienmitglieder, um von dem getlebten Ob r Haupt de» letzten Abschied zu nehme«, die Hand ihm nochmal zu tufi«. s-ämmtlick knieten st- vor de« Sterbebette nieder. Daun winkte Prte, WUHelm auch die übrigen Anwesenden heran, den Oberstlämmerer, de«

I Oberhoswarlsall, die General- »ud Flügel-Adjutant«, die »erzte, die Lelbdimerschast, den Garderoben-Intendantrn Engel, die Kammerdieu«. den Garderobier und die ßetbjägcr, welche Abschied von diesem so themen 8-ben nabmeu. Der Kaffer blieb in der Lage, tote er gestorben war, halb ausrecht sitzend te den weißen Riffen, in weißer Nachtkleidunfl, unter der dunkelrotbleidene» Tuch zum Vorschein kommt. Lis zur Brust iff bet fi&FiS eta«ÄSenaÄbetfe bekleidet, Blumen stad Mr dieselben gestreut. Die Fra» Großherzogin von Baden hat dem Mebtea g>a!tt diese lebten Zeichen der Liebe mit in dm Tod gegeben. Offiziere ber Garde-Regimenter bezogen vor der Thür die Todteuwache. die Gencra - SÄSä tin-ni b,t h,,ritü

^wffcken^inme i» welchen da» St-rbezimmer frei blieb von den einzelnen ^amttien gliedern, die den letzten stille» Abschied nahmenrb'"bt"82;

I mm s»n Iffl $DTÜbtT(IC6ttt CitttU UH» vtN tOOtCtt

KMI« »n aestatt« Sttn Autlktz ist friedlich ruhig und hat nicht» von

Bttlortn die t» im Leben au,zeichnete. E» ist «ach ber Mar rorbüste°"erich"et, die in diesem Zimmer stand »nd de« Kmier» sroittM°tDMe flontatn Luffe, darstellt. Im Sterbe,immer, seinem be­kannten oft dcschrteb-nen einfachen Schlafzimmer, ist nicht» geändert, nur mttnB[nmen ist e» gefüllt. Anton von Werner saß te den BorwMag»' stund« in demselb« und fertigte etee S-rbmiktzze an. Reteh-ld vega» nahm eine Todi«ma,ke ab, auch ein Photograph erschien. Fürst BiSmarck nnb^Dltk die bald nach dem Hinschetdm wieder im Palais einttasen. BeUten in ttefer Ergriffeudett lange Zett an der Leiche Me» Kaffer«. Bl»

! der aretse Feldmaischall da« P-la.S verließ, zeigte sei» Geficht deutlich dre Spur« dn vergossenen Thrinen. «on Famfft«mitgttei>ernwaren «

I Kr Sterbestunde zugegen außer der Kaiserin und der Gl oßberzogin von »!d« K"? und Äinzesfin Wilhelm, Prinzessin Sriedrich K-r. Prm.

I Friedrich Leopold, die Prinz« Georg und Alexander, die Pr uze stn Blvrechtt ber Erbprinz von Hobenzollern, der Wuz Md die Prmzr!stn Sriedrich von Hohm^lleru, der Herzog Johann Albrecht von M-ckrendurg

chweri».

Deutsches Meich.

e ainwt neuen Äaifet. Die Berichte, die au» San Remo vom I Ärettaa oorliegen geben glücklicherweise Kunde von dem relativ« Wohl- I befinden "des neuen Kaffer» Friedrich. Ein Telegramm der .Fr. Ztfl.' besagt sogar, da» Befind« de« Kaiser» Friedrich fei «ährend deS ganzen Taart sehr gut gewesen. Rach ber .Köln. Ztg.' nahm der Monarch s6ar.8fett fetner C»«ration ba» Diner gemeinsam mit seiner £?mtÄ ®» »irb gemeteet b?6 die Nachricht, die bem leidende» Kronprinz« verkündete, daß er Kaiser geworden ist, in der V>lla .Zirio N ttef erschüt^bm Eindruck gemacht habe Dem .Verl T°geb / wird darüber deveschirt: »Die Nachricht au« Berlin traf osfielell hier I nm » Uhr M°rg n« ein. Graf Radolin»« bedjtffrtrte ba» Telegramm ob "heute «e der Kronprinzesfi» mit. »i-Aerzttwareneb«d°rt »nm Moraeubeiuche und wurden hiervon verständigt. Die Krorpttnz.ssin, I *t«3« braä i» »tan« an», «ud nach gewonnener Fassung thettte fie schon«" die Nachricht ihrem hohen Gemahle mit. Derselbe

2?iststttert Die Aerzte eonstatiren ein gute» Allgemeinbefinden. 5 Kronvrte-beb totgeerngt allein Die liebevollen Worte der Gattin Jbten eine beruhigende Wirkung au«. Der Kronprinz blteb S Äe Kronprin,esst» wandelte weinend nnd^schluchzend einige im Gart« auf und ab. Eine große Menschenmenge umsteht

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d,a®?mbeateüh«anti« 8ürft«v°nBrma.ck, ist «»» Sa» Rente | .-.-Sa t än dern Augenblick tiefster I raner

mitb Ich reise am 10. d. Mi». Mo««» »ach verlim Friedri«.

einem ied« Deutschen überlassen, wie er avg-fichi» de» veimgang« eine»

* »it Ickten Ctnnben Kaiser Wilhelms eutuehmen wir

8 März fol«nde Stell«: Zunächst ist die Angabe falfch.

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