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find 568 Thetluehmer, darunter 67 Cardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe, auch viele deutsche clerteale Gelehrte, auzemeldet. Achtzig wiffenschastliche Denkschriften werden dem Longrefle vorgelegt werden.
* Zola's nächster Roman soll eine Gestalt aus „La Terre", den nach dem Tode seiner Frau verjagten Zimmermann Jean, Bruder der auS „L'Ässommoir" bekannten Geevaise, weiter behandeln Jean wird au? Verzweiflung Soldat. Bei dieser Gelegenheit wird Zola den Soldatenstand unter dem zweiten Kaiserreich schildern und den jähen Zusammensturz der napoleonischen Herrschaft bei Sedan »orführea. Dieses neue Weik des naturalistischen Meisters wird durchaus von seinen bisher ver- öfs-nilichten Romanen, sowohl was den Stoff, als was die Sprache an» belangt, verschieden sein. Es wird den Titel „Un reve“ („An Traum") erhalten und frei von LaScivitäten oder richtiger Schmutzereien sein, so daß der Autor ihn dem Fräulein Charpentier, der Tochter des bekannten Buchhändlers und Herausgebers der Zola'schen Werke, widmen .arm. - Zola ist nach seinem Landgute in M e d u n abgeretst, um den rnucn Roman in der ländlichen Abgeschlossenheit tüchtig zu fördern.
* Das Gambetta-Denkmal in Paris soll am 13. Juli, dem Jahrestage des Nationalfestes, enthüllt werden. Unterrichtsmintster Spuller ist Präsident des Comite's.
* Schliemann s neueste Ausgrabung. Schliemann hat in der Nähe von Alexandrien seine Aebetten begonnen, welche bereit« von einem ersten Errolge gekrönt find. In der Nähe des Locomottven-DepotS der Alexandria-Ramleh-Eisenbahn sind von den Arbeitern drei Stufen bloßgelegt worden, welche man für den Anfang einer langen Treppe hält. Man hat auch die Fundamente eine» Palastes gefunden. Schliemann ist unermüdlich und verläßt die Nachgrabungen, welche er von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang selbst überwacht, nicht einen Augenblick.
Bum Büchertisch.
* Dar Hauswesen, nach seinem ganzen Umfange dargestellt in Briefen an eine Freundin (mit Beigabe eines vollständigen Kochbuches) von Marie Susanne Kübler (Stuttgart, I. Engelhorn's Verlag). Ein Werk, das unseren jungen Hausfrauen nicht genug cmpsohlen werden kann. Kein Gatte sollte versäumen, es zu den niedlichen Füßchen seiner Herrscherin ntederzulegen. Er wird die wunderbare Wirkung bald empfinden. Denn dieses Buch enthält wirklich Alles. Dre einfachsten und die feinsten Kochrezepte, Speisezettel für's ganze Jahr, ausgezeichnete Ratbschläge, wie man mit dem Haushallungszcld auskommen kann, kurz, alle kleinen und großen Sorgen der Hausfrau sind eingehend in 26 Briefen besprochen. Um nur Einiges aus dem erstaunlich reichhaltigen Inhalt herauszugretfen, sei der 12. Brief erwähnt, der über „Einkäufe auf dem Wochenmai kie beim Fleischer, beim M-Hl- und Delicatessenhändler" spricht. Der 14 enthält „Die Anordnung drr Tafel, da« Servilen und Trancnirc», die Hausfrau als Wirthin"; der 19. die Erhaltung der Kleidungsstücke, Wollen- und Setdenwäsche, Vertreibung deS Ungeziefers, Behandlung de» Gemüse- und Blumengartens 2t. Der 20. bespricht die Kinder- und Krankenpflege, der 21. die Mutterhoffaungen und die Gesundheitspflege der Frauen, der 24 die Pflege des gesunden und kranken Körpers u. s w. Ich kann nicht umhin, das Inhalts-Vcizsichniß des 8. Bii-feS vollständig wiederzugeben, da es sicher bei jeder Frau das höchste Jntereffe erreg n wird. E« lautet: Geduld, Nachgiebigkeit, Duldsamkeit, Friedfertigkeit, Geistesbildung, üble Laune, Empfindlichkeit, Rüstigkeit, Eifersucht, Untreue, Würde, Selbstverleugnung, Selbstbeherrschung, Muth, Seilenstärke, Standhaftigkeit, wahre Lirbe, das Alter. Frau Scherr, die Gattin deS Literar- historlkers — denn sie verbirgt sich hinter dem Mädchennamen Kübler — war wohl berechtigt, ihren Schwestern auf dem gefahrvollen Pfade der Ehe eine Führerin zu sein. Sie war nicht nur die beste Hausfrau, sondern sie war auch, wie ihr Gatte Johanne» Scherr in seinem tiefempfundenen Nachruf (der nach ihrem am 4. Februar 1873 e> folgten Tode in der „Gartenlaube" erschien und jetzt von der Verlagsbuchhandlung als Vorwort zur 7. Auflage abgcdruckt wurde) selbst sagt, „von tiefem Gefühl und edelster Selbstlosigkeit. Ihre Aufopferungsfähigkeit kannte k-iue Grenzen. Ihre höchste Freude war, ihren Lieben Freude zu bereiten." Das leuchtet auch aus jeder Zeile dieses nicht genug zu empfehlenden Buches hervor, das nicht nur in praktischer Beziehung, nein, auch für das geistige Element der Ehe ein Führer und Rathgeber sein will. ES ist mit einem Wort ein Schatzkästletn für junge Frauen.
* Den neuesten Nummern der allen Damen angelegentlichst zum Abonnement empfohlenen Zeitschrift „DieS Blatt gehört der Hausfrau!" sind wiederum von einer erstaunlichen Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit. „Die Erziehung unserer Töchter"; — „Auf dem Dank-«bette"; — „Unsere Küchengerälhe"; — „Geistige und leibliche Kurzsichtigkest"; — „Wie schmückt man eine Festtafel mit Blumen und Früchten"; — „Die Zucht deS Champignons im Keller";-„Wie eine Hausfrau spann kann"; - „HauSandacht" — da» sind so die hauptsächlichsten Themata, welche in den letzten drei Nummern genannter Zeitschrift in anziehender Form behandelt werden. Daneben find der Rccepte und Rathschläge auS dem practischen Leben so viele enthalten, daß das billige Blatt (75 Pfg. vierteljährlich) sehr empfohlen werden kann.
Im Bahnhofe von Pest stieb ein Frachtzug mit einem andern zusammen-, zwei Wäggon» wurden zertrümmert, ein Zugführer blieb tobt rind ein Lokomotivführer erlitt schwere Versitzungen. — Die Shbactrice de» „Fö- tinrr.fi Hiruök" in Best wurde wegen Schwindeleim verhaftet. — Das größte Druckerei-Etablissement in New-Vork „Elmira" ist durch einen Brand zerstört worden. Mehrere Personen sind in den Flammen um- gekommen. Der Schaden wird auf eine Viertel Million Dollars geschätzt. — Bus Quebec kommt die Nachricht, daß ein großer Theil der Stadt in Flammen stehe. Nähere Nachrichten fehlen noch, doch soll der Schaden ein ungeheuerer sein und auch Menschenleben sind zu beklagen. — Der seit einigen Tagen fortdauernde starke Schneefall droht ein LandeSmiß- geschick für Ungarn zu werden. Der Verkehr der Hauptstadt ist nach vielen Richtungen unterbrochen und auS dem Lande wird dasselbe gemeldet. — Von allen Seiten werden aus der Schweiz Verkehrsstörungen in Folge Schneefalls gemeldet. In Graubündten sind alle Bergpostcarse, ausgenommen der vom Julier, eingestellt Ebenso der Postverkchr über den Simplon. Auch im Jura sind gewaltige Schnee- maffen gefallen. — Die Reise der Königin von England nach Italien ist jetzt auf Ende März festgesetzt. Paris wird hierbei zu keinem längeren Aufenthalte berührt. - Frau Langtry, eine der Londoner Bühnen- schöuheiten, ist soeben durch ein Teleg-amm aus Amerika benachrichtigt worden, daß auf ihrem Besitztum in Nevada eine Silbermine entdeckt worden ist. — Der „Verein Berliner Presse" beschloß einstimmig in seiner letzten Sitzung, in diesem Jahre auf die Veranstaltung eines Ballfestes zu verzichten.
* Ein Mann ohne Kehlkopf. Ans Pari» wird dem „Wiener Tgbl." geschritben: Sei: einigen Tagen ist Louis Be thöme ein berühmter Mann Bish« ein schlichter Weinwirth in der Rue de Banque 32. hat er sich plötzlich zu einer Celebrität aufgeschwungen. Dem Manne fehlt nämlich der Kehlkopf. Er hat vor zwei Jahren eine Tracheotomie überstanden und es ist ihm auch eine Canäle eingeführt worden. Die Aehu- lichkeit seine» Schicksals mit dem deS deutschen Kronprinzen hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Mann gelenkt Berthümr bedient sich feit zwei Jahren der Canüle. Er raucht, ißt, trinkt, und was am meisten wund« nimmt, er besorgt die Bedienung der Gäste in der Weinstube. Wenn der Monn sprechen will, muß er die Oeffnung d« Canüle mit dem Finger verschließen. Bnihüme ist jetzt 37 Jahre alt. Am 13. Februar 1886 wurde die Tracheotomie art ihm vollzogen und am 27. Februar operirte der Dr. Reau den Kehlkopf. Berthüme litt an einer ödematösen Osteose, wobei der Kehlkopf anschwoll und Erstickungsanfälle eintraten. Drei Wochen nach der vollzogenen Operation verließ der Patient das Spital. Seit dieser Zest ist kein Rückschlag deS alten Leidens eingetrete# und er erklärt, sich besser als jemals früher zu befinden.
Neueste Nachrichten.
* Wie«, 20. Febr In diplomatischen Kreisen erwartet man der „N. fr. Pr." zufolge bereits für die nächsten Tage einen amtlichen Schritt Rußlands in der Angelegenheit Bulgarien», welcher voraussichtlich gleich- zestig bei allen Signatarwächtcn des Beilin« Vertrage» «folgen dürfte. Man hofft, daß dieser Sch iit ein sehr maßvoller sein und sich daraus bttchränken dürste, eine Declaration in Vorschlag zu bringen, welche bett Fürsten Ferdinand von Coburg als illegitimen Fürsten bezeichnet. Man vermuthet, die Absicht Rußlands gehe dahin, daß eine solche Declaration der Mächte der Pforte mitgetheilt werde. Es ist ind-ssen die Möglichkeü nicht ausgeschlossen, daß da» russische Cabinct mit diesem Vorschläge auch noch andere Anträge verbindkt. Es wird versichert, daß dieses diplomatische Einschreiten Rußlands ein durchaus spontanes sei, welches nur als die Wirkung der Rede de» deutschen Reichskanzlers betrachtet werden könne.
* London, 20. Febr. Das Freiwtlligen-Corps von Westminster nahm, gelegentlich einer Preisvertheilung an die besten Schützen, einstimmig eine Resolution an, dahingehend, dem Deutschen Kronprinzen die achtungsvolle Bewunderung des Corps und die Hoffnung auf baldige Erfüllung des Wunsche» des deutschen Volkes und ganz Europas für die Wiederherstellung des Kronprinzen auszudrücken. Die Kapelle spielte hinaus bte preußische Hymne.
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Unserer heutigen Gelammt - Auflage liegt eine Beilage amtlich J* glaubigt« Dankschreiben über Apotheker Richard Brandt'- Schweizerpiller bet, welche für Gesunde und Kranke große» Interesse haben wird, f" R'chard Brandt'» Schweizerpillen sind auch in den hiesigen Apotheken erhältlich.__________________________(Man.-No. 4520) _
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Harzer Kanarien,
X. Henning aus dem Harz, z. Z. im „Erbprinz" hier.
Vermischtes.
.Vorn Tage. In Die ding en bei Saargemünd beging ein ige» Mädchen an seinem Großvater einen Straßenraub; die hofs-
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Bielefelder Leinen, fertige Wäsche etc. C.A. Otto — STnuuun trwwst Für drr Hcruur^ade ver rrttwortlich: Lori!« S»!.ueub«g in Wcovcde».
lb jährige» Mädchen an seinem Großvater einen Straßenraub; die fjoff* nungsvolle Jungfrau wurde zu einem Jahre Gefäugniß verurtheilt. —
Druck und ««lag der «. Gch-ilertsiers,sichet! Hof-Buchdrvckerei in «lresdad^
(Die heutige Rümmer enthält 88 Geile« uns «tu« Extra-Beilage.)
