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* Das günstige Befinden M Kronprinzen hat bis zur Stunde keine Veränderung erfahren. Der Patient konnte am Montag seine Familie empfangen, beschäftigte sich bereit? mit schriftlichen Arbeiten und wird, wenn die Besserung in der bisherigen Weise sortschreitet, die nächsten Tage im Garten verweilen können. Man fürchtet keine Verschlimmerung. — Der
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„Reichsanzeiger" bringt folgende? Bulletin an? San Remo vom 1t. Für, 10 Uhr 10 Min. Vormittag?: „Die Verhältnisse der Wunde und d«? W. gemeinbefinden sind ebenso befriedigend wie gestern. Der Kronprinz verlies gestern auf drei Stunden da? Bett." Mackenzie wird wahrscheinlich bi, Mittwoch in San Remo bleiben.
Letztere statt am Abend ihren Beruf zur Larnevalrzeit schon am Hellen Tag ausüben. Hieran reihte fich zunächst der eigentliche Vortrab des Zuges, Zugs-Marschall, Ceremonienmeister mit Gefolge, Spaßvögel, Harlekin?, Rothe Teufel und Musik zu Pferd — alle in brillanten, zum Theil satyrischen Costümen. Großen Effect machten dann zunächst die Radfahrer als Jnsecten und Käfer und die aus zwei Wagen, einer Chaise und einer Fußgruppe bestehende Gruppe der Bäcker, welche sich in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft darstellten. Die Vergangenheit zeigte die Strafe für zu leichtes Gewicht, die Gegenwart winzige und die Zukunft riesige Bäckerwaaren. Hieran reihten sich die Glaser-, Wagner- und Küferzunft, welche in sinnigen Gruppen dem Prinzen Carueval ihre Huldigung darbrachten. In einer wahrhaft pomphaften Gruppe stellten sich alsdann die Metzger vor, welche riesige Opferstiere mit sich führten. „Die Metzger und die Sahler habe noch die preußische Thalei" lautete die bezeichnende Aufschrift eines der Wagen. An mageren Kühen waren Zettel mit Worten „nicht ladenrein" angebracht. Eine riesige Wurst galt al« besonderes Jubelgeschenk der Schwcinemetzger. In einem auf das Geschmackvollste decoiirten hohen Wagen, der ganz von Blumen gebildet war, brachte die Flora chre Huldigung dar. Ein ri.sige» Schiff deutet die Erinnerung an die alten Marktschiffe an, durch welche ehedem der Verkehr zwischen Mainz und Frankfurt vermittelt wurde. „Frankfurt am Meer" steht Bornen auf dem Schiffe zu lesen, was unschwer als eine Saiyre auf die Reclame, welche man in Frankfurt mit dem Mainkanal macht, zu erkennen war. Dann folgten 300 Mainzer „Klepperbuben", worunter ziemlich ausgewachsene Exemplare, welche mit gleicher Virtuosität „Kunrad kam" und „Alle ächte Mainzer Bube die sein bei der Kleppergard" auf ihren ohrenzerreißenden Justrumeuten zum Besten gaben. Eine nun folgende stramme militärische Garde bildet die Ranzengarde vom Jahre 1838, der sich eine von Turnern dargestellte japanestsche Gruppe, Musik, Volk, Gesandte in einer Sänfte, Jongleure rc. anschloß, welche durch ihre genaue Imitation, überraschte. Der nun folgenden Haubinger-Garde mit Musik reihte sich „Kamerun" an. Mohren mit Cyliuderhütm als Radfahrer, eine afrikanische Besitzung auf einem Wagen, Negermusik und eine Menagerie gaben ein Bild von Kamerun. Durch eine hohe Prunkgruppe, in Form einer Gondel, bringt die Venetia ihre Huldigung dar, der sich in einer auf da» Reichste ausgeschmückten Gruppe die huldigende Moguntia, im Verein mit Wolgaden, Gutenberg, Frauenlob, Drusus, alten Germanen, Vater Rhein, anschloß. Eine musterhaft gelungene Gruppe bildet alsdann die huldigende Pfalz, welche in Form eines Herbstwagens wiedergegeben ist. Nunmehr folgt in wohlgeordneten Reihen die Prinzengarde mit dem comman- direnden General an der Spitze, und alsdann weiter eine indische Gruppe, in welcher auf einem riesigen Elephanten das Comitö der „Rarrhalla" placirt war. Den Haupiprunk bot die folgende Nummer, die Prinzengruppe. Borreiter, Fanfarenbläser, der prinzliche Ceremonienmeister, Standartenträger, Herolde, Stallmeister, guirlandentragende Pagen, blumenstreuende Mädchen, Hofmarschall und Edle bildeten den Ansang, worauf der überaus reiche Prinzenwagen folgte, auf welchem unter einem Thronhimmel der außerordentliche Gesandte des Prinzen Karneval mit dem Präsidenten de» närrischen Ministerium» thronte. Umgeben waren die hohen Herrschaften vom Siegelbewahrer, Hofpoet, Hosjäger, Schatzmeister rc., alle in prachtvollen, reichen Costümen. Dem Prinzenwagen folgte zunächst noch die Münze des Prinzen Den Schluß des Zages bildeten zur Abwechslung wieder Herolde und Gasauslöscher, Specialfreunde des Chefs eines bekannten Mainzer Kunstinstituts und viel lärmendes und schreiendes Volk.
Der Umzug brauchte zum Vorbeidefiliren über eine Stunde und ist ohne» jeglichen Unfall verlaufen.
Rach dem Umzug entwickelte sich in allen Thellen der Stadt ein solches Gewühl von Menschen, daß ein Paffiren der Straßen kaum möglich war. Nach kundiger Schätzung waren wohl 100,000 Fremden hier. Unter den Festgästen befand sich auch der Erbgroßherzog von Hessen mit großem Gefolge und Staatrminister Finger.
Den Abschlußjdes Rosenmontag» bildete ein großer Maskenball in der „Stadthalle", an welchem über 6000 Personen theilnahmen.
Uecker, Mainz.
der bestehenden Gesellschafts-Ordnung. Abg. Träger hält das gemü Recht für ausreichend gegen die Sozialdemokratie. Abg. Robbe bekam die Art der Agitation der Sozialdemokraten. Abg. Bebel hält k Ausweisung»^Paragraphen für geeignet, die Existenz Vieler zu bernidmj * der Atheismus sei nicht aus der Sozialdemokratie entstanden. Die x» Wmi kusston wird geschlossen. Artikel 1 in der Fassung der Commisston ü® «ne K in namentlicher Abstimmung mit 164 gegen 80 Stimmen angenonM enterst Nächste Sitzung Dienstag: Sozialistengesetz und Relictengesetz. i r* ”
lautet jetzt nach den Beschlüssen der Reichstags-Commission in erster wie folgt: „§. 1. Unter dem Namen Wein oder einer gleichbedE Bezeichnung, wie der Benennung des Jahrgang? einer Gegend^ markang oder GemarkungSlage, dürfen nur solche Getränke gewem«^ teilgehalten oder verkauft werden, welche, ohne jeden Zusatz, au» saft durch alcoholische Gahrnng bereitet worden sind. Als Zusäö-i die durch die übliche Kellerbehandlung, sowie die lediglich zum
g-holfen, Sozialdemokraten zu erziehen durch Beschränkung der RelW W dc Minister von Puttlamer erklärt, die Sozialdemokraten hielten» Religion für überflüssig, die Regierung nicht. Den AuSweisungs-W graphen müsse die Regierung behalten; er sei gerade ein humaner e®
Henneberg's dem Beschlüsse der Commission gemäß zu BeanftanM Es folgte die zweiteBerathung de» Sozialistengesetzes. Abg Segi hält die zweijährige Verlängerung für unzweckmäßig. Die Verschärfung hält er für nothweudig. Vielleicht ginge e?, diese nach 2 Jahren eiit|> führen. Abg. Windthorst: Das Gesetz, wie die Commission es r« geschlagen habe, reiche ans. Drakonische Bestimmungen .machten schließ aus zahmen Sozialdemokraten Anarchisten. Die Regierung habe ®
ericcigen zu iviuicn; ;Dure oie Ariers- uno ^rrvanoenveiiorguiig wem ä.lÄä“1 tage doch noch zugehen, so würde man wahrscheinlich nur hie erfte ML jRfoar abhalten, die weitere Berathung aber' auf die nächste Session versw^
Der Gesetz-Entwurf, betreffend den Verkehr mit E u*1*'
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* In den Erörterungen über die politische Situation körn« drückst Immer mehr die Ansicht zum Durchbruch, daß Rußland Angesichts be E- vom Fürsten Bismarck vor ganz Europa gezeichneten Lage die Verein Wortung nicht übernehmen wird, al? Störer des Weltfriedens auszutrei, und einen europäischen Krieg zu entzünden. Der letzte Beniner ArtD der „Polit. Corresp.", der al» wahren Beweggrund zur Veröffentlichu», deS deutsch österreichscheu Vertrages und der Rede des Fürsten Bisme» den Gesichtspunkt bezeichnet, daß man der ganzen Welt habe zeigen wölb, die Wiederherstellung der Ruhe tu Europa liege in erster Hand bei Rch land stammt, wie die „Franks. Ztg." zu wiffen glaubt, birect au? bei Berliner Auswärtigen Amt, aber auch ohne diesen officiösen Hinweis toi es wohl von Anfang an klar, daß einer der Hauptzwecke der Bismarck'sch! Rede die deutliche Kennzeichnung der Verantwortlichkeit Rußland» w« Mit Rücksicht darauf meint die „Nationalzeitung" zntreff-nd: „Wer dam wartet, daß vom heutigen Rußland etwa» geschehen solle, der wtrd stz . regelmäßig betrogen finden, wer dagegen annimmt, daß nichts geschich hat große Aussicht. Recht zu behalten." Auch die „Vosfische Zeitung" i; ft00 der Ansicht, daß Rußland sich für die nächste Zeit, wenn auch widetwih in die ihm bereitete Lage finden werde, und ebenso erblickt die „Kreis zeitung" eine „gewisse Garantie für dm Frieden in dem Fehlen cinfl ’.Wv greifbaren Vorwandes für ein gewaltthätigeS Vorgehen und in der Sch« Sr,D vor der äußeren Verantwortlichkeit für den Friedensbruch Rußland im ™ct- auch vor der Rede des Fürsten Bismarck gewiß schon genau unterricht welcher mächtigen Coalition e» im Falle eines Krieges gegcnübnftdji “ würde, und wer den Leitern des russischen Staates nicht selbstmördcM Verblendung zuschreibt, wird vorläufig an der Erhaltung des Fried« nicht zweifeln dürfen." Der russische Botschafter Graf Schuwalow M l.» bereits zweimal dem Fürsten Bismarck längere Besuche abgestattet. A Angabe, daß er den Auftrag hotte, dem Fürsten die besondere Anerkemiq ffV für seine Rede auszusvrechen, kann doch wohl nicht so gemeint fein, be S r« e» sich nur um die Ueberbriugung von Complimenten für die rhetorist ptD® Leistung gehandelt habe; man wird vielmehr annehmen müssen, daß ! Tendenz der Rede und die darin enthaltene Auffassung der polltW Mei Situation den Beifall des Zaren gefunden hat. Das allein wäre tot W ii praktischer Bedeutung, und zwar von großer. M"en
* Der Reichstag beschloß in seiner Sitzung vom 13. Febr., die W *
* Landtag. Im Abgeordnetenhaus sprachen bei bet " gestrigen dritten Berathung des Antrages, betr. die Verlängerung L j» Legislaturperioden, gegen den Antrag die Adgg. Pleß, Mit' | 81 (BreSlau) und von Schorlemer Für denselben: Heede und »• |*nt" Tiedemann. Nach längerer theilwcise sehr erregter DiScussioo, an* «... sich die Abgg. Eynern, Rickert, Stöcker und Munckel betheW wurde die Debatte geschlossen und das Gesetz ohne Spezialdiskussion w nommen. Nächste Sitzung Dienstag.
* Parlamentarisches. Die Veröffentlichung des vorn Kaiser bet« vorgestern unterzeichntten Wehrgeletzes steht unmittelbar bevor. Semoren-Conveut deS Rkichstages ist man unter der Voraussetzung, ba8 Alter»- und Invalidenversicherung dem Reichstage in dieser Session mehr zugehen oder doch nicht mehr erledigt werden solle, zu der a gekommen, daß es möglich sein werde, die Session vor Ostern zu M Denn die Gegenstände, die jetzt nach Erledigung des Socialisteng« und der Verlängerung der Legislaturperioden noch übrig bleiben, M unbedeutend. Auf das Zustandekommen dcS Gesetzes, betr. den » mit Wein, wird nicht gerechnet. Da» GenoffenschastSgesetz glaubt waj erledigen zu können; sollte die Alter»- und Jnvalidenversorgung dem A
