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Jnspkction deS für den Txvort bestimmten Fleisches und zur Verhinderung der Einfuhr verfälschter Lebensmittel und geistig« Getränke, spricht sich zu Guustcu der Vorlage au«.
aut PerichoudritiS und nicht Krebs vorliegt. Trotzdem dürfte die Angabe de» Bulletin», wonach eine Operation unnöthig sei, nur auf die augenblickliche Gegenwart Bezug hoben. Mackenzie glaubt, die Tracheotomie Werde in relativ kurzer Zeit nöthig werden, weil mit PerichondittiS stet» eine Entzündung der Knorpel verbunden ist, welche die Nekrose desselben hnbeiführt, worauf die sich ablösenden abgestorbenen Stückchen ErstickungS- gesohr erzeugen können. Man werde nun sagen: wenn die Tracheotomie nöthig würde, so sei durch die Aushebung der KrebSdiaguose nicht» gewonnen. Die» ist falsch. Während Krebs unheilbar ist und durch Blutvergiftung zum Untergang fuhrt, kann Perichondritis geheilt werden. ES ist ganz gut möglich, dafe die AtbmungScannule wieder entfernt werden kann. Nach der Tracheotomie b-steht die Gefahr nur noch darin, dah eine Kehlkopfschwindsucht oder ein allgemeiner Krästeverfall etntritt, wa» jedoch keineswegs unvermeidlich ist und jedenfalls Jahre erfordert, wenn nicht ein besonders ungünstiger Verlauf sich zeigt. — Mackenzie hat stch zum Besuch eine» Patienten nach Barcelona begeben und kehrt Dienstag nach Sofia zurück.
* Parlamentarisches. Der Entwurf eines neuen Genossenschaftsgesetzes ist vom Reichsjustizamte ausgearbeitet und dem Reichskanzler vorgelegt worden.
Ausland.
* Frankreich. Wie schon gemeldet, hat der Cassationshof dem Richter Vigne au — sein Amt al« Untersuchungsrichter erhält er nicht zurück — die milde Strafe eine» einfachen Tadels zuerkannt und ihn in die Kosten deS Verfahrens verurtheilt. Die Begründung weift auf die Uagehöcigkelten hin, datz der Richter Vtgneau mit dem ihm zur Untersuchung überwiesenen Ribaudeau in einer öffentlichen Wirtdschaft zu Mittag speiste und ihn mit seinem Gerichtsschreiber an seinem Tisch Platz nehmen liefe. Vigneau habe sein Austreten dadurch erkläit, dafe er jeden Verkehr zwischen dem Zeugen Wilson und Ribaudeau habe verhindern müssen; da eS aber gerade Abcnd- esienkzeit gewesen, habe er kein anderes Mittel finden können. Wenn der Gerichtshof diese Entschuldigung auch anerkennt, so wird dock b-tont, dafe Vigneau dadurch, dafe er Ribaudeau an demselben Tisch Platz nehmen liefe, die Würde seine» Standes blofeftellte. Das sei in noch erhöhtem Mafee der Fall gewesen, al« Vigneau am 7. Januar fich mit dem Zeugen Legrand auf eine Unterredung mittelst Fernsprechers etnlieh in der Absicht, Legrand glaube» zu machen, dafe er mit dem Beschuldigten Wilson tu Verbindung stehe, während er thatsächltch mit dem mit der Unteriuchung gegen diesen Beschuldigten beauftragten Beamten 'sprach. Die Ausrede Vigneau'S, er habe dadurch nur sein Gewissen als Mensch beruhigen, ohne die Antworten Legrand's als Beweismittel benntzxn zu wollen, sei nur zum Theil stichhaltig, da er eS sofort nach der Unterredung für noth- wmdig gehalten habe, gegen Wilson strengere Maferegeln zu ergreifen, die er am Tage vorher noch nicht für gerechtfertigt gehalten. Der Richter Vigneau habe ein Verfahren angewandt, da» stch von den Regeln der Geradheit, die man bei jeder Untersuchung beobachten solle, entferne, und welche« gerade dadurch den Pflichten und den Würden eine« Richter- zuwider sei. Al» Milderungsgründe erkennt der Cassattonshof Vigneau'S Offenheit und sein bisheriges gutes Verhalten während seiner langjährigen Dienstzeit an. auch wird zugestanden, dafe die unvermeidliche Veröffentlichung seiner Maßregelung einen auf seinen Ruf haltenden Richter peinlich habe berühren müffen. Angesichts dieser Begründung de» Urtheils gewinnt e» allerdings an innerer Wahrscheinlichkeit dafe man Vigneau nicht abberief aus fittlicher Entrüstung über die von ihm begangenen OrdnungSwidrig- keiten, sondern weil man um jeden Preis die Verhaftung Wilson'« verhüten wollte; nicht aus zarter Rückficht auf Wilson, sondern weil man allem Anschein nach Grund zur Befürchtung hat, dafe Wilson, wenn man ihn zum Aeufeersten treibt, eine ganze Anzahl hervorragender Republikaner in seinen Sturz hineinziehen wird. Da» Uith-il hat übrigen« der Rechten der Deputirtenkammer Anlafe gegeben, die Regierung über dasselbe zu interpelliren und dabei Aufschlufe über das Verhalten de» Ministeriums in der Ordens-Angelegenheit zu Verlagen. Diese Interpellation kam am Donnerstag in der Kammer zur Verlesung. Ministerprästdent Tirard verlangte unter großem Beifall die sofortige DiScuiston derselben, da die in ihr enthaltenen Anklaaen so schwer seien, dafe sie die Regierur g auch nicht einen Tag auf stch fitzen lassen könnte. Cassagnac sagte, die Regierung beabfichiige, durch die sofortige Dircusston die Interpellation zu ersticken; man könne so wichtige Dinge nicht am Schlufe einer Sitzung erörtern. AI» mau zur Abstimmung schreiten wollte, ob die Discusston sofort oder andern Tag« stattfir.den solle, zog Cassagnac die Interpellation zurück und erklärte, ste am Freitag wieder aufzunrhmen. — Nachdem Floquet schon vorher wiederholt, aber erfolglos, Versuche gemacht hatte, mit der russischen Botschaft in persönliche Verbindung zu treten, wurde er am Mittwoch bei dem vom Handelsminister Dautrerme« gegebenen Empfange durch Flouren» dem Botschafter Mohrenheim vorgestellt, worauf Beide sich fast eine halbe Stunde in lebhafter, freundschaillicher Weise unterhielten. Hiermit scheint die Aussöhnung Rufelaud» mit Floquet besiegelt, da die Vorstellung Floquet« sicher erst nach vorherigem Einvernehmen mit Mobrenhttm erfolgte. In parlamentarischen Kreisen wird die Annäherung zwischen Floquet und dem russischen Botschafter vielfach besprochen. Mohrcuheim nahm eine Einladung zum Diner bei Floquet an. Man sagt allgemein. Letzterer bereite durch diese Annäherung sein Ministerium vor und beabsichtige, sein „Vive 1» Pologne!“ vergessen zu machen.
* Norwegen und Schweden. Da» Storihing wurde am 2. Febr. Wit einer Thronrede eröffnet, worin Gesetzvorschläge, betreffend da» Post- wesen, die Erweiterung d« Wirksamkeit bet Staatsbank und der Volksschulen angekündigt werden.
„ * Nordamerika. Der dem Senate in Washington »«gegangene Bericht der Commission für die Vorlage, betreffend die Einsetzung em«
Landet, Industrie, Statistik.
* Marktberichte. Fruchtmarkt zu Mainz vom 3. Febr. Bei schwachem Besuche desselben und belanglosem Geschäfte blieben die Preise für Brodsriickte ziemlich unverändert, ausgenommen Gerste, welche sich zur Zeit reger Nachfrage bei anziehenden Preisen erfreut. Zu notiren ist: IM Kilo Naffauer und Pfälzer Weizen 18 Mk. bis 18 Mk 50 Pf., ditto Korn 14 Alk. bis 14 Mk 50 Pf., ditto Gerste 14 Mk 50 Pf. bis 15 Mk 50 Pf., russisches Korn 13 Mk 50 Pf bis 14 Mk., russischer Weizen 18 Mk. 50 Pf bi« 20 Mk. 50 Pf., norddeutsches Korn 14 Mk. 50 Pf., norddeutscher Weizen 18 Mk. 25 Pf.
* Berloosunge«. Preufeische Klassen-Lotterie. — Ohne Gewähr. Bet der am 1. Februar fortgesetzten Ziehung der 4. Klasse 177. König! Preufe. Klaffen-Lotterie fielen in der NachmittaqS-Ziehung: 1 Gewinn von 10000 Mk. ans No. 174821, 6 G Winne von je 5000 Mk. auf No. 5277 51664 111697 149453 184699 und 186601, 43 Gewinne von je 3000 Mk. auf No 8493 10305 12607 14964 15133 16346 18523 19369 21126 29184 31264 36932 39185 43426 46606 51164 56858 70344 72967 85556 85660 97854 KM43 108465 114397 118727 118912 119505 123520 127743 127997 131168 131252 138937 139555 140572 144397 145692 148113 175441 176023 177333 und 185138 25 Gewinne von j- 1500 Mk. auf No. 4317 6301 10499 33206 41565 47213 63386 67740 79345 91856 92424 102158 118005 128233 140742 141828 147108 147180 161825 166734 172704 178128 185741 186808 und 188598 46 Gewinne v-m je 500 Mk. auf No. 65 0 12808 16469 18086 18937 25629 26606 27423 29830 32404 35049 39687 43567 47549 49595 49708 49877 57403 68712 69391 73526 74517 89413 97244 102467 105883 107845 110013 115535 120947 126076 127610 129819 132302 135639 140631 142322 147929 150910 163469 171769 172396 179765 182330 182649 und 186559. — Bei der am 2. Februar fortgesetzten Ziehung fielen in der Vormittags- Ziehung: 1 Gewinn von 15,000 Mk auf No. 100857, 1 Gewinn von 10,000 Mk auf No 34999 4 Gewinne von je 5000 Mk auf No. 34744 152293 165293 und 179149. 33 Gewinne von je 3000 Mk auf No 5585 7542 8607 10018 12441 21354 36524 40307 44208 48905 58894 62251 68974 75973 82403 101300 110369 110880 112863 131278 132825 133986 140750 144163 151231 157264 174302 175744 177229 177868 182169 187281 und 187806, 36 Gewinne von j- 1500 Mk. auf No 3939 12041 13428 17741 53073 58711 58889 63073 66283 72493 74953 75688 82821 83336 89556 93463 94658 94710 104225 107885 108810 110443 113686 116856 119725 131236 138345 140271 158020 160792 164541 171625 174008 187598 188147 und 189340, 54 Gewinne von je 500 Mk. auf No. 5381 11345 14882 15388 25181 30244 32301 37978 38046 45059 4589 r 53891 55502 61819 71503 72673 72857 76484 84237 86619 87417 89426 89558 94946 98347 100361 101867 108707 115102 118133 123591 125308 126115 128296 129383 131475 132931 135551 136370 188380 188397 139605 139784 151888 1643*'3 166028 168535 169929 171613 176167 176644 181532 182872 und 188295.
Vermischtes/
* Da» Dunkel, welches bisher über den Raubmordversuch in der Neuthorgasse zu Wien schwebte, ist endlich gelichtet worden. Bekanntlich hat Agent Frankenstein schon vor einer Woche gestanden, dafe er den Raub bei der Herrschaft der Julie Kuhnert vollführt habe; er leugnete j doch, den Mordversuch an dem Mädchen begangen zu haben und auch Julie Kuhnert stellte entschieden in Abrede, dafe ihr Geliebter Frankenstein den Schüfe auf sie abgegeben habe. Vorgestern schritt nun Julie Kuhnert zu einem Geständnisse. Sie gestand, daß ste mit Frankenstein verabredet hatte, dafe er den Schmuck ihres Dienstgebers rauben und sie dann leicht verletzen solle, damit e« den Anschein habe, als liege ein Raubmordversuch vor. Frankenstein scheint stch nun die Sache überlegt und Julie Kuhnert schwer verletzt zu haben, in der Absicht, dieselbe zU ermorden, um sich allein in den Besitz de« Schmuckes zu setzen.
* Ferdinand von LeffepS ist vom Pferde gestürzt und hat ein Bein gebrochen.
* Da» über den in Boulogne erfolgte» Tod des Journalisten M'Netll schwebende Dunk-l tft noch immer nicht gelichtet, obwohl nach langem Drängen die ftanzöstsche Regierung sich endlich dazu verstanden hat. für die Entdeckung des angebttchen Möeder« eine Belohnung von 5000 Fr. auSzusktzen. Ein Telegramm au« Boulogne meldet: „Ein Chemiker auS Lille hat die bei M'N-tll aufzefiindenen Banknoten untersucht. Da das Leder des Taschenbuches, worin dieselben lagen, seine Fa-be verloren hat, folgert der Sachverständige, dafe die Noten geraume Zeit im Wasser gewesen fein müssen. Ans diesem Grunde wird die Muth- mafeung, dafe M'Neill ermordet worden ist, von den französischen Behörden al« uvzulälstg betrachtet und der al« beidä-bttg verhaftete Belgier Bermesch, der stch am Abend vor dem Verschwinden M'Neill'S in dessen Gesellschaft befand, ist auS der Haft entlassen worden.
» SchistS-Nachrichte«. (Nach der „Frankf. Zig.'.) «ngekommm in Greenock D. „State of Indiana" von New-Io>k; in Madras bet B.» und O-D. „Bokhara" von London; in Colombo der Nordd. Lloydd „Habsburg" von Bremen; in Philadelphia D. .Lord Clive" von Lv.rpool; in New-Kork der Hamburger D. „Bohemia" von Hamburg; abgegangen von Alexandrien nach Brindisi der P- und O.-D. „Gwalior" (indisch-chinesisch und australische Post).
