nt. 529. Donnerstag, 12. November 1914. K?trsva0rner Snyvlan«. Morgcn-Stusgabe. Erstes Man Seite s.
Verletzungen, aber mit einem Korb voll Scherben von dannen Rehen.
— Die Winter-Ausgabe von Kocnigs Kursbuch. Am “• Novembo. ist als erstes mnfastenderes Kursbuch seit Beginn des Krieges die November-Dezember-Ausgabe von Koeuigs Arrsbuch mit den seit 2. November gültigen Fahrplänen or- 'chtenen. Das Buch ist gleichsam ein Zeichen des wieder- Mwchenden Verkehis. ein Stzmbcl der gewaltigen wirtschgft- »chen K aft unseres Volles, die es ermöglicht, selbst inmitten d<S größten aller Kriege für geordnete und ausreichende Ver- lehrsve hältniffe zu sorgen. — Mit Ausnahme der Auslands- i«hrpläne uslv. ist der Inhalt des beim reisenden Publikum allgemein bekannten Buches der gleiche wie früher.
Provinz Hessen-Nassau.
Regierungsbezirk Wiesbaden.
„ WC. Schlangenbad, 11. Nov. Dem Herbert Ritter von ^«ufmann-Asser zu Schlaugenbad ist bei der B e r a n. lagun«, zur Staats st euer zweifellos insofern Unrecht aetan worden, als er doppelt veranlagt ist. Es ist von ihm deshalb eine Beschtverdeschrist an den Fiuanzminister gerichtet ÄaS Sch>verden crtzer war unklar gehalten und man bat an'maßgebender Stelle nichts Rechtes ES ihm zu machen üewutzt. Zuletzt nahm man an. datz eine Steuer Verteilung ge- wünscht werde sein einschlägiger Antrag aber wurde wegen sristversäumnis abgewiesen. Der Beztrlsausschuß nahm an. daß diese Voraussetzung eine irrige sei. daß das be- sreffende Scheiben sich vielmehr als ein Einspruch gegen seine SteAervevanlagung darstellt, das Schreiben soll deshalb an den ^emeindevorstand zu Schlangenbad zur Erteilung eines Be- lcheides weitergegeben werden.
§port und Luftfahrt.
. sr. Sport in der Front. Für den volkstümlichsten aller deutschen Sports finden unsere Truppen auch trotz der schweren fäntüfe in der Front noch Zeit übrig und auch von der Armee- wltung wird die Ausübung dieses Spieles als willkommene Abwechslung für unsere braven Soldaten gern gefördert. Kürzlich ivurde ein Berliner Sportgeschäst telephonisch aus nvankreich vom Großen Hauptquartier angerufen mit dem Ersuchen, Fußballblasen uiid Schnürsenkel in genügender Andahl nach dort zu senden, da die bereits bei Kriegsausbruch Mitgenommenen Futzbälle inzwischen abgenutzt wären. — Auch die Kavallevie hat schon Muße sur reiterliche «die He gefunden, da sowohl Jagden geritten wurden, wie °.uch beispielsweise von Ossizieren der 6. Kavallerie-Division eine Springkonkurrenz veranstaltet wurde, bei der sich Leutnant v. Rosen (20. Drag.) und Leutnant Ritscher (21. Drag.) 'n die Siegesehren teilten. ^ ,
sr. Vollständige Räumung der Trabrennbahn Ruhleben. Die jetzt als KonzentvationÄager dienende Trabrennbahn Ruh- 'bben war bisher immer noch ihrer alten Bestimiirung. nämlich °Mer Trainingsstätte des Trabersports, zugleich treu geblieben, -tunmehr sollen aber bereits am Dienstag die noch dort befmd- Men Pferde, im ganzen ca. 7b. nach der zweiten Berliner Trabrennbahn in Mariendorf übergeführt werden, da sämtliche Stallungen in Ruhleben für die tnteimierten Engländer gebraucht werden. ____
vermischtes.
.. Graf Hacseler im Schüdcnaraben. Die Solinger „Arbciter- stMime" veröffentlicht den Feldpostbrief eines Parteigenossen, dem dieser u a. über den Besuch des allgemein bei den Soldaten beliebten und geachteten ergrauten Heerführers ln Nr Kampffront des Argonnenwaldes berichtet: „Gestern war ^as Hoesäler bei uns im Schützengraben iind hat uns eine
Stunde unterhalten. Er erzählte, daß er 1870 hier auch gelegen habe auch 1870 sei hier gekämpft worden. Wir werden mit diesem Gejechi das Gefüh lichste und Aufopferndste leisten, was die Kriegsgeschichte je gekannt bat."
Das Losungswort.*)
In eurem blutigen Kriegsgeschalt Denkt an Tsingtau, senkt an Tsrngtanl Und wo ihr die englischen Leute trefft:
Denkt an Tsingtau, denkt an Tsingtau! Sie haben gedungen den Räuber, den Strolch.
An ihrem Golde schliff sich sein Dolch:
Denkt an Tsingtau!
Das sei eurer Rache zum LosungSworr:
Denkt an Tsingtau, denkt an Tsingtaul Das treib' euch zur Küste das treib' euch an Bord: Denkt an Tsingtau, denkt an Tsingtau! Auf britischem Gruiid im nebligen West Für die Helden im Osteii ein Totenfest-.
Denkt an Tsingtaul
*) Wir entnehmen dieses Gedicht der humoristisch-satt- rischen Wochenbeilage zum „Berl. Dagebl.", dem „Ulk".
Neues aus aLLer Welt.
Ein gemeiner Liebesgabendieb. Br .München, 11. Nov. (Ei«. Drahsbevicht, Ktr. Bln) In Würz bürg wurde ein Postbeamter durch eine Haussuchung überführt, Liebesgaben in großen Mengen unrerschiagen zu haben. Man fand die gestohlenen Gaben zum Teil noch in seiner Wohnung vor. Der Beamte wurde sofort verhaftet.
Ein Familiendrama. Berlin, 9. Nov. Der „Berl. Lok.-Anz " meldet aus Chartottenburg: In ihrer Wohnung in der Riehlstraße vergiftete sich, angeblich wegen Ehezwistigkeiten, die Kaufmannsfrau Prüfer mit ihrem elfjährtgen Sohn und ihrer ueunjäh igen Tochter durch Gas.
Selbstmord eines »ordamerikanischci» Politikers. Wren, 9. Nov. Einer Meldung aus New Vor! zufolge hat sich Staatssekretär Woods, ein bekannter Politiker in Springfield im Staate Illinois, in seinem Bureau erschossen. Das Motiv der TÄ ist unbekannt.
Betrunkene Soldatenfrauen i» London. London.
6. Nov. „Swift Mail" meldet: Es wurde beschlossen. daß von dem nächsten Montag ab in den Wirtschaften Groß-Londons den Frauen keine berauschenden Getränke vor 1114 Uhr vormittags ausgeschenkt werden dürfen. Me Londoner Polizeirichter klagten in der letzten Zeit über die Zunahme des Trinkens bei den Frauen, namentlich den Soldatenfrauen.
Letzte Orahtberichte.
Tod eines ehemaligen Abgeordneten.
W. T.-B. Breslau, 11. Nob. (Nichtamtlich.) Der frühere freisinnige Reichstags- und LansdtagsaLseordnete Geh. Rat S ch m i e d e r ist im Alter von 84 Jahren gestorben.
Ein neuer bulgarischer Gesandter für Wien.
W. T.-B. Wien, 11. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Reichs- post" meldet auS Sofia: In Regierungskreisen verlautet, daß der frühere Minister des Äußerii Chenadiew mit der Leitung der bulgarischen Gesandtschaft in Wien betraut werden soll.
Die Angelegenheit des Dampfers „Vaterland".
W. T.-B. Rotterdam, 11. Nov. Aus New Dork wird zu der angeblichen Beschlagnahme des Dampfers „Vaterland" noch gemeldet, daß ein Depot in Höhe einer sehr geringen englischen Forderung an Gerichtsstelle hinterlegt und damit die Angelegenheit erledigt ist.
Kus unserem Leserkreise.
(Nicht verwendete Einjenvunaen können weder zurückgeiandt. norb aufb<»umhrt werdend
* Handwerker für sorge. Man liest dauernd von KriogSsü.sorge und Uiite-stützurig von Arbeitslosen und Bedürftigen. da mutet es deiiii sonderbar an, weil» man damit die „Fürsorge" vergleicht, die für das notleidende Handwerk entfaltet wird. Zu Beginn des Krieges e-laubre »mcm den Meistern, hier und da einen Lehrling von der Fortbildungsschule zurückzubehalten, damit der Geschäftsbetrieb durch die Einberufungen nicht gestört würde. Bor ca. 14 Tagen nun erließ man eine Bekanntmachung, wonach weitere Beurlaubungen nicht mehr gewäh.t werden und in der man ersucht, dafür Arbeitslose einzustellen. Gleichzeitig arbeitete man einen neuen Stundenplan aus. nach welchem z. B. an einenr Tage der 2. und 3. Jahrgang der Schüler einer Berufsklasse fast den ganzen Tag (morgens und mittags) Schule haben. Man entschuldig: diese Einteilung damit, daß zurzeit nicht genügend LehE.äfte vorhanden wären. Statr daß man auo in dieser schweren Zeit dem Handwerk entgegenkommt und die Schulzeit verkürzt, tut man gerade das Gegen- teil, indem man dem Meister die älteren Lehrlinge für den ganzen Tag entzieht. In manchen Betrieben sind eben gar keine gelernten Arbeiter zu bekommen; da kann der Lehrling, der im 2. oder 3. Jahre lernt, schon manches helfen und bekommt vielleicht zurzest ein Stück Arbeit in die Hände, das er in normalen Zeiten etwa erst am Ende der Lehrzeit erhalten würbe. Jedenfalls ist ihm eben im Geschäft mehr Gelegenhest geboten, etwas Tüchtiges zu lernen, als in der Gewerbeschule mit verkürzten Lehrkräften. Mit Arbeitslosen ist dem Handwerker nicht gedient, denn gelernte Arbeiter sind für einzelne Geschäft- nicht zu bekonunen. Mit derselben Berechligung könnte man von der Schule verlangen, daß sie ihre Lehrkräfte Es dem Heere der Arbeitslosen ergänzt, um den früheren Lehrplan aufrecht zu erhalten. Die kaufmännischen Lehrlinge werden seit ihren Ferien im Juli nicht mehr unterrichtet, weil der betreffende Lehrer eingerückt ist, die gewerblichen Lehrlinge werden für gEze Tage zum Unterricht herangezogen. Logisch wäre es wohl gewesen, alle Lehrlinge die Schule besuchen zu lassen und die Stundenzahl entsprechend der geringeren Lehrkräfte zu vermindern. Aber der Handwerker ist es ja gewöhnt beiseite geschoben zu werden. Man hat an zuständiger Stelle wohl immer schöne Worte für ihn, aber kein«- Taten. Man gründet alle möglichen Geschichten, um ihm an- goblich zu helfen, und wenn man diese Hllfen näher betrachtet, sind sie nichts als neue lästige, beengende Maßregeln, die ihrer« Zweck vollständig verfehlen. Was hat es heutigen Tages z. B. noch für einen Zweck, dem Gewovbeverein anzngehüren? In früheren Zeiten hat man vielleicht den Vorstand und die Mri- glieder zusamrmengerufen und sie um ihre Meinung befragt, ehe man derartig weit ins Geschäftsleben eingreifende Verfügungen erließ. Heute ist es anders geworden! Da wird einfach von höherer Stelle bestimmt, was geschehen soll und diese Maßregel wird vom Magistrat ftiEMtoeiflenb sanktioniert : der HEdwerker und Steuerzahler, den die Sache am meisten angeht. hat nichts mitzureden. Es wäre endlich an der Zeit, daß man sich ermannt und dafür sorgt, daß eine Änderung eintritt, denn wenn es so weiter geht wie seither, wird den Meistern bald die Lust vergehen, überhaupt noch Lehrlinge änzunehmen. Hoffentlich tragen vorstehende Zeilen dazu bei, daß baldigst geholfen wird, denn bis jetzt hat mm dem Handwerkerstand statt Brot nur Steine gegeben! E. G. L. H.
Während der Kriegszeit:
Uniformen. Ifltlilär- Pelze.
Fr. Vollmer, Museumstrasse 8.
1758
Handelsteil.
Belgiens Finanzen.
Die „Allgemeine Handels-Korrespondenz“ schreibt: In
keinem Lande der Welt ist augenblicklich die finanzielle Lage 50 interessant wie in Belgien. Außer Zweifel ist, diaß die belgische Nat i oiml b a n k ihre Funktionen, die Landeswährung zu halten, nicht ausübt, ja sich wahrscheinlich ü b er- ?aupt nicht mehr in Belgien befindet. Mit rnr *st der Goldschatz, der allerdings keinen großen Lmfang hatte, >wd der Besitz an Wechseln außer Landes gegangen. Die belache Währung schwebt seitdem in der Luft. Den Direktoren iier Nationalbank scheint dieser Zustand des belgischen Noten- ^stitutes noch nicht einmal besonders unwillkommen zu sein. Sie haben sich in den letzten Jahren eine arge Mißwirtschaft ^schulden kommen lassen, die schon öfter zu scharfen Krisen Veranlassung gegeben hat. Das belgische Geldsyetem, I Jh dem Gold zu den größten Seltenheiten gehörte, hät-e auch I Erhaltung des Friedens reformiert werden müssen, und dabei wären wohl unangenehme Dinge für die Direktoren der Nationalbank herausgekommen. Der Krieg entschuldigt sie
letzt für alles. Wenn die belgische NationalbanK kein Gold ?ufweisen kann, so ist der Krieg daran schuld. Wenn ihr y echselbesitz recht faul ist, so trägt der Krieg die Schuld
Daß sich das verblendete belgische Volk über die finan- ^elle Mißwirtschaft so täuschen läßt, kann uns nach dem iir- jebten nicht verwundern, überraschend ist dagegen die Zähigkeit, mit der ein Teil der deutschen Kaufmannschaft a h das Trugbild der belgischen Währung glaubt, die Zahigceit, ’hit der diese Kaufleute für belgische Noten in Deutschland ^kitit nur den normalen Friedenspreis bezahlen, sondern noch Ahen Überpreis dazu. Die starke Nachfrage nach belgischen ° a nknoten an deutschen Handelsplätzen mutet oft ganz selt- an, und man ist zunächst versucht zu glauben,, daß der Sammeleifer die Preise für belgische Noten treibt. In Wahr- äeit ist das aber nicht der Grund der Notenhausse. Die deut- ^er Kaufleute wollen vielmehr peinlich genau ihre Schulden **? Belgien nur mit belgischem Geld bezahlen. Daß die bel- Psohen Kaufleute ihre Schulden in Deutschland jetzt überhaupt ^kht bezahlen, wirkt damit zusammen, so daß Forderungen 511 Belgien gesucht sind, Forderungen an Deutschland dagegen Jjcht. Die Folge ist die Überzahlung belgischer Banknoten, das Trugbild veranlaßt, die belgische Währung Se > gegenüber der deutschen seit dem Kriege wertster geworden. Im Ausland schädigen deutsche Kaufleute auf ®*se Weise das Ansehen der deutschen Währung, wann sie , 0 Anordnung des deutschen Generalgouvemeurs nicht be- to lRen, wonach die Belgier mit Zahlung in deutscher Währung frieden sein müssen. Im anderen Falle brauchen sie über- ^hpt nicht bezahlt zu werden.
,. Es ist in der Finanzgeschichte noch nicht dagewesen, dhß Noten eines vollkommen eroberten Landes einen Über- Dr, eig erhalten. Dabei machen sich in Belgien selbst schon die ■festen Sorgen über die Währung bemerkbar. Gold gibt es h 1 Lande nicht, Silber kaum. Das Papiergeld ist durch eine I^serve gesichert, die sich irgendwo in England oder in Frank- ^ich befindet, deren Höhe und Beschaffenheit niemand kennt, der man überhaupt nicht weiß, ob sie noch da ist. Dem Stechen Papiergeld droht damit die ernste Gefahr, daß es °'we Reserve, wertlos ist. Das muß sich früher oder später i'-'Ten, wenn Belgien wieder Zahlungen an das Ausland aul- et hneu will
Ähnlich wie das Papiergeld schweben auch die belgischen Staatsanleihen, die Depositen der Staatssparkasse, in der Luft. Die Regierung zog wichtige Einnahmen aus den Staatsbahnen, die fast das ganze Land bedecken. Solche Eingänge, gibt es nicht mehr. An Steuern, Zölle, Verbrauchsabgaben und andere Einnahmequellen kann die Regierung jetzt nicht heran. Sie ist tatsächlich ohne Einnahmen, seit sie auch aus Antwerpen vertrieben ist. Woher sollen jetzt die Zinsen der Staatsanleihen gezahlt werden? Es ist schon eine Ankündigung erfolgt, daß die Coupons unbezahlt bleiben werden. In einem gewissen Widerspruch damit stellt eine Nachricht, daß die belgische Regierung in London die am Ultimo fällig gewordenen Schatzscheine eingelöst hat. Es ist nicht ersichtlich, woher das Land die Mittel für diese große Zahlung genommen hat. Für die Inhaber belgischer Staatsanleihen außerhalb Englands, in erster Linie für die belgischen Kapitalisten selbst, wird dann freilich nichts übrig bleiben. Ebenso wie die kleinen Rentner bringt das Verhalten der belgischen Regierung die Sparer in Not. Belgien besitzt zum Unterschied von den meisten anderen Ländern ein» Staats Sparkasse, deren Einlagen vor dem Kriege sicn auf reichlich 2 Milliarden belaufen haben sollen. Die Nationalbank hatte die Verwaltung dieser Einlagen, Die Kapitalien sind mit der Nationalbank selbst verschwunden. Kurz nach dem Beginn des Krieges hörten die Auszahlungen von Spargeldern auf und es ist auch bis heute noch nicht gelungen, die Auszahlungen in Belgien wieder aufzunehonen. Je länge» der Krieg dauern wird 1 , desto schlechter werden die Aussichten der Sparer.
Kriegskreditkasse für den deutschen Mittelstand.
Die von der Kriegszentrale des Hansa-Bundes begründete „Kriegskreditkasse für den deutschen Mittelstand, e. G. m. H.", hat nunmehr ihre Tätigkeit begonnen. Die Kriegskreditkasse, der die Unterstützung der Reichs bank zuteil geworden ist, will für die Befriedigung der Kriegskreditbedürfnisse des Mittelstandes die Gemeinden, Städte, Kreise usw. in der Art heranziehen, daß die Gemeinden usw. ihr gegenüber mit gewissen Summen die Garantie für die Kredite übernehmen, die von den Gemeinden ihren Angehörigen gewährt werden sollen, und daß daraufhin von der Kriegskreditkasse den Gemeinden durch Vermittlung der Reichsbank Kredit gewährt wird. Der Gedanke dieser über ganz Deutschland leicht auszubreitenden und in jeder Gemeinde in kürzester Zeit bereit zu stellenden Kredithilfe hat allgemeinen Beifall gefunden. Die schon bei der Gründung beteiligten Korporationen zeigt die Zusammensetzung des Aufsichtsrats; die schwebenden Verhandlungen mit hervorragenden Korporationen werden in Kürze noch zu einer Ergänzung des Aufsichtsnits führen. Bisher haben sich zum Eintritt in den Aufsichtsrat bereit erklärt die Herren: v. Amim-Güterberg, Präsident der Landwirtschaftskammer, Berlin, BerShold, Landrat in Blumenthal in Hannover, Bu'hrow, Bürgermeister, Vorsitzender des Verbandes der größeren preußischen Landgemeinden, Steglitz, Bruno Eisenführ, Handelsrichter, stellvertretender Vorsitzender des Verbanden Berliner Spezialgeschäfte, Berlin, Haberland, Kommerzienrat, Beriin, Dr. J. Kaempf, Siadtältester, Präsident der Ältesten der Kaufmannschaft von Berlin, Berlin, Marcus, HoScunsisöhlosser- meister, Vorsitzender des Zentralausschusses der vereinigten Innungsverbände Deutschlands, Berlin, Rahard't, Tischlerobermeister, Präsident der Handwerkskammer, Berlin, Dr. Riesser, Geh. Justizrat, Professor, Präsident des Hansahundes, Berlin, Saalmann, Bürgermeister, Vorsitzender des Reichsverbande? Deutscher Städte, Pleß, Fritz Schmidt, Bäckerobermeister, Vorsitzender des Innungsausschusses, Berlin, Vielmetter, General
direktor, Mitglied der Potsdamer Handelskammer, Sitz Berlin, Berlin. Als beratendes Mitglied nimmt an den Sitzungen des Aufsidhtsrats fernerhin teil: Der Geschäftsführer des Deutschen Städ'teteges, Stadtrat a. D. Dr. Luther, Berlin. Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat Geh. Justizrat Professor Dr. Riesser, die Stellvertretung im Vorsitz Bürgermeister Buhrow übernommen. Den Vorstand der Kriegskredtikasse bilden: justizrat Professor Dr. Crüjer, Anwalt des Allgemeinen Verbandtes der aur Selbsthilfe beruhenden deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, und Regierungsrat Professor Dr. Leidig, der Geschäftsführer der Kriegszentrale. Mit dieser Organisation ist wiederum eine der noch bisher vorhanden gewesenen Lücken in unserer wirtschaftlichen Mobilmachung ausgefüllt worden.
Industrie und Handel.
* H. Fuchs, Waggonfabrik, A.-G., Heidelberg. In der
gestrigen Generalversammlung wurdd an Stelle des ver-, storbenen Herrn Geb. Rat Dr. C. Reiß in Mannheim Herr Herrn. Köster-de Bary, Direktor der Rheinischen Creditbank (Filiale Heidelberg) neugewählt.
* Die Österreichisch-Alpine Kfoniangesellschaft hat im ersten Halbjahr 1914 ein um etwa 2 Mill. Kronen, geringere» Erträgnis als im Vorjahre erzielt.
* Preiserhöhung für BleiweiG, Das deutsche BleiweiE- kartell hat infolge der weiterhin eingetretenen Erhöhung der RofebMpreise mit Gültigkeit ab 10. d. M. die Preise für trockenes Bleiweiß um 20 M. erhöht.
* Die Gründung der Kriegsleder-A.-G. in Berlin steht bevor. Wie verlautet, wird das Aktienkapital 2 Millionen mit 25 Proz. Einzahlung betragen. Die Finanzierung werden die Commerz- und Discontohank und die Disconto-Gesell- schaft übernehmen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat dürfte voraussichtlich Staatsminister a. D. v. Möller führen;
Konkurs-Nachrichten
aus den 0.-L.-G.-Bez. Darmstadt, Frankfurt a. M., Kassal.
Name (Firma)
^Vodnort
KonkurG-
(^.Mtsxsriekt)
Verwalter
« £
Bauunternehmer Jean Ruhl Ehel. Schuhmachermeister Jos. Bender u Maria geborene Stausherg
Witwe Karl Theis, Karolino geh. J ung u. des verstorbenen Karl Theis Fahr. Rudolf Hauok, Alleininh. d. Firma Georg Hauck Metallwaren - Fabrik Oherw - Huf G.m b.H. Zentral-Automat, Ges.m bH. in Liqu.
Frankfurt a.M. Oberrad
Nieder flsoh- bach
iKirohen)
Stein - Neu- kirch
(Rennerod)
(Esohwege)
Oberwalluf
(Eltville)
Cassel
IR.-A. Dr. R. Katzenstoin
Privatmann Fritz Reitz
27.10.'j4H.13.U| 4.12. Gläubigerkers. 19.11.
Vergl.-Termin 12.11.
29.1D.| 1.13. b.llJl7J2. 31.10.15.12 21U.| 12.1.
Kaufmann .
Jacob Burg'
Privatsekr. 2 H.21J1. 2.12. 2.12. Wilh.Franke
Die Morgen-Ausgabe umfaßt 8 Seiten und die BerlagSbeilage „Der Roman".
Hauptschristlrher: A. H e g e r $ o t ft.
Serantwortlich für den politischen Teil: Dr. p^il. G. S ch el l e n b e r g: wr den Un: erhall,ingsteil B v. Nauendor f ; für d^ckrH-eu au) Wiesbaden und den Nachbarbezirkeni I. B.: H. Diesen back: r&S** °h?n
nie ..Spori und Luftfahrt": 3 - oSacker ft^,Bmnrcht^ und den
BrieiiLften"- C. L o S a ck e r. sür den Handelstell, w- (sjt für die anjeigm ' und Reklamen- H Dornauf: lamtbck rn Wlesbaden.
Druck und «erlag teS. Ech-ll -nbergichen Hof-Buchdrucker« in »itiiMkta.
Sprechßlmde »er ßckuiftleilung: 12 vis I llhr.
/
