Sette 4.
Morgen-Ausgabe. Erstes Matt.
Wiesbadener GagvlaN.
Donnerstag, 12. November 1914.
Nr. 829.
die deutsche gelaugt sei, und er stellte alsdann mit gewiß packenden, jedoch völlig unglaubhaften Einzelheiten dar, was er nun auf der deutschen Seite habe beobachten können. Dieser Bericht ging vor einigen Tagen auch durch deutsche Zeitungen. Wir möchten vor der Kritiklosigkeit warnen, die solche Erzählungen auf Treu und Glauben übernimmt. Wer sie liest, kann sich als betrogen ansehen, noch dazu aus eigenem Verschulden. Denn wenn die militärisch wenig geschulten holländischen Leser ihrem Landsmann glauben, daß er ganz gemütlich erst die Vorgänge aus der französischen und englischen und dann auf der deutschen Seite habe mitniachen können, so darf bei uns doch nicht eine so nachlässige Naivität Platz greifen, daß wir uns diesen Unsinn widerspruchslos auftischen lassen. Also mehr Vorsicht! Romanhafte Ausmalungen von Schlachten müssen wir uns verbitten, für journalistische Phantastereien sind die Ereignisse zu groß und zu wuchtig.
Schwere Bestrafung für Verbreitung falscher Gerüchte.
W. T.-B. München, 11. Nov. Der stellvertretende kommandierende General des ersten bayerischen Armeekorps, von der Th a n n, erläßt folgende Bekanntmachung: Um den immer wiederkehrenden beunruhigenden Gerüchten künftig mit Nachdruck entgegentreten zu können, verfüge ich ans Grund des Artikels 4, Ziffer 2 des Kriegszustandgesetzes: Mt Gefängnis bis zu einem Jahre wird bestraft, wer falsche Gerüchte ausstreut oder verbreitet, die geeignet sind, die Bevölkerung zu beunruhigen.
Ein Veteran als Freiwilliger.
Aus dem Ort Wevelinghoven am Niederrhein zog ein älter Veteran von 1866 und 1870/71 Anfang September als Kriegsfreiwilliger mit ins Feld. Er wurde in ein Landwehr-Jnfanterie-Regiment eiugereiht, und zwar in die Kompagnie, in der sein ältester Sohn als Osfizierstellvertteter steht. „Vater Kottmann", wie er im Regiment genannt wird, tut es dem Jüngsten gleich im schneidigen Draufyehen und Dnrchhalten beim Stürmen, bei Patrouillengängen und im Schützengraben. Der 71jährige ist nun, nachdem er Antwerpen mit belagert und als Sieger dort mit etnge- zogen ist, am 27. Oktober durch Regimentsbefehl zum Unteroffizier befördert worden, unter Übergehung der Gesreiten- charge und ohne Kompagnie- und Bataillonsantrag, direkt vom Regimentskommandeur. Sein sehnlichster Wunsch ist, bald recht intime Bekanntschaft mit unseren englischen Vettern zu machen. So lange unsere Graubärte und Großväter — der Weste 16jährige Enkel wird in Potsdam bei der Feld- arttllerie als Freiwilliger ausgebildet — noch so junges Blut und so stählerne Nerven haben, braucht uns nicht bange zu sein, daß die Wacht am Rhein überrannt wird.
Das Eiserne Kreuz als Lebensretter.
Der 20jährige Musketier Heinrich Müller war mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. In einem Gefecht schlug eine feindliche Kugel direkt auf das Kreuz. Müller wurde nur leicht verwundet, während das Kreuz vollständig zerschmettert wurde.
Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe.
Durch die Verleihung der ersten Klaffe des Eisernen Kremes sind ausgezeichnet worden: der Divisionskommandeur Graf Bredow. Oberstleutnant Liebrecht. Oberstleutnant Gaertner und Hauptmann im Generalstab der Division Bredow Helle«. Hauptmani! See derer. Polizeikommissar Schubert aus Frankfurt a M., ferner der Hauptmanu im Infanterie-Regiment Nr. 26 Reinhard Merk- dies, der Hauptmann und Führer der 1. Garde-Pionier- Kompagnie Hartung. Oberleutnant Freiherr v. Perfüll, der Beamte der Berliner Handelsgesellschaft Böttcher Hauptmann Sehmsdorf. Genoralstabsosfizier einer Division, erhielt das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse und das österreichische Militär-Bevdienst-Kreuz mit Schwertern, Genevalmaior Krüwell (Schwerin), Major im Infanterie- Regiment Nr. 36 Oe sie (Halle a. Saale). Oberst Freiherr v. Wangen heim (Meiningen) und Hauvtmann der Reserve Dr. Franz Henkel. Gymnasialprofessor in Güttingen.
Fürsorge der Militärverwaltung für erblindete HcercS- angebörigc.
Zu <den bedauernswertesten Opfe'rn deS Krieges gehören unzweifelhaft diejenigen, die infolge Verwundung ihr Augenlichr völlig verloren haben. Diesen Ärmsten ihr schweres Los zu erleichtern und die Zukunft möglichst erträglich zu gestalten, dürfte als vornehmste Pflicht zu erachten sein. Inwieweit Staat und Kommune hier später eingretfen werden, mutz einstweilen Vorbehalten bleiben. Dringendstes Erfordernis ist zunächst eine sorgfältige Pflege und fachge- mätze ärztliche Behandlung der Augenverletzten. Hierfür hat die Heeresverwaltung in den Reservelazaretten und zugehörigen Vereinslazaretten unter Heranziehung bewährter Augenärzte in auskömmlicher Weise Sorge getragen. Ihre Fürsorge erstreckt sich aber noch werter. In der Erwägung, Latz es bei den Erblindeten schon während der Lazarettbohand- lung vor anderen Verwundeten gerade an geistiger Anregung mangelt und datz zur Ablenkung von körperlichen und seelischen Leiden nichts zweckdienlicher ist als Tätigkeit, hat die Heeresverwaltung es sich angelegen sein lassen, ihnen eine solche zugänglich zu nrachen, die sie zugleich befähigen wird, den künftigen schweren Kampf ums Dasein aufzunehmen In einem Dresdener Reservülazarett sollen erblindete Heeresangehörige von einem vor Jahren eMindeten Leutnant a. D. Gabler unentgeltlich Unterricht im Lesen und Schreiben der Blindenschrift erhalten. Ein gleicher Unterricht ist von einer erblindeten Dame aus Godesberg am Rbein für erblindete Soldaten zugssagt worden.
Deutschs^ Nsrch.
# Die Süddeutschen und die Höchstpreise. Der Bundesrat hat, wie wir hören, in den letzten Tagen abermals lange und eingehende Beratungen über die Frage der Festsetzung von Höchstpreisen für Nahrungsmittel gepflogen. Anlaß dazu hat das dringende Verlangen der süddeutschen Regierungen nach Höchstpreisen für Mehl und Kartoffeln gegeben. Die grundsätzliche Geneigtheit, diesem Verlangen zu entsprechen, besteht. Es gilt aber, die Aufgabe zu lösen, wie trotz den Höchstpreisen die Versorgung des Landes mit Lebensmitteln sicherzustellen ist. Durch die Festsetzung der Höchstpreise ist der Handel in den in Betracht kommenden Lebensmitteln zum großen Teile unterbunden worden. Die Verhandlungen des Bundesrats haben sich daher hauptsächlich darum gedreht, wie dieser Handel wiederherzustellen sei oder ob man auf anderen Wegen die Versorgung des Landes mit Lebensmitteln bewirken könne. Dabei ist auch der Gedanke erörtert worden, den Staat mit dieser Versorgung zu betrauen.
* Wieder eine Million Arbeitende rn Groß-Berlin. Die Gesamtzahl der versicheruugspflichtigen Mitglieder von 237 Krankenkassen Groß-Berlins hat nach dem neuesten Wochenberichte des Statistischen Amtes der Stadt Berlin die Million wieder überschritten, ein Merkftein für die unwiderleg
liche Belebung des deutschen Gewerbes, das den Kriegsereignissen gegenüber seinen Willen zur Selbsterhaltung ve- kräftrgt. Die Zahl der verjicherungspflichtigen Personen ist in der Zeit vom 17. bis 24. Oktober von 984 080 auf 1 000 716 gestiegen, d. h. um 15 736 oder 1,60 v. H. Verhältnismäßig noch lebhafter war mit 1,78 v. H. die Steigerung bei den all, gemeinen Ortskrankenkassen. Während sie stch hrer beim männlichen Geschlecht auf 1,60 v. H. belief, stellte sie sich beim weiblichen sogar auf 2,02 v. H. — Unter den in dem Bericht unterschiedenen Gewerbegruppen ist die Entwicklung bei der Metall- und Maschinenindustrie hervorzuheben, indem die Steigerung sich hier auf 2140 oder 1,31 v. H. belief. Umfangreicheren Neueinstellungen bei der Post ist es zu verdanken, wenn sich der Beschäftigungsgrad im Verkehrsgewerbe um 1388 oder 4,25 v. H. hob, im Druckereigewerbe stieg dieser um 1,49 v. H., im Nahrungs- und Eenußmittelgewerbe um 1,61 v. H., in der Papier- und L e d e r i n d u st r i e um 4,07 v. H. — Aus dem Bericht des Statistischen Amtes ist ferner bezüglich der Arbeitslosigkeit bei 41 Fachverbänden der freien Gewerkschaften die Abnahme von 80 730 auf 28 844, d. i. um 1880 oder 6,14 v. H. für die Woche vom 19. bis 26. Oktober hervorzuhebeu. Im einzelnen stellte sich der Rückgang der Arbeitslosenzahl u. a. bei den Holzarbeitern auf 666, bei den Metallarbeitern auf 598, ber den Transportarbeitern auf 150, bei den Tape- zierern auf 122, bei den Textilarbeitern auf 100 gegenüber einer Zunahme um 60 bei den Hut- machern, um 59 bei den Staats- und Gemeindearbeitern, um 37 bei den Töpfern.
6u§ Ttadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
weihnachtspakete für die Truppen.
Die W e i h n a ch t s p a k e t e für die im Feld stehenden Truppen, die so früh wie möglich aufgeliefert werden müssen, haben bei der Einlieferung an die Postanstalten als solche kenntlich zu sein. Dies wird sich dadurch erreichen lassen, datz die Pakets auf allen Seiten mit einem grellroten Zettel bezw. F a r b st r i ch eventuell mit Aufdruck „W e i h- nachtspaket" beklebt werden.
Während die Feldpostpakete bisher nur Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke enthalten sollten, dürfen natürlich den Weihnachtspaketen auch andere Gaben beigefügt werden, doch ist dabei zu beachten, datz die Pakete längere Zeit unterwegs sind, und datz daher leicht verderbliche Eßwaren zu vermeiden sein werden. Um zu vermeiden, datz etwaige weiche Gegenstände zerdrückt werden, empfiehlt es sich, zur Versendung grundsätzlich kleine, feste Kisten sowie zur Verpackung Holzwolle oder ähnliche Packstofse zu verwenden.
Es mutz dringend davor gewarnt werden, G lasst a s ch e n mit Flüssigkeiten in Pappkartons zu versenden. Die Gefahr, daß derartig verpackte Flaschen zerbrechen, ist groß, da die Pakete hin- und hergeworsen werden- und unter Umständen -einen starken Druck ausznhalten haben. Der Inhalt einer zerbrochenen Flasche kann aber nicht nur das eigene Paket beschädigen, sondern auch fremde.
.Die Bestrebungen der Heeresverwaltung, den im Feld stehenden Truppen die Zuführung der Gaben ihrer Angehörigen zu sichern, werden aber nur dann Erfolg haben, wenn sie seitens -der Angehörigen durch genaue Befolgung der gegebenen Anordnungen unterstützt werden. Wenn dies geschieht, so darf angenommen werden, datz es gelingt, unseren Kriegern im Feld den Weihnachtsabend durch die Gaben aus der Heimat zu verschönen und bei ihnckr die Überzeugung zu befestigen, datz das deutsche Volk allezeit, insbesondere aber an seinem heiligsten Feste, wenn auch räumlich getrennt, in Gedanken mit ihnen vereint ist.
Die Stellung der Uriegshelferinnen.
Von einem Chirurgen und Frauenarzt, der zurzeit Obsr- assistenzarzt auf einem Marine-Lazarettschiff ist, erhalten wir die folgenden beachtenswerten Ausführungen: Mgene Beobachtungen während der Ausbildung von Kriegs-Helferinnen und Klagen über M i tz st ä n d e, die sich in der jetzigen Verwundetenpflege herausgestellt haben, geben Anlaß dazu, über die Stellung der Helferinnen einiges zu sagen. Von vornherein mutz betont werden, datz ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen einer Berufsschwester, die eine einjährige, mit staatlicher Prüfung abschließende Lehrzeit und nachfolgender praktischer Tätigkeit von längerer Dauer an einem Krankenhaus hinter sich hat, und einer Dame, deren Ausbildung für diesen Beruf sich nur auf einige Wochen-, höchstens Monate, erstreckt hat. Es gehört, nach unserer Auffassung von der Tätigkeit im Krankenpslegedienst, eine mehrjährige theoretische und praktische Ausbildung dazu, um die Kenntnisse und Erfahrungen sich anzueignen, die eine Schwester ausmachen. Die Pflege eines Kranken besteht nicht in einigen wenigen Handreichungen, die sich zur Not in kurzer Zeit erlernen lassen. Sie erfordert vielmehr so viel Sachkenntnis in Fragen der Ernährung, so viel Takt in der Beurteilung der durch die Krankheit gedrückten Gemütsverfassung des Kranken, so viel Vorkenntnisse für die sachgemäße Behandlung von Verletzungen und so viel Arbeitskraft, datz nur eine lange Schulung unter Hintansetzung aller sonstigen Frrteressen und Ablenkungen eine Frau zu dieser Tätigkeit voll befähigt. Dessen soll sich die Helferin wohl bewußt sein. Darum soll sie sich der Schwester unterord- ne n, sich von ihr anleiten laffep, ihr helfen, und nicht, wie das in Fällen vorgekommen ist, die führende Rolle spielen wollen. Das mag ihr manchmal ungerecht erscheinen und schmerzlich sein, mutz aber zum Wohl unserer armen Verwundeten, für die nur das Beste gut genug ist, unbedingt gefordert werden. Warum hätte sonst die Militärverwaltung auf Berufsschwestern zurückgegrifsen? Sie muß eben voll ausgebildete Schwestern haben, an deren „Hilfe" sie natürlich die „Helferin" nicht entbehren kann. Daß wir diese in so großer Zahl haben, kann ihrer Opferwilligkeit nur zur Ehre gerechnet werden, und wenn sie in dem oben angedeuteten Sinne chre Liebestätigkeit ausüben, werden sie mit Beftiedigung sich ihrer Mitwirkung an dem Wohl unseres Vaterlands erinnern können und dürfen des Dankes ihrer Pfleglinge gewiß fein. Darum, ihr Helferinnen, verlangt nichts Unbilliges, sondern bleibt auf dem Posten, der euch zugedacht ist, und betätigt euch in ihm nach besten Kräften; dann erfüllt ihr euern Zweck!
— Ferngläser für die Truppen. Das Ersatzbataillon des Füsilier-Regiments 80 bittet uns um Aufnahme dieser Zeilen: Die von unseren Gegnern mit Geschicklichkeit angelegten Feld-
befestigungen und Maskierungen erschweren unseren tapferen Truppen das Erkennen der Ziele. Um hier helfen einzugreifen, ist es dringend erwünscht, den als Nachschub zum kämpfenden Heer ausziehenden Truppen möglichst viele Ferngläser mitzugeben. Angesichts der in den verflossenen Krieg-swochen so überaus stark betätigten Hilfsbereitschaft darf wohl angenommen werden, daß auch auf -die erneute Bitte um Stiftung von Ferngläsern sich möglichst viele sinden werden, die der gerechten Sache durch diese Liebesgaben zu dem ge- - wünschten Erfolg verhelfen. Bereitwilligst zur Verfügung gestellte Ferngläser werden mit Dank entgegengenommen auf dem Geschäftszimmer des Ersatzbataillons Füsilier-Regiments v. Gersdorsf (Kurhess.) Nr. 80, Gersdorffstratze, Stabsgebäude der Kaserne 1/80, Zimmer 26.
— Vom Kreuzer „Dorck", dem bekanntlich jüngst auf die Hafenminensperre in der Jade leider geratenen und dadurch gesunkenen stattlichen Panzerkreuzer der deutschen Marine, stellen wir in der Durchgangshalle des „Tagblatthauses" eine große photographische Abbildung aus, die einer unserer Leser die Güte hatte, uns zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen.
Die Photographie zeigt vor allem die G-esamtmannschast des verunglückten Kriegsschiffs auf Deck in hübscher Gruppierung, darunter auch eine Anzahl Wiesbadener. Glücklicherweise konnte die größere Hälfte der Besatzung gerettet werden.
— Wiesbadener Lazarette. Nach der Verwundetenliste der Auskunftsstelle über im Feld stehende nassauische Soldaten in der Loge Plato sind Wetter folgende Verwundete in Wiesbadener Lazaretten untergebracht worden: Vom Infanterie- Regiment 81: Ernst Barber (Eckenheim), Hotel Prinz Nikolos; Christian Hörmann (Mülhausen in Württemberg), Augen- heilanstali; Johann Huber (Rwseuheim), Augenheilanstalt; Eduard Klein (Saarlouis), Hotel Prinz Nikolas; Wilhelm Manzer 1. (Rüßdorf), Taunushotel; Reservist Wilhelm Rausch (Beuern), Aug-enheilanstalt; Haus Ruhmaini (Herzogenamach), Taunushotel; Julius Schmidt (Bochum), Augenheilanstalt.
Vom Infanterie-Regiment 132, Mafchin-engewehrabteilung: Ober-leutnaut Bind (Wiesbaden), Paulinenstift. Vom Infanterie-Regiment 117: Emil Hain (Mainz), städt. Krankenhaus;
Otto Hans (Barmen), Hotel Prinz Nikolas; Johann Kremer (Obermörlen), Taunushotel; Paul Schwarz (An-gerst-ein), Taunushotel. Vom Füsilier-Regiment 80: Unteroffizier
Joseph Hegener (Menkhausen), Augenheilanstalt; Hermann Klockner (Oelgershausen), Taunushotel; Reservist Heinrich Lietz (Stephanshaus-en), Garnisonlazarett; Wilhelm Noll (Biss-enburg), Taunushotel; Freiwilliger Rufer (Wiesbaden), Garnisonlazarett; Wehrmann Karl Schwarzschild (Moss-en- heim), Augenheilanstalt. Artillerie-Regiment 27: Nikolaus
Link (Büggregsach), städt. Krankenhaus; Geireiter der Reserve Bernhard Schmelzeisen (Lorch a. Rh.), Au-genheilanftalt. Vom Infanterie-Regiment 131: Levi Rosengarten (Schierstein),
Hotel Prinz Nikolas. Vom Brigade-Ersatzbataillon 4L: Leut- nannt Steegmann, Garnisonlazarett. Vom Infanterie-Regiment 88: Jakob Zerb (Dorheim), städt. Krankenhaus. Vom Infanterie-Regiment 168: Leutnant Bergling (Wiesbaden),
Augenheilanstalt. Vom R-eserve-Jnfanterie-Regiment 80: Wehrmann A. Beutel (Wiesbaden), Viktoriahotel. Vom Reserve-Jnfanterie-Regiment 116: Unteroffizier W. Eckert
(Offenbach), Evang. Hospiz. Vom Pionier-Regiment 30: Pionier Jung (Dornholzhaufen), Westfälischer Hof. Vom Infanterie-Regiment 136: Wehrmann Kremer (Wiesbaden), Refervelazarett. Vom Referve-Jnfanterie-Regiment 223: Musketier Wilhelm Müller (Wiesbaden), städt. Krankenhaus.
Vom Infanterie-Regiment 80: Gefteiter Artur Arndt (Wiesbaden), Jägerhaus; Franz Bömer (Wambach), Nonnen-hof; Anton Herber (Rüdesheim), Nonnenhof; Wehrmann Karl Löw (Biebrich), Jägerhaus. Vom Infanterie-Regiment 87: Haupt» mann der Reserve Ludwig Kurz (Kassel), Schichenhof. Vom Landwehr-Regiment 80: Ferdinand Rudolf (Wiesbaden),
Krankenhaus. Vom Infanterie-Regiment 81: Wehrmann
Karl Scheib (Hil-gcnbach), Ges-ellenhaus. Vom Feldartillerie- z Regiment 21: Gefreiter Heinrich Stremel (Biedenkopf),
Nonnenhof.
— Kein Bedürfnis. Dem Cafetier Adam Schaidt in Wiesbaden wurde von dem Bezirksausschuß tu Übereinstimmung mit dem Gutachten der Polizei- und Gemeindebehörde die Erlaubnis zum Schankwirtschastsbe» trieb im 1. Obergeschoß des Hauses Bäreu st ratze 6 unter Verneinung der Bedürsnisfrage und unter Zurückweisung der Berufung wider ein Urteil des Stadtansschuffes versagt.
— Ein Umsatzsteucrprozeß. Frau August Ruppert in Wiesbaden hat ein Haus au der Moritzstrahe bei einer Zwangsversteigerung für 103 000 M„ erworben. Die Stadt schätzt den realen Wert auf 160 000 M. und hat demgemäß zunächst 309 M- 82 Pf. Umsatzsteuer angefordert, während die Ersteherin nur einen Wert von 140 000 M. gelten läßt und demgemäß bereit ist, 42 M. 5 Pf. Steuer zu bezahlen. Im Gegensatz zu Schätzungen deS Feldgerichts sowie von der Stadt benannter Sachverständiger kommt ein Obergutachten zu einem Wert von 134 000 M. Die Stadt wurde daher zur Zurückzahlung des zuviel erhobenen Betrags verpflichtet.
-— Eine unbekannte Tote. Am 6. November ist in Eltville eine bereits stark in Verwesung überge-gangene Lei ch-e aus dem Rhein gelandet worden. Es handelt sich dabei um eine Frau, deren Alter nicht mehr feststellbar war. Sie war bekleidet mit einem schwarzen Kleid und einem Jackett.
Die Polizei dahier ersucht um etwaige Mitteilungen, welche zur Feststellung -der Persönlichkeit zu führen geeignet erscheinen.
— Zwei, vor denen gewarnt wird. Zurzeit wird auf einen Mann gefahndet, welcher sich als ehemaliger Angestellter des städtischen Elektrizitätswerks bezeichnet, dort wegen seines Eintritts beim Militär entlassen worden sein will und sich daher eben in arger Bedrängnis befinde. Der Mann nennt sich Joseph Schmidt. Es ist ihm -darum zu tun, Almosen zu erhalten. Die Angaben aber, die er macht, sind unrichtig.
Es liegt natürlich kein Grund zu der Annahme vor, datz es sich hier um einen Mann handelt, der nicht bedürftig ist. -/ Weiter treibt sich nach einer polizeilichen Mitteilung zurzeit in unserer Stadt wieder eine Frau herum, welche sich erbietet, Reparaturen an Schirmen vorzunehinen. Schirme, die ihr daraufhin übergeben werden, nimmt sie mit, verscchvin» det dann aber spurlos. Die Frau ist mittelgroß und trägt eine gestreifte Schürze.
— Ein Radlcrunfall ereignete sich gestern nachmittag iw nördlichen Stadtteil. Ein Hausbursche der Kolonialwaren- Handlung Hardt in der Nerostratze kam mtt einem Korb, ge- füllt mit Spiritusflaschen, die Geisbergstraße herunter, "ln der Ecke der Taunusstraße rannte er mit voller Wucht einen Herrn um. Der Herr stürzte zur Erde und kam mit leichten Hautabschürfungen davon. Der Radler kam ebenfalls zu Fall» wobei die sämtlichen Flaschen entzwei gingen. Er konnte ohne
