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Zeichnungen zmn erstennral nach den Ottgrncklen genau wiedergegÄken sind. Danach stellt sich die Entstehung Lcs Ordens in manchen Punkten anders dar, als man bisher angenommen. So war der eigentlich volkstüm­liche Zug der Auszeichnung, die Gleichstellung aller An­wärter, in dem ursprünglichen Plan, den der Geheime Kabinettsrat Albrecht dem König vorlegte, nicht vor­handen. Zwar heißt es hier, von dem Kreuz:Es kann nur in diesem Rettungskriege erworben werden", aber die anderen Orden, so auch der Militärverdienstorden, sollten daneben beibehalten bleiben. Erst König Friedrich Wilhelm hat die Ordensgründung auf eine ganz neue, auf die noch heute so begeistert fortwirkende Grundlage gestellt. In den kurzen, abgerissenen Sätzen, in denen er gewöhnlich z-u sprechen pflegte, verfügte er in dem maßgebenden Entwurf:Einen neuen Orden zu stiften bloß für die Dauer dieses Krieges unter der Benennung Das Eiserne Kreuz. Alle anderen Orden während der Dauer dieses Krieges zu suspendieren." Eine nähere Ausführung ließ er nur dein wichtigsten Satze zuteil werden, der Bestimmung, die damals noch unerhört schien in der Heeresgeschichte und die ihren tiefen Sinn erst aus dem Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht er­hielt:Der Soldat mit dem General ganz gleich."Das sichtbare für die ganze Generation bleibende bedeu­tungsvolle Andenken an diese eiserne Zeit ist ganz eisern", verfügte der König, und die Lache lag ihm so a>n Herzen, daß er eine eigenhändige Skizze von dem Aussehen des Kreuzes entwarf.

Mit dem ersten Plan war ihm zwar zugleich ein Entwurf für die Form des Kreuzes eingereicht worden, den der Kriegsrat Einsiedel verfertigt; diese Zeichnung war aber so dilettantisch, daß sie dem Herrscher nicht gefiel und er min selbst dein Kreuz in allgemeinen Um­rissen die Gestalt gab, die es später erhalten. Es sollte ein schwarzes Kreuz aus Gußeisen sein, in Silber ge­faßt; die Vorderseite sollte ganz glatt bleiben und der Schmuck, der Namenszug des Königs, die Krone, die drei Eichenblätter lind die Jahreszahl 1813, auf der Rückseite angebracht werden. Die künstlerische Aus­führung wurde dem Königlichen Geh. Oberbauassessor Karl Friedrich Schinkel durch ein Schreiben über­tragen, in dem es heißt:Se. Köiligliche Majestät haben beschlossen, für die Dauer des jetzigen Krieges eine sigenthiimliche Auszeichnung des Verdienstes eintreten gu lassen. Sie soll in einem schtvarzen in Silber ge­faßten Kreuz von Gußeisen bestehen, und dessen Vor­derseite ganz glatt und ohne alle Inschrift bleiben, die Kehrseite aber zu oberst dm Namenszug FW mit der Krone, in der Mitte dreh Eichenblätter, unten die Jahreszahl 1813 mth,alten Se. Maj. haben allerhöchst- selbst die anliegende Zeichnung davon entworfen, und wünschen eine sariber ausgoführte Zeichnung." Schin­kel hat dann dem Kreuz die würdig schlichte, feierlich, ernste Gestalt verliehen, in der es in die Weltgeschichte eingegangen ist. Sein Vorschlag, das Kreuz an drei Ofen zu befestigen, "wurde abgelehnt, aber bald zeigte es sich, daß infolge der mangelhaften Befestigung viele Kreuze namentlich bei dm Kämpfen verloren gingen. Auch die Überwachung der Ausführung wurde dem Künstler übertragen, und am 22. März konnte er das erste in Silber gefaßte eiserne Probekreuz Vorlagen. Unterdessen war mit dem Datum des 10. März die Allerhöchste Order und das Statut des Eisernen Kren» zes bereits erschienen. Die beiden Schriftstücke sind aber wohl auf diesen Tag, den Geburtstag der Königin Luise, 'zurückdatiert worden, denn veröffentlicht wurde das Statut erst am 20. März und während der Zeit vom 13. bis zum 20. März stand die Form des Ordens noch gar nicht fest. Das Ergänzungskreuz, das die der zweiten Klasse sonst gleiche erste Klasse kenntlich machen sollte, bestand zunächst aus Stoff, wie überhaupt bis dahin die Ordeussteme allgemein auf dm Rock ge­stickt wurden. Erst später wurde die Herstellung des Kreuzes erster Klasse aus Gußeisen ungeordnet. Bei der Anfertigung der Kreuze hatte man mit großen Schwierigkeiten za» kämpfen; die gewöhnliche Art der

Wtung hielt nicht', man mnhte RorLer- nnL ÄtiiÄstit^ besonders löien. AIS der König Säern pommerschen Füsilier-Bataillon v. Borck, das sich am 2. April aus­gezeichnet hatte, die ersten Kreuze verleihen wollte, waren keine da, und auch später blieb die Zahl der fer­tigen Kreuze weit hinter dm» Bedarf zurück, so daß viele Kämpfer monatelang warten mußten, bis sie die Aus- zeickmung erhielten, und so mancher in der Zwischen­zeit am Heldentod starb. Welche große Rolle das von dem König ersonnene und geschaffene Kreuz in seiner Phantasie spielte, geht daraus hervor, daß er damit beim Einzug der siegreichen Truppen als bleibendes An­denken über dem glücklich Mrückgebrachten Siegeswagen die höchste Spitze des Brandenburger Tors bekrönen lassen wollte. Nur mit Mühe gelang es Schinkel, der durch das Kreuz nicht die Einheit des antikisierenden Triumphators stören wollte den Schmuck auf den Stab der Viktoria zu verlegen. Daß er im übrigen das Eiserne Kreuz selbst als das schönste Ornament dev Befreiungszeit ansah, beweisen seine eigenen Entwürfe zu den Denkmälern der Befreiungskriege, in denen dies schöne Symbol immer rviederkehrt, so auf dm» Scharn­horst-Denkmal und auch auf jenem mächtigen gotischen Turm auf den: Tempelhofer Berg, der nach dem Eiser­nen Kreuz dm Namen Krmzberg erhalten hat.

= Bucke wett. =

klus Ser rlriegszert.

Hoch Dcutfchland! Aus unserem Leserkreise wird uns ein Feldpostbrief eines Offiziers bei der Garde-Feldartillerie zur Verfügung gestellt, der Sen herrlichen Geist unserer Truppen, die nun schon wochenlang im Schützengraben leben, so recht deutlich widerspiegelt:Habe vielen Dank für die warmen Sachen, die ich persönlich ausgezeichnet gebrauchen konnte, und für die Zigarren, für die dasselbe gilt. Falls Du »och mehr warme Sachen schickst, kannst Du sicher sein, daß alles gebraucht wird und mit großem Dank entgegengeuommen wird. Ich habe z. B. noch nicht ein einziges Paar warme Strünrpfe, die ich jetzt wirklich gebrauchen könnte. Man muß immer bedenken, daß die gewiß große Zahl Liebesgaben sich bei der Größe unserer Armee sehr verteilt. Es kommt nichts um. Der Mann, der die Feldpost bringt, wird begrüßt wie der Weihnachtsmann. Me letzten acht Tage habe ich in der Feuer­stellung gestanden. Tag und Nacht, und bin seit zehn Tageil nicht aus' den Sachen herausgekommen. Auch nachts stets vollkommen angezogen im Freien geschlafen. Jetzt habe ich wenigstens eine Art Quartier, ein Bauernhäuschen in der Nähe der Beobachtungsstelle der Abteilung, wo ich mit Adjutant, Ordonnanzoffizier mll> Verpflegungsoffizier hause, Wenn auch ein Bett fehlt, so ist es doch eine große Wohltat, zeitweise unter Dach sein zu können. Die Freude wird aller­dings etwas beeinträchtigt dadurch, daß die französische Artillerie unser Dorf ganz besonders bevorzugt. Insonder­heit senden sie uns des Nachts inimer ihre Grüße. Man ge­wöhnt sich aber an derlei Dinge und itzt und trinkt, während draußen die Geschosse platzen und die Schiefern vom Dach« fliegen. Fast jede Nacht macht die feindliche Infanterie ihre Angriffe gegen unsere Schützengräben, wird aber regelmäßig abgeschmiert, wie ich überhaupt die französische Infanterie zu einer größeren Offensive nicht fähig halte. Fast alle Ver­wundungen, auch die unserer Infanterie, stammen von Artilleriefeuer. Alle Infanteristen versichern mir, daß ihnen das feindliche Jnfanteriefeuer ziemlich gleichgültig sei, da die Franzosen schlecht schießen. Nur die französische Artillerie ist sehr gut, und da sie tadellos sich zu verstecken weiß, können wir ihnen schlecht beikommen. Das lange Warten in unseren Stellungen erzeugt nicht nur in der Heimat Ungeduld, hier bei uns heißt es noch viel mehr: Geduld! Geduld! Wir trösten uns immer da mit dem kräftigen, aber schönen Wort: Wir werden dem Schwein schon kriegen! Ich wüßte auch keinen in der Armee, der nicht von absoluter Siegeszuversicht erfüllt wäre. Und so lange unsere Infanterie so herangeht, wie sio bis jetzt herangegangen ist, werden Inder, Basutoneger« Marokkaner und anderes Gesindel unser Vaterland wohl in Ruhe lassen. Auf Zeitungen bin ich abonniert, so daß iH von Deinem freundlichen Anerbieten, nrir solche zu schicken«