Sette Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt
erwecke, schließlich den Armeen Japans, Serbiens und Montenegros für ihre heldenhaften Taten. Der Minister fuhr fort: Wir verfügen über außerordentliche
Hilfsquellen an Menschenmaterial, wir besitzen einen wunderbaren Schwung, der eine Niederlage nicht glauben läßt. Unsere Verluste waren ernst; eher weit entfernt, die Begeisterung des englischen Volkes zu vermindern, trugen fie im Gegenteil dazu bei, den Mut unserer jungen Männer zu entflammen. — Indem Lord Kitchener auf die vernichtenden Kriegsmaschinen zu sprechen kam, mit denen die Feinde so sorgfältig sich versehen hätten, sagte er: Die. welche das Datum des Krieges im voraus festsetzen, haben einen beträchtlichen Vorteil über die anderen. Weiter sagte Kitchener: Abgesehen von kolonialen Truppen erwar
ten jetzt über 1260 000 Mann das erste Zeichen zum Abrücken. — Der französische Botschafter sprach dann namens der Botschafter der verbündeten Mächte. Er erinnerte daran, daß Frankreich niemals kriegerische Hintergedanken genährt und alle Anstrengungen gemacht hätte, einen Konflikt zu vermeiden. Der Botschafter fuhr dann ‘fort: Europa erlebte einst den Einfall von Barbaren, aber
'was es bisher niemals sah, eine von Gelehrten als Dogma aufgcrichtete und gelehrte sowie von der geistigen Elite gepredigte Barbarei, eine Barbarei, die durch die Wissenschaft vermehrt wurde, eine schulmeisterliche Barbarei. Diese Lehrer der Brutalität hatten geglaubt, alles zu vermögen, aber sie hatten nicht vorausgesehen, daß sie an dem Gewissen der zivilisierten Welt Widerstand finden würden.
Niederträchtige Lügen eines holländischen Berichterstatters.
W.T.B. Berlin, 10. Nov. Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: Das in Amsterdam erscheinende Blatt „Tijd" berichtet unter dem 16. Oktober aus Maastricht Mitteilungen eines Kriegsberichterstatters, in welchen dieser behauptet, er sei am 9. Oktober mit einem Zuge, in welchem über 2000 Verwundete befördert worden seien, auf der Station L a n d e m in Belgien, zwischen Thiemen und Waremme, eingetroffen. Hier sei zur Speisung der Verwundeten ein Aufenthalt von 40 Minuten gewesen. Auf dem Bahnhof auf- und niedergehend, habe er gesehen, wie sich vor einem der letzten Wagen des Zuges 200 bis 300 deutsche leichtverwundete Soldaten und Leute von der Besatzung in Landem in tobenden Beschimpfungen gegen drei in dem Wagen liegende schwer verwundete Engländer ergingen, den Hungernden Tassen mit dampfender Suppe von ferne zeigten und sie elendig darben ließen. Man habe ihnen auch unter rohem Lachen Gewehre entgegen- gchalten und auf sie gespien. — Diese Behauptungen des Berichterstatters des „Tijd" haben zu einer Untersuchung durch die zuständigen Behörden Anlaß gegeben. Hiernach ist über den angeblichen Vorgang auf dem Bahnhof Landem folgendes festgestellt worden: Am 9. Oktober ist kein Zug mit 2000 Verwundeten in Landem eingetroffen, sondern nur kleine Trupps, deren genaue Stärke aus den Verpflegungs- borechnungen hervorgeht. Ansammlungen von 200 bis 300 Soldaten an den Wagen können nicht Vorkommen, weil ßfe Posten Anweisung haben, die Rampe frei zu halten. Außerdem findet sich stets mindestens ein Offizier der Bahnhofskommandantur bei der Abfertigung eines VerwundetenzugeS ein. Es ist unmöglich, daß die Soldaten ihre Gewehre auf die Engländer anlegten, weil Mannschaften, die in der Speisehalle beköstigt werden und die Bedeckungsmannschafken stets ohne Waffen sind. Andere Soldaten haben keinen Zutritt. Die Engländer sind weder geschlagen, noch gestoßen, noch bespien worden, sondern es ist ihnen ein Teller warmer Suppe angeboten worden, dessen Annahme zwei von ihnen verweigerten. Dies ist durch Aussage von Beteiligten bezeugt.
Die „Beerdigung des deutschen Kronprinzen".
Englische und französische Zeitungen erzählen ihren gläubigen Lesern wieder einmal, daß der Kronprinz schwer verwundet sei und im Straßburger Schloß von zwei Ärzten, die das Schloß niemals verlassen dürften, behandelt werde. Den Gipfel des Schwindels erreicht schwindelfrei die „Daily Mail", die nach den Berichten eines deutschen Offiziers von der in Berlin erfolgten pompösen Beerdigung des Kronprinzen erzäblt. Dieser Beerdigung hät auch eine in Berlin lebende Engländerin beigewohnt. Sie selbst hat es einer in England zurückgebliebenen Freundin geschrieben. Man weih auch genau, wo der Kronprinz gestorben ist: west- lrch von Warschau. Die Leiche wurde auf ein mit Immergrün und Fahnen geschmücktes Auto gelegt und nach Deutschland geschafft. . . . Eine aus Berlin nach England zurückgekehrte Dame hegt allerdings noch einige Zweifel, weil in der letzten Zeit über die Prinzen des kaiserlichen Hauses 'die widersprechendsten Gerüchte verbreitet'worden seiendes seien fast alle Prinzen bereits gestorben gewesen. Die „Daily Mail" will sich genau erkundigen, wie die Sache sich verhält.
Krirgsepisoden aus Gallien.
Aus dem, Tagebuch eines verwundeten österreichischen Offiziers, mitgeteilt von Dr. Hans Wantoch.
Im Schützengraben.
Seit drei Tagen sind wir im Schützengraben. Manchmal kauern, manchmal stehen, manchmal liegen wir. Aber immer auf demselben Stückchen Boden. Seit 72 Stunden. Immer das gleiche Stückchen Land vor uns. Über uns den gleichen Himmel. Nur daß er blank und stahlblau ist bei Tage und von samtener Schwärze in der Nacht. Das ist der dinzige Wechsel.
Gestern war die kleine Feldküche, die wie eine Miniatur- fokomotive aussieht, um halb 1 Uhr morgens zum erstenmal angefahren, erst um 12 Uhr mitternachts kehrte sie wieder. Selbstverständlich! Törichte Zivilisten sagen dann freilich, wenn sie das hören: „Ja, die Verpflegung!" Aber wir
hatten guten Mundvorcat bei uns. Zwanzig Schritte hinter mir lag mein Rucksack, ein ganzes Brathuhn darin, Wurst und eine Flasche Wein. Es hätte mir nur ein Wort an meinen Burschen gekostet, der neben mir stand. Aber man denkt nicht an Essen. Man spürt keinen Hunger. So sehr sind alle Nerven vom Übermaß einer Erregung angespannt.
Es gibt nur einen Gedanken, wenn bte Kugeln pfeifen. Und sie pfeifen sehr heftig, sehr zahlreich. Hunderte, Tausende. Mit ganzen Bogenketten von Kugeln ist der Boden gleichsam überspannt. Man liegt wie unter einem Gewölbe von blitzenden Geschossen, die in knappen, knattern- den Abständen einander folgen, die sich unaufhörlich erneuern. Aus dem Ungewißen fliegen sie ins Ungewisse.
'_Wiesbadener Tagblatt.
Französische Erzählungen über den Kaiser.
bä. Christiania, 10. Nov. Dem Pariser „Matin" wird telegraphiert: Man beschäftigt sich hier mit dem Auftreten Kaiser Wilhelms während seines letzten Aufenthaltes in Belgien und Nordfrankreich. Der Kaiser benutze ein graues Auto; er trage dieselbe graue Uniform rurd verleihe häufig an Soldaten, die sich ini Kampfe gegen die Engländer ausgezeichnet haben. Eiserne Kreuze. Der Herzog von Württemberg begleite ihn. Die Deutschen hätten jetzt Verstärkungen herangezogen; diese bestünden aus Leuten um die 40 herum und aus jungen Burschen von knapp 20 Jahren. In der Gegend von Heyst und Knocke träfen die Deutschen Vorkehrungen für ihren Rückzug. (?)
Ein abfälliges italienisches Urteil über die französische Hceresorganisation.
Zürich, 9. Nov. In der „Tribuna" schreibt General Cor;i unter anderem: Die Tatsache, daß Frankreich seine Reser
ven, die es besitzen soll, noch nicht auf die Linie gebracht hat, beweist den Mangel an Organisation im französischen Heere, der um so schwerer wiege, als Frankreich auf eigenem Boden ficht.
völliges versagen der französischen Feldpost, g
W. T.-B. Paris, 10. Nov. (Nichtamtlich.) Der „TempS" kritisiert das völlige Versagen der Feldpost und sagt: Wäh
rend die Meinung berechtigt war, daß sie nach dreimonatiger Erfahrung nichts zu wünschen übrig lassen würde, funktioniert sie mit organischen Stockungen. Ihre Pflicht, die sie übernimmt, unsere Soldaten und ihre Familien nicht obne Nachricht zu lassen, erfüllt sie in keiner Weise. Prote st ü b e r P r o t c st, aber alles umsonst. Die schönsten Versprechungen, aber kein Erfolg! Die systematische Verzögerung der Briefe, von der die Postverwaltung immer faselt, wäre noch verständlich, wenn es sich um Sendungen von Soldaten nach Hause handelte, aber gerade diese kommen ziemlich ordnungsgemäß an. Die Bestellung ins Feld aber ist mangelhaft. In den Bureaus häufen sich die Sendungen, sie bleiben zur Versendung liegen und werden wegen Mangel besonders an geschultem Personal nicht einmal sortiert. Bei den Stäben gibt es ziemlich viel unbeschäftigte Leute, aus den Nordgebieten sind viele jetzt Dienstfreie geflohen, warum stellt man diese nicht an? Aber die Poftverwaltung trennt eine hermetische Scheidewand von der Militärverwaltung. Die Paketbestellung ist ebenso unzuverlässig. Kann das nicht die Familien und Krieger entmutigen?
Zu dem Magazinbrand im Kriegshafen Nochefort.
sich. Paris, 10. Nov. Hier ist man der Meinung, daß der Brand der Magazine in Rochefort durch einen Anschlag der Deutschen hervorgerufen worden sei.
Skandinavische Zeitungen in Paris verboten.
Wl T.-B. Kopenhagen, 10. Nov. (Nichtamtlich.) „Politiken" melden aus Paris: In den letzten vier Tagen hat die Zensur' verboten, skandinavische Zeitungen auszutragen.
Der französische Geschäftskrieg.
W. T.-B. Paris, 10. Nov. (Nichtamtlich) 30 weitere österreichische und deutsche Häuser wunden mit Beschlag belegt, darunter besonders das der Automobilfirma Mercedes.
Die englischen Offiziersverluste im November.
bä. London, 10. Nov. Die englische Verlustliste von November weist folgende Offiziersverluste auf: 17 Tote, 63
Verwundete und 17 Vermißte.
Auf eine Mine gestoßen.
London, 10. Nov. „Lloyds" melden aus D a r m o u t h : Der schwedische Dampfer „Alle" ist auf eine Mine gestoßen und gesunken; sechs Mann werden vermißt, die anderen sind in Uarmouth gelandet worden.
Folgen der Rordseesperre.
W. T.-B. Christiania, 10. Nov. (Nichtamtlich.) Ein bekannter Reeder schreibt in dem „Morgenbladet": Die Nord
seesperre hat die Lage vieler Dampsschisslinien verschlimmert. Die Fahrt ist verlängert und die Betriebsausgaben sind verdoppelt. Durch die jetzige Route Lindesnaes-Farney- Jnsel-Kanal nach England ist eine Expedition schwierig, da die Hafenarbeiter zum Teil zur Marine eingezogen sind. Die Frage einer Frachterhöhung ist zu erwägen.
Lebensmittel für die belgische Bevölkerung.
bst. Rotterdam, 10. Nov. Der holländische Dampfer „Jean Block", der vom amerikanischen Gesandten gechartert wurde, verließ gestern Rotterdam mit Lebensmitteln für die belgische Bevölkerung in Lüttich und Brüssel. Der zweite Dampfer „Tellus" ist aus London mit 11 750 Sack Weizen abgefahren.
Die Freilassung mohammedanischer Gefangener in Deutschland.
M- Konstantinopel, 10. Nov. Gestern trafen hier, wie der „Tanin" meldet, 200 mohammedanische Gefangene aus Deutschland ein. Es sind hauptsächlich ehemalige französische
Nur ab und zu, für den Bruchteil einer Sekunde, fährt darüber eine Rusienmütze auf. „Mehr nicht. Und unsere Leute, Tiroler sind es, die vom Weidwerk das Gewehr gewöhnt sind, murren, daß sie nicht zielen und nicht schießen können, wenn sie nichts sehen. Es ist das Schlimmste an dieser Kriegstäktik, die uns das zähe und lethargische, sri überaus geduldige Volk der Japaner aufgehalst hat. Man sieht den Erfolg nicht. Und meine Tiroler verlieren die Geduld. Sie wollen vor. Wir Offiziere haben alle Mühe, sie. zurückzuhalten. Jeden Augenblick ftagen sie: „Jsch no net
gnua? Gan mer no net?"
Die Offiziere springen auf, sie eilen zum Regimentskommandeur und erbitten den Befehl: „Vor." Einstweilen
halten meine Leute den Schutz im Rohr. Ihre Gesichter glühen. Aber drüben hat das Feuer nachgelassen. Wahrhaftig, eS sieht so aus. . . . Hörbar raucht das Blut. Da kommt der Befehl: „Stehen bleiben. Noch eine Stunde mindestens muß die Artillerie arbeiten." Aber meine Leute zögern. Ich reiße ein Gewehr an mich. Los! Drüben zuckt ein russischer Infanterist in die Höhe, wie auf dem Schießstand in einer Praterbude, bäumt sich zurück, schlägt rücklings mit hochgeworfenen Armen auf den Boden. Es ist grotesk. Aber meine Braven feuern. Verstärkt die drüben. Jetzt reißt es dem Hochhuber Sepp hen kleinen Finger von der Linken. „Sakra", schreit der Sepp und will, um gleich wieder zu feuern, die Wunde rasch mit seinem Taschentuch verbinden. Antiseptisch ist es gerade nicht geworden, von Sterzing bis Rußland; ich falle ihm noch rechtzeitig in den Arm: „Zum Verbandplatz, marsch." Der Sepp schüttelt den Kopf. Er versteht das nicht, Geschichtenmacherei. Cr ist entschieden bös auf mich. Und wenn er in einer Stunde nicht
Mittwoch, 11. November 1911 -_ Nr. L»7.
Truppen aus Algier und Tunis, die jetzt in den Reihert
der türkischen Armee gegen die Feinde des Islams kampsert wollen. Dieser ersten Abteilung sollen noch weitere folgen. — Auf vier Gebäuden, welche feindlichen Staatsbürgern gehörten, wurden radiotelegraphische Stationen entdeckt und beschlagnahmt.
Das Gold der Reichsbank!
Warnung vor Agenten.
W. T.-B'. Berlin, 10. Nov. (Amtlich.) Das Oberkommando in den Marken teilt mit: In einer Zeit, in der es
die Pflicht eines jeden Deutschen ist, sein Gold zur Reichs- b a n k zu tragen, haben sich hier Leute gefunden, die Gold sammeln oder aufzukaufen suchen, um es ins Ausland zu bringen. Da ihre Bemühungen bei Banken und deren Angestellten keinen Erfolg hatten, wenden sie sich jetzt an das Publikum, namentlich in Gastwirtschaften und auf Postämtern, um gegen ein geringes Aufgeld Gold für andere Geldsorten einzukaufen. Derartige Machenschaften, Gold an- zukaufen und zu sammeln, zum Zwecke, es in das Ausland zu bringen, sind in der gegenwärtigen Zeit verwerflich. Von der Vaterlandsliebe der Bevölkerung muß erwartet werden, daß sie das Ihrige dazu beitragen wird, solchen Elementen das Handwerk zu legen, indem es diese Agenten sofort der Polizei übergibt.
Die Hilfsspendcn für Elsaß-Lothringen.
W- T.-B. Straßburg, 10. Nov. (Amtlich.) Die „Straße burger Korrespondenz" veröffentlicht unter dem 9. November! die bisher eingegangenen Daten der Kriegsspenden in Elsaß- Lothringen in Höhe von 607 477 M. 10 Pf. und fügt hinzu: Die Beiträge zur Kriegsspende mehren sich in sehr erfreulicher Weise. Aus allen Teilen des deutschen Vaterlandes^ bis zu den östlichen Provinzen Preußens, haben Private, Ge- schäftssirmen, Korporationen, große, mittlere und kleine Städte sowie die Vertretung preußischer Kreise durch Überweisung namhafter Beiträge ihr warmes Interesse an der kriegsbeschädigten Bevölkerung unseres Larides in wirksamster Weise betätigt. Weitere namhafte Spenden sind bereits in Aussicht gestellt. Neben diesen Geldbeträgen sind Natnral- spenden der verschiedensten Art in erheblichem Umfang -eingegangen. Durch Überweisung dieser Gaben an die Einwohner der vom Kriege so hart betroffenen Teile des Landes, namentlich in Lothringen, hat es sich ermöglichen lassen, dew Eintritt eines Notstandes vorzubeugen.
Kein freier Zuzug nach Metz.
W- T.-B- Metz, 10. Nov. (Nichtamtlich.) Vom 12. Nov. öS ist laut einer Bekanntmachung des Gouverneurs von Metz Zivilpersonen der Eintritt in die Stadt und den erweiterten Festungsbereich ohne schriftliche Erlaubnis des Militär« polizeimeisters in Metz verboten. Die Maßregel ist veranlaßt durch den bei freiem Verkehr erfolgten Zuzug unliebe samer Elemente.
Gegen geschmacklose Ulkpostkarten.
W. T.-B. Berlin, 10. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt! An dieser Stelle wurde schon darauf hingewiesen, daß eS der deutschenWürdenicht entspricht, aus die im feindlich^ Ausland verbreiteten unerhörten Schmähungen des Deutsch» tums mit gleicher Münze zu e r w i d e r n. In der Tat übsv- trisst dasjenige, was in England, Frankreich und Rußland an Verunglimpfungen und Schmähungen unseres Kaisers, unseres Heeres, und alles uns Hochstehenden und Heiligen hervorgebracht wird, bei weitem auch die schärfften Glanzleistungen auf deutscher Seite. Gleichwohl sind die zuständigen Stellen im Interesse des guten Rufes und der Würde unsere Voltes bemüht, allem, was auf diesem Gebiet berechtig^ Anstoß erregen könnte, entgegenzutreten. So beschäftigt sich ein Runderlaß des preußischen Ministers des Innern an die Regierungspräsidenten mit Klagen, die über den Verkauf anstößiger Kri egs postkar t en in der Öffentlichkeit wiederholt erhoben worden sind. Wenn auch diese Klagen nach den airgestellten Ermittelungen teils übertrieben sind und im übrigen von der würdigen Stimmung und dem guten Geschmack der Bevölkerung erwartet werden dürft, daß st- minderwertige alberne, den Feind herabwürdigend« Machwerke von künstlerischen und patriotischen Erscheinungen, ter welchen sich auch solche von gesundem Humor beftw den können, zu unterscheiden weiß und erster« durch Nichtankauf unterdrückt, so sei die Polizeibehörde doch auf dev Kartenhandel aufmerksam zu machen, damit sie gegen Auslagen und Vertrieb unzulässiger Erzeugnisse durch WarmU* gen und nöttgensalls mit Zwangsmaßregeln vorgeht.
Das Eiserne Kreuz.
Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielten: der Oberstlem» nant Gustav v. Oppen, Kommandeur des Infanterie- Regiments Nr. 73; der Major Lorenz v. Gottberg, Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 66; der Oberst urm Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 28 Hans von Oppen fiel in seinem zweiten Gefecht am 26. August >91 - Drei Tage vorher machte er sein erstes Gefecht mit und wurde
wiederum da ist. wenn er diese Stunde des Bajonettangriff
nicht miterlebt, werde ich das verantworten können?
Getrost!' Es dauert keine Stunde mehr. Der Kolw bauer rechts von mir schmaucht seine Pfeife. Den ganz^ Tag (und vielleicht auch nachtZ) hängt sie zwischen Lippen. Eine schöne Pfeife, mit dem Andre Hofer auf dem Kopf. Und just diese Pfeife sucht eine russische Kugel, diese Pfeife schießt sie dem Kollibauer von den Lippen, dav er zornwütig aufschreit: „Hiatzten .is gnua! Hratzten
mers an." Und springt aus dem Graben. Die anderen ihm nach. Ich rufe: „Halt." Aber es gibt kein Halten. Über« zucken die Bajonette aus den Schützengräben empor, Flimmern, ein Funkeln, unabsehbar über Stunden, Weg^ stunden. Und mit gezücktem Bajonett, mit schwingendem wehrkolben seht das Laufen ein, das große Laufen gegen m feindlichen Schanzen. Dieses unaufhaltsame, unabsehbar Laufen von Hunderten und Tausenden nach einem 3 ,tl ' das in der Geschichte der Sieg von Krasnik heißt. - '' Die Patrouille. v
Wir fünfzig hatten den Befehl, den jenseittgen »**7 gang des Waldes zu besetzen. Schon dunkelte die Wir schritten durch die Föhren. Verspätet sang noch irgend» ein Vogel. Ein Specht hämmerte in einem BaumstaMM' Grillen zirpten. Schön war es, in die Nacht zu gebr ' Zwischen den dunklen Bäumen weiter, weiter, an den Randes Waldes, wo der Mond mit tausend Sternen mußte. Aber am Rand des Woldes kracht uns eine Geweh salve entgegen. Mindestens die doppelte Übermacht, scbätz'^ wir Offiziere und wollten mit unseren Leuten hinter d Deckung der Stämme. Die Tiroler aber rieftn das das in diesem Krieg schon fast sprichwörtlich geworden V'
