Weite 8
Wiesbadener Lagblatt.
Mo. 295
Ruhestand.
30 Pfennig die einspaltige Petitzeile.
Mittwoch den 22.: „ , den 23.: „Die lustigen ——» -- „Prinzessin Amaranth". 6*/» Uhr: „Carmen".
♦ (An die Berliner Hofoper) tst als 2. Capellmeister Herr Musikdirector Deppe, der seitherige Leiter der schlesischen Mufikfeste, vom Grafen Hochberg berufen worden. Der dcrmalige 1. Capellmeister des Berliner Opernhauses, Herr Rad ecke, tritt am 1. Januar 1887 m den
H oi^urhdruck-rc: in Wiesbaden. - Für die Herausgabe verantwortlich LoutS Schellmberq in Äsi^bade^
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Dr. Friedländer habe die Ehefrau eines Bäckers falsch behandelt. Darin wurde jedoch von dem Berufungsgericht nicht eine Beleidigung gefunden, sondern lediglich eine entschuldbare Kritik über die BehandlungS-Methode eines anderen Arztes. Außerdem constatirte der Gerichtshof, daß die Aeußerung des Dr. Santlus, Dr. Friedländer solle erst Etwas lernen, durch daS im höchsten Grade beleidigende Benehmen der Dr. Friedländer hervorgerufen und dadurch vollständig entgolten wurde. Dr. Santlus wurde daher für straffrei erklärt; die dreiwöchentliche Gesängnißstrafe aber, mit der das Schöffengericht den Dr. Friedländer belegt hatte, wurde in Anbetracht der bisherigen Unbestraftheit des Angeklagten in eine GAd-
_ eklagten in eine Geld
strafe von 200 Mk. verwandelt, an deren Stelle im" Nichtzahlungsfalle für je 10 Mk. 1 Tag Gefängnis; treten wird.
* (Personalien.) Oberförster Heymach zu Idstein fft zum 1. April k. I. mit Pension in den Ruhestand versetzt worden. — Zahlmeister Wieg mann vom Füs.-Bat. 2. Großh. Hess. Jnf.-Regt». No. 116 zu Gießen wurde zur Unteroffizicrschule in Biebrich commandirt.
* (Lehrerstelle.) Die Lehrerstelle zu Weyer im Kreise St. Goarshausen mit einem decretlichcn Gehalte von 1200 Mark soll bis zum 1. April k. Js. anderweitig besetzt werden. Anmeldungen für dieselbe sind bis zum 1. Februar k. I. zu bewirken.
* (Verein für volksverständliche Gesundheitspflege.) Zu der vorgestrigen Vorlesung des Herrn Securius: „Ueber die Hausmittel der volksverständlichen Gesundheitspflege nach 30jähriger eigener Erfahrung" hatte sich eine recht stattliche Zuhörerschaft eingefunden. Wir werden den intereffanten, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag in der nächsten Sonntagsnummer als Sonder-Artikel ausführlich zur
Das rege Interesse, welches in immer höherem Maße alle bürgerlichen Kreise für dre wirthschaftlichen Fragen erfaßt hat, veranlaßt den Verlag des „Berliner Tageblatt", den volkswirthschaft- lichen Theil der Zeitung entsprechend zu erweitern und demselben durch Einrichtung einer besonderen vollständigen Handelszeitung eine sorgfältige und umfassende Pflege zu widmen. Um dies räumlich zu ermöglichen, erscheint fortan die Abendnummer in einem Doppelbogen von 8 Folioseiten, wovon die Hälfte für die „Handelszeitung" bestimmt ist welche olle wichtigen Nachrichten über Börse, Waarenhandel und Industrie, die Producten- und Waarenberichte der bedeutenden Handelsplätze des In- und Auslandes, einen sehr vollständigen Courszettel der Berliner Börse, sowie die Ziehungs- der wichtigen Loospapiere enthalten wird. Die einzelnen HandelS-
Kunst und Wirtschaft.
* (Repertoir-Entwurf deS Stadttheaters zu Mainz bis zum 26. Dec.) Samstag den 18. (Weber-Feier): Prolog. „Der Freischütz". Sonntag den 19.: „Der Trompeter von Säkkingen". Montag den 20.: „Wohlthättge Frauen^. Dienstag den 21.: „Der Zigeunerbaron . ----- " ~~ : „Prinzessin Amaranth" (Weihnachtsmärchen). Donnerstag tstigen Weiber". Sonntag den 26. Nachmittags 3 Uhr:
und Industrie-Zweige sollen periodisch von anerkannten Fachautoritäten durch selbstständige Artikel sachgemäße Beurtheilung finden. Ohne den Abonuementsbetrag zu erhöhen, wird somit der redactionelle Text deS B. T. um ca. 500 bis 600 Seiten jährlich vermehrt werden, und wenn wir die Neueinrichtungen der letzten Zeit, als die Parlaments-Ausgabe, die Montags-Nummer mit dem Feuilleton-Beiblatt „Der Zeitgeist" sowie die Vergrößerung des illustr. Witzblatter „WLH“, hier »och erwähnen, so soll damit nur kundgegeben werden, tote sehr das B. T. dem gesteigerten Lesebedürfniß seiner Abonnenten Rechnung zu tragen bestrebt fft so daß dasselbe allmälig zu einer Zeitung größten SthleS herangewachsen ist. Da auch die sonstigen Leistungen des „Berliner Tageblattes" auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, seine frische und unabhängige politische Haltung, seine Anstrengungen in Bezug auf rascheste Berichterstattung meistens durch Special-Telegramme, die reichen belletristischen Gaben aus der Feder unserer ersten Schriftsteller sich allgemeiner Anerkenn»« zu erfreuen haben, so dürften die obenerwähnten neuen Bestrebungen ebenfalls volle Würdigung finden. Im täglichen Roman-Feuilleton des nächster. Quartals erscheint nächst einer reizenden Humoreske von Otto Girndt: „Das Buch Hcnoch" das neueste Werk von George Ohnct: „Sie will es", ein Roman im Genre von desselben Autor»: „Der Hitttcnbesitzer", welcher s. Zt. so außergewöhnlichen Beifall gefunden hat. Der Abonnementspreis Mr das „$cdiner Tageblatt" nebst seinen werthvollen 5 Beiblättern: Illustr. Witzblatt „ULM.“, Illustr. Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle", „Mitthnlungen über Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft", der Feuilleton- Beilage „Der Zeitgeist" und der täglich erscheinenden „HaudelszeiMng" beträgt Alles in Allem nur 5 Mk. 25 Pfg. pro Quartal. Alle Postämter des deutschen Reiches nehmen jederzeit Bestellungen entgegen. Probe. Nummern sind gratis und franco von der Expedition des „Berliner Tageblatt", Berlin SW., Jerusalemerstr. 48/49, zu beziehen, (ä eto. 165/12 B.) 367
Kenntniß unserer Leser bringen. t „ - . „
* (Taunus-Club.) Der „Taunus-Club Wiesbaden" hat für 1887 acht Haupt-Ausflüge in Aussicht genommen und zwar zwei in den östlichen Taunus: „SoSen-Königstein-Fcldberg-Cronberg-Cronthal-koden" und , Wildiachsen-Bittelaut-Hofheim-Evpstein", zwei in den westlichen Taunus (Rheingebiet): „Schlangenbad-HallgarterZange-Hattenheim" und „RüdeS- Heim-Kammerforst-Teufelskadrich-Lorch", zwei nach Norden (Lahngebiet): „Nassau-Weinähr-Goethepunkk-Arnstein-Naffau" und „Limburg-Molsberg- Dornburg" und zwei außerhalb deS Taunus nach der „Knodener Höhe" (Odenwald) und nach dem Spessart.
* (Auszeichnung.) Von der Jury der Amsterdamer Kunststtckerer- Aussteünng erhielt Frau Elise Bender von hier für ihre Sesammt- Ausstellung die goldene Medaille.
* (Der Gelegenheits-Zauberkünstler) hat seine Berechtigung ebenso tote der Gelegenheits-Dichter, der Mufik-Dilettant und wie die verschiedenen „Künste" alle heißen, in denen der „Laie" sich versucht, oft nur, um in Gesellschaft angenehm unterhalten zu können. Wer hätte nun, nachdem er die Großen und Kleinen auf dem Gebiete der Magie in ihren „unübertrefflichen Leistungen" hat kennen lernen, nicht hin und wieder auch den stillen Wunsch gehabt, er einem dieser „Unvergleichlichen" nach- thun zu können? Aber so rasch lernt sich diese Fingerfertigkeit nicht, die man „Zauberei" nennt, als daß man mit dem nöthiaen „Nutzen" einer S-iröe könnte beigewohnt haben, in der ein solcher Tausendkünstler irgend eine» seiner Kunststücke auf „ganz einfache Weise" erklärt. _ Es gehört daher wahrlich eine große Selbstverleugnung dazu, wenn em solcher Magtker seine „innersten Geheimnisse" aller Welt preiszugeben sich entschließt, wie Sen Professor Carl Stengel dahier e« zu thun sich entschlossen hat.
r lehrt z. «. dar „Kunststück, ein Geldstück von einer Hand nach der anderen spazieren zu lassen", schon für 1 Mark und so weiter in den verschiedensten „Preislagen" bis zu 200 Mk. für „dre Kunst, aus einem gewöhnlichen Hühnerei einen lebenden Menschen erscheinen zu lassen'. Dieser Gipfel" der Hexerei soll leicht ausführbar sein und zwar ohne jeden Apparat. Der genannte Kgl Preutz. Hofkünstler hat überhaupt für Jeden Etwas. Gleichviel, ob der heitere Gesellschafter seinen Freunden eine Zauber- Vorstellung geben oder auch nur einen Scherz machen will, stets befindet fich in dem Stengel'schen Catalog das Material zur Belehrung, zum Schlüssel zu jedem Geheimniß der Magie. Die Grundlage bildet dar ABC der Magie", hat man das in sich ausgenommen, dann bedarf eS nur der Deckung deS uöthigen Bedarfs von Vexir- und Scherz-Artikeln, sowie sonstiger Zauber-Apparate, welche Herr Stengel in seinem Ladenlocale Kirchhofkgasse 9 feilbietet, und — „Bosco" ist fertig.
* (Die Vacanzenliste für Militär-Anwärter No. 50) liegt an unserer Expedition Jntereffenten unentgeltlich zur Einsicht offen.
* (Kleine Notizen.) Am Mittwoch Abend gegen */«5 Uhr kam das sonst lammfromme Pferd einer gegenüber der Post in der Rhem- straße stationirlen Droschke auf den waghalsigen Gedanken, durch,uaehen, rannte tat blinden Eifer in eine andere Droschke und zwar in die hmten über der Wagenfeder befindliche eiserne Stange, welche 6-7 Zentimeter tief in die Brust der Thiere, eindrang. Wie ein Strom quoll da» Blut aus der klaffenden Wunde des Thiere», welches bis zur Ankunft eines Thierarztes in den Stallungen de, Herrn Rettenmayer untergebracht wurde. Der Besitzer der Pferdes ist Herr Droschkenkutscher Wittlich m der Schachtstraße. - In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurde in der „Herberge zur Heimaih" ein Einbruchdiebstahl verübt und verschiedenen dort logirenden Handwerksburschen die Kleider gestohlen. Merkwürdigerweise fand man an dem Orte der That einen Miltiärrock nebst Säbel, welche wohl von dem Dieb dort zurückgelassen wurden. — Am Mittwoch Nachmittag um 4'/- Uhr fiel der Maurergehülfe Christian Friedrich von hier im Hause Walramstratze 32 die vom ersten Stock hinunterführende Treppe hinab, brach das Genick und blieb auf der Stelle tobt. - Gestern Vormittag erschoß fich der in der oberen Marktstraße wohnende Kaufmann Sch. Mißliche VermögeuSverhältnisse durften dar Motiv zur That gewesen sein.
-rn den besten Gesellschaftskreisen wird heute Widtfeldt'S beliebter Magenbehagen den renommirtesten Liqueuren entschieden vorgezogen. Niederlage u. A. bei Anton Sohirg, Hofl., C. Acker, Hofl„ j. m. Roth, Ceorg Bücher, J. C. Kelper,357
An den Rachwehen von Lnngen- nnd Rippenfell- Entzündungen geht so manches Leben zu Grunde, das noch langer härte bewahrt werden können, wenn diese Nachwehen mit den geeigneten Bütteln behandelt worden wären. (So starb erst vor Knrzern ein hervorragender Staatsmann Graf B. an den Folgen einer derartigen Entzundungs- krankheit.) Zu den bestbewährten Mittet«, die Residuen von Lungen- und Rippenfell-Entzündungen zu beseitigen, gehört aber anerkanntermaßen der Gebrauch der Sodener Mineralqnellen, beziehungsweise der an» den wirksamsten dieser Quellen gewonnenen Sodener Mineral-Pastillen, welche unter offizieller ärztlicher Coiitrole des Königl. Sanitatsrath» Herrn Dr. W. Stölying angefertigt, den Patienten und Reconvalescente» überall durch die besten Apotheken ä 85 Pfg. per Schachtel zugänglich gemacht werden._______________________________________________________
Die prachtvollsten Regen- und Wintermäntel findet man zu erstaunend niedrigen Preisen in der seit einiger Zeit dahrer bestehende Mäntei-F'abrik Marktstraße 30 (Gasthof „zum Einhorn ). 21702
