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Samstag 7. November 1914. HbCTtö s Htl$CJClbC.
Ur. 522. ♦ 62. Jahrgang.
Der Krieg.
Der Tagesbericht vom 7. November.
Weitere Fortschritte bei Ispern. — Drei russische Kavallerie-Divisionen geschlagen.
W. T.-B. Grvßes Hauptquartier, 7. Nov., vormittags. (Amtlich.)' Unsere Angriffe in Richtung V P e r n machten auch gestern, besonders südwestlich Npern, Fortschritte. Über 1000 Franzosen wurden zu Gefangenen gemacht und drei Maschinengewehre erbeutet.
Französische Angriffe westlich N o y o n sowie auf die don uns genommenen Orte B a i l l y und C h a b v n- " c s wurden unter schweren Verluste n für den ?ieind abgewiesen. Der von uns eroberte und nur schwach besetzte S o u p i r und der Westteil von Sapig- 11E u I, der dauernd unter schwerstem Artillcriefeucr lag, urusste von uns geräumt werden.
Bei Servon wurde der Feind abgewiesen, im A r g o n n c n w a l d e weiter zurückgedrückt.
Ans dein östliche n Kriegsschanplatz wurden drei Russische K a v a l l c r i e d i v i s i o n c n, welche die Warthe oberhalb Kolo überschritten hatten, g e - sch lagen und über den Fluß zurückgeworfcn. Im übrigen kam cs dort zu keinen Zusammenstößen.
Oberste Heeresleitung.
Die bedrängten Stellungen der Feinde bei Ypern.
Berlin, 7. Nov. Die gestrige' Darstellung in her •?' ■ 1 ^ c n t r a 11 ö ö s i,s ch e n Generalstabsnote er- »wt in Verbindung mit e nglisch c n und üelgi - ^ ch e n Depeschen, daß der am Mittwoch unternommene ^ersuch der Verbündeten, im Gebiet von Dü n- ststrchen in der Nähe'von A r m e n t ist r e s nnd nörb- "ch von Plaesschendaele vorzubringen, Donnerstag er- ^^uert werden sollte, aber wegen des überaus schwierigen Sumpfgeländes ohne große Aussicht auf Erfolg Fui- Dre Franzosen bestätigen, daß ihre Stellungen fb' Wern neuerdings bedrängt seien. In einem ch.rer Berichte wird behauptet, daß die verminderte /<arlgkeit der deutschen Infanterie eine französische Offensive gestatte. Die Meldung konnte jedoch schon st« den nächsten Strindon durch die Tatsache widerlegt Verden. Die schwächsten Stellen des französischen Be- firtö die dem Vordringen zwischen der Oise ^ Mosel sowie nördlich Arras gewidmeten. Hier
frffvi 5011, toirfö zugegeben, habe die'dsutsche Ärtilleri> were Verheernnge n angerichtet. — über öi ' atji{)f. e § to , n i,- c der Ghnrkas wird berichtet: Di
^lnen, dürren und flinken Gestalten erinnern ai T^paner. Mit der linken Hand laden sie das Gewehr E der rechten fassen sie das Messer. Ans 20 Mete: f^nand schlendern fie es auf den Feind und dann erf üvyeii sie mit dem Bajonett vor.
Die Kämpfe bei Arras und Wern.
•uj .chs- Kopenhagen, 7. Rov. Die „Politiken" melden au, 2' Die Deutschen machen große Anstrengungen auf den glichen Kriegsschauplatz, besonders bei Arras, das ab otenpunkt von großer Bedeutung ist. Ohne sich um di ^wereu Verluste zu kümmern, setzen die Deutschen bi. ttn. m ^ ,e Tütt Hnb ^ben jetzt die Vorstädte einge . *mtn. 3n ki letzten Tagen wurden Ne Deutsche, W Kilometer zurückgedrängt. Aber sie kommen ständig * vorwärts. Ein Korrespondent des Pariser „Nev 1-' Herald ' meldet, daß die letzten Kämpfe bei Dpern mi erkauften Siege (?) der englischen Kavallerie ge sch ” batten, die furchtbare Verluste erlitt. Die Deut daN 7 ^ saiü der Korrespondent weiter, griffen mit einzi, w ehender (Gewalt an. Mehrere Orte wurden mehrere «est". bnüereinander gestürmt, zurückerobert und wiede:
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Bestrafte Widersetzlichkeiten in Krüssel.
0 7. Nov. ©in aus Brüssel in Rotterdam eil
schs^'wner Reisender erzählt, daß in Brüssel durch Ar dw Deutschen bekannt gemacht worden ist, da den ^dt zu 6 Millionen Geldbuße verurteilt wo: Milir-' Polizeidiener sich gvgon deutsche sick, a widersetzt haben. Die Polizcidicner weigerte i».' 0oni Befehl eines deutschen Offiziers zur Verba de»? Mannes zu folgen. Es entstand infolge
ein Wortwechsel, der Mob lief zusammen im arpg Wie den Offizier und die Soldaten. Nur in w r b gelang es einigen Bürger n, den Pöb,
r»n_, ruhigen. Es wurde darauf ein Verfahren eing
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Me ^f l si Polizerdjener zu hohen Gefängnisstrafe-
- 'Stadt zu der obengenannten Summe verurteilt. *
Der Kampf um Tsingtau.
3 vf‘ r - 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Wn
eni,?- "ooief eines in Schanghai lebenden Kanfmanr ^iMmt die „B. 3 ", daß gegen 1200 Mann aus all:
Teilen Ostasiens als Kiegsfreiwillige nach Tsingtau eingerückt seien. DieBesatzung besteht ncit den regulären Truppen aus etwa 6000 Mann. Dagegen hatte. Japan bisher 60 000 Soldaten gelandet, die Engländer etwa 2000, und zwar hätten die Engländer unter dem Kommando eines japanischen Generals gestanden, Gleich zu Anfang hätten die Japaner zwei Torpedoboote durch Minen verloren,
V/. T.-B. Tokio, 6. Nov. (Nichtamtlich.) Meldung des Reutepschen Bureaus: (Amtlich.) In den Kämpfen vor
Tsingtau beliefen sich die englischen Verluste auf 2 Tote und 8 Verwundete, darunter 2 Majore: die japanischen Verluste auf 200 Tote und 887 Verwundete. Die Beschießung Tsingtaus dauert an. Flugzeuge werfen Bomben und Flngblättar herab, worin den Einwohnern geraten wirr (die sind ja abgezogen!): an den militärischen Operationen nicht teilzunehmen.
Der ganze (vranje-Zreistaal im klufstand!
Berlin, 7. Nov. Nach einer Depesche der „Deutschen Tageszeitung" aus Antwerpen haben sich die Buren des ganzen Oranje-Freistaates dem Aufstand angeschlossen. De Wet habe die Selbständigkeit der Republik erklärt.
Erfolge der Bure»aufständischen.
^ Esten (Ruhr), 7. Nov. (Eig. Drahtbericht, Ktr. Bln.) Nach einer Meldung der „Rhein.-Westf. Ztg." berichtet das Reuter-Bureau aus Pr eto na, daß d e W et mit 350 LeutenMrede.im Oranjefreistaat besetzt hat. Er zerstörte die Telegraphenanlagen, rief Magistrat und Einwohner zusammen und hielt eine Ansprache gegen die gottlose Poliiik Bothas, Werter forderte er Munition und Waffen. Vor R u st e n b u r g wurde eine Abteilung Bothas von den Aüf- ftändischen geschlagen.
Oie 14. Kriegswoche.
Das' „MMtvöherrschenide" Großbritannien erbebt unter dem Donner .deutscher' Schiffsgefchütze. Kaum war der Unmut Wer die Vernichtung des Kreuzers „Herwes" und des Unterseebootes „I> 5" in England ein wenig überwunden, da bekam dieselbe Küste, die feit Jcchrhunderten keinen Feind .gesehen, bei Iärmouth eiserne Grüße aus deutschen Fenerschlündön zu spüren. Also auch dort, wo man sich unter dem. Schutze der englischen Mitten und der englischen Riesenslotte. geborgen .glaubte, mußte man voll Schrecken erkennen, daß dentsche Seetüchtigkeit und Kü.h nh eit jode Gefahr überwindet. Spiegelte die Londoner Presse den n i ede r schme tt eund e n Eindruck dieser Tatsache mit ejnörE Lebhaftigkeit wider, die das englische Krietzsamt bestimmte, betreffs der .deutschen Invasion ein Beruhigungspulver zu verbreiten, so wird die Kunde von der schlvcren Niederlage des Geschwaders Erad- do ck an der ch t leni s ch e n Küste die ganze Wett wie ein elektrischer Schlag durchzucken. Denn hier wurde.das Märchen von dem uWedingten Übergewicht der englischen Soestreitkräfte so drastisch Lügen gestraft, daß alle, die unter der probenhaften Goltendinachnng
der angeblichen „Seeherrschaft Englands" leiden .-
und das ist außer feinen Bundesbrüdern so ziemlich die ganze Welt — in Flammenschrift die Ankündigung des konrmenden Umschwunges lasen.
Der Blick auf die Känrpfe an der belgisch- französischen Küste kann Englands sorgenvolles Haupt nur noch mehr verdüstern. Denn so hart auch die Kämpfe sind, die unsere tapferen Truppen dort bestehen: v o r w ä r t s kommen sie doch, und die vorn Feind erlittenen Verluste sind gewaltig genug, um die führende Londoner Presse vor die Frage zu stellen, w o h e r die K ä mp f e r zu ne h in e n seien, die England zur Ausfüllung der klaffenden Lücken braucht. Die verhältnismäßige Ruhe auf dem östlichen Kriegsschauplatz bietet den Engländern wenig Trost; denn in der Bukowina, in Galizien und in Serbien känipfen die österreichisch-ungarischen Truppen erfolgreich mit ihren Feinden. Was. aber die verbündete Flotte gegenüber deni neuen Widersacher des Dreiverbandes, der Türke i, erreicht hat, ist bisher gleich Null gewesen. Die. Beschießung der Dardanellen blieb nicht minder ergebnislos als die'Akab as, und die Russen haben an der russisch-türkischen Grenze diese Scharte nicht ausgewetzt.
Das militärische Manko des Dreiverbandes wird auch durch keinen Politischen Erfolg wettgemacht. Die förmliche Einverleibung A g y p t e n s und C Y P e r n s durch Großbritannien dürfte bloß dazu dienen, d.er^Erklärung, des heiligen Krieges in der islamitischen Welt einen stärkeren Widerhall zu verschaffen. Die Anzeichen der Erhebung Persiens gegen das russische Joch mehren sich trotz der neuerlichen^ Neutralitätserklärung, und in Afghanistan wie auch in Teilen von Indien wächst die Gärung, die von islamitischen Sendboten geschürt wird. Für die wachsende Ausbreitung des B n r e na u f sta nd e s zeugen ' die widerspruchsvollen „Reuter"-Meldungen
nicht ininder, als es ehrliche Eingeständnisse getan hätten. Auf europäischem Boden aber beweist die zu- nähmende Rnssenfeindschaft in Bulgarien, die Lösung der italienischen Ministerkrisis und das Zögern Portugals, dem belgischen Beispiel .zu folgen, daß die Machenschaften des Dreiverbandes trotz seines systematr- schen Lügenfelözuges ihre Wirkung auf die Neutralen eingobüßt haben. Insbesondere weiß Italien, daß Vorkehrungen gegen ein Übergreifen der islamitischen Bewegung auf Libyen getroffen sind; es denkt, infolgedessen nicht daran, sich am Nil als Schild wache E n g l a n d s gebrauchen zu lassen.
Die Steigerung der britischen Willkür h e r r- s ch a f t zur See muß vollends die neutralen Mächte gegen den Dreiverband in Harnisch bringen. Was England in dieser Beziehung tat, als es die „Sp e r- rung" der Nordsee verkündete, darf einstweilen als der Gipfel brutaler V e r g e w a l t i g u n g des neutralen Handels bezeichnet iperden. Denn die Vorschrift eines bestimmten, vollkonnnen unnatürlichen Reisewögs verteuert ungeheuerlich die Frachten der Neutralen, erhöht aber nicht nur nicht die Sicherheit der Fahrt, sondern vermindert sie noch, da gerade die vorgeschriebene Route durch den Kanal und entlang der englischen^ Küste gefährlich ist. Aber was kümnrert sich hierum England, das ans solche Weise den Über- wachungsdienst für seine Kreuzer gefahrloser gestalten möchte! Der Unwille über die neue Drangsalierung des neutralen Handels ist in den skandinavisch en Ländern naturgemäß am größten. Schon hat Schweden Prostest eingelegt und . sin führenden Blättern Christianias und. Kopenhagens. wird ein Zusammenschluß der Neutralen gegen die maritinie Gewaltherrschaft ^ Großbritanniens erörtert.
Die ekle Gewohnheit, seine Macht Schwache und Wehrlose fühlen zu lassen, hat England auch an den Deutschen betätigt,, die auf seinenr. „freien" Boden friedlich ihren: Gewerbe nachgingen. . Das kategorische Verlangen Deutschlands, diese vielfach unter empörender! Umständen internierten Deutschen frei. zu lassen, ist nicht erfüllt worden. Die -deutsche Regierung, hat daher — aus lauter Gutmütigkeit freilich reichlich spät zu Gegen maßregeln sich entschließend — unmittelbar nach dem Ablauf der gestellten Frist die Internierung aller in Deutschland lebenden wehrfähigen Engländer verfügt, und mit der Durchführung dieser Maßnahme ist aus der Stelle begonnen worden. Es bleibt uns eben nichts anderes übrig, als in rücksichtslosester Weise Der- gÄtung zu üben, Werden berechtigte Klagen. unserer Landsleute in England nicht durch angemessene Vorkehrungen g e g e n st a n d s l o s, so müssen wir gegenüber den internierten Engländern die Zügel an- z i c h c 1 t, ohne deshalb, wie die „Nordd. Allg. Ztg." sich ausdrückt, „mit unseren Gegnern einen Wettstreit in der Brutalität gegen feindliche Angchörige zu eröffnen". Doch solche Vergeltungsmaßnahmen sind Kleinigkeiten im Vergleich mit der Generalabrechnung, die dem englischen Frevelmut n äh er und näher rückt.
Der deutsche Zeesieg an der chilenischen Rüste.
Weitere Einzelheiten.
Br. New Bork, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) .Nach, Meldungen aus V alpar a i so sind die Bemühungen, Näheres über das Schicksal des englischen Admrrals C r a d d o ck zu erfahren, bisher ergebnislos verlaufen. Der Kreuzer „Good Hope" wurde zuletzt in Flammest-gehüllt gesehen, als er mit Volldampf der Küste zufuhr. '
Die „unheimliche" Präzision der deutschen Geschosse.
IV- T.-B. Berlin, 7. Nov. Die amerikanischen Blätter melden, ivte der „B L.-A." berichtet, über die Seeschlacht an der chilenischen Küste: Nachdem die deutschen Kreuzer den „Monmouth" versenkt hatten, richteten sie gegen den „Good Hope" das Feuer. Die großen Kanonen der „Scharnhorst" und „Gneisenau" waren den Geschützen der englischen Schiffe stark überlege». Mit unheimlicher Präzision trafen die Geschosse der deutschen Kreuzer. Als der Schiffsrumpf des „Good Hope" voll Wasser gelaufen war, lief das Schiff au der Küste auf.
weitere englische Berichte.
Br. Haag, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Das Geheimnis der chilenischen Seeschlacht soll nach New Dorier Meldungen der englischen Blätter „immer dichter" werden. Aus St. Jago verlautet, in keinem chilenischen Hasen sei irgend ein englisches Sehisf eingelaüfen, und die: dortige Gesandtschaft sei ohne jede Nachricht. Die-Londoner „Ti-ines" schreibt, einer der Gründe, weshalb die englische Admiralität dem deutschen Bericht iiber die Seeschlacht im Stillen Ozean nicht trauen wolle, sei die merkwürdige , Tatsache, daß n i e in and das Schlachtschiff „C a n o p o s" erwähnt. Dieses Schiff sei viel schwerer armiert als irgend eiiies der deutschen Flotte und hätte dem englischen Gesc^va- dcr ein großes ii berge >v ich-t -verli-ehen. Offiziös sei mit- goteilt worben, daß der „Canopos" ausgesandt wurde, um das
