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Nr. 518. Donnerstag, 5. November 1914. Wiesbadener Tülgblali» ALend-Ausgabe. Erstes Blatt. Sette 3.

gelten, war dieses bereits geschehen. Sie wurden aus dem Ttusie herausgezosen. Die Blätter weisen darauf hin, daß diese Auffindung von aus dem englischen Konsulat stammen­den Waffen einen neuerlichen Beweis für gewisse Pläne bilde, die England gegen die Türkei genährt hat. DerTanin" uellt fest, das, England mit Waffen und Gold in Bagdad, Bafforah und selbst in Konstantinopel intrigiert ^habe. Wir zinnern, sagt das Blatt, an jenes Verbrechen,! das" vor andert­halb Jahren in Konstantinopel begangen wurde. Wir wissen, dw es vorbereitet worden ist. DerDänin" scheint damit aus die Ermordung Mahmud Schefket' Paschas anzu- spielen.

Eins weitere türkische Beruhigung für Italien.

W. T.-B. Konstantinopel, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Der »Tanin" betont in seinem heutigen Leitartikel die Bedeutung der Freundschaft Italiens für die Türkei und verstchert, so lange Italien seinen Verbündeten treu bliebe, könne es "us die Freundschaft der Türkei rechnen. Die gegenwärtigen ilmstände böten Italien die Gelegenheit» sich gut mit der w.nselmanischen Welt zu stellen und so zu beweisen, daß die einzige zivilisierte Macht, die mit dem Islam in Berührung stehe, Italien sei. Hiermit spielt das Blatt offenbar auf die Stellung Italiens in Tripolis an.

Zur Absperrung Indiens.

Meuterei eines indischen Regiments.

Ar. Rom, 5. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der lialienische DampferR o m a" ist aus Bombay ohne Pafsa» liiere in Neapel eingetrosfen. Die Abfahrt ausländischer Passagiere aus Bombay war von den indischen Behörden verboten worden. In allen indischen Häfen wurde der Dampfer behördlich überwacht. Am 18. Oktober gingen unter dem Geleite zweier französischer und zweier englischer Pan- Zerschiffe 24 Transportdampfer aus Bombay mit 50 000 -Nann Truppen ab, denen gesagt worden war, die Reise ging 'tadj Kalkutta. Die Offiziere derRoma" wollen von ^r Meuterei eines indischen Sepoyregiments erfahren haben, das die Garnison nicht verlassen wolle und deshalb au die Nordgrenze geschickt wurde.

Die Kämpfe in Russisch-Polen.

29 Offiziere und 2709 Russen gefangen.

Wien, 4. Nov. Amtlich wird vcrlautbart: Die Be­legungen unserer Truppen in Russisch-Polen wurden Hestern vom Feinde nicht gestört. Eines unserer Korps ll.immt ans den Kämpfen an der Lhsa Gora 20 Offi- Zsere und 2260 Mann als Gefangene mit. An der galr- örschen Front ergaben sich heute bei Podbuz südlich von vambor über 200, heute früh bei Faroslau 300 Russen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.

vom serbischen Kriegsschauplatz.

08 Offiziere und 647 Mann gefangen. Ansehnliche Kriegsbeute.

W. T.-B. Wien, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Vom süd- uchen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: In wei­serer Vorrückung stießen unsere Truppen südlich und südwestlich S a b o r neuerdings auf den Feind. Ein sofort fortgesetzter Angriff schreitet günstig fort. Wäh- ^nd bei den Kämpfen auf der Rowanja insgesamt 58 Offiziere und 647 Mann gefangen genommen sowie 5, Geschütze, 3 Munitionswagen, , 2 Maschinengewehre, diel Munition und Kriegsmaterial erbeutet wurden, lurde den Montenegrinern über 1600 Stück Vieh, das sie aus Bosnien mitnehmen wollten, abgcnommen.

'Die Lage bei Eztrnowitz.

W. T.-B. Budapest, 4. Nov. ' (Nichtamtlich.) Die bei Küth sowie nördlich Czernowitz bei Kottgornick geschlage- sse n russischen Abteilungen zogen sich gegen Kniatny zurück. Sie versuchten sich dort zu vereinigen, was jedoch mißlang. Die Verluste der Russen sind sehr bedeutend. Anyatyn ist von uns ivieder besetzt. Vor Czernowitz bleiben "w Russen ruhig.

Österreichische Kriegsauszeichnungen.

IV. T.-B. Wien, 4. Nov. (Nichtamtlich,) Das Armeever- ordnungsblatt veröffentlicht zahlreiche Auszeichnungen für mpferes Verhalten vor dem Feinde, darunter die Verleihung oes Ritterkreuzes des Leopoldordens mit dm Kriegsdekoratwn 0X1 Feldmarschall-Leutnant Erzherzog Peter Ferdinand Und des Großkreuzes des Leopoldordens mit der Kriegsdeko- ^tion an den Armeefiihrer General der Kavallerie von Aöhm-Ermolli und an den General der Infanterie

B

orovic v. Bojna.

Eine ungarische Kriegsanleihe.

IV. T.-B. Budapest, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Meldung des ^hsarischen Telegraphen- und Korrespondenzburcaus: Der

mnanzminister hat gestern mit den Leitern ,der ungarischen Geldinstitute eine Beratung wegen der Emission einer Staats­anleihe gepflogen, welche zur Deckung der Kosten der Krirgs- ttiovderniffe dienen soll. Die Beratungen haben die Fest­stellung ergeben, daß die gegenwärtige Lage der Emission einer wneren Anleihe günstig sei. and so ist die Emission einer ^egsanleihe in der nächsten Zeit zu gewärtigen.

Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Österreich-Ungarn.

5 , W. T.-B. Wien. 4. Nov. (Nichtamtlich.) Die unter der Ortung des Ministers der öffentlichen Arbeiten stehende inner- «nnlsterielle Kommission zur Betämpsung der Arbeitslosigkeit JX® zur Linderung der Notlage im Baugewerbe hat ihre Be- -Mngen zum vorläufigen Abschluß gebracht. Neben der Fort- aarung der bereits eingeleiteten Bauten wurde die Inangriff­nahme einer sehr bedeutenden Zahl wichtiger Bauten auf Gebieten des staatlichen Bauwesens in den Notstands- -.^'rken beschlossen und bereits eingeleitet. Hierbei sind ins- ^chadere umfangreiche Erdarbeiten bei Gletslegungen, welche Piaffen von speziell nicht aualifizierten Arbeitslosen Be- Martigung geben, hervorzuheben. Flutzregulterungen in vielen .andern sowie Straßen- und MeliovattonSbauten geben rfi-fangerc Zeit hinaus Gelegenheit zu Verdienst, Um höher p^Muzierten Arbeitern, speziell Baugewerktreibenden. Är- tigj^aelegenheit zu verschaffen. Nmrden die Landchefs ermäch- den Notstandsgebieten auch Hochbauten zur Ausführung ?£, Pttitffen. Ferner wurden auch andere Arbeiten, die ge- ^attes Personal erfordern, wie Pflasterungen, Walzungen, Sur an Straßen und Regulierungsarbeiten an Flüssen

Durchführung genehmigt, Zur Durchführung der Hilfs- wurden durch kaiserliche Verordnung Ausnahmg- so mmungen für begünstigte Bauten erlaffen; Ana, ..Verzicht auf die Erlegung von Bürgschaften, häufigere st,!??Mugen von Abschlagszahlungen für Unternehmer bei K^Ti'chen Bauten und die Befreiung von der Erlegung von Au^> ^i öffentlichen Bauten während der Kriegsdauer.

Vorsorge getroffen, daß die Kommission beim Auf- iidM»', neuer Bedürfnisse nach der Schaffung von Arbeitsnrög- nhldsEn.sogleich in die Lage kommt, die erforderlichen Maß- ««dmen zu treffen.

Ein österreichisch-russisches AuÄicfcrungsabkommen.

IV. T.-B. Wien, 4. Nov. (Nichtamtlich.) DiePolitische Korrespondenz" meldet: Das Ministerium des Äußern Hai

durch Bernrittelung der hiesigen spanischen Botschaft mit der russischen Regierung ein Übereinkommen getroffen, demzufolge den beiderseitigen Staatsangehörigen, mit Ausnahme der Offiziere und Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren uns der Verdächtigen, die Rückkehr in die Heiniat gesichert wurde. Laut Mitteilung der spanischen Botschaft hat die russische Regierung bereits den in Betracht kommenden Gouverneuren telegraphisch Weisung zur Durchführung des erwähnten Über­einkommens bezüglich der österreichisch-ungarischen in Ruß­land internierten Staatsangehörigen erteilt.

Oie Riederinetzelung von Iuden in Lemberg.

Br. Wien, 5. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus Warschau eintreffende Reisende wissen von großen Po­gromen zu berichten, die (wie bereits kurz berichtet) in den letzten Tagen in Lemberg stattgefundcn haben. Danach wurden 60 angesehene jüdische Bürger von russischen Sol­daten ermordet und viele andere schwer verwundet Der polnische radikale Reichstagsabgeordnete Breiter wurde, als er einzuschrei-ten versuchte, verhaftet und soll nach Serbien geschleppt worden sein.

Der Zar bei der Feldarmee.

W. T.-B. Zgrskojc-Ssclo, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Der Kaiser hat sich zur Feldarmee begeben. Er wurde von der Kaiserin, dem Grotzfürsten-Thronfolger und den kaiserlichen Töchtern zum Bahnhof geleitet. In Begleitung des Kaisers befinden sich der Kriegsminister und das kaiserliche Gefolge.

Die Ausweisung der Türken aus Rußland.

hd. Petersburg, 4. Nov. Der Polizeipräsident hat einen Ausweisungsbefehl für sämtliche Türken erlassen, die Ruß­land bis spätestens nach Versauf einer Woche zu verlassen haben.

Antivari durch österreichische Flieger bombardiert.

W. T.-B. Berlin, 4. Nov. Das33. T." meldet aus Rom: Wie aus Skutari gemeldet wird, ist A n t i b a r i gestern von drei österreichisch-ungarischen Fliegern bombardiert worden, Durch die Bomben wurde das Gebäude der Auttvari-Gefell- schaft zerstört und die Mole beschädigt.

Die Solidarität der Ententemächte mit den Mördern von Serajewo.

W- T.-B. Budapest, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Anknüpfend an einen Arfikel desTemps" und in Besprechung des Urteils von Serajewo schrieb ein serbisches Blatt: Absicht sei gewesen, dem Kaiser von Österreich zu zeigen, daß es eine höhere Gerechtigkeit gebe als die, welche im Namen des Monarchen in Serajewo verkündet wurde, und daß die Russen, Franzosen, Belgier und Japaner die unerbittlichen Instrumente dieser höheren Gerechtigkeit seien. DerPester Lloyd" sagt dazu: Nach dieser Erklärung ist die volle Soli­darität der Ententemächte mit den Mördern von Serajewo außer Zweifel gesetzt. Es ist also ungerecht, Serbien allein für den Serajewoer Anschlag verantwortlich zu machen. Der Komitatschigeist ist Gemeingut' aller Ententemächte, sie hat ihn bisher in Pogroms von London, in den Expropriationen von Paris und in den Meuchelmordprämien offenbart, welche die russische Heeresleitung auf den Kopf unserer Trup'ven- führer gesetzt hat.

Eroberungsgelder für deutsche Heldentaten.

W T.-B. Berlin, 5. Nov. (Nichtamtlich.) Eine kaiser­liche Kabinettsorder genehmigt, daß für die im gegenwär­tigen Kriege von den Truppen der preußischen Armee und der in sie aufgenommenen Kontingente eroberten Feldzeichen, Maschinengewehre und Geschütze Eroberungsgelder an die Truppen gezahlt werden, und zwar erhält für jedes feindliche Feldzeichen (Fahne oder Standarte), das im Kampfe, sowie für iedes feindliche Maschinengewehr oder Geschütz, das in der Schlacht oder im Gefecht während des Gebrauches bei feindlicher Gegenwehr mit stürmender Hand genommen wird, der Truppenteil, dem die Eroberer angehören, 750 M. Die Geldbeträge sind nicht an die einzelnen Eroberer zu ver­teilen, sondern verbleiben den Truppenteilen.

Zum Zusammentritt des Reichstags.

Br. Berlin, 5. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Reichstag wird, wie derVorwärts" in Bestätigung unserer eigenen früheren Meldung berichtet, nicht bereits am 24. Nov., bis zu welchem Zeitpunkt er vertagt ist, sondern vermutlich erst am 2. Dezember zusammentreten. Inzwischen wird die Regierung mit den Vertretungen der Fraktionen in Verbindung treten, um eine Verbindung über das zu er­ledigende Arbeitspensum zu erzielen. Man rechnet damit, daß der Reichstag nur drei Tage zusammenbleibt und dann wieder auf längere Zeit vertagt wird.

Prinz Joachim Albrecht zur Erholung in Österreich.

IV. T.-B. Berlin. 5. Nov. Prinz Joachim Albrecht von Preußen traf, einer Salzburger Meldung desBerliner Lokal- Anzeigers" zufolge, auf seinem österreichischen Besitz Strobl ein, wo er sich von seiner auf einem der Kriegsschauplätze erhaltenen Verwundung erholen will.

General v. Deimling verwundet.

W. T.-B. Stratzburg, 4. Nov. (Nichtamtlich.) General v. Deimling ist bei einem Ritt in die Schützenkette durch einen Granatsplitter am Oberschenkel leicht verwundet wor­den. Die Verwundung ist, wir man hört, nicht von Belang, General v. Deimling bleibt bei seinem Armeekorps.

Der sächsische Kriegsuunister erkrankt.

IV. T.-B Dresden, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Der KriegZ- nfinifter General der Jnftmtecie v. Carlowitz ist bedauer­licherweise auf dem westlichen Kriegsschaupltz an einem Herz­leiden erkrankt und hat sich zur Genesung nach Bad Nauheim begeben.

Das Eiserne Kreuz.

Major im Generalstab Robert S h d o w, gegenwärtig im Generalkommando des 11. Armeekorps, erhielt jetzt auch das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. Dieselbe Auszeichnung erhielten ferner: Major im 50. Infanterie-Regiment, Bataillons-

Kommandeur des Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. 87 v. Kuczkowski; Leutnant d. R. im Augusta-Garde-Regi- ment KlemenS Lammers, Rechtsanwalt in Berlin; Prinz Friedrich Karl von Hessen, Generalmajor und Regimentskommandeur des Infanterie - Regiments Nr. 81; Hauptmann im Spandauer Pionier-Bataillon Nr. 8 W. Sperr, der wenige Lage später auf dem Felde der Ehre fiel; Leutnant und Negimentsadjutant im Landwehr-Gre- nadier-Regiment Nr. 100 Walter H e h n i g aus Berlin- Lichterfelde; Unteroffizier der Reserve im 4. Garde-Regi­ment zu Fuß H. Buhmann, Landmann in Stafstedt.

Eine amtliche Mahnung zum sparsamen Brotverbrauch.

IV. T.-B Berlin. 4. Nov. (Amtlich.) Der Munster für Handel und Gewerbe und der Minister des Innern richteten an die Oberpräsidenten einen Erlaß, in dem es heißt:Wre wenig bisher die unter den heutig,en Berhättniss-en selbstver- stündliche Pflicht, mit dem täglichen Brot hauszuhalten und eS nicht zu vergeuden. die ganze Lebensführung unseres Volkes beeinflußt, zeigt die Tatsache, daß ovt Violen Orten, nament­lich Norddeutschlands, auch heute noch in den Gast- und Speisewirtschaften jeder Art den Gästen Brot und anderes Gebäck zum beliebigen Genuß, zur Verfügung gestellt wird. Der Brotverbrauch der Gäste wird zwar m den Preisen der Speisen und Getränke mitbezahlt; diese Gepflogen­heit ist aber geeignet, den verschwenderischen und gedankenlose» Verbrauch des Brotes zu fördern. Wird aber für das ge­nossene Brot besondere Bezahlung verlangt, so wird solche» überflüssiger. Verbrauch des Brotes alsbald eingcschränfi. Dies mag in der Menge wenig ausmachen. Es handelt sich aber jetzt dapum, das Gebot, eine verständige Sparsamkeit mit dem Brote walten zu lassen, täglich möglichst weiten Kreisen, der Bevölkerung in Erinnerung zu bringen. Dazu wird auch dieses Mittel beitragen."

Entlassung deutscher Angestellter bei der Liebig-Gesellschaft.

Sr. Zürich, 5. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Figaro" meldet aus Montevideo: Die Liebiggefellschast in Uruguay hat in ihren Fabriken in Fray Bendos zahl­reiche deutsche Angestellte entlassen, und zwar nicht auf Be­fehl der- englischen Regierung, sondern auf die Petifion der 6000 Einwohner der Stadt, die ebenfalls in der Fabrik be­schäftigt sind.

Zu den geplanten deutschen Vergeltungsmaßnahmen gegen England.

hd. London, 4. Nov. Die Blätter erörtern in längeren Artikeln die von der deutschen Regierung erlaffene Anwei­sung, daß alle in Deutschland sich noch aufhaltenden Eng­länder verhaftet und gefangen gehalten würden, falls die in England inhaftierten deutschen Untertanen nicht freigelassen würden. Die Blätter erklären die deutsche Drohung für einen Bluff, den man nicht zu beachten brauche, und sie ergehen,sich dabei in den gewohnten schimpfen­den Ausfällen gegen Deutschland.

60 000 Mann englische Verluste.

London, 31. Ott. DieDaily News" bringt heute die Nachricht, daß bis jetzt 00 000 Engländer außer Gefecht gesetzt worden sind. Angesichts der verhältnismäßig nied­rigen Ziffer deL englischen Expeditionskorps ist die Verlust- ziffer hoch.

Die englischen Offiziersverluste.

Um ein Beispiel zu geben, wie hoch die englischen Offi- zierSverluste sind, führen wir die offiziellen Verlustlisten de^. Time S" vom 25. bis 27. Oktober an. Danach werden auf­gezählt am 25. Oktober: 25 Offiziere tot, 49 verwundet, 6 vermißt; am 26. und 27. Oktober: 46 tot, 56 verwundet und 9 vermißt. DieTimes" verzeichnet also in drei Tagen 71 tote, 105 verwundete und 15 vermißte Offiziere.

England hört de» Kanonendonner.

Amsterdam, 4. Nov. Aus London wird gemeldet: Der Kanonendonner der deutschen Geschütze in der Schlacht an der Dseü ist über den Kanal herüber zu hören. Unter der Einwohnerschaft von Dover herrscht infolgedeffen starke Erregung. ^

Eine neue Beklemmung der Engländer.

Berlin, 4. Nov. DieTimes" meldet aus Kopenhagen: Von Hamburg wird berichtet, daß die Deutschen eifrig damit beschäftigt sind, ein Schiff eines neuen Typs zu bauen, das die Eigenschaften eines Unterseeboots und eines Zerstörers vereint. Die A^eit wird im geheimen ausgeführt. Es heißt, daß das bei dem neuen L>chiff angewandte Prinzip außer­ordentliche Schnelligkeit und Beweglichkeit ver­bürge. Das Boot sei gepanzert und mit einem Ramm­sporn versehen. Der Hauptzweck des neuen Typs sei die Zerstörung feindlicher Unterseeboote.

Die Kapertätigkcit des KreuzersKarlsruhe".

Amsterdam, 4. Nov. Aus London wird telegraphiert': Das von dem KreuzerKarlsruhe" in Grund gebohrte große DampfschiffBan Dyck" war nicht, wie irrtümlich in den Blättern gemeldet wurde, ein belgischer, sondern ein eng­lischer Dampfer. Er ist 1911 gebaut, hat 10 300 Tonnen, machte 15 Knoten und war mit drahtloser Telegraphie aus­gerüstet. Der Wert des Schiffes wird auf 230 000 Pfimd Sterling geschätzt. Die Ladung bestand aus Korn und Fleisch aus Argentinien, bestimmt für die Vereinigten Staaten, und hatte einen Wert von 100 600 Pfund Sterling. Die beide» von dem KreuzerKarlsruhe" vernichteten kleinen Dampfer hatten ernen Gesamtwert von 84 000 Pfund Sterling.

Verstärkung der Befestigungen von Toulon?

Sr. Rom, 6. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der französische Marineminister Augagneur ist in Toulon einge- traffen, um die Verstärkung der Befefttgungeu zu veran­lassen. Die nichtfranzosenfreundlichen Kreise Roms fiage» sich nach dem Grund dieser Maßnahmen, da Toulon weder von der deutschen oder der österreichisch-ungarischen, noch der türkischen Flotte etwas zu befürchten habe.

Riesengeschützc zur Verteidigung von Paris.

W- T.-B. Bafel, 4. Nov. Nach einer Meldung der Baseler Nachrichten" auS Rom sind 38,1-Zentimeter-Ge- fchütze, wie sie für dis italienischen Überdreadnoughts be­stimmt sind, auch zur Verteidigung von Paris ausgestellt worden.

Erneute Beschießung von ReimS.

T--B. Bordeaux, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Der Temps" meldet: Die Deutschen begannen am Sonntag und Montag aufs neue, Reims heftig zu beschießen.

Winterkleidung für die afrikanischen Truppen.

W. T.-B. Paris, 4. Nov. (Nichtamtlich.) DemPetit Parisien" zufolge haben die afiikanifchen Truppen eine der Jahreszeit angepaßte Kleidung erhalten, die jedoch das Aussehen der Truppen unverändert läßt.

Die Rückbeförderung der Zivilgefangenen auS Frankreich.

Die französische Regierung hat sich, wie gemeldet, bereit erklärt, die in Frankreich zurückgehaltenen deutschen, öster­reichischen und ungarischen Staatsangehörigen weiblichen Ge­schlechts sowie solche männlichen Geschlechts bis zum Alter von 17 Jahren nach der Schweiz zu senden. Nunmehr sollen täglich 400 deutsche, österreichische und ungarische Staats­angehörige aus Frankreich in Genf eintreffen. Die öster­reichisch-ungarischen iverden über Bregenz weiterbefördert.

Französische Behandlung eines italienischen Kapitäns.

. Siom, 4. Nov. Der Kapitän des von den Franzosen gekaperten, später aber wieder freigelassenen italienischen Dampfers .Enrico Dtillo" beklagt sich in bitteren Worte»