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Wieso ave« er TagSlatt.

Leite «

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* (Die Jmkerversammlung), welche am vorigen Sonntag stattfand, war gut besucht. Der Vorsitzende, Herr Pfarrer Ufetter8iö in derselben einen sehr lehrreichen Vortrag über das Tränken bet Ri,»,. und wies darin nach, wozu die Bienen so ost und viel Wasser nSttÄi? tote ungünstig manchmal das Wetter ist, solches herbeizuschaffen trift' viel Volk in Folge dessen zu Grunde geht. Als eine HauptaufM. ta Bienenzüchters stellte Redner es hin, was leider noch nicht genna sichtigt wird, seinen Bienen, insbesondere bei ungünsttger WitteiuM nöthtge Trinkwasser zu reichen. Es wurden dann die vesiL^ Tränkungsmethoden besprochen, wie sie sich je nach den WitterunasvetM nisseu und den einzelnen Stockformen als die zweckmähigsten ent«,» lassen. An den nun folgenden Bericht des Vereinssecretärs schloß sich S Betrachtung über „Bienenhonig und honigartige Surrogate".

= (Der Gabelsberger Stenograph en-Verein) feierte bm Geburtstag seines Meisters am letzten Mittwoch Abend in der „RestaimüW Diefenbach". Zu dem einfachen, aber würdigen Feste hatten sich am den Vereinsmitgliedern auch einige Gäste eingefunden. Der Vorsitzeck des Vereins, Herr Lehrer Wanderer, begrüßte die Versammlung, h°t einige Momente aus dem Leben Gabelsberger's hervor und ermahnte di< Mitglieder zur Beharrlichkeit in der Kunst, denn um ein Stenograph zu werden, bedürfe es mehr als einiger Lehrstunden, dazu sei ständige Hefati und wieder Uebung nöthig. Es folgten nunmehr Chorlieder, EiiO gelänge, musikalische Vorträge, Deelamationen u. s. w. in bunter Reit»- folge und man vergnügte sich bis zu vorgerückter Stunde in schönster Weise. Eine zu Gunsten des Gabelsberger-Denkmals veranstaltete Sam- lung hatte einen günstigen Erfolg. Vom Frankfurter Bruderverein w folgendes Telegramm emgetroffen: „Die Monatssitzung des Frankfurt« Vereins sendet Wiesbadener Kunstgenoffen herzlichen Glückwunsch "

* (Der Vortrag des Herrn Directors Winter) über b« „Wasserversorgung unserer Stadt" int „Local-Gewerbe-Verein" wird beiti Abend zu Ende geführt werden. Der Herr Vortragende wird dabei» besondere auch dte neueren Schürfungsarbeiten eingehend behandeln. W machen hierauf aufmerksam mit dem Bemerken, daß auch diesmal W Mitglieder freien Zutritt haben. .,,

* (Tnrnerrsches.) Der hiesige ältere „Turnverein" veranM am Sonntag den 14. Februar seine erste diesjährige Turnfahrt. w Abmarsch erfolgt Mittags um 1 Uhr von der Ecke der Emser- m Schwalbacherstraße nach Kloster Clarenthal, von wo der links abzweigem Weg über Dotzheim nach Frauenstein benutzt wird. Von FraueuW als Rastort bestimmt, erfolgt der Heimmarsch über Schierstein. Freu»" der Tumerei können sich dieser Turnfahrt anschließen. .

* (Von schachfreundlicher Seite) empfangen wir die w stehende Zuschrift: „Geehrte Redaction! Zu dem gestrigen Inserat M das Cassenzimmer im Surftaufe erlaube ich mir ergebenft zu benum daß dieser Raum früher als Kartenfviel- und Kaffeezimmer wegen schlechten Luft monatelang oft nur spärlichen ober gar keinen Besuch hws Aehnlich würde die Sache werden, wenn man ihn den Schachspieler« i«- wiese. Er ist vor Kurzem mit einem Aufwand von 3000 Mk. et'! *, seine jetzige Bestimmung neu hergerichtet worden. Soll diese at'R; durch eine abermalige Umwandlung größtentheilS verloren gehe«. man die 20-Pfmnig-Steuer im bisherigen Spielzimmer aufrecht erW"a

* („Die Fortschritte der Couservtrungskunst") tat, das Thema des Vortrages, den Herr vr. Hueppe auf Ersuchen d, Vorstandes des naturwissenschaftlichen Vereins in dem Museumsaale m» Mittwoch Abend hielt. Nachdem der Redner dargelegt hatte, in twld? tiefer Weise die Conservirung der Nahrungsmittel tu die sozialen Bm hältnisse cingreift, kam er zu dem Schluffe, daß drei ganz entschiede« und differente Factoren, unsere commerziellen und militärischen Verbw nissc und die Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege, unter afa Umständen verlangen, daß die Nahrungsmittel in bestimmter Form doi- handeii sind. „Bei den Conserven kommt noch ein zweites allgemeinere Moment in Frage, nämlich, daß, wenn auch alle technischen Fragen M sind, wir doch noch nicht die Garantie haben, daß ein gutes NahmiG mittel uns auch zugänglich ist. Denn wenn die Zölle so hoch sind bm wir sic nicht mehr erschwingen können, oder wenn diplomatische Gründ, bei Ausschließung des Imports von Conserven bestimmend find, so werdet, die Vortheile der Conserven uns nicht zu Gute kommen. Denn wir müssen uns die Conserven zugänglich machen zu einem Preise, der e« lohnt, sich der Conserven zu bedienen; ja diese müssen um einen erkleck­lichen Theil billiger sein, als die Nahrungsmittel im frischen Zustande Diese allgemeinen Fragen spielen eine wesentliche Rolle und führen itt die Prinzipien der Technik, die der Conservirung der Nahrungsmittel zn Grunde liegen. Die Conservirung der Früchte ist in so gesicherte Font, gebracht, daß die ganze Technik die Conservirung nur in Nebenpunkteit betrifft. Anders ist die Sache mit der Conservirung des Fleisches. Hüt gilt es, die Zersetzunasvorgänge anfzuheben. Die ZersetzungsvorgätM sind aber der Thätigkeit von Organismen zuzuschreiben. Die Postulm der Coniervirungstechnik lassen sich demnach dahin formnliren: Die Son> servinmg muß derart vor sich gehen, daß in den Substanzen jedes Leben der anderen Organismen, welche einmal die sind, welche die Zersetze bewirken und welche direct krankheitserregend sind, verhindert ist." Rum besprach sodann das weitere Postulat der Physiologie, nämlich, daß die Conserveit gewissen Geschmacksrichtungen entsprechen. Den zweiten Thell bei Vortrages nahm die Darlegung der chemischen und phystkatisch-physiologiM Prozesse in Anspruch, welche geeignet sind, das Leben der Organismen in den Nahrungsmitteln aufzuheben. Dieser Theil des Vortrages, welcher buch zahlreiche Präparate illustrirt wurde, war der interessantere. Der Redm verstand, unterstützt durch eingehende Specialstudien auf diesem Gebiete, den Zuhörern selbst in großen Zügen ein klares Bild von der Nützlichkeit und Unentbehrlichkeit der Conserven zu geben und erwarb sich somit ba Dank des großentheils aus Damen bestehenden Publikums.

Lokales «nd Provinzielles.

V" (König!. Regierung. — Wahl.) In dem auf gestem Vormittag 11 Uhr in dem Regierungs-Gebäude zur Wahl der Beisitzer des Schiedsgerichts für die Berufsgenoffeuschaft der Ziegeleibesitzer, Sectiou XII, anberaumten Termine waren unter dem Vorsitze des Beauf­tragten des Reichsversicherungsamtes, des Schiedsgerichts-Vorsitzenden, Herrn Landgerichtsraths Ken tu er dahier, erschienen die Heren: 1) Carl Menzel (Wiesbaden), 2) Wilhelm Bernhard Bretthauer (Sossen­heim), 3) Ferdinand Kühnemuth (Cassel), 4) Johannes Künzel (Rommerode), 5) Karl Philipp Junck (Worms), welche sich sämmtlich durch Vorzeigung der ihnen zugegangenen Ladungen auswieseu. Dieselben vereinigten sich, ohne daß Einer widersprach, die Wahl durch Acclamation vorzunehmen und wählten sodann einstimmig auf diese Art zuerst als die beiden Beisitzer die Herren Carl Junck aus Worms und Wilhelm Bernhard Bretthauer aus Sossenheim. Hieraus als erfte Stell­vertreter die Herren Ferdinad Kühnemuth aus Cassel und Johannes Künzel ans Rommerode und schließlich als zweste Stellvertreter die Herren Carl Menzel dahier und Heinrich T r a b o l d von hier (Lahnstraße 2). Sämmtliche Gewählte find dem Arbeiterstaude angehönge, in der Ziegelei-Bernfsgenossenschaft beschäftigte und darin versicherte Personen. Die anwesenden Gewählten erklärten sämmtlich, daß sie die auf sie gefallene Wahl anuehmen.

V (Oeffentliche Sitzung der II. Strafkammer des Kgl. Landgerichts vom 11. Februar.) Vorsitzender: Herr Landgerichts- Director Meinck. Beamter der König!. Staatsanwaltschaft: der Erste Staatsanwalt Herr Moritz. — Wegen gemeinscbastlich beruhter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs hatten sich zunächst zu verantworten: 1) der Taglöhner Johann M. von Mengers­kirchen, noch nicht bestraft; 2) der Maurergeselle Christian V. von Meren­berg (31. Weilburg), wegen Körperverletzung schon vorbestraft; 3) der Schlosser Carl Hermann Bl. von Frankfurt a. M., mehrfach vorbestraft, sämmtlich dahier wohnhaft. Am Sonntag den 16. August v. I. Abends gegen 10 Uhr befanden sich in der Ruhl'schen Wirthschaft, Schwalbacher- straße 7, außer anderen Gästen auch die drei Angeschuldigten, weiter der Arbeiter Heinrich Gilbert, der Schweizer Christian Müller und der Schweizer Friedrich Kluska. Die drei Letztgenannten saßen an einem Tisch und tranken Bier. Der Angeschuldigte M. begann ohne jede Ver- anlaffuna zu lärmen. Da er auf die Aufforderung des Wirihes, sich ruhig zu verhalten, nur immer lauter wurde und noch dazu heftig auf den Schanktisch aufschlug, forderte ihn der Wirth Ruhl auf, das Local zu verlassen. Da aber M. immer weiter tobte, verlangten einige Gäste, darunter auch der obengenannte Müller, die Entfernung desselben aus dem Wirths- zimmer. Hierauf ergriffen die Augeschuldigten Stühle, welche sie zer­brachen, Gläser und Feuerzeugständer und eröffneten, mit diesen Waffen versehen, einen Angriff auf Gilbert und seine beiden Tischgeuoffeu, schlugen mit den Stühlen um sich und warfen mit den Gläsern und Feuerzeug­ständern. Bei dieser Gelegenheit erhielt Müller eine starke Verletzung am Kopfe und eine solche unter dem rechten Ange. Dem Kluska wurden vier Löcher an dem Kopfe und eines an dem Arm beigebracht, so daß er drei Tage bettlägerig gewesen ist und 14 Tage lang die Wunden im Verband tragen mußte. Am Schlimmsten wurde Gilbert von den Angeschuldigteu zugerichtet. Nach dem Gutachten des Herrn Kreis- Physikus Dr Bickel, in besten Behandlung Gilbert in Folge der er« baltenen Verletzungen zu treten genötigt war, hat er in Folge eines Wurfes mit einem Bierglase an der linken Wange eine 8 Zentimeter lange Wunde, welche bis auf den Nasenwurzelknochen eingebrungen ist, und mehrere Hautabschürfungen auf dem linken Jochbogen davongetragen. Wenn auch beide Verwundungen nach dem ärztlichen Gutachten nicht lebensgesährlich waren, so ist doch nach demselben die Möglichkeit gegeben, daß durch die 8 Zentimeter lange Wunde eine bleibende Entstellung die Folge der Verletzung sein wird. Während die Angeschuldigten sich so verhielten und nachher noch, forderte sie der Witth Ruhl wiederholt ver­gebens auf, sein Local zu räumen. Derselbe hat an zerbrochenen Stühlen, Gläsern und Feuerzeugständern einen Schaden von 30 Mk. erlitten. Er hat auch den zur Verfolgung der Sachbefchädignrg uothwendigen Straf­antrag gestellt. Die Verhandlung, welche vier volle Stunden und einen umfangreichen Beweisapparat erforderte, ergab für die dem Angeschul- bigten Bl. zur Last gelegte Theilnahme an ben gemeinschaftlich verübten Straftaten keine belastenden Momente. Er würbe beßhalb von ber gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen, seine beiben Zomplicen jedoch, die vollständig überführt waren, wurden verurtheilt und zwar M. zu 2 Monaten und 2 Wochen, V. zu 3 Monaten Gefängniß. Die durch Bl. entstandenen Kosten wurden der Staatskasse, die übrigen den beiden Ver­urteilten gemeinschaftlich zur Last gelegt. (Fortsetzung ber Verhandlungen Nachmittags um 3 Uhr.)

* (Stadtbezirksrath.) Bei der vorgestern Nachmittag vorge­nommenen Ergänzungswahl zum Stadibezirksrarhe für die am 1. Januar l.J. aus letzterem ausgetretenen drei Mitglieder und deren Stellvertreter wurde im 2. Wahlbezirke Herr Erster Bürgermeister Ur. v. Jbcll als Mitglied wieder- und als dessen Stellvertreter (an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Ed. Weitz) Herr Kaufmann Peter Enders neu gewählt. Im 3. Wahl­bezirke wurden neu gewählt die Herren Rentner Heinr. Schreiber (für den Zweiten Bürgermeister Herrn Zoulin) als Mitglied und Herr Kauf­mann Ed. Weygandt (an Stelle des Herrn Steinhauermersters Earl Roth) als Stellvertreter. Im 4. Wahlbezirke wurden wiedergewählt Herr Stadtvorsteher Wilh. Beckel als Mitglied und Herr Spenglermeister Christian Schreiner als Stellvertreter. Die Betheiligung an der Wahl war in allen drei Bezirken sehr schwach.