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Verlag Langgaffe 21

„Tagdlatt-Haus".

k-baltrr-Halle geöffnet von S Uhr morgens b» 8 Uhr abend«.

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Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts

12 Ausgaben

Fernruf;

„Tagblatt-HauS" Nr. 8K58-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer-Sonntags.

Anrciaen-BrciS für die Zeile: 15 Psg. sür örtliche Anzeigen im „Arbeitsmartt- und ,,Kleiner Anzeiger- ! in eind-itlicherSaSsorm: 20Psg, In davon abweichenderSatzaussührnng, sowie sür alle übrigen örtllchen - Anzügen: M Kg. M alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk. sur örtllche Rctlamen: 2 Mk, ffir auswärtige jl Nellamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, dnrchlausend, nach besonderer Berechnung. -- jj Bei wiederholter Aufnahme unveränderter illnzeigen in kurzen Zwischenräumen -Miprechender Nachlaß.

... sfür dieAusnahine von Anzeigen an vorgeschriebeni:, Berlin-Wilmersdorf Güntzclstr. 66,Fcnffpr. : AmtNhland 4ol) n. 4SI. Tagen und Plätzen wird keine «ewäbr übernommen.

Mittwoche 4. November 1914.

Nr. 316. - 62. Iahrgong.

Oer Nrieg.

Oie Nriegslage.

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

Berlin, 4. Nov. (Eig. DvaHiibericht. Ktr. Bin.) Von den Kriegsschauplätzen ist folgendes mrtgrtcrlt: Unsere Angriffe in der Gegend von J p e r n, nördlich von Arras und im Osten von Soissons schrcrten l a n g- ja m aber erfolgreich fort. .

Südlich von Verdun und tu den -oogesen Ijaficn die Franzosen wiederum Angriffe unternommen, die aber zurückgeworfen wurden.

Vom ö st l i ch e n Kriegsschauplatz lasst sich auch heute noch nichts Weiteres melden. Besondere Erergmstc haben sich dort nicht abgespielt.

(Ebenso lautet der heutige Bericht der Obersten Heeresleitung, von dessen Wiedergabe wir daher ab­seh en. Schrrftl.) . _ , .

Ter Gesamtemdruck rst, wie w red erholt werden kann, der, das? es an allen entscheidenden Stellen l a n g- sam aber stetig vorwärts geht. Das ganze Brld der Lage wird vielleicht erst dann verständlich, wenn man sich klar macht, das? sich gegenüber früheren Kriegen, die Dinge ganz anders entwickeln als ehemals. Die neue Kricgsführung hat zur Folge, das? der F e st u n g s- krieg, den man früher stets als langwierig und schwie­rig angesprochen hat, heute überraschend schnell vor­wärts geht, während die F c l d s ch l a ch t, die früher in flotterem Tempo vor sich ging, heutzutage länger als die Verteidigung von Festungen währt.

Die Stimmung unserer Truppen ist überall ausgezeichnet, ebenso die Verpflegung und der G r s u n d h e i t s z n st a n d. Ta, wo, wie in Frankreich, unsere Leute aus großen Strecken der Schlachtfront seit Wochen ruhig liegen und sich im all- e cm einen passiv verhalten müssen, schäumen sie, wie in Mitglied des Großen Hauptquartiers sich ausdrffckte, m st ü g e l und sind kaum s e st z n h a l t e n.

Unsere Verluste sind stellenweise groß gewesen, aber das rechte Bild gewinnt man erst, wenn man sie nvi denen unserer Feinde vergleicht, und da kann -astqcstellt werden, das? die Verluste der Feinde ganz außerordentlich schlverer gewesen sind als unsere Verluste.

Dixmuidsn — dsr Kriedhof der gefallenen verbündeten.

W. T.-B. Rotterdam, 4. Nov. Das schwere Ringen um Wern dauert unvermindert fort. Je mehr es sich der Stadt nähert, desto mehr fürchtet man sür das Schicksal der herr­lichen -berühmten Werner Tuchhalle. Die Belgier haben . die Überschwemmung an der Mündung der User noch aus­gedehnt, Dadurch.verändert sich die Gegend immer mehr, und die Operationen gestalten sich schwierig. Dixmuiden ist in den letzten Tagen vollständig zerstört worden. Dixmuiden ist zum Friedhof der gefallenen Verbündeten geworden.

Zum Kanipf um Mcssines und bei Wern, hd. Rotterdam, 4. Nov. Eine amtliche französische Mittei­lung gibt zu, daß das Dorf Mesnnes südlich von Wern nur noch teilweise von den Verbündeten gehalten wird, da die Deutschen es z u r ü ck e r o b e r t e n.

hd. Amsterdam, 4. Nov. Aus Le Havre meldet das „Renterbureau", daß am Montag die Deutschen das linke Ufer der D s e r räumten. Ein offizieller telegraphischer Bericht be­hauptet/daß Kriegsgefangene über die Anstrengungen beim Kampf auf dem überschwemmten Gebiet klagten. Das wichtigste Ziel der Deutschen sei die Einnahme von Dpcrn, die in einem Armeebefehl vom 29. Oktober fitr von größter Wichtigkeit erklärt wird. Der Kaiser erwartet, daß es schnell geschehen lverde. Der Feind übe daher den schwer­sten Druck zwischen Wern und der Lys aus.

Fortgesetzte Beschießung von Ostende, hd. Rotterdam, 4. Nov. Aus Oostburg wird gemeldet, daß die Beschießung von Ostende durch Kriegsschiffe andauere. In ganz Westslandern dröhnt der Erdboden. Man vermutet, daß aus' kurzer Entfernung geschossen, wird.

Le Coq und Heyst von der Bevölkerung geräumt, hd, Blankcnbcrghe, 4. Nov, L e C o q und H e y st sind von der Bevölkerung nunmehr geräumt worden.

Oie günstiaen Zustände in Antwerpen.

W. T.-B. Antwerpen, 4. Nov. In Antwerpen ist der öffentliche Dienst fast vollständig wieder hergestellt. In den meisten Häusern geht das Wasser wieder bis in die böchsten Stockwerke. Gas und elektrische Beleuchtung ßnd befriedigend; auch der Stratzenbahnverkehr ist fast nor­mal. Die von der belgischen Militärverwaltung freige- lassenen Sträflinge sind wieder interniert. Es gibt keine ansteckenden Krankheiten, Lebensmittel sind genügend vorrätig. Fleisch und Butter sind sogar billiger wie vor dem Krieg, doch ist das Brot teuer.

Eine Zusammenkunft der Staatsmänner des Dreiverbandes.

W. T.-B. Paris, 4. Nov. (Nichtamtlich) Präsident P o i n c a r e traf am Samstagabend in Begleitung der

Minister Millerand und Ribot in Dünkirchen ein. Ribot begab sich nach Pas de Calais, während die anderen mit Brogueville und Kitchener konferierten. An der lan­gen Unterredung nahm auch General Joffre teil. Es wurde neuerdings festgestellt, daß in Gegenwart und Zukunft zwi- chen den verbündeten Armeen v o l l st ä n d i g e Überein- timmung bestehe. Broqueville und Kitchener frühstückten bei dem Präsidenten Poincare. Kitchener reiste nach England ab. Poincare begab sich in Begleitung Joffres und Duparges am Montagvormittag nach Belgien (soll heißen, den letzten noch in belgischen Händen befindlichen Teil des Königreichs. Schriftl.), um dem König einen Besuch abzustatten. Der König von Belgien reiste dem Präsidenten bis an die Grenze entgegen. Der Präsident brachte aufs neue die glühende Bewunderung und den begeisterten Wunsch von ganz Frankreich zum Ausdruck. Die Sache der beiden Länder sei auch allen Franzosen heilig. Der König dankte ^aufs wärmste und sprach seine lebhafte Anerkennung für die fran­zösische Armee aus. Hierauf fuhr er im Automobil mit dem Präsidenten nach der König!. Residenz, wo der P r ä s i d e » t derKönigin seine Aufwartung machte. Dann begaben sich beide Staatsoberhäupter mit den beiden Ministern und Joffte nach Furnes (Bemme). Die Truppen standen auf dem Stadthausplatz. Der König und der Präsident nahmen unter den Klängen der Marseillaise und der Brabancomie eine P a r a d e ab. Darauf fcknd eine l a n ge K o n f er en z statt. Bei der Verabschiedung versicherte der König den Präsidenten seiner unwandelbaren Freundschaft ffir Frankreich. Präsident Poincare und Millerand verbrächten den Nachmittag in Bel- gien inmitten der Truppen in a>et Gegend von Truppen zeigten gute Verfassung und Ausdauer und befinden sich guten Mutes.

Die unbequemen deutschen Flieger.

Br. Genf, 4. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Während vorgestern nahe bei den Trümmern des flandrischen Städtchens Furnes französische und englische Truppen vor König Albert, Poincare und Joffre defilierten, warfen zwei Tauben Geschosse ab, deren Wirkung mibe- r annt ist. — Eine Depesche aus London berichtet, der König der Belgier bezog in voriger Woche eine kleine Villa. Die Deutschen erfuhren dies. Am Mittwoch erschien ein Flugzeug über der Villa und warf zwei Bomben, die in den Garten fielen, ohne Schaden zu tun.

Joffres trügerische Hoffnungen.

hd. Kopenhagen, 4. Nov. Die „Evening News" meldet aus Paris: Man erzählt, Joffre habe gesagt, daß es gegen­wärtig möglich sei, die Deutschen aus Frankreich hinaus- zu werfen, wenn man 100000 Mann opfern wolle. Er wolle dies aber nicht, da der Feind mit weit geringeren Verlusten Schritt fürSchritt an seine eigenen Grenzen zurückgedrängt werden könne.

Die Lage in Reims.

Br. Rotterdam, 4. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Korrespondent der ..Times" meldet aus Epernah: Nach Erzählungen von Flüchtlingen ist die Lage in Reims schrecklich. 600 bis 700 Einwohner wurden durch Granaten getötet, eine große Anzahl verwundet. 30 Häuser sind vollständig zerstört. Ganze Familien leben tagelang in Kellern von Kleie.

Der kjeldenkamvf in Tsingtau.

Ein japanischer Bericht.

W. T.-B. Tokio, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird bekannt gegeben, daß die Beschießung von Tsing­tau andauert. Die meisten deutschen Forts sind zum Schweigen gebracht, nur zwei beantworten unaufhör­lich die zu Wasser und zu Lande unternommenen An­griffe der Verbündeten. Das Bombardement verur­sachte eine F e n e r s b r u n st in der Nähe des Hafens und (wie bereits gemeldet) die Explosion eines -Öltanks. Das Fort Sicochouchan steht in Flammen. Ein deut­sches Kanonenboot, das den Schornstein verlor, ist nicht mehr sichtbar.

Vor der Kapitulation?

lick. Rotterdam, 4. Nov. Aus Schanghai wird der „Central News" gemeldet: Die Kapitulation von Tsingtau wird scden Augenblick erwartet. Rach einem schweren Bombardement durch die Verbündeten antwortete nur e i n deutsches Fort, das von Hnchnan. Das englische Linienschiff „Triumph" soll das Fort „Bismarck" mit sieben Schüssen zum Schweigen gebracht haben.

Die Widerstandsfähigkeit der Festung.

Berlin, 4. Nov. Tsingtau hält sich immer noch. — Der „Berk. Lokalanz." schreibt: Aller Deutschen Gedan- ken finb bei den tapferen Kämpfern, -die -gegen die vielfache Übermacht des Feindes getreu -dom Gelöbnis ihres Führers auf ihrem Posten stehen. Jeder Fußbreit unserer Kolonie wird verteidigt.

Das Eiserne Rreuz sür die Besatzung der „Emden".

(Von unserer Berliner'Schriftleitung.)

Berlin, 4. Nov- (Eig/ Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Kaiser hat dem Kommandanten des Kreuzers „Emden", Kapitän v. Müller, das Eiserne Kreuz T. und 2. Klasse verliehen. Alle Offiziere, Beamten und D e ck -

offiziere des Kreuzers sowie 6 0 Unteroffiziere und Mannschaften haben das Eiserne Kreuz 2. Klasse er­halten.

Englische Beklemmung über die Erfolge der deutschen Kreuzer.

W. T.-B. London, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Der Marine- mitarbeiter der „Morningpost" schreibt: Es entspricht Deutsch­lands Interesse, alle Meere möglichst unsicher zu machen; unser Interesse ist, sie offen zu halten. Deuffchland ist im- stande, der englischen Flotte dadurch eine endlose Menge von Mühe undArbeit zu machen, ivährend es die eigenen Schiffe ruhig im Hafen liegen läßt. Das Minenlegen, das anfangs vom Publikum nur als Unfug be­trachtet wurde, entwickelt sich zu einer regelmäßigen Methode des Seekrieges.

Emdens neuer Ehrenbürger.

Emden, 2. Nov. Die Großtaten des Kreuzers „Emden " im Indischen Ozean, die überall, wo die deutsche Zunge klingt, Staunen und Bewunderung erregen, finden naturge­mäß in der Stadt Emden, deren Name dadurch in aller Welt verbreitet wird, ganz besondere Anerkennung. Die städtischen Kollegien haben heilte einmütig beschlossen, dem mutigen Kommandanten des Schiffes, Fregattenkapitän Karl von Müller, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Dieser Beschluß wird von der Einwohnerschaft unserer Stadt mit großer Genugtuung begrüßt.

Möge es dem tapferen Kommandanten der „Emden" vergönnt sein, sich dieser Ehrung lange zu erfreuen!

Das Eingreifen der Türkei.

Türkische Entschlossenheit. Sympathiekund­gebungen für Deutschland und Österreich-Ungarn.

W- T.-B. Konstantinopel, 3. Nov. (Nichtamtlich..) Die Morgenblättsr fordern die Ottomanen zum Kmnpfe gegen die Mächte der Tripelentente auf. die seit Jahrhunderten auf die Vernichtung der Türkei und des Jflam ausgehe. Das Blatt „Jkdam" schließt seinen Artikel mit dem Rufe: „Es lebe die Türkei! Es leben die verbündeten Freundet" Der „Tänin" spricht seinen Dank für die in Wien, Budapest und Berlin veranstalteten Kundgebungen aus und sagt: Wir

können den Völkern Deutschlands und Österreich-Ungarns die Versicherung abgeben, daß wir unsere Pflicht in diesem Kampfe auf Leben und Tod erfüllen wettxm. Unsere materiellen Kräfte, so sagt das Blatt, sind ,uit denen Deutsch­lands und Österreich-Ungarns nicht zu vergleichen. Aber auch Wir wissen, für das Vaterland und die Religion zu kämpfen und uns zu opfern, und wir werden unsere Mangelnden materiellen Kräfte durch moralische ersetzen. Dessen sind wir sicher, daß wir vor niemand zu erröten haben werden.

Der Widerhall der Freundschaftskundgebungen für die Türkei..

W T--B. Konstantinopel, 3. Nov. (Nichtamtlich.) I« Besprechung der Wichtigkeit des Zusammenwirkens der Tür­kei mit den Zentralmächten schreibt „Terdschuman-i-Haki-. kat": Solange die gegenwärtige Krisis dauert, werden wir

an der Seite der Völker Deutschlands uno Österreich- Ungarns unser Blut vergießen. Was die Deutschen -m- longt, so rücken sie die historischen Geschicke sert 80 Jahren der islamitischen Welt -nahe. Diese Annäherung ist nicht das Werk einiger Diplomaten, sie rst die Konsequenz der Natur der Dinge, und eine Reihe von Ereignissen und spezialen Verhältnissen ist es, was ihre Festigkeit ausmacht. Wenn heute der Halbmond und der Adler einander grüßen, so ist die Ursache hiervon dieselbe Gewalt, welche ihren Druck auf den Halb­mond und den Adler ausüben.

W- T.-B. Konstantinopel, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Diu türkischen Blätter drücken ihre Dankbarkeit _ für die Shm- pathiekundgebungen der Presse und des Publikums in Wien. Budapest und Berlin aus und versichern, daß die Türke, die gleichen Gefühle herzlicher Freundschaft Österreich-Ungarn und Deutschland gegenüber hege.

Die kriegerische Stimmung in der Türkei.

yp' T.-B. Konstantinopel, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Die Sprache der offiziösen Blätter ist nunmehr entgegen dem früheren friedlichen Ton überaus kriegerisch geworden. Der „Tanin" schreibt: Der gestern vervollständigte Ab­

bruch der Beziehungen kann morgen nur mit dem Kriege enden. Die Unterdrückten und die Unterdrücker werden auf diese Weise einander gegenüberstehen. Die einen sind verzweifelt, da sie den Tag der Ahndung der seit ^ay-r- hnnderten begangenen abscheulichsten Verbrechen hermu 1 sehen; die anderen, den Ausdruck des Adels im Gestch > feu sich auf die Unterdrücker, um Rache zu wir bis jetzt Geduld geübt haben, -so geschah dieses, die einzige Hoffnung von 300 Millionen Musewmnen waren

Um ihnen nützlich zu sein, taten wir, als? » n

auf der islamitischen Welt lote ein Alpdruck lastssnoen lyran

K ÄVÄiSlrjS j«*g. mm

Ohren können nicht mehr Fr i ed en-S w or t e crttagen.

E n t w e d e r s i.e o d e r w i r 1

Die Begeisterung in Kleinasien.

W T-B Konstantinopel, 2. Nov. (Nichtamtlich.) ^>n König fand' eine Ntassenversammlnng statt, in welcher patriotische Reden gehalten und Gebett^ ft,r den Erfolg der türkischen Flotte verrichtet wurden. Die - Versammlung beq.