Einzelbild herunterladen
 

No. 305

Wiesbadener Tagblart

Aus dem Reiche.

Vermischtes

hergestellt und der schöne Aussichtspunkt am oberen Bahnholz I auch für Curgäste erschlossen, die nur fahren können. Auf Antrag des Vereins ist mit der Anpflanzung von Roth- und Edeltannen an den Promenadewegen, wo es die Oertlichkeit erlaubte, und auf den anstoßenden Waldblößen begonnen worden, wodurch die in Wiesbadens Waldungen von Vielen entbehrten Nadelwälder mit ihrem erfrischenden, harzigen Duft ersetzt werden sollen. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß seitens des Vorstandes wegen der Beseitigung der schattenreichen laubenartigen Hecken an dem schönen Promenadenwege durch das Dambachthal bei dem Gemeinderath Vorstellungen gemacht worden sind, in Folge deren auch eine Besichtigung an Ort und Stelle stattgefunden hat, der außer den Mitgliedern des Gememderaths die Herren Wahl und Dietz als Mitglieder des Verschönerungs-Vereins beigewohnt haben. Leider ist das Resultat nur ein negatives gewesen, denn im Interesse der Bauinteressenten werden, wie bekannt, die Hecken wirklich beseitigt werden. Da der Schatzmeister des Vereins, Herr Kaufmann H. Wald, durch Krankheit am Erscheinen in der Generalversammlung verhindert war, brachte der Herr Vorsitzende die von Herrn Wald aufgestellte Rechnung zur Verlesung. Dieselbe schließt ab mit einem Ueberschuß von 496 Mk. 15 Pf. Die Einnahmen betrugen 12,731 Mk. 87 Pf., die Ausgaben 12,235 Mk. 72 Pf. In die Rechnungs-Prüfungs-Commission wurden gewählt die Herren Rentner Dietz und Wahl, sowie Herr

Rechnungsrath Neuendorff. Der zur Zeit aus 35 Mitgliedern be­stehende Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt; zugleich gelangte aber auch der Wunsch zum Ausdruck, es möchten namentlrch die Mitglieder des Vorstandes durch häufigeres Erscheinen in den Versammlungen ihr Interesse und ihren Antheil an den Vorgängen im Verschönerungs-Verein, mehr als bisher geschehen, an den Tag legen. Schließlich sprach die General­versammlung der Frau Philippi, welche sich um den Verein verdient gemacht hat, besonderen Dank aus.

* (Die Weihnachts-Bescheerung) in dem Kindergarten des Frl. Groos hatte den Lendle'schen Saal mit Angehörigen der Kleinen bis auf den letzten Platz gefüllt. Der reichverzierte, mächtige Christbaum, unter welchem eine ganze Stadt Bethlehem von Lebkuchenhäuschen, fesselte die Kinderschaar derart, daß man sich wundern mußte, tote sie dennoch so geschickt ihre Wechnachts-Liedchen und -Gedichtchen ausführen konnte. Eine entsprechende Ansprache des Ersten Pfarrers, Herrn Bickel, an die 3U

Kmder und Erwachsenen, worin besonders der Christbaum mit seinem I Landwehrmäuner in einem Hause zu Laguy einen Weihnachtsbaum aus- Licht und seinen Gaben als em Ausfluß des deutschen Gemuthes ge- ftemen 9unb wehmüthigen Blicks nach den angezündeten Wachskerze,!

L~s" *ir-c-* ^-''nachtsgebet von E M. Arndt: Du Uauten, während von den nahegelegenen Pariser Forts der Kanonen-

Die anwesenden Eltern der Kleinen I btmner herüberrollte, sahen sich die anwesenden Franzosen wie verdutzt mi, '*t.. ^nnnn^ I toeH durchaus nicht erklären konnten, daß die Männer, von benal

sie in so zahlreichen Schlachten besiegt worden waren, durch den Anblick eines Tannenbaumes zu Thränen gerührt wurden. Ihr Erstaunen wurde aber nicht geringer, als später aus dem Munde derselben Männer das Lied erscholl:Stille Nacht, heflige Nacht." Es war am ersten Weih­nachtstage. In Montereau war der heilige Abend mit ausgeputzten Weihnachtsbäumen und Bescheerungen aller Art, welche der Liebesgaben- Transport aus der Heimath gebracht hatte, von den Mannschaften und Offizieren würdig gefeiert worden. Die beste Bescheerung aber erwartete

sprechmder Weise gepaart unv es ourjie woyt >ever Bejucyer etwas tym Zusagendes finden. Nach der Christbaum-Verloosung folgt Ball, welcher den Tanzlustigen Rechnung tragen soll.

4- (Vertretung.) Herrn Regierungs-Referendar Pohle von hier ist zufolge Verfügung der König!. Regierung bis auf Weiteres die com- missarische Verwaltung des Amtes Braubach übertragen worden.

* (Personalie.) Der neugewählte Direetor der hiesigen Ober- Realschule, Herr Professor Dr. S. Günther, ist zur Besetzung der erledigten Lehrkanzel für Geographie an der Universität Graz von der philosophischen Facultät derselben an erster Stelle in VorWag gebracht.

* (Schulnachricht.) Lehrergehülfe Göbel von Massenhetm ist nach Niederrad versetzt und dem Schnl-Candidaten Stauch von Catzen- elnbogen die Lehrer-Gehülfenstelle zu Massenheim übertragen worden.

Seite 8 . . . -

nach dem Jdsteinerweg an der Trauereiche vorüber nach der Kapellenstraße , * (Sd, ter ft ein.) Die gestern vorgenommene Wahl der Wahlmänuer

- - - -------- -- -- ------ mi Wahl der Kreistagsmttglteder hatte nachstehendes Resultat: Gewählt

sind die Herren Carl Noll, Philipp Lang L, Gottfried Seipel Ludwig Merten und Philipp Georg. Außerdem erhielten Stimmen die Herren Bürgermeister Wirth, G. Kunz und Ph. Dreßler

* (Eltville.) Nach demR. B." hat die Herzogin von Beau- rem ont die dem Herrn Mar ix gehörende AuOlga-Insel", welche unserer Stadt gegenüberliegt, käuflich erworben. Eben werden umfassende Renovirungs-Arbeiten vorgenommen, da die Herzogin den Sommer auf ihrer neuen Besitzung zuzubringen gedenkt. Ein eigens dazu angekaustez Localboot wird die Verbindung zwischen hier, dem Ufer und der Aue herstellen.

(Ein beklagenswerthes Unglück) ereignete stch, derFrks. Ztg." zufolge, in München. Dort fand man am Dienstag Morgen in der St. Benedietus-Anstalt die Krankenschwestern Emmerana undNotundiz durch Kohlengas erstickt in ihren Betten. Die Schwester Sturmia Schnute noch und es ist Hoffnung vorhanden, daß sie gerettet wird.

(Weihnachten in Feindesland.) Unter der Ueberschrist Vor 15 Jahren" veröffentlicht dieMagdeburger Zeitung" folgende stimmungsvolle Erinnerungen an das Weihnachtsfest des Jahres 1870 int Felde. So wunderbar es auch klingen mag, bleibt es, dennoch wahr, das den Franzosen im letzten Kriege die deutsche Tapferkeit weniger auffällig erschien, als jene Seite des deutschen Charaeters, welche wir mit dem Wort Gemüth zu bezeichnen pflegen. Als am Weihnachtsabend preußische

* (Das Branntw einmonopol) wird nach einer Correspondem aus Berlin, wie unterrichtete Personen annehmen, Ende Januar in, Bundesrath eingebracht werden.

* (Die Hochverraths-Affaire 9t ö tiger) wird am 1. Februar vor dem Reichsgericht zur Verhandlung kommen. Herr Nötiger, der bekanntlich im Zusammenhänge mit der Angelegenheit des dänischen Capiiäns Sarauw seiner Zeit in Mainz verhaftet wurde, ist feit Kurzem gegen Bürgschaft auf freien Fuß gesetzt.

schildert wurde, schloß mit dem Weihnachtsgebet von E. M. Strnbi: lieber, heil'ger, frommer Christ" re. Li:"rr .

sprachen sich in anerkennender Weise über die hingebende pädagogische Thätigkeit des Frl. Groos aus.

* (Die Weihnachts-Feier des Mannergesang-Vereins Alte Union") am zweften Feiertage imRömer-Saal" verlief in schönster Weise. Schon vor Beginn der Veranstaltung waren die großen Räume bis auf den letzten Platz gefüllt, ein neuer Beweis, daß dieAlte Union" durch chre trefflichen Leistungen sich einen großen Kreis von Freunden zu sichern verstanden hat. Schon der erste ChorSo weit" von Engelsberg that zur Genüge dar, daß der Dirigent des Vereins, Herr Carl Geifenhofer, mit gutem musikalischem Verständnlß das I siem'st noch. 'Äm "ersten Festtage ging eine Feldpost-Expedition, aus drei vorhandene achtunggebietende Stlmmenmaierial zu verwerten weiß. Reme I Wagen mit sechs Mann Begleitung bestehend, von Montereau nach Melu«, Tongebung und zartes piaoissimo verhalfen dieser reizenden Compo- I um bag Neueste an Biesen und Geschenken herbeizubringen. Sechs Laud- siiion zu vollem Erfolge. Ebenbürtig rechten sich derselben Chöre von I wehrleute waren glücklich, zu den Führern der Expedition ausgesucht zu Möhring, Seibert, Mangold m s. w. an, welche alle durch,großen Beifall werden, die so heiß Erwartetes bringen sollte. Am ersten Festtage-gegen ausgezeichnet wurden. Herr Theodor Schleim sang die große Tenor- I $(benb kommt einer der französischen Fuhrleute, welche die Wagen fuhren, Arie ausStradella" so schon und rem, daß,der Applaus kein Ende I dlenb ^rück, ohne die Wagen, ohne die Gefährten, ohne die Postsachen, nehmen wollte. Auch zwei Zither-Quarteti-Vorirage find anerkennend zu I M Expedition war unterwegs Überfällen worden von nicht weniger als erwähnen. Das einaktige LustspielBelin Standesbeamten wurde von I hundert Franctireurs. Sofort am Abend noch rückte ein Detachement Mitgliedern des Vereins recht flott gespielt und die nach jeher Richtung Infanterie und Cavallerie nach dem Platze der Thai ab und findet boit die Theilnehmer zufriedenstellende Chnstbaum-Verloosung, sowie em Ball deutschen Landwehrleute und die französischen Fuhrleute von Kugeln beschloßen die gelungene Feier. . , . und Stichen durchbohrt, die drei Wagen umgestürzt und gänzlich aus=

* (Weihnachtsgaben.) Die Gesangs-Abtheflung desWiesbadener I geplündert, ja die Leichen ihrer Kleidungsstücke und Habseligkeiten beraubt. Militär-Vereins" überraschte ihren Dirigenten, Herrn Lehrer Geis, zu feiger Meuchel- und Raubmord am heiligen Weihnachtsfeste. Ich Hab- Weihnachten mit einem solid verfertigten Sessel, einem geschmackvoll aus- I t0 'fzhd ber Erzähler fort der Feier des heiligen Abends int geführten Haussegen und mehreren hübschen Zierpflanzen. Dem Obmann I Versailler Schlosse beigewohni. Die stolzen Königsbilder in dm- der Abiheilung wurde in Anerkennung seiner Verdienste em Stammglas felben hatten in drei Monaten schon so Manches mit ansehen müssen,

überreicht. r., . u tua8 ihnen nicht lieb war. Am Abend des 24. December mußten sie

* (Der MannergesangvereinHilda"), erst seit Ende Sep- I nun unmittelbar vor ihren Augen, die Feier eines deutschen

tember d. I. bestehend, veranstaltet am Neujahrstage Abends 8 Uhr un I Weihnachtsfestes erleben. Für hundert Schwerverwundete mußten,

Schützenhof" sein erstes Coneeri. Der bereits 40 Sanger zahlende Verein ba ie Stationen nicht verlaßen konnten, die Bäume vor ihren verspricht, Alles aufbieten zu wollen, um seine Gaste angenehm zu unter- betten angezündet werden. Es geschah das in zehn verschiede«

halten. Das Programm enthalt Chore, Quartette, Declamaiionen und Ioniern. 120 anderen Kranken aber war es möglich, sich zu einer

eine komische Scene:Das Duell". Ernst und Scherz find somit in an- gemeinsamen Feier in dem Saale Ludwigs XIII. zu vereinigen, der den

sprechmder Weise gepaart und cs dürfte wohl jeder Besucher etwas ihm I g,aUöttbetI der Mittelfront des Erdgeschosses einnimmt und auf dic be-

Mnt swn <h^te Terrasse des Parkes führt. Die von Säulen in hellbraune«

Marmor getragene Vorhalle war durch Orangeriebäume in einen Winter­garten verwandelt; hier stand im Halbkreise eine Militär-Capelle. I« eigentlichen Saale dehnte sich der lange Tisch aus, mit einer Decke von weißschimmerndem Leinen, mit drei mächtigen, dicht behangenen W-lb- nachisbäumen, unterhalb deren in langen Reihen bescheidene und reich- Geschenke sich häuften. Es war ein schönes, ftohes Fest. Dankbare Ge­sichter leuchteten dazu, aber ausdrucksvoller noch waren die einiger Fran­zosen, welche der Feier beiwohnten. Wie schon öfters hörte ich dicht vor meinen Ohren:Voila les barbares de Victor Hugo! Es war das in dem Moment, wo die Militär-Capelle eine feierliche Melodie anstmnm- und alle, alle die deutschen Soldaten in ein altes Heimathslied etnftelen.

, Sülle Nacht, heilige Nacht!" _________.1 f

uns V-i-lag her fi" Kchellmberg'schm Hos-BuLdmckerei iu WiesbadeA. Mr die Herausgabe verantwortlich: Louis Schellenberg i« Wiesbaden.

tibU h-mtigr entft&it 30 eeit#«,)