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..Tagblan-HanS". tTUSgUvCfl» „Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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Morgen- Ausgabe.

Mittwoch 4. Nsvembsr 1914.

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Der Krieg,

Oie Uebsrschwemmung der t)ser.

W. T.-B. London, 3. Nov. (Nichtamtlich) Die „Times" meidet aus Amsterdam: Au der Dser sind die Verhältnisse für die Deutschen durch die Überschwemmung sehr erschwert. Es liegt noch immer keine Entscheidung vor. Der Rückzug des deutschen Heeres, von dem man gesprochen hatte, ist n o ch nicht erfolgt, im Gegenteil sind n c u e Truppen an die Front abgegangen. Die Stellungen an der Küste zwischen Ostende und Knocke sind durch Geschütze bei B la n ke nb er g h e Weiter verstärkt.

Br. Amsterdam, 3. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus Sluis wird dem „Telegraaf" gemeldet: Samstag und Sonntag haben fortwährend die Kanonen gedröhnt. An der Front ist wieder hartnäckig gekämpft worden. Die Be­setzung . von Plascherdaele und B e c c e I a e r e durch die Engländer wird bestätigt. Jedes Jahr um diese Zeit be­ginnen die Überschwemmungen des niedrigen Polder-Landes. Am Fluß entlang öffnet man jetzt absichtlich die Schleusen, und das große Terrain wurde bald überschwemmt. Die Ver­bündeten haben dabon vielen Nutzen (?) gehabt, aber man kann keineswegs sagen, daß die Deutschen entmutigt sind, sie zeigen am User eine wahre Todesverachtung. (Wo die Deut­schen nicht mehr durchkönneu, können doch auch die Verbünde­ten nicht mehr vorrücken. Schriftl.)

Einzelheiten über die Land- und Seeschlacht bei Nieuport.

Br. Rom, 3. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Im „Mattino" wird in einem Stimmungsbild aus Dünkirchen die große E i se n b a h n k a t a st r o p h e bei der Station Marquis geschildert, wo 50 Mann getötet und 110 verwun­det wurden. Das Unglück habe zur Folge gehabt, daß die für das französische Heer so wichtige einzige Bahnstrecke im äußersten Norden für einige Zeit außer Betrieb ge­setzt wurde, wodurch die Artillerie ohne Munition, die Truppen ohne Ablösung blieben. Die Lage des belgischen Heeres wird in düsteren Farben geschildert. 63 Prozent des Heeres sei außer Kampf gesetzt und der Rest sei völlig demoralisiert und erschöpft. Dann beschreibt der Be­richterstatter den Kampf der deutschen Artillerie gegen die eng­lischen Schiffe: Diese gaben nur einen einzigen S ch u ß auf die deutschen Stellungen ab, als plötzlich an Bord des ersten großen Panzers Flammen aufsrhossen.

Der Berichterstatter entwirft dann ein erschreckendes Bild von den bengalischen Lanzenreitern, deren Gesich­ter den Stempel bestialischer Mordgior trügen. Dieses Ge­sindel, das wirklich nichts Menschliches an sich habe, sei natürlich nicht zu Reiterangriiffen bestimmt, sondern zu Rekognoszierungsritten, zu nächtlichen Überfällen deutscher Wachen oder zum plötzlichen Einbruch in ein feind­liches Lager, wo die Bengalen die Deutschen mit ihren Lanzen aufspießen sollten., Pardon würden diese Bestien niemals göben.

Über die Schlacht bei D ü n k i r ch c n endlich schreibt der Berichterstatter: Ein paar Kilometer des Borrückens würde für die Deutschen genügen, uns ins Meer zu trei­ben. Wir sind an der Spitze der großen Feuerlinie, die bei Belfort endigt. Würde diese hier durchbrochen, so müßte die Linie der Verbündeten vielleicht geändert werden und die Schlacht gewänne ein ganz anderes Aussehen.

Der französische Bericht vom 2. November.

Angebliche kleine Erfolge auf der.ganzen Front.

W. T.-B- Paris, 3. Nov. Amtlicher Bericht vom 2. Nov.) 3 Uhr nachmittags: Auf dem linken Flügel dauerte die

deutsche Offensive gestern ebenso heftig in Belgien wie in Nerdfrankreich, besonders zwischen D i x m n i d e n und der Lys, wo wir trotz Angriffen und Gegenangriffen der Deutschen auf der ganzen Front leicht fortgeschritten sind, ausgenommen in der Ortschaft M e s s i n e s, von der ein Teil von den Verbündeten wieder verloren wurde. Der Feilst) machte große Anstrengungen gegen die Front von Arras, welche mißlangen, gleich einer gegen Libons und Quesnoy-en - Sanier re.

Im Zentrum, in der Gegend des Aisne-Flusses, inachten wir leichte Fortschritte gegen Fraquh-le-Val, nördlich des Waldes Aigle sowie auf einigen Teileii des rechten Ufers der Aisne. Zwischen dem Wald Aigle und Soiffons stromauf­wärts V a i l l y ist ein Angriff gegen diejeiiigen unserer Truppen, welche die Höhen des rechten Ufers halten, miß­lungen. Ebenso sind mehrere nächtliche Angriffe auf den Höhen von Chernin de Dame gescheitert.

In der Gegend von Reims, zwischen den Argonnen und der Maas, und auf den Hautes-de-Meuse stellte man gestern den Wiederbeginn der Tätigkeit der deut­schen schweren Artillerie fest, deren Beschießung keinen nennenswerten Erfolg ergab.

Auf dein rechten Flügel in den Vogesen nahmen wir die den Paß von M a r k i r ch beherrschende Höhe und drangen in der Gegend von Bandesat vor, wo wir die Stellungen be­setzten, aus denen die deutsche Artillerie St. Die beschoß.

Ein französischer Bericht über dir Lage bei Verdnü.

Br. Ehristianio, 3. Nov. lEig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Aus Bordeaux wird am L, November in dem Communique mitgeteilt: Die Deutschen haben trotz ihrer Anstrengungen

vor Verdun keine Fortschritte gemacht. Die Stadt ist bisher fast noch nicht von Granaten getroffen worden. Das Fort D o n a u m o n t ist das einzige, das die Deutschen zu beschießen versucht haben. Es ist vor einiger Zeit 24 Stunden lang aus weitem Abstand beschossen worden, ohne Schaden zu erleiden.

Eine Taube über Compiegnc.

T.-B. Paris, 3. Nov. (Havas.) Eine Taube über­flog Compiegne. Sie wurde verfolgt und gezwungen, nach den deutschen Linien zurückzukehren.

Die neuen französischen Generale.

W. T.-B. Paris, 3. Nov. Der „Tcmps" veröffentlicht die Ernennung von 12 Divisions- und 31 Brigadegeneralen.

Französische Pfäsidentenföhnc im Felde.

ück. Paris, 2. Nov. (Indirekt.) Mehrere Söhne früherer Präsidenten befinden sich jetzt in der Front, so der Herzog von M a g e n t a, der Sohn Mac Mahons, Kommandant Sadi Car not, Leutnant Claude Casimir Perrier und Leutnant Paul L o u b e t. ^ Unter den Ministersöhnen im Felde befinden sich zwei Söhne V i v i a n i s und ein Sohn R i b o t s. Der junge Ribot wurde neulich von den Deutschen gefangen genomtnen.

Ein englischer Bericht über den deutschen Erfolg bei vcrillp.

hcl. Christiania, 3. Noll. Das, „Reuter-Bureau" meldet aus Paris über den Erfolg der Deutschen bei Bailly sur Aisne. Eine französische Truppe hatte mit großer Schnsidigkeit an den Böschungen des rechten Ufers der Aisne festen Fuß ge­faßt, war jedoch a u ß e r st a n d e, sich auf dem Plateau gegen­über den konzentrierenden Truppen der Deutschen fest- zu setzen, besonders da die Beschaffenheit des Bodens die französischen Truppen hinderte, ohne größeres Risiko Hilfe zu bringen. Unter diesen Verhältnissen erhielten die vorgeschobe­nen französischen Truppen Befehl, sich nach der Aisne zurück- zriziehen.

Unbefriedigte Stimmung in Paris.

Br. Genf, 3. Nov. (Eig.. Drahtbericht. Ktr. Sin.) Die meisten amtlichen französischen Berichte lassen die Pariser Presse unbefriedigt. Verstimmend wirkten be­sonders die deutschen Fortschritte bei Arras, dessen Vorstädte auch heute noch unter deutschem Feuer stehen, sowie das energische Feuer der deutschen s ch w c r e n Ges ch ü tz c längs der ganzen Linie von R e i m s bis zu den M a a s h ö h e n, ferner auch die kräftige Ausnützung des ncueroüertcn Stützpunktes V a i i 11), endlich die wenig günstigen Nachrichten ans Flandern. Für den Verlust der dortigen Ortschaft Mess in es, die jetzt in deutschen Besitz ist und welche die gegnerischen Bewegungen stark hemmen kann, be­deutet der angebliche französische kleine Geländegewinn südlich Gclmvelt bei Dixmuiden nur einen schwachen Trost. Der Militärkritiker Rousset schließt heule seine Betrachtungen wie folgt: Irgend ein Tor wollen die Deutschen einschlagcn, gleichviel welches, wenn sich ihnen nur der Weg nach Dünkirchen öffnet.

Frankreich und England.

Wie die halbamtliche „Neue Pol. Korr." erfährt, herrscht in den einfacheren Volksschichten Frankreichs eine tiefe Er­bitterung gegen England, dem man hauptsächlich die Schuld an dem schweren Unglück Frankreichs zuschiebt. Fran­zösische Gefangene sprechen cs offen aus, daß sie s o f o r t bereit wären, gegen England zu kämpfen. Das rück­sichtslose Benehmen der englischen Truppen gegenüber der französischen Bevölkerung verschärft bei der letzteren die -Miß­stimmung fortgesetzt. Auch in den höh ctett Schichten Frank­reichs wächst di« Erkenntnis, daß England Frankreich verwüste, um Deutschland von sich abzuwehren. Gegen die französische Regierung herrscht eine nichts weniger-als freundliche Stimmung, weil sie sich in völliger Abhängigkeit von den Engländern befindet. In einzelnen Orten haben sich die Damen des französischen Roten Kreuzes geweigert, mit den von England entsandten Krankenpflegerinnen in fran­zösischen Lazaretten zusammenzüwirken.

Zur Vernichtung der „Hermes".

Geringe Verluste.

W. T.-B. Kopenhagen, 3. - Nov. „Bevlinske Tidcnde" be­richtet aus London: Nach den letzteil Feststellungen sind bei dem Untergang der „Hermes" 2 M a n n getötet und 2 verwundet worden, 1 4 M a n n werden v e r in i ß t. (Mit diesen doch geringen Verlusten stimmt unsere Meldung im gestrigen MorgenAytt über die große Trauer in Dover schlecht überein. Schriftl.)

Sperrung der Nordsee.

Eine Bekanntmachung der englischen Admiralität.

Br. Amsterdam, 3. Nov. (Eig. Dr-ahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Mitteilung des „Reuter-Bureaus" in London veröffentlicht die Admiralität folgende Be­kanntmachung: Infolge der willkürlichen

M i n e n l c g u n g durch deutsche Schiffe unter neu­traler Flagge muß die ganze Nordsee als Kricgsgebict angesehen lverden. Vom 5. No­vember ab sollen alle Schisse, die vom Nordpunkt der H c b r i d e n durch die F a r ö r - Inseln nach Jr-

Nr. 515. ♦ 62. Jahrgang.

land fahren, solches auf eigene Gefahr tun, wenn sie nicht die Ädmiralitätsvorschriften befolgen. Den Han­delsschiffen aller Nationen nach Norwegen, der Ostsee, Dänemark und Niederlande wird angeraten, durch den Englandkanal nach Dover zu gehen. Dort werden ihnen sichere Wege angegeben, von Großbritannien bis Farnisland, von wo aus ihnen eine möglichst sichere Route nach dem Feuerschiff Lindesnacrs angewiesen wird, der norwegischen Küste zu. Von hier aus muß so dicht wie möglich an der Küste entlang ge­fahren werden.

Neue Beule der „Norlsruhe".

W. T.-B. London, 3. Nov. Wie dem „Llohd" aus Tara in Brasilien gemeldet wird, setzte dort der deut­sche Dampfer „Assuntion'" Passagiere und Mannschaften des belgischen Dampfers „v an Dy ck" und der englischen Dampfer „H v r st d a l e" und „G a n- t o n" an Land. Die Dampfer waren von dem deutschen Kreuzer. „Karlsruhe" erbeutet worden.

Der österreichische Sieg bei Schabatz.

, W, T.-B. Wien, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird Verlautbart vom 3. November: Erst jetzt läßt sich der in der Matschwa errungene Erfolg voll über­blicken. Die dort gestandene zweite serbische Armee unter General Stefano witsch mit 4 bis 5 Divi­sionen konnte sich nur durch ü b e r e i l i g e n R ü ck - z^n g, wobei sie Vorräte aller Art, Trains usw. im Stiche lassen mußte und zahlreiche Gefangene verlor, aus der bedrohlichen Situation retten. Der Feind ist, ohne in vorbereiteten rückwärtigen Stellungen neuer­dings Widerstand zu leisten, in einem Znge bis in das Hügelland Sch a b a tz zurückgewichen und leistete nur noch bei Schabatz, welches nachts vom 1. zum 2. Novem­ber von unseren tapferen Truppen e r st ü r m t wurde, hartnäckigen» aber vergeblichen Widerstand.

P o t i o r e k, Feldzcngmcister.

Die Beschießung Esingtaus.

W. T.-B. London, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Central News", melden aus Schanghai: Die heftige Beschießung Tsingtaus durch die Verbündeten tvird e r!v i b e r t und dauert an. Die großen Petroleumtanks im Hafen brennen.

China im Einvernehmen mit den vereinigten Staaten.

Schutzmaßnahmen in Schantung.

W. T.-B. Zürich, 3. Nov. Der Petersburger „Rjetsch" erfährt aus diplomatischer Quelle, baß sämt­liche- Proteste Chinas wegen der Verletzung der chinesischen Neutralität durch Japan in völligem Einvernehmen mit den diplomatischen Stellen der Vereinigten Staaten erhoben wurden. China hat zum Schutze der Neutralität von Schantung außerhalb der Bahn starke Streitkräfte unter dem Ober­befehl des Kriegsministers augesammclt, besonders die Küste ist stark besetzt.

Japans Undank.

L. C. Über japanische Dankbarkeit veröffentlicht Major Schweitzer in der „Nordd. Allg. Ztg." eine Erinnerung von seinem Besuch in Japan beim damaligen Kriegsminister, späteren Ministerpräsidenten K a t s u r er. Dieser hat Herrn Schweitzer damals den Platz vor dem Kriegsmiiiistcrium in Tokio gezeigt und ihm gesagt: „Dieser Platz gebührt allein dem Standbild Meckels! Diesem preußischen General ver­dankt die japanische Armee und damit Japan selbst alles, was es bis heute geworden ist und noch weiter sein wird. Kein Denkmal ist groß genug, das Japan diesem Manne setzen müßte." Mit Recht fügt Schweitzer hinzu, die Japaner schändeten sich selbst, aufgestachelt von englischem Neid und Haß, jetzt durch einen Undank ohnegleichen.

Schon über 10000 aufständische Buren.

Br. Amsterdam, 3. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. öln.) Holländische Handelsfirmen haben aus London icrtrauliche Informationen erhalten, daß die Zahl der uifstäudischen Buren bereits über 10 000 erreicht habe, st c sind sämtlich gut bewaffnet und im Besitze vor s ch n cllf c u cr g e sch ütz en, und _ M a sch in eu­re w e h r c n. Gewissen Nachrichten zufolge svll ßw d c c s a m t c O r a n j c f l u ß - K o l ° n i e t» Aufruhr Minden. Am bedenklichsten wird engltschersci s smp- uudeu, daß sich d c W c t auf die Sette der Aufstand - che» gestellt hat. Man befürchtet, daß N j “ « „

tilgen wird, tun auch die noch 30 gerndcn C I«nncnic ättc nithiirittirt 11 t lu'rmtlflffcit. Alk ©ltßlflltbct llCtfitßCIt ttt

er Kapkolvnie etwa über 80 000 (?) Mann, deren Zahl lei einem Umsichgreifen des Aufstande, her weitem licht zu sciuer Unterdrückung ausretchen wurde.

Die großen Erfolge der türkischen Flotte.

W T-B Wien, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Die „Neue fr Pr" erfährt von maßgebender türkischer Seite: dach hier eingetroffenen Berichten des türkischen Ministeriums war der Seekampf im Schwarzen Meer