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Expedition: Langgaffe No. 27.
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Tableau
a. M.,
zarter Farbenstimmung hergestellten, eal verbindenden stylisirten Blätter-, Blüthen
Kunst und Wissenschaft.
* ®ie Ausstellung der Gedenktafel), welche mit der bereits B schloß Hohenburg abgegangenen Adresse die Festgabe der vereinigten I Mr und Badenser hier im Lande bildet, erfreut sich (rm Parterre i Mzw-s Wilhelmüraße 38) eines zahlreichen Besuches. Eine Besichtigung S ben Kenner, daß das Kunstwerk verdient, vom künstlerischen St k untte aus eingehender besprochen zu werden. Das innere 3 *
Uff Kmn Joh. F. G. Mehl er, Kunstmaler in Frankfurt . . langjährige Studien in süddeutschen Klostern für eine 1SM m der Herstellung von im mittelalterlichen Style gehaltener Wro gilt, in Miniatur-Malerei auf die größte zu erlangende Perga-
°tte ausgeführt. ES enthält im Mittelraum die Widmung „Zur
Vermählungs-Feier re." mit dem durch Herrn Eur-Director Hey 'l, welcher zugleich der Verfasser der oben erwähnten Adresse ist, gedichteten Sinnspruch. Um diesen Centralpnnkt gruppireu sich oben rechts und links die Ansichten der Schlösser Biebrich und Karlsruhe, als Geburtsstätten des hohen Paares, unten rechts und links sind Schloß Weilburg und die Reste der Burg Zährmgeu als Stammburgen der Prinzessin Hilda von Nassau und des Erbgroßberzogs Friedrich Wilhelm von Baden, von Blumeu- und Rebengnirlanden duftig umgeben, angebracht. Der übrige Raum des diplomartig wirkenden Bildes ist mit einem theilweise auf Gold-Arabesken- Hiniergrnnd in wundervoll zarter Farbenstimmung hergestellten, die einzelnen Theile des Tableaus ideal verbindenden stylisirten Blätter-, Blüthen- und Rankenwerk ausgefüllt. An zu oft angewandte Knall-Effecte in der modernen Malerei gewöhnt, können sich bei dieser Art der Ausführung (Miniatur-Malerei auf Pergament) dem Laien der wahre Werth und die Schönheit des Bildes nur erschließen, wenn er dasselbe aus nächster Nähe oder bei entfernterem Standpunkte durch das Glas in Augenschein nimmt. Der das Tableau umschließende, reich ornamentirte heraldische Renaissauce- rahmen ist als eine kunstgewerbliche Arbeit ersten Ranges zu würdigen und macht dem Verfertiger, Herrn Gustav Colette, Modelleur und Vergolder in Wiesbaden, von dem auch der Entwurf stammt, alle Ehre. In ihren 2,30 Meter Länge und 1,80 Nieter Höhe betragenden Maßdiinensionen, mit den in der Mitte oben als Bekrönung angebrachten prächtigen vereinigten nassauischen und badischen Hauswappen, den seitlich ausladenden, Blumen und Früchte spendenden Füllhörnern, worunter die Fahnen des Hauses Rassau-Oranien und Baden in Schildform angebracht sind, den am unteren Theile rechts und links in reicher Cartouche- Fassuug befindlichen Monogramme H (Hilda) und W (Wilhelm), in der Mitte die Jahreszahl 1885, verbunden mit zwei sich kreuzenden Friedens- palmeu, - macht die ganze Umrahmung einen imposanten Eindruck. Derselbe wird noch gehoben durch die in ächter Vergoldung, Versilberung und Metalllüster (verschiedenfarbige Broncirung), matt und in Glanz, entschieden glückliche Art der äußeren Deeorirung des Rahmens. Wie wir hören, ist der Kostenbetrag für das Kunstwerk durch kleine und kleinste Beiträge ans dem Lande aufgebracht worden und hat sich für die Organisation des Ganzen neben vielen anderen Personen im Laude das dem hiesigen Haupt -Comitö abgezweigte „ausführende Comite", die Herren Offiziere a. D. F. v on Marillae, C. Geis und F. Vonhausen, vorzugsweise durch die von Liebe zur guten Sache getragene große Mühewaltung um das Zustandekommen derselben sehr verdient gemacht. Das Kunstwerk dürfte vor Abgang zur Ausstellung der Vermählungsgaben nach Karlsruhe noch über Sonntag ausgestellt bleiben. Es möge daher Niemand, der Interesse an der Knust und dem Kunsthandwerk hat, versäumen, eine künstlerische Arbeit zu besichtigen, welche so schön und sinnreich auch die durch die Vermählung der erlauchten Sprossen aus dem Hause Nassau und Baden jetzt zu erhoffenden „glücklicheren Verhältnisse", die Familien- Allianz der alten Fürstengeschlechter Nassan-Baden-Hoheuzollern, anzu- bcuten scheint.
Aus dem Reiche.
* (Der Kaiser), welcher sich gestern von Karlsruhe zu den Truppenübungen nach Württemberg begeben hat, inspieirte in der badischen Hauptstadt auch das freiwillige Krankenträger-Corps und äußerte dabei deu Wunsch, daß das Corps noch lange Jahre nicht genöthigt fein möge, die gewonnenen Kenntnisse im Kriege zu bewähren.
* (Die Manöver in Baden) haben ihx Ende erreicht, die Truppen kehrten in ihre Garnisonen zurück und umfangreiche Avancements und Gnadenbeweise sind bekannt gegeben worden. General von Obernitz, der Commandenr des 14. Armee-Corps, erhielt den „Schwarzen Adler- Orden". Der Kaiser richtete ein ganz besonders herzliches Schreiben an den Grobherzog und an den commanbtrenben General, in bem er bem Ersteren ben Dank für beit herzlichen Empfang überall im Laube unb seine Glückwünsche wegen ber Vorzüglichkeit bet Truppen unb bem Letzteren seine volle Anerkennung anssprach, mit bem Befehl, dies allen Truppen bekannt zu geben.
* (Die internationale Telegraphen-Conferenz) würbe am Donnerstag in Berlin gefchlosseu, nachbem Paris zum Sitz ber nächsten Konferenz gewählt worben, wo bieselbe 1890, also 25 Jahre nach bem daselbst erfolgten Abschluß bes ersten internationalen Telegrapheu- Vertrags, zusammentritt. Staatssecretär Dr. v. Stephan warf in feiner Schlußrede einen Rückblick auf die Arbeiten der Conferenz und hob die große Reform des Tarifsystems hervor, durch welche ein wichtiger Fortschritt für die Vereinfachung und einheitliche Gestaltung der bisherigen zahlreichen Taxen erzielt und gleichmäßige Grundlagen für die Tarife Gesammt-Europa's herbeigeführt feien, die eine Ermäßigung der Taxen zulassen; auch für das außereuropäische Telegraphensystem hätten die Concesfloneu mehrerer größerer Kabelgesellschaften Reduetionen ermöglicht; ans den Berathungen dürfe man schließen, daß man sich da, wo Reduc- tionen noch nicht möglich oder unzureichend wären, in zwei oder drei Jahren der allgemeinen Bewegung anschlietzen werde. Die nächste Conferenz, deren Sitz Paris ist, werde unter ber geschickten Leitung ber französischen Administration gewiß das Werk vollenden. Mehrere Con- cessiouen seien unter Bedingungen gemacht, doch sei bei allgemein hervortretendem bestem Willen und da der Termin des Inkrafttretens der Beschlüsse, der 1. Juli 1886, dazu Zeit gewähre, zu hoffen, daß auch nach dieser Richtung hin das Werk gänzlich vollendet werde. Redner gedenkt sodann mit großer Anerkennung des lebhaften Eifers und der großen Beharrlichkeit, womit die Conferenz sich den angestrengten Arbeiten gewidmet habe, und dankt namentlich den Vorsitzenden der beiden Commy- stoneu, Brunner von Wattenwyl und Hake, sowie deren Referenten Fribourg und Marge, ferner dem internationalen Bureau und dessen Director Curchod und dem Secretariat. Wenn die Conferenz auf das Resultat ihrer Arbeiten unb bereu Consequenzen zurückblicke, so bürfe sie
"V (DeffentHdje Sitzung ber II. Strafkammer bes .iXf ßanbgeriet» vom 18. September.) Vorsitzenber: Herr ■ k!5riAt6»®irector Koppen. Beamter ber König!. Staatsanwaltschaft: LLtsanwalt Müller. - Zunächst würben etliche 50 junge Leute
Md auswärts, welche sich der Wehrpflicht durch unerlaubte Aus- *?,.„na entzogen haben, Jeder zu einer Geldstrafe von 200 Mk. eventuell
2 gezahlte 10 Mk. zu einem Tage Gesängniß vernrtheilt. Zugleich '•'L beschloßen, deren eventuelles Vermögen bis zur Höhe von 300 Mk. Kdlaanahmen. — Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde sodann Seit gegen 1) den Knecht Johann Wilhelm D. zu Grebenroth, 5L am 14. August 1866 zu Egenroth, evangelisch, ohne Vermögen, JÄt bestraft; 2) die Magdalene W. zu Grebenroth, geboren Srift am 18. December 1870, ohne Vermögen, noch nicht besttaft, welche Stoib verdächtig erscheinen, 1) Johann D, daß er am 25. Mai d. I.
Walde zu Grebenroth mit der Margarethe Klärner, einer Person ..... 14 Zähren, unzüchtige Handlungen vorgenommen habe; 2) die Saabaltne W., daß sie an dem nämlichen Tage und an gleichem Orte mrnahme des unter 1) genannten Verbrechens durch die That wissent- £ Hülfe geleistet habe. Durch die Verhandlung wurde die Schuld Ä-r Angeklagten erwiesen und D. zu einer Gefängnißstrafe von sechs Waten vernrtheilt, die mitangeschuldigte W. dagegen von der wider sie «dcknen Anklage freigesprochen, weil das Gericht sich nicht überzeugen « daß die Beschuldigte die zur Erkenntniß der Strafbarkeit ihrer Mungswcise erforoerlidje Einsicht besessen habe. Nachdem der Vater der fc her dm ganzen Tag über vom Hause entfernt ist, sich außer Stande er- tirte die Aussicht über seine Tochter zu führen, beschloß der Gerichtshof, ,1 Me das Mädchen in einer Besserungs-Anstalt untergebracht werden. , gnf die Berufung des gelernten Maurers und jetzigen Taglöhners Mv Daniel E. zu Esch, der wegen öffentlicher Beleidigung des Etat Nachtwächters und des Gensdarmen zu 4 Wochen Gesängniß Meist worden ist, setzte die Berufungsinstanz die Strafe auf 1 Woche gtfingniü herab. - Die Verhandlung gegen einen gewissen S. von ifisenheim a. Rh., welcher beschuldigt ist, einen Eisenbahntransport Sbet zu haben, mußte wegen Erkrankung eines Zeugen bis esteres vertagt werden. — Wegen schweren Diebstahls bezw. Hehlerei tz angttlagt 1) die Taglöhnerin Margarethe K., ledig, Mutter zweier ftbtr, 2) bereit Mutter, Ehefrau Nes Balthasar K., Dorothea, geborene st, Beide in Ran en th al wohnWft. Es handelt sich um einen größeren Wediebstahl zum Nachtheile des Peter Oppermann in Rauenthal. Auf tag der Angeschuldigten wurde behufs Vorladung eines Entlastungs- Mni, des Jacob Haas in Rauenthal, die Verhandlung bis zum nächsten "'Militärisches.) Heute Abend gegen 'Ml Uhr kehrt das hiesige Sataitton des Hess. Füsilier-Regiments No. 80 aus den Manövern tu ■( Garnison zurück. Die Rückkunft erfolgt mittelst Extrazuges der kunmS-Eisenbahn.s
'(Der Techniker-Verein) unternimmt morgen in Gemeinschaft nt dem Nachbarverein Frankfurt eine Excursian nach Amöneburg zur Wtignng der Cementfabrik der Herren Dyckerhvff & Söhne. Hierauf ickt gemeinschaftlicher Frühschoppen in Biebrich statt, während der Nach- tte die Theilnehrner der Exeursion in Wiesbaden versammeln wird.
'(Gedenktafel für Franz Abt.) Der Bund „Ällschlaraffa" k auf Veranlassung der Zweig-Vereinigung „Wiesbaden",, beschlossen, D (ihren seines dahingeschiedenen Mitgliedes Franz Abt, eine Gedenk- chl au dessen Sterbehause anzubringen. Dieselbe soll in Broncegnß aus- W werden — Größe ungefähr 1,00 zu 0,75 — und das Relief des Michenm Meisters (letzte Photographien bei Kauer & Schröder i Wiesbaden zu haben) nebst einer kurzen Inschrift enthalten. Der tab erläßt an jene Herren Bildhauer, welche auf die Ausführung dieser kchl leflectireu, die Einladung, Skizzen dazu bis zum 15. October c. «dm König!. Schauspieler Paul Neumann, Wiesbaden, Platter- M lb, 2 Treppen, einzusenden. Derselbe ist auch gern bereit, jede tauf bezügliche Auskunft zu erjheilen.
'(Ständchen.) Gestern Morgen wurden die Bewohner der oberen «Adterstraße auf's Angenehmste durch schönen Männergesang ans dem Äafe geweckt. Wie man erfuhr, brachten mehrere Herren des hiesigen Ater-Chors unter Leitung des Herrn Hofopernsängers Philippi der «wohnenden Fran de Weerth anläßlich ihres Geburtstages ein Mgmständcheil dar.
,' (Riidesheim.) Das Niederwald-Denkmal unb dessen nähere Um- piiM soll, wie Berliner Blätter mittheilen, durch Mannschaften der ««z-Garde-Compagnie in Berlin bewacht werden. Bei der Auswahl Men sollte indeß, der ausdrücklichen kaiserlichen Bestimmung gemäß, Zwang anSgeübt, vielmehr anheimgegeben werden, die Mannschaften Wchst zur freiwilligen Uebernahme jenes Dienstes zu veranlassen. Das Wmtanbo über die abcommanbirten Leute soll ein Halbinvalide-Osfizier '^nehmen, ber feinen Wohnsitz voraussichtlich in Riidesheim nehmen wird.
