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Bethge. Berg. Strecker. Schneider. Winka. Rathmami. Brüning.
Donnerstag, 3. September. 156. Vorstellung.
Wiel Lärm nm Wichts.
in 3 Akten von W. Shakespeare. Für die deutsche Bühne eingerichtet von Carl von Holtet.
Königliche MZ Schauspiele.
. . Herr Neumann.
■ - Herr Köchy.
. . Herr Reubke.
. . Herr Beck.
. . Herr Rudolph.
. . Herr Dornewaß.
. . Frl. v. RoU.
. • Frl. Butze.
. . ml. Trabold.
. . Frl. Hempel.
■ ■ Herr Spiest.
. . Herr Holland.
. . Herr Grobecker.
Anfang Ende ß Uhr.
Freitag, 4. September: Fidelio
Personen:
Don Pedro, Prinz von Arragou . . . Don Juan, sein Halbbruder.....
Naudm, ein florentinischer Graf . . . Benedict, ein Edelmann aus Padua . . ßeonato, Gouverneur.......
Antonio, dessen Bruder......
Hno, Leonato's Tochter......
Beatrice, seine Nichte.......
Margaretha, ( .Kammerfrauen ■ • • •
Ursula, > ....
Eonrad, ( Jnan's Bediente ■ ■ ■ ■
Borachio, t " ....
Ambrosius, I Gerichlslente.....
Cyprian, i .....
Der Schreiber..........
Erster ........
Zweiter Wachter........
Dritter ........
Franziskus, ein Mönch.......
An Bote...........
Scene: Messina.
Lokales und Provinzielles.
* (Ihre Hoheit Prinzessin Hilda von Nassau) hat dem Herrn Bäckermeister Arnold Berger dahier durch die Hofdame Fräulein v. Preen das mit Höchstihrer Namensunterschrift versehene Portrait des hohen Brautpaares unter folgendem Begleitschreiben zugehen Wen: „Bester Herr Berger! Dieses Bild, welches Ihre Hoheit die Prinzessin Ihnen zusendet, kommt recht spät an, aber ich hoffe,' es macht Wen deßhalb nicht weniger Freude! Die eigene Namensunterschrift mcht das Bild werthvoller und gilt dem treuen Nassauer, dessen Anhang- Weit sich vielfach bewährt hat rc. Es sendet Ihnen herzlichen Gruß B.v. Preen. Hohenburg, 31. August 1885."
' lSedanfeier.) Am Vorabend des Sedantages fand am Krieger- Denkmal im Nerothal eine erhebende Feier statt. Um 8 Uhr zogen der ünegervercin „Germania-Allemannia" und der „Mllitär-Verein" unter taantritt der Capelle des „Musik- und Gesangvereins" von der „Stadt Frankfurt" aus nach dem Denkmal. Hier intonirte die Capelle unter »ntuug des Herrn O. Hardegen eine Ouvertüre von Köler Bela, worauf iie bereinigten Sänger-Chöre der Krieger- und Militär-Vereine unter der Station des Herrn Lehrers W i l h. S ch m i dt das Beethoven'sche Lied „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vortrugcn. Der Präsident des Krieger- tmins „Germania-Allemannia", Herr Emil Rumpf, hielt von einer tot dem Denkmal errichteten Bühne aus folgende Festrede: „Verehrte Festamossen, liebe Kameraden! Abermals stehen wir an diesem Denkmal, w: die Feier unseres Sedawestes einzuleiten. Die Namen Derer, die hier m Erz gemeißelt, sie rufen heute wieder mächtig die Erinnerung an jene froße.Zeit vor 15 Jahren in uns wach: aber dieses frisch geweckte Erinnern «ßreift uns auch mit Wehmuth ob all des herben Verlustes: Männer in rnferen Jahren, vielfach bewährt in Krieg und Frieden, opferten die ganze Reife ihrer Bildung, ihres Characters dem Vaterlande, Jünglinge im Frühling des Lebens, voll Zukunft, der Stolz ihrer Angehörigen, gesund an Leib und Seele — all ihre aussichtsvolle Zukunft vertauschten sie mit dem Heldentod. Diesen Männern, so im erhebenden Gefühl der höchsten Pmcht des Staatsbürgers ihr Leben einer heiligen, großen Sache preis- Oeu, wneu gebührt die Anerkennung der Mit- und Nachwelt. „Solche Mer" forderte ein so hohes Ziel, wie es durch sie erreicht wurde, aber der schmerz des Verlustes verklärt sich in Freude über das Errungene. M, Kameraden, die wir gesund und wohlgemuth aus diesem heißen Santpfe zuriickkehrten, wird es eine Mahnung sein und bleiben, hochzn- balten, was so edles, theures Blut erstritt! Kaiser uud Reich — wie Mge Zeit ist darnach gerungen worden, nach einem deutschen Reiche, M deutscher Einigkeit. Wie viel ward nicht für dieses Ideal des deuhchen Volkes in Wort und Lied gewirkt, bis endlich die große That We, die uns von schwerem Bann befreite. Lasset uns daher, verehrte migcnossen, durch diese Feier die Erinnerung an jene denkwürdige Zeit «ndig erhalten, lasset uns das durch Blut und Eisen Errungene uner- Mlerlich treu bewahren. Dazu aber gehört vor Allem die Liebe zum Mrland, zum engeren und zum weiteren Vaterland, jenes schöne Munden, welches den Sinn für Familie uud Haus, für Recht und Ordnung stärkt. Verehrte Festgenoffen! Geloben wir heute angesichts
dieses Denkmals, allezeit einzustehen für Kaiser und Reich und geben wir diesem Gelöbniß feierlich Ausdruck durch den Ruf: „Hoch Kaiser und Reich! Sie leben hoch, hoch, hoch!" In diese Huldigung ward allseitig auf das Lebhafteste eingestimmt und darauf das Denkmal bengalisch beleuchtet. Die Sänger-Chöre trugen alsdann noch „Das deutsche Lied" von Kalliwoda vor. Nach Beendigung der Feier setzte sich der Zug in schönster Ordnung unter Musikbegleitung in Bewegung, um nach dem Saale der „Stadt Frankfurt" zurückzukehren. Dort stimmte die Musik die Nationalhymne an, welche die Anwesenden mitsangen. — Der eigentliche Festtag wurde des Morgens um 6 Uhr feierlichst eingeläutet und von der Hauptkirche aus ertönte ein Choral. Um 9'72 Uhr fand in der evangelischen Hauptkirche ein Festgottesdienst statt, dem auch ein Theil der hiesigen Garnison beiwohnte. Der Erste Pfarrer, Herr Bickel, hielt unter Zugrundelegung des 100. Dankpsalms: „Nun sauchzet dem Herrn alle Welt, dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken" die schwungvolle Festpredigt. Des Nachmittags versammelten sich auf dem Louisenplatz die obengenannten Vereine und begaben sich in einem Zuge durch die Hauptstraßen der reichbeflaggten Stadt nach dem Neroberg, woselbst ein Volksfest stattfand.
* (Commers.) Es dürfte die hiesigen zahlreichen Jünger Gabels- berger's interessiren, zu erfahren, daß der Erste Vorstand des hiesigen „Stenographeu-Vereins", Herr Secretär I. Wirth, geprüfter Lehrer der Stenographie, Wiesbaden demnächst verläßt, um mit der „Ottomanischeu Eisenbahn-Gesellschaft" nach Constantinopel überzusiedeln. Zu Ehren des Scheidenden veranstaltet der „Gabelsberger Stenographen - Verein" heute Abend im sogenannten Damensaal des ^Nonnenhofs" eine Abschieds- feter, woran auch Mitglieder des „Mainzer Stenographen-Vercins" Theil nehmen werden. Der Commers beginnt präcis 7‘ 2 Uhr. Freunde und Kunstgenossen sind willkommen.
* (Das „Tagen") ist auch ein — Fortschritt unserer Zeit. Alles tagt, warum sollen nicht auch die Kutscher und Hauderer sich versammeln, nm das Band der Einheit zu schlingen um die Lenker der Rosse ohne Unterschied der Güte ihrer Vehikel? Und was Letzteres anlangt, so brauchen unsere Wiesbadener Droschkenführer bekanntlich keinen Vergleich mit irgend einer Stadt im großen deutschen Reiche zu scheuen. Daher beriefen sie denn auch zwei ihrer Genossen, die Herren August Nickel und Friedrich Ruppert, um dem bereits von uns erwähnten Zusammenkommen von Lohukutschern aus 30 der größten Städte Deutschlands in Leipzig am 9., 10. und 11. d. M. beizuwohnen und die Interessen ihrer Mandanten „kräftig" zu vertreteu.
* (Anerkennung) Die Kömgl. Regierung Hierselbst hat dem Wilhelm Rehard, 13 Jahre alt, zu Mittelheim, Amts Eltville, wohnhaft, als Anerkennung dafür, daß er am Nachmittage des 28. Juni d. I. den 13jährigen Sohn der Frau Rentner Wilke Wwc. von Mittelheim mit eigener Lebensgefahr von dem Tode des Ertrinkens in dem Rheine gerettet hat, die übliche Geldprämie von 30 Mk. bewilligt.
* (Straßensperre.) Die Schwalbacherstraße zwischen Louisen- und Faulbruuncnstraße wird behufs Neupflasterung von heute an bis zur Fertigstellung der Arbeit für den Fnhrverkehr gesperrt.
* (Besitzwechse 1.) Herr Privatier M. Henkes dahier hat seine an der Dotzheimer Chaussee in Biebrich belegene Besitzung (früher Backsteinbrennerei) im Gesammt - Flächengehalte von 2 Morgen 9 Ruthen 88 Schuh zum Preise von 4250 Mk. an Herrn Ludw. Diefenbach dahier verkauft. — Der gestern gemeldete Hausverkauf zwischen Kimmels Erben und Herrn Ph. Rath ist nicht für 67,000, sondern für 62,000 Mark abgeschlossen worden.
* (Unfälle.) Der Spenglergeselle Theodor Mandt von Kirdorf stürzte von dem Gerüste am Hause No. 38 der Nerostraße und wurde bewußtlos nach seiner Wohnung verbracht. — Arbeiter Louis Groß erlitt beim Abladen eines Krahnens im Hess. Ludwigsbahnhofe mehrere bedeutende Quetschungen, so daß er nach Hause gefahren werden mußte.
* (Biebrich.) Am letzten Samstag war in der Conserven-Fabrik von A. v. Vogel Hierselbst ein Brand ausgebrochen, welcher Dank der energischen Unterstützung, welche das Personal der Herren G m ü n d t und P0th s & Co. den Arbeitern der Fabrik beim Löschen leisteten, unterdrückt wurde, bevor die Feuerwehr zur Thätigkeit kam.
* (H ö ch st.) Die hiesige „Turn-Gemeinde" Wechte am letzten Sonntag und Montag ihre neuerbaute Turnhalle in feierlicher Werse ein.
Kunst uud Wissenschaft.
—. (König!. Schauspiele.) Dem interessanten Gaste der Oper, Frau Brandt-Goertz, ist ein gleicher im Schauspiele gefolgt. Frau Ottilie Gende, die einst gefeierte Soubrette, eröffnete am verflossenen Samstag als „Geheimrächiu Seefeld" im „Störenfried" ein Gastspiel an der hiesigen Bühne und verhalf damit dem gemüthvollcn Benedix'schen Lustspiele, das auf der steten Jagd nach Novitäten dem Gedächtnisse unserer Schaushiel-Leitung offenbar ganz entfallen gewesen zu fein schien, wieder zu seinem angestammten Rechte und dem lautesten Erfolge. Frau Genoe gab den weiblicheu Störenfried, jenes Prototyp der unbequemen Schwiegermutter, in frischer Lebendigkeit und mit so farbensattem Humor, daß es der alten, schwatzhaften Geheimräthin bisweilen schwer wurde, die unvermeidliche convcntionelle Schranke innezuhalten. Köstlich war Herr Grobecker als biederer „Lebrecht Müller", eine Figur, tote sie Benedix mit ebenso großer Vorliebe als besonderem Glücke in zahlreichen Varianten zu zeichnen wußte. Das junge Ehepaar „Lonau" fand in Frl. von Kolö. und Herrn Beck sympathische Vertreter, während die dienstbaren Geister desselben von Frl. Lipski und Herrn Holland mit zwingender Komik dargestellt wurden. In der Backfischrolle der „Alwine Weitz" betrat eine junge Kunst-Novize, Frl. Grtzve ans München, erstmalig die Bühne. Die angehende Künstlerin
