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Montag» 2. November» vormittags.

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3 ÖOO Tannen 12 200 12 200 12 200 8 000 7 820 6 700

Gin englischer Rreuzer im englischen Kanal vernichtet.

W.T.-B. London, 1. Nov. Amtlich wird unter dem 31. Okt. gemeldet: Ein deutsches Unterseeboot brachte heute im englischen Kanal den alten Kreuzer „Hermes", der aus Dünkirchen zurückkam, durch einen Torpedoschuß zum Sinken. Beinahe alle Offi­ziere und Mannschaften wurden gerettet.

(Notiz -des W.T .B.: Wie uns von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, liegt eine Bestätigung -der Nachricht deutscherseits noch nicht vor.)

(Der „Hermes" ist ein älterer, aber immerhin ansehnlicher geschützter Kreuzer aus dem Jahre 1898. Er hatte 6700 Tonnen Rauminhalt, eine Geschwindigkeit von etwa 20 See­meilen, eine stattliche Bewaffnung von 11 16-Zentimeter- und 8 7,6-Zentimeter-Geschützen, 2 Torpedorohre und eine Be­satzung von 480 Mann.)

Der neue glänzende Erfolg unserer Unterscebootswaffe, der diesmal, weil er unmittelbar am Eingang des englischen Kanals errungen ist, den Engländern noch mehr Beklemmungen verursachen wird, wie er uns mit noch größe­rem Stolz und freudiger Bewunderung für unsere topesver- achtenden Unterseebootsoffiziere und Mannschaften erfüllt, ist bereits der siebente, wenn man den russischen großen Kreuzer „Pallada" mitrechnet, der sechste gegen England allein. Den deutschen Unterseebooten fielen bisher zum Opfer: der englische Kreuzer „Pathfinder" .

„ ,. große Kreuzer „Hoguc"

., ' „ ., » „Cressy" .

„ „ „ „ „Aboukier"

„ große russische Kreuzer „Pallada"

., der große englischer Kreuzer „Hawke"

„ der geschützte engl. Kreuzer „Hermes"_

61120 Tonnen

Demnach haben unsere Unterseeboote, während auf unse­rer eigenen Seite dieser Waffe der Feinde nur ein Torpedo­boot und die kleine veraltete „Hela" von 2040 Tonnen Rauminhalt zum Opfer fielen, den Feinden bereits einen Ge- s-amtschaden von 61120 Wonnen — Bautosten inindestens wohl 80 Millionen Mark, wenn nicht mehr — zugefügt. Viel grö­ßer und bedeutender aber noch ist der moralische Erfolg unserer Unterse^bootswaffe, der in seiner Wirkung, was die E r s ch ü t t e r u n g der englischen „Seeherrschaft" und dir späteren Nachwirkungen im Flottenban anbelangk. noch gar nicht abzuschätzen ist. Wir haben wirklich alle Veranlassung, auf die bisherigen Leistungen unserer Flotte stolz zu sein.

Oer Tagesbericht vom 1. November.

weiteres vorrücken bei Hpres und Lille. 660 Gefangene und mehrere englische Geschütze erbeutet.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 1. Nov., mittags. (Amtlich.) In Belgien wurden die Opc- rationen durch Überschwemmungen erschwert, durch die im Yser- und Ypern-Kanal die Zerstörung von Schleusen bei Nicuport herbeigeführt ist.

Bei Ypres sind unsere Truppen weiter vor- gcdrnngen. Es wurden mindestens 60V Ge­fangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet.

Auch dikk^v c st l i ch Lille kämpfenden Truppen sind vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Vailly gemachten Gefangenen erhöhte sich auf 1500.

In der Gegend von Verdun und Toni fanden nur kleinere Kämpfe statt.

Im Nvrdosten standen unsere Truppen auch gestern Noch im unentschiedenen Kampfe mit den Russen.

O b e r st e Heeresleitung.

Die Kämpfe an der Küste.

Nr. Haag, 1. Nov. (©iß. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Nach amtlichen englischen Meldungen haben die Belgier das Tal der unteren User unter Wasser gesetzt, so daß die Deutschen angeblich den Rückzug über den Fluß antreten müssen. (Dem widersprechen bekanntlich die deutschen durchaus zuverlässigen Berichte. (Schriftl.) Am Donnerstag haben die Deutschen kräftige Angriffe auf die Franzosen und Engländer nordöstlich und östlich Upern unternommen. Der Korrespondent der „Central News" berichtet: Die Deutschen versuchten, durch gewaltiges Kanonenfeuer sich einen Weg durch die Linien der Verbündeten zu bahneix, und haben da­

durch südwestlich vorrücken können. Nördlich Lille hätten die Deutschen st a r k e Reserven zusammengezogen.

Der Kampf der Deutschen gegen die englischen Kriegsschiffe.

Br. Köln, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der „Köln. Ztg." meldet der Rotterdamer „Maas-Bote": Seil

der vorverflossenen Nacht dauert das Geschützfeuer ununter­brochen ber Ostende fort. Die Deutschen haben Geschütze aus den A n t w e r p e n e r Forts an die Küste gebracht und richten sie auf die englischen Schiffe.

Deutsche §liegerbomben.

W- T.-B. London, 1. Nov. „Daily News" melden, daß zwei deutsche Flieger Beth u n c mit zwei Bomben beworfen haben. Die erste explodierte nicht, die zweite tötete 19 Per­sonen und verwundete 14. Auch in D ü n k i r ch e n fielen am Mittwoch Bomben, die sämtliche Fensterscheiben, einer Straße zerstörten.

Eine englische Anerkennung deS deutschen Aufklärungs- dicnstes.

W ■ T.-B. Rotterdam, 1. Nov. Ein englischer Kriegs­korrespondent berichtet über die Vollkommenheit des deutschen Aufklärungsdicnstesi So habe ein englisches Marineflug­zeug an einem Tage ber vorigen Woche einen Unfall ge­habt, der sogar von den Matrosen der begleitenden Schiffe nicht bemerkt worden war, aber am Abend bereits in Berlin bekannt gewesen sei. Die Truppenbewegungen der Verbün­deten seien fast zu der gleichen Zeit in den deutschen Linien bekannt. Der Gegenangriff der Deutschen setzte bis­weilen in dem nämlichen Augenblick sin, in dem die Verbündeten vorrücken.

Dis Zeppelinfurcht in England.

W. T.-B. London, 1. Nov. (Nichtamtlich) Die Druid- Hall wird mit 100 000 Pfund Sterling gegen Beschädigung durch Bomben versichert.

Die Lage bei Verdun und Belfort.

Ein Schweizer Bericht.

Br. Genf, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Dem Genfer „Journal" wird aus Roncourt gemeldet, es sei ent­gegen anderen Nachrichten ziemlich sicher, daß, wenn die Deutschen den Angriff auf Verdun unternehmen, sie jetzt keine ernsten Operationen gegen Belfort beabsichtigen. Ihre Truppen seien wenig zahlreich sin dieser Gegend. Auf der Lime Altkirch-Colmar hätten sie gegenwärtig badische und württembergische Landwehrinfanterie, wenig Feldariillerie, aber ausgezeichnete schwere Artillerie, gegenüber den französischen Stellungen bei Thann. Im Ver­laufe der letzten Wochen hätten die beiden Armeen sich ab- wartend verhalten, von ernsteren Gefechten seien nur Kämpfe bei Ferrety zu erwähnen. Hüben und drüben sei man in wohlverschanzten Gräben geblieben, und es sei täglich'geschossen, aber kein erheblicher Schaden ange­richtet worden. Die Linien hätten sich kaum verändert.

Zum letzten Streich der „Emden".

W. T.-B. Bordeaux, 1. Nov. Das Marineministcnium be­stätigt die Versenkung deS „Schemtschug" und des französischen Torpedoboots „Mnsquet" in Pulo-Penang. Die „Emden" War maskiert unter russischer Flagge im Hasen eingssahren. Sie ist mit den Verwundeten auf hohe See zu­rückgekehrt. Vom „Schemtschug" sind 26 Mann tot, 112 ver­wundet, 250 wurden gerettet. Nach englischer Nachricht fuhr die „Emden" unter japanischer Flagge.

Der allgemeine japanische Angriff auf Tsingtau

W.T.-B. Tokio, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird bekalintgegeben, das? der allgemeine Angriff auf Tsingtau von der Land- und Scescite heute vormittag begonnen hat.

Das Eingreifen öer Türkei.

Die Abreise der Votschafter des Dreiverbandes aus Konstantinopel.

W.T.-B. Konstantinopel, 1. Nov. Den Botschaftern Rußlands, Englands und Frankreichs sind die Pässe zugestellt worden. Der russische und englische Bot­schafter reiste» heute, der französische reist morgen ab.

W. T.-B. Petersburg, 1. Nov. Nach einer Meldung^ der „Petersburger Telegraphen-Agentur" hat , die r u s s i s ch e Regierung dem russischen Votschafter in Konstantinopel den Auftrag gegeben, der Pforte den Abbruch der biplomati- schen Beziehungen mit der Türkei lundzutun und ihm besoh­len, mit dem g e s a m t e n P c r s o n a l der Botschaft und der Konsulate abzureisen; die Vertretung der Jntereycn oer russischen Untertanen ist der italienischen Botschaft anvertraut worden.

Aus Konstantinopel.

W.T.-B. Konstantinopcl, 1. Nov. Der Khcdive von Ägypten wohnte dem anläßlich des Bciramfestes stattfinden- den Empfang und der Handkußzeremonie bei. Der Sultan zeichnete ibn durch besondere Liebenswürdigkeit aus. — Heute hat daS russische Konsulat die italienische Flagge ge­hißt, zürn Zeichen, daß Italien den Schutz der russischen Staatsangehörigen übernommen. — Der Seekampf, der gestern im Schwarzen Meer stattfand, wurde erst heute dem Publikum bekannt und rief große Erregung hervor.

W- T.-B- Konstantinopcl, 31. Okt. (Nichtamtlich.) , russische, englische und französische Botschaft hißten gestern anläßlich des Bciramfestes, nicht wie sonst üblich, dre Fahne.

Zum wolslgeluugenen türkischen Klottenangriff ~ auf Gdessa.

Br. Rom, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Bukarcstcr Depesche erfolgte der türkische Flott-nangriss gegen Odessa Mitiwochnacht. Die türkische Flotte erschien vor Odessa, um de» Panzer „Sinope" und den Stationär „Donctz" zu zerstören. Bei der Beschießung wurden viele Personen getötet. Von dem Geschützdonner erwachte die Bevölkerung und wurde von großer Panik ersaßt. Die Beschießung der Stadt dauerte eine Stunde. Die Flotte dampfte, vom Rebel begünstigt, ganz unbehelligt wieder ab.

Die ersten russischen Gefangenen der Türken.

W- T.-B. Konstantinopcl, 1. Nov. Die gefangen genom- meilen russischen Offiziere und Mannschaften sind mit dein gekaperten russischen Kohlendarnpfer am Abend nach Karial, am oberen Bosporus gebracht worden.

Minensperre in den türkischen Häfen an ber asiatischen Küste.

hd. Konstaniinopel, 1. Nov. Die Pforte tollt amtlich mit, daß sämtliche Häfen an der asiatischen Küste deS türkischen Reichs durch Minen gesperrt sind.

Zwei russische Dampfer auf Minen gelaufen.

hd. Rotterdam, 31. Okt. Die beiden russischen Dampfe? „Bali a" und „K a r b e c a" sind im Schwarzen Meer infolge Auslaufens aus eine Mine gesunken. Die Besatzung deS ersten Dainpfcrs konnte gerettet werden. Ein Teil der Be­satzung des letzteren ertrank.

Die amtliche englische Erklärung der Annexion Aegyptens.

Br. Amsterdam, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.? Im Amsterdamer „Courant" wird eine Meldung veröffent­licht, nach der der englische Ministcrrat mal le r F or m die Annexion Ägyptens als englische Kolonie bc,chlosscn hat. Sofort nach dem Wicbcrzusammentrrtt deS Parlaments wird eine Proklamation über die englische Souveränität in Ägypten erfolgen. Die Erklärung der Pforte, ihre Neutrali^ tat solange aufrechtzucrhnltcli, alS ihr Souveränrtatsrecht durch keine der kricgsführcndeit Mächte verletzt werde, hat dre eng­lische Annexion Ägyptens nicht aushalten können.

Eine Drotestnote des Sultans gegen die englische Gewaltherrschaft in Aegypten.

hd. Athen, 1. Nov. Der Sultan hat an sämtliche Mächte eine Note gerichtet, worin er protestiert, baß me eng­lische Okkupationsarmee in Ägypten ihn an der Ausübung seiner S o n v e r ä n i t 8 t s r c ch t ° hindere. Auf Grund d,e- scs Protestes wird der Khcdive England auffordern d.e englische Ncgicruiigstätrgkcit in Ägypten cinzustellen.

Türkische Ztreitkräfte marschieren auf Aegypten.

hd. Rotterdam, 1. Nov. Wie hierher telegraphiert wird, haben in Damaskus große, Manifestationen für den heilige» Krieg gegen die Christen, besvndcrs gcgett die Engländer, stattgcfnndcn. Die Erhebung m d islamitischen Welt wachst rmmcr mehr. - Nachncht-n ans Alexandria, also ans cngNscher^ Quelle, z.^ folge marschieren starke türkische «treltkraste f ägyptische Grenze. In Alexandria herrscht g 1.

Erregung. ^ ^uinencinfall in Ägypten?

Einer Athener, bisher aber unbestätiütm Meldung d „Frankfurter Zig." zufolge sollen "ach vaAwMn!den Mel düngen 3000 Beduinen, angeblich unter Führung vcutschcr Offiziere, über den Suezkanal in Ägypten eingefallen sein.

Dre Lage im Kaukasus.

Wien, 31. Okt. Die Korresponde-'S ,'NunMan" verbred- tet folgende Konstaniinopeler -Information: Dm Lage tm

Kaukasus habe eine e r n stc Z u sp ' tz u n g erfahren. Es be­stehe eine lebhafte Gärung unter den Mohammedanern gegen Rußland. In Tiflis komme es fortwährerw zu g tta s a mmcnstöße n der Bevölkerung mit dem Militär. Ein verheerender Brand habe die schönsten Gebäude der Stadt ein- geäschert. Die Behörden behaupten, cs sei von Revolutionären