Seite 4* Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.
Ressorts, die dein Ersten Lord einzeln berichten. Es ist unglücklich, daß, als Lord Fisher früher in der Admiralität mar, er an der Politik praktischer Sparsamkeit teil hatte, unter deren Folgen die Flotte und infolgedessen auch unser Welthandel noch jetzt leiden. Ebenfalls unglücklich ist es, daß er an gewissen maritimen persönlichen Streitigkeiten beteiligt Mar, die zu gewissen Zeiten die Marine in zwei Lager spaltete. Da Lord Fischer in dieser kritischen Zeit berufen wurde, um an der Leitung der Marine mitzuwirken, so muß die Nation darauf oertrauen, daß er absolut loyal bleibe und daß die Admiralität in ihrem ganzen Dienst in völliger Harmonie im Geiste der Herzlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens arbeiten wird. In gewissen Kreisen scheint man sich noch nicht zu vergegenwärtigen, daß der deutsche Krieg mit einem Geschick und einer Schlauheit geführt wird, die erfordern, daß von unserer Seite keine Fehler gemacht werden. Es würde unglücklich sein, wenn eine Reihe geschickter strategischer Züge die britische Flotte allmählich zu einer Politik passiver Defensive zwängen.
Die Ausnahme des Pers-nalwcchscls in der Admiralität.
W- T.-B. London, 1. Nov. (Nichtamtlich.) „Daily Chroniclc" schreibt: Die ganze Nation begrüßt die Rückkehr Lord Fishers in die Admiralität, Das Blatt erklärt, es wolle kein Wort zur Verkleinerung der Admiralität sagen, der das Reich den glatten Verlauf der Mobilisierung der Flotte verdanke. Aber es sei Tatsache gewesen, daß das Personal der Admiralität nicht aus besonders hervorragenden Männern bestanden habe. Diese seien durch die starke Persönlichkeit Churchills in den Schatten gestellt und vielleicht niedergehalten worden. Das Kollegium sei für normale Zeit gut genug, aber einer Lage von höchster Dringlichkeit nicht gewachsen gewesen. Wir wünschen, schließt das Blatt, daß diese offenkundige Tatsache früher erkannt worden wäre. Wenn Churchill im August Lord Fisher und Sir Artur Wilson berufen hätte, so wäre das Opfer Battenbergs im Oktober unnötig gewesen.
W. T.-B. Manchester, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Der Londoner Korrespondent des „Manchester Guardian" schreibt: Der Rücktritt des Prinzen von Battenberg kam gänzlich unerwartet. Es wäre müßig, leugnen zu wollen, daß dieses ein kehr ernster Zwischenfall ist. Zweifellos erwogen Battenberg und Churchill, bevor die Entlassung nachgesucht und angenommen wurde, welches ihre Wirkung hier und im -Ausland sein werde. Es ist jedoch äußerst bedauernswert, daß sie mit der lächerlichen Agitation gegen den Prinzen wegen seiner deutschen Abstammung zusammentraf.
W. T.-B. Manchester, 31. Okt. (Nichtamtlich.) Der Londoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" teilt mit, daß in London das Gerücht umging, Prinz Louis von Battenberg sei in dem Tower gefangen gesetzt worden. Der Berichterstatter bemerkt, die Hetze werde sich wohl nächstens gegen Sir Edward Goschen und Maurice Bunsen wegen ihrer deutschen A b- st a m m u n g richten. Weiter meldet das Blatt, in Oxford und Cambridge sei beschlossen worden, das nächstjährige Wettrudern der Universitäten ausfallen zu lassen.
Prinz Moritz von Battenberg gefallen.
11'. T.-B. London, 31. Okff (Nichtamtlich.) Prinz Moritz von Battenberg ist in B e I g i e n gefallen, während er seine Kompagnie zum Angriff führte, wobei er durch einen Granatsplitter tödlich getroffen wurde. Er starb fast unmittelbar darauf und wurde in J) p e r n begraben.
Der angebliche Mißbrauch der neutralen Flagge.
IV. T.-B. London, 1. Nov. Die „Times" schreibt: Die Seem.inen an der Nordküste von Irland sind nicht von gewöhnlichen Minenschiffen gelegt worden. Sie haben auch nicht von Schifferbooten unter neutraler Flagge gelegt werden können, so liegt der Schluß nahe, daß sie von gewöhnlichen, angeblich neutralen Käuffahrern gelegt worden sind. Wir glauben, die einzige sichere Schutzmaßregel dagegen wäre, die Nordsee für den neutralen Schiffsverkehr zu schließen, um jeden weiteren höchst gefährlichen Mißbrauch der neutralen Flagge zu verhindern. Wir befürworten diesen äußersten Schritt nicht für sofort, aber wir bezeichnen ihn als die wahrscheinlich vollständigste Sicherheitsmaß- regel, die ergriffen werden kann. Das Problem erscheint dringender Erwägung.
Ein Emdener Scgelkutter als englische Prise erklärt.
IV. T.-B. London, 1. Nov. Das Prisengericht hat den Emdener Segelkutter, der am 5. August etwa 80 Seemeilen von der schottischen Küste entfernt beschlagnahmt wurde, als Prise erklärt.
Zwei Wörmanndampfer in englischer Hand?
bst. London, 31. Okt. Nach dem „Fair Play" werden ztoei von den Engländern erbeutete Dampfer der deutschen Wörmann-Linie samt ihrer Ladung nach Liverpool geführt, wo sie zum Verkauf kommen sollen.
Das gekenterte englische Hospitalschiff.
IV. T.-B- Whitby, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Alle an Bord des gescheiterten Hospnalschiffes „Rohilla" befindlichen Personen wurden gelandet. Im ganzen wurden 146 Personen gerettet/
Russisches Geld in der Bank von England?
Br. London» 1. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) „Daily Telegraph" meldet: Gut unterrichtete finanzielle
Kreise erklärten gestern, daß eine Summe von 12 Millionen Pfund Sterling aus Rußland auf der Bank von England cingetroffen sei, wo sie für russische Rechnung niedergelegt wurde. . ;i j
England und Amerika.
kd. New Aor?, 31. Okt. Schahsekretär McAdoo gab Befehl, daß die Z o l l o f f i g i e r e während der. nächsten dreißig Tage keinerlei Informationen über die Verschiffungen aus den Vereinigten Staaten nach dem Ausland veröffentlichen sollten. Dadurch würde Großbritannien daran verhindert werden, den amerikanischen Export zu überwachen. ;
Br. Haag, 2. Nov. (Eig. Dtahtbericht. Ktr. Mn.) Dem „New Vork-Herald" zufolge ist es wegen des Befehls des amerikanischen Mavineministers . au die Hafenbehörden, keine Aufklärung über die Ladungen ausgehender Schiffe vor d-ein 30. Tage nach der Abreise zu geben, zwischen Amerika und England zu einem Konflikt gekommen, der, wie die englische Erlaubnis zur ungehinderten Katunausfuhr nach Deutschland beweist zugunsten Amerikas beendigt worden ist.
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Die Stellung der russischen Armee.
hd. Budapest, 1. Nov. Dem „Pester Lloyd" wird aus Stockholm berichtet: „Dagblad" veröffentlicht eine Darstel
lung der Verteilung der russischen Streitkräfte auf Grundlage der offiziellen russischen Berichte. Danach teilen sich die Russen in acht Armeen, deren rechter Flügel nördlich von K o w n o und deren linker Flügel südwestlich von Lemberg stehen. Zwischen diesen beiden Punkten erstreckt sich die russische Hauptfront in einem großen Bogen über Grodno und westlich der Flüsse Narew, Weichsel und San: die 1. Armee unter Reunenkampf in der Gegend von Kowno, die 2. unter Schilinski in der Gegend von Grodno, die 3. unter Myszenko längs der Nareiv, die 4. unter Lesinsky bei Warschau, die 5. unter Glevew bei Lublin, dir, 6. unter Everth bei Cholin, die 7. unter Dimitriew bei Przemysl und die 8. unter Brussilow bei Lemberg.
Die österreichisch-ungarischen Truppen haben sich durch die Besetzung von S a m b o r und st>on Stryj, 60 Kilometer südlich von Lemberg, günstige Bedingungen für ihre Offensive gesichert. Sie haben weiter östlich große Fortschritte gemacht und die Russen aus den Karpathen verjagt. Dir Deutschen werden eine entscheidende Offensive über die Weichsel nicht früher beginnen, bevor sie nicht ihre Etappenlinien vollkommen gesichert haben.
Wie die Russen in der Bukowina hausten.
IV. T.-B. Wien, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Wie erst jetzt bekannt wird, haben die Russen in den von ihnen besetzten Teilen der Bukoloina arg gehaust. Zahlreiche Meierhöfe und sonstige Gebäude wurden niedergebrannt, viele Wohnungen geplündert und Passanten ans der Straße von Kosaken beraubt. Vom Lande werden mehrfach grundlose Hinrichtungen und andere Gewaltakte gemeldet. In Czernowice führten die Russen unter Nichtachtung des Roten Kreuzes Sanitätsoffiziere und Jnspektionsbeamte, zum Teil mit Ketten gefesselt, als Kriegsgefangene ab. Insbesondere hätten auch die Rumänen in der Bukowina vielfach zu leiden gehabt. Die ausschließlich von Rumänen bewohnte Gemeinde Maidam bei Storozynats ist in geradezu vandalischer Weise zerstört, völlig niedergebrannt und ausgeplündert. Viele Einwohner haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und wurden davongejagt. Das Schloß des rumänischen Schriftstellers Ritter v. Wölizinski in Budenitz wurde unter Führung eines Offiziers geplündert. Aus dem Gutshofe des rumänischen Großgrundbesitzers Janosz in Panka wurde in bestialischer Weise gehaust, alle Gebäude niedcrgebrannt, die Vorräte geplündert, wodurch ein Schaden von mehreren hunderttausend Mark angerichtet wurde. Die Gemeinde Rotoso, in der auch sonst arge Gewalttaten vorkamen, wurde geplündert. Der Bürgermeister, ein - Rumäne, entging nur mit knapper Not durch das Eingreifen unserer zufällig ankommenden Patrouille dem sicheren Tode. Auch die Gemeinde Kuszru- mare wurde geplündert. Meldungen dieser Art gingen noch in großer Zahl ein.
Poincares neuer Aufenthalt in Paris.
bä. Genf, 31. Okt. Poincare wurde in der Sitzung der französischen Akademie lebhaft von den Kollegen begrüßt. Die Pariser Straßen sind leer. Poincare besuchte inkognito das Elysee, das stark bewacht ist. Ribot konferierte mit Bankgrößen und Parlamentariern wegen des Budgets. Dis Kammcrsihung ist auf die zweite Hälfte des November festgesetzt. Poincarö besichtigte in Noisy sanitäre Einrichtungen sowie den Militärfriedhos, schließlich auch die Postzentrale zwecks Rücksprache wegen der Feldpost. Ribot empfing eine Abordnung der Börse, welche den direkten Verkehr mit der Finanzwelt verlangte, damit die Börse geöffnet werde. Bezüglich des Moratoriums ist noch keine Einigung erzielt. .Empfindlicher Mangel an französischen Lazaretteinrichtungen
IV. T.-B. London, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Der medizinische Mitarbeiter der „Times" schreibt, es fehle in Nordfrankreich an genügend Lazaretteinrichtungen. Der Grundsatz, möglichst viele Verwundete nach England zu bringen, werde daher zu einem gefährlichen Übermaß getrieben. Es bestehe ein großer, ernstlicher Mangel an tüchtigen, erfahrenen Chirurgen und Pflegerinnen.
Belgische Wichtigtuerci.
Br. Rotterdam, 2. Nov. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ein höherer belgischer Offizier teilte dem Korrespondenten der „Times" mit, daß in der vergangenen Woche die Deutschen einen entschiedenen Sieg davongetragen hätten, wenn sie die Angriffe auf die belgischen Stellungen einige Stunden länger fortgesetzt hätten. Die Belgier seien im Begriff gewesen, den Kampf aufzugeben, da ihnen die Munition fehlte. Plötzlich hätten die Deutschen ohne sichtlichen Grund begonnen, sich zurückzuziehen und eine Stellung einzunehmen, die bedeutend hinter der vorigen lag. Der „Rotterdamsche Courant" vermutet, daß es auch den deutschen - Truppen in einem kritischen Moment des Dserkampfes an Munition mangelte.
Auszeichnung eines belgischen Regiments.
Anlsterdam, 30. Okt. König Albert hat dem 7. belgischen Linien-Jnfanterie-Regiment wegen seines Verhaltens in den Kämpfer an der User den Leopoldsorden verliehen. Das Regiment hatte vier Tage lang ohne Unterstützung der Verbündeten die deutschen Angriffe auszuhalten. Die Franzosen und Engländer konnten eines Eisenbahnunfalls wegen den Belgiern angeblich -erst anr fünften Tag zu Hilfe kommen.
Die Folgen der Antwerpener Beschießung.
Ins. Rotterdam, 31. Okt. Laut offiziellen Angaben sind in Antwerpen im ganzen 777 Häuser zerstört oder beschädigt worden.
Transporte der Munition der in Holland Internierten.
üä. Rotterdam, 31. Okt. In Delft wurden 6 Millionen Patronen von belgischen, französischen und englischen Soldaten, ferner mehrere Seeminen und etwa 100 Schrapnells, Kaliber 1ö Zenlimeter, von einem belgischen Monitor stammend, antransportiert. 30 000 Gewehre, auch Fahrräder, Kraftwagen usio. werden noch erwartet.
Die Minenschäden.
sich Amsterdam, 31. Okt. Die große Zahl der in den letzten Wochen durch Minen verursachten Unfälle hat unter der holländischen Küstenbevölkerung großen Schrecken hervor- gerufen. Die holländischen Schiffer weigern sich aus Furcht vor Minen, auf Fang auszulaufen.
Aus Gesterreich.
Der siegreiche Vormarsch gegen Sie Serben.
IV. T.-B. Wien, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. Oktober. Die Erfolge unserer Truppen, die bei ihrem seinerzeitigen Einbruch in die M a c v a dort auf starke mst Drahthindernissen geschützte Befestigungen stießen
Montag, 2. November 1914. Nr. 512.
und in diese erst vor zwei Tagen nach langen schwierigen Kämpfen bei Ravnje Bresche schlagen konnten, erfuhren heute eine bemerkenswerte Fortsetzung. Trotz verzweifelter Gegenwehr der Serben und ungeachtet der schwierigen Passierbarkeit der teilweise sumpfigen Macva drangen heute unsere sämtlichen über die S a v e und die D r i n a vorgegangenen Truppen in breiter Front weiter vor und nahmen dort die Orte Crnabara, Banovopolje, Radenkovic, Glusci, Tabanovic. Potiorek, Feldzeugmeister.
Die Geschütze der „Ternes" geborgen.
IV- T.-B. Wien, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Nach den hiesigen Blättern ist es unseren Truppen trotz der Wachsamkeit der in nächster Nähe befindlichen serbischen Truppen gelungen, von dem in der Save gesunkenen Patrouillenboote „Temes" sämtliche Geschütze abzumontieren und samt der Munition in Sicherheit zu bringen.
Bombenwürfe österreichischer Flieger über Antivari.
hd. Triest, 1. Rov. Österreichische Flieger haben in den letzten Tagen von Castelnuovo aus Flüge nach Antivari unternommen und Bomben auf die Stadt und den Hafen geworfen, wodurch großer Schaden angerichtet wurde. Sämtliche Flieger kamen glücklich zurück.
Serbische Kampfcsmiidigkeit.
IV. T.-B. Sofia, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Das Blatt
„Mir" zitiert einen von dem serbischen offiziösen Blatt „Srpske Navine" veröffentlichten Befehl des serbischen Kriegsministers Stephanowitz, in welchem alle Stadtkommandanten und Militärbehörden angewiesen werden, die zahlreichen sich unbefugt und ohne Erlaubnisschein herum- trcibenden Soldaten und Reservisten durch Patrouillen ab- fangen zu lassen. Besonders werden alle Polizeiorgane angewiesen, solche Soldaten zu verhaften.
Keine Steuereingänge in Serbien.
IV- T.-B. Sofia, 1. Nov. (Nichtamtlich.) Das Blatt
„Mir" veröffentlicht ein Rundschreiben des serbischen Finanz- nnnisters, durch welches, da die Zahlung der Steuer in dem alten Königreich völlig eingestellt sei, die Gemeindebeamten aufgefordert werden, die .Bevölkerung zur Zahlung der Steuern anzuhalten, damit eine gewaltsame Steuererhebung vermieden werde.
Die serbischen Greueltaten in Mazedonien.
IV. T.-B. Sofia, 1. Nov. (Nichtamtlich.) „Narodni Praba" veröffentlicht neuerdings eine lange Liste serbischer Greueltaten an Bulgaren in Mazedonien. Das Blatt fügt hinzu: Angesichts dieser Schreckenstaten können wir uns nicht vorstellen, wie deren Folgen mit den Bemühungen der bulgarischen Negierung, Verwicklungen zwischen Serbien und Bulgarien zu verhüten, in Einklang zu bringen wären.
Zur Haltung Italiens.
Die Meldung der Montag-Morgen-Sonderausgabs aus Zürich, 1. Nov.: „Italienischen Telegrammen zufolge meldet der „Messaggero" aus ausgezeichneter Quelle, die Abreise der Botschafter Frankreichs und Englands scheine be- vorzustehen", betrifft, wie sich nunmehr herausstellt, den türkischen Konflikt mit der Entente und hat mit Italiens Haltung nichts zu tun. Die beiden Worte Tb- reife „aus Rom" sind bei der telephonischen Übermsttlung irrtümlich hineingekommen. Gemeint ist die inzwischen erfolgte Abreise der Botschafter aus Konstantinopel.
Die Bedeutung der italienischen Rabinettskri.se.
hd. Rom, 31. Ott. Die Krisis im italienischen Mintster- kollegium ist durch die Weigerung des Finanzministers Rnbini hervorgerufen worden, die Verantwortung für die Beschaffung der außerordentlich großen Militärkredite zu übernehmen, die vom Kriegsminister und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts gefordert worden waren. Dem Ministerpräsidenten Salandra ist diese Krisis augenscheinlich nicht u n- a n g e n e b m, denn er bekommt dadurch eine günstige Gelegenheit, sein Kabinett auf eine breitere Basis zu stellen. Er kann nun eine Reihe einflußreicher Parlamentarier in den Ministerrat übernehmen und dadurch seine Gefolgschaft unter den Politikern und im Volke bedeutend vergrößern. Salandras Absicht wird es sein, ein sogenanntes „Großes Kabinett" zu bilden, das Vertrauen bei allen Parteien genießt. Frankreich ist ja darin schon mit gutem Beispiel vorangegangen, als es sein „Konzentrationskabinett" schuf.
Ku§ Stabt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Das Eiserne Areuz.
Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden: Oberleutnant v. Brentano, Leutnant Dyckerhoff, Unteroffizier Lay und Hornist Janz, sämtlich aus Winkel; Leutnant der Reserve im Pionier-Regiment 19 Paul Rotzkath, Teilhaber der Brikett-Großhandlung L. Jung in Wiesbaden; der Vizewachtmeister beim Feldartillerie-Regiment 27 Ingenieur Philipp Marklosf aus-Wiesbaden; der Feuerwchr- mann Adolf D a uster aus Wiesbaden; der Oberveterinär Dr. Paul Geibel aus Höchst a. M.;^der Sergeant Emil H e m m i g aus Diez; der Oberjäger der Reserve Paul Ilgen aus Höchst a. M.; der Reservist Heinrich Erbe aus Wolfenhausen; der Arbeiter Ferdinand Fischbach und der Brauer Joseph H e r t r i ch, beide aus Limburg; der Unteroffizier Müller aus Mudershausen(Bohnscheuer); derGrenadier Joseph Diefenbach aus Görgeshausen; der Musketier im 87. Regiment Johannes Kuuger aus Rüdesheim a. Rh.; der Grenadier Wilhelm Mais aus Niederbrechen; der Gerichtsassessor Vollbach aus Haiger; der Oberleutnant und Adjutant Rudolf Jung aus Herborn; der Leutnant der Reserve Wach aus Höchst a.M.; 1. Masse der G-efreite Paul Müller vom 87. Regiment, Sohn des Postagenten auf dem Großen Feldberg; 2. und 1. Klasse der General v. Oidt- mann, der zurzeit verwundet in Wiesbaden liegt; der Offizierstellvertreter im Reserve-Grenadier-Regiment 8 Ludwig Z i m m e i'm ann, Sohn des Inspektors a. D. L. Zimmer- mann hier, Philippsbergstraße 39. — Justizrat Hei ritz - m a n n aus Wiesbaden, Rittmeister und Kommandeur des Korpsbrückentrccins des 18. Armeekorps, erhielt die Medaille für Tapferkeit.
Der sechste ttriegsabend.
Herr Oberbürgermeister a. D. Dr. v. Jbeltz der dis Leitung des 6. Kriegsabends übernommen hätte, bezeichnete in seiner Einleitungsrede als Sinn und Z w e ck der Kriegsabende dies: die Abende sollen dazu dienen, gemeinsam di«
