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Expedition: Langgasse No. S7<

* (Das Velo ciped) ist nun auch dem Handwerk dienstbar gemacht, und zwar sind eS die Frankfurter Metzger, welche es bei sich emge- fütjrt. Seither mußten die Metzgerburschen tit emem Arden das Fleisch aus der Schulter fort zu den Kunden tragen. Jetzt sitzt der Metzgerbursche in der Mitte des TrycÜel, vor sich einen schonen, sauberen, verschließbaren Korb, in welchem 150 Pfund Fleisch Aufnahme finden. Em derartiges Vehikel kostet so viel wie ein mittleres Arbeitspferd auf dem jüngsten Frankfurter Pferdemarkt, nämlich 550 Mk.

Aus dem Reiche.

(lieber den künftigen Wohnsitz des erbgroßherzog- lichen Paares von Baben) ist nunmehr entschieden. Wie man der Bad Landesztg." von gut unterrichteter Seite aus Freiburg schreibt,

schattigen Wegen zu erreichen ist, der mit Treppe und Plattform versehene mächtigeAltenstein"-Felsen seinen Besuchern ein ausgedehntes, pracht­volles Panorama bietet und für Verabreichung von Speisen und Ge­tränken genügend Vorsorge getroffen sein wird, so sicht eine große Be­theiligung an dem Ausfluge, dem sich auch Nichtmitglieder anschließen können, zu erwarten. Der gemeinsame Abmarsch erfolgt 1/« Uhr Ecke der Eniser- und Schwalbacherstraße.

x * (33ereilt für Naturkunde.) Nächsten Samstag den 16. d. M. findet eine botanische Excursion unter Führung des Herrn Apothekers Vigener statt. Abfahrt von Wiesbaden Nachmittags 2 Uhr 36 Min. nach Oestrich-Winkel (Retourbillet), von dort aus Fußtour über Schloß Vollrads und Marienthal nach derTaunuswiese" (Orchideenfeld). Rück­weg über Johannisberg.

* (Röunion dansante) findet nächsten Samstag Abend im Cur- hause statt.

* (Turnverein.) Zur Feier ihres 5. Stiftungsfestes arrmmirt die Fechtriege des Turnvereins" am nächsten Samstag Abend im Vereins­locale zurStadt Frankfurt" einen geselligen Familien - Abend. ES kommen hierbei zur Aufführung Fechtübungen, Zither-, Klavier- und komische Vorträge, sowie gemeinschaftliche Lieder. Außerdem hat die Ge­sangriege des Vereins ihre Mitwirkung zugesagt, so daß ein dem festlichen Anlaß entsprechender Verlauf des Abends zu erhoffen ist. Zum Schluß wird auch ein Tänzchen nicht fehlen.

* (Das naturhistorifche Museum) wird von Sonntag den 17. Mai ab dem Publikum wieder geöffnet fein.

* (Zitherspiel.) Für Diejenigen, welche das Zitherspiel erlernen wollen, wird es von Interesse sein, zu erfahren, daß der hiesigeZither- Club" in einigen Tagen einen Kursus beginnt, in welchem Gelegenheit geboten wird, mit geringen Kosten einen gründlichen Unterricht zu genießen. Die Leitung wird der jetzige Dirigent des Clubs, Herr Zitherlehrer Emmermann aus Mainz, übernehmen, welcher als tüchtige Kraft be­kannt ist.

* (Versteigerung.) Bei dem König!. Domancn-Rentamte wurde gestern Vormittag der bem Centralstudienfonds gehörige, 44 Rth, 15 Sch. haltende, in der Nähe derSchönen Aussicht" gelegene AckerWiesborn" 3r Gew. öffentlich zum Verkaufe ausgeboten. Höchstbietender blieb Herr Rentner A. Fittig hier mit 10,IM Mk.

* (Besitzwechsel.) Die Herren Bnchdruckereibesitzer Rudolph Bechtold und Kaufmann Emil Mühl haben ihr HausMauergaffe 10 für 89,000 Mk. an Herrn Fabrikant Lorenz Freeb hier verkauft. - Herr Bildhauer E. Kneife! hat seinen Bauplatz an der Philippsberg- straße an Herrn Tünchermeister Philipp Schäfer verkauft..

* (Ein Liebespaar), sie die Tochter einer hiesigen geschaftstrewen- dcn Wittwe, er ein adeliger Scribent, war seit letzten Freitag von hier verschwunden und tiefes Dunkel bedeckte seine Fährte. Gestern nun soll aus dem nahen Frankfurt bei der Mutter des Mädchens das Ultimatum eingetroffen fein:Geld oder Tod". Ob dasselbe die beabsichtigte Wirkung bei der Adressatin erzeugte, ist nicht bekannt geworden. Jedenfalls hegt man hier starke Zweifel, daß entgegengesetzten Falles das grausige Vor­haben ausgeführt werben wird. ,. r

* (Rohheit.) Am Dienstag Nachmittag passirte die Ehefrau eines hiesigen Beamten mit ihrem Dienstmädchen, welches das 11 Monate alte Kind feiner Dienstherrin in einem Sitzwagelchen fuhr, den Gattenfeldweg. Sie mochten vielleicht 100 Schritte denselben entlang gekommen fein, als der Knecht eines hiesigen Fuhrmanns, auf einem mit Vieh beladenen Wagen stehend, in sausendem Galopp und unter fortwährendem Antriebe der Pferde mit der Peitsche hinter ihnen herjagte. Die in höchstem Grade geängstigten beiden Frauen riefen ihm zu, langsamer zu fahren, allein der rohe Bursche fand offenbar seine Freude daran, die Aufregung der Be­drängten noch zu steigern und fuhr, trotzdem sie sich nach Möglichkeit auf die Sette retirirten, so scharf an dieselben heran, daß das rechte Vorderrad seines Fuhrwerks den Kinderwagen packte und mit dem Kinde in die Hecken warf Das kleine Wesen kam glücklicherweise mit einer blutenden Nase und unbedeutenden Hautabschürfungen im Gesicht davon, während an dem Kinder­wagen die Achse und ein Rad brachen. Ueber diesen Act grenzenloser Rohheit ist polizeiliche Anzeige erstattet und es dürfte dem herzlosen Burschen eine exemplarische Strafe nicht ausbleiben, denn es ist schon im höchsten Grade unverantwortlich, auf einem solch schmalen Wege im Trab zu fahren. Wünschenswerth wäre es, wenn ein Schutzmann öfters dort patrouillitte und die Zuwiderhandelnden behufs Bestrafung notiren würde, denn nach den Versicherungen bortiger Anwohner soll es oftmals nicht mit anzusehen sein, wie ungestüm dort gefahren wird.

* (Unfall.) Gestern Vormittag wurde auf dem MichelSbera der hiesige Taglöhner B., welcher in Folge von Krämpfen dort.zu Boden gestürzt war, von dem Pferde eines ihm folgenden Wagens bunt? einen Tritt berart am Kopfe verletzt, baß feine Aufnahme tn das städtische Krankenhaus erfolgen mutzte.

Uje auf eine Gefänguitzstrafe von einem Jahre, Verlust der Mraeriidben Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren und sofortige Maftung. Als letzter Fall gelangte zur Verhandlung die Fhaf fache gegen drei junge Leute aus Laufenselden: 1) den Taa- tötaer Heinrich Karl W., 2) den Nagelschmied Heinrich M 3) den Schuh­sacker Friedrich F. wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Sie haben erwiesenermaßen den Gensdarmen Jager aus Lanacnschwalbach, als derselbe zur Verhaftung eines der drei Angeklagten taiten wollte, der mit feinem Kollegen in -errett gerafften war, thätlich ancKflriffen und in dermaßen mißhandelt, daß er ohnmächtig zusammen- S Das Urtheil ging dahin: die Angeklagten werden 1) Heinrich Karl jg, wegen Widerstands und Körperverletzung unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft zu einer Gefängnißstrafe von 10 Monaten, 2) Heinrich W. wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer solchen von 8 Monaten verurtheilt; der Angeklagte Fr. F. wird von der gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen.

V" (Oeffentliche Sitzung des Königlichen Amtsgerichts, Abtheiluna IX vom 12. Mai. - .Schluß.) Vorsitzender: Herr Amts- -erichtsrath Birkenftihl. Vertreter der König!. Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Dr. jur. Göhring. Tie beiden Landleute Johann Philipp R. von Orlen und Gustav W. von Bierstadf sind der gemeinschaftlichen Körperverletzung angeklagt. Behufs weiterer Beweis- erftebung wurde die Verhandlung auf den 9. Juni Vormittags 9 Uhr ver­tagt. Der Taglöhner Karl K. von Ra mb ach geriet!) eines Tages mit dem Tüncher Wilhelm Wagner von da im Witthshans in einen Wort­wechsel, indem Wagner behauptete, er habe seine Steuern schon bezahlt, R. aber die Zahlungsfähigkeit des Ersteren starkem Zweifel unterzog. Schließlich einigte man sich dahin, K. solle mit Wagner zu dem Gemeinde- rechner gehen, um sich die Angabe des W. dort bestätigen zu lassen. In dieser Absicht »erlichen Beide ziemlich angeheitert das Local. Auf der Treppe vor dem Witthshaus aber versetzte K. unvermuthet mit seiner Psnse dem W. einen Schlag auf das linke Auge und die hierdurch hervor- «erufene Verletzung erforderte zu ihrer Heilung 9 Tage Zeit. Der Ange- fiagte stellte entschieden in Abrede, seinenCollegen und Freund" miß- Mdeli zu Baben, die Sache sei vielmehr so: sie seien auf der Treppe, da W. seinen Arm um seinen (K.'s) Hals geschlungen habe, in's Schwanken 8 und Beide die Treppe hinabgestürzt. Daher rühre die Verletzung.

ngabe glaubte der Gerichtshof auf Grund der eidlichen Zeugen­des W. keinen Glauben schenken zu dürfen und verurtheilte den ten zu einer Woche Gefängniß. Der Taglöhner Adam tz. dahier Armenpfleger Karl Möbus hier beleidigt und den Schuhmacher Karl Mücke! mittelst eines Kartoffelstößers in dessen Wohnung Wandelt. Unter Annahme mildernder Umstände erhielt tz. wegen der Beleidigung eine Geldstrafe von 5 Mk. etient. einen Tag Gefängniß, AM Hausfriedensbruchs und Körperverletzung einen Tag Gefängniß. ur Sdianftoirtft Philipp N. dahier ist angeklagt, von Anfang des Jahres 1882 bis zu Anfang dieses Jahres in seiner Wirthschaft an der Schwal­bacherstraße Glücksspiele alsZwicken" undClaberjas" gestattet zu haben, »a der Gerichtshof mit dem Angeklagten annahm, daß er nicht gewußt Uk, daß diese Spiele tzazardspiele und verboten seien, wurde er frei« Pprochen. Der Herr Vertreter der Königl. Staatsanwaltschaft hatte nnt Geldstrafe von 30 Mk. beantragt.

« (MilitärPersonalie.) DasMilitär - Wochenblatt" meldet: Alamroth, Assistenz-Arzt II. Elaste vom Nass. Feld-Art.-Regt.

** 27, lum Assistenz-Arzt I. (Slaffe befördert.

(Personalien.) Die seitherigen Rechnungs-Revidenten Herren , eld, Stamm und Reul sind zu Regierungs-Secretariats- iümt ernannt und den Herren Kl au er und Fuhr ist die -mmungz-Berechtigung zuerkannt worden. Eine sofottige Anstellung ->,» ®rcten, welche dem Dienstalter nach die Jüngeren waren, konnte rngel an Vacanzen noch nicht stattfinden.

(Pollziehungsbeamte.) Die Königl. Regierung hat be- Mnt m r 'n denjenigen Verwaltiings- und Amtsbezirken, wo die float» iZ? Vollziehunasbeamten Mahnungen für Gemeindekassen nicht mehr mn,?« lverden, die bezüglichen Functionen durch die Gemeinderechner DM Pachtung der bestehenden Vorschttften wahrzunehmen seien. Wie- KL» na Gemeinderechner für diese Geschäfte keine Gebühren beziehen LJ' ?wd erwartet, daß sich dieselben zur Uedernahme dieser Functionen trtifrn£.n^n. leisten, wo dies aber nicht der Fall sein sollte, wird der be- oder Polizeidiener in diese Geschäfte eintreten. Für größere «Mit foU bie Anstellung besonderer Cornmnnal-Executoren anfNach-

^1. dschnß-Statistik.) Um einen für Zwecke der Gesetz- J Verwaltung verwendbaren ungefähren Ueberblick über das jilnen'«^ verschiedenen Wilderten und den Wildreichthum der ein« nothn,hl8t^etIc der preußischen Monarchie zu gewinnen, soll, zufolge A i,un9 des Herrn Ressortministers, über den Wildabschuß im Staate te S? Mammten Umfang desselben eine einmalige statistische Erhebung Tie (tLy, vom 1. April 1885 bis 31. März 1886 vorgenommen werden. «06 N.Evung hat durch die Ortrbehörden auf Grund von Zählkarten lichch bezirken zu erfolgen und falls diesen Behörden die erforder- 3eib65*h>r k8etl ,ur Ausfüllung derselben fehlen foKten, so sind die Wrathnk. rom ?u ersuchen. Zum 5. April 1886 sind bie ausgefüllten v ® Landrathsämtern einzureichen.

kt ®erafir^e<i8ieJa?0-) Gelegentlich der heute Morgen um 9 Uhr in bfich der iv^«^s??denden Konfirmation durch Herrn Pfarrer Grein _ » (Äw Kirchengesang-Verein" Mitwirken.

d« x^""°,Ausflug.) Wie in den verflossenen Jahren, so 2?6flU(T n^^^^'Glub , Sectton Wiesbaden, auch heute einen Familien- 'SWftten nnk beliebten Ausflugspunkt gewordenenAltenstein" btnocn dem daselbst alljährlich am Himmelfahrttage statt-

l'sseste theilneftmen. Da derAltenstein" auf meistens