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Deitc 6. _ Morgen-NuSgabe. Erste s Blatt.

— Der Militörschiehplatz bei Rambach wird in der Zeit

vom 3. bis einschließlich 20. November b. I. an Werktagen zwm Abhalten des gefechtsmäßigen Schießens benutzt. Es wird täglich geschossen von 9 Uhr vormittags bis zur cintretenden Dunkelheit.

— Für Automobilisten. Um dem Automobilverkehr nach Möglichkeit sonderlich zu sein, sind aus Betreiben der Polizei an _ den hauptsächlich in Betracht kommenden Stratzenzügen> so tit der Rheirrstrahe, in der Schwrrlbacher Straße, der See- robenstraße und dem Bismarckving, an den Straßenlaternen tert kurzem rote, schwarze und weiße Zeichen und Scheiben (letztere für die Nachtzeit) angebracht, welche den Fahrern die Wege anzeigen, die sie zu nehmen Haben, um 'bestimmte Ziele zu erreichen. Die Farben dieser Zeichen und Scheiben stim­men mit den außerhalb der Stadt angebrachten und auch mit den in den Führern für Automobilisten aufgeführten Wege- zmchen überein.

— Herr Monsieur, Ein Mitarbeiter vom Lande erzählt uns: Ein biederer Bauer vom Westerwald trägt den echt französischen Namen Monsieur. Woher er ihn hat, weiß er selber nicht. Zunächst wohl von Vater und Großvater. Und dessen Ahnen haben ihn ohne Frage einst auf französischem Boden getragen. In der jetzigen Kriegszeit ist ihm das fremd­ländische Anhängsel recht unbequem, und er möchte eS am liebsten abschütteln, wenn er könnte, um dadurch seinen deut­schen Sinn zu offenbaren. Doch das ist nicht so leicht. Aber einen Sohn hat er über die Grenzen gesandt. Tapfer hat sich der gewehrt gegen die Feinde dadrüben. Eine Kugel hat ihn getroffen. Verwundet ist er in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Manches Erlebnis weiß er zu berichten. Doch eins ist ihm am merkwürdigsten, und nach jeder Schilderung seiner Erlebnisse verfehlt er nicht, hinzuzusetzen: Aber eins war da drüben doch sonderbar. Daß mich so viele Franzosen erkannten, überall, wo ich mit einem zu sprechen kam, sagten sie: Out, monsieur I oder Non, mor/sieur! Der Teufel weiß, woher die Kerls alle wiit-ten. daß ich Monsieur heiße!

vorberichte über Kunjt, Vorträge und verwandtes.

* Residenz-Theater. Die erste Bolksvo stellung dieser Spielzeit findet am nächsten Freitag statt und bringt das amüsante Lustspiel „Dr Klaus". Die Preise zu dieser Vor­stellung, die mn 8 Uhr beginnt, sind noch weiter ermäßigt. Der Vorve kauf beginnt morgen Montag

* Konzert. In dem Konzert zum Besten des Kreis- komitees vom hiesigen Roten Kreuz, das der „Wiesbadener Mannergesangverein. E, V", am Montag, abends 8 Uhr, in der Lutherkirche veranstaltet, werden außer dem O ganisten dieser Kirche.. Fritz Zech, die König! Overnsängerin Emilie Frick und der König!. Konzert­meister Professor Oskar Brückner m!twi-ken Das Programm ist dem Ort der Zeit und dem Zweck entsprechend gehalten und wird durch Orgelvorbag — Satz 1 aus der D-Moll Scmate von I Rbeinberger — eingelcitct. dem Herr Zech im Verlauf des Konze tes noch eine Choralfuge über „Eine feste Burg" von A Becker folgen lassen wird. Frl Frick hat sich „Agnus dei" aus der Krömingsmesse von W. A. Mozart und für ihr zweites Auftreten: ...Höre Israel" Arie au? ..Elias" von F Mendels- iobn zu ihrem Vortrag gewählt während Professor Brückner zuerst Andante vestenuto von Tarsini sowie Andacht (Reli- gioso) van O. Brückner und als zweite Nummer Andante religiolo van Serval« und Gebet von Otto Dorn zu Gehör

Handelsteil.

Oie ßunriesratsverordnungen öber die öchstpreise

sind nunmehr tm „Reichsanzeiger“ erschienen. Zur Er­gänzung unserer bisherigen Mitteilungen sei noch folgendes bemerkt:

Wer den Vorschriften über den „Verkehr mit Brot” (das heißt also die Vermischung von Mehl und Roggen resp. Kartoffelmehl) oder dem „Verbot der Verlotterung von Brot­getreide“ zuwider handelt, wird — sofern nicht andere Vor­schriften schwerere Strafen androhen — mit einer Geldstrafe bis zu 1600 M. bestraft. — Die Verordnung über das Ver­mischen von Mehl bei der Brotherslellung gilt nicht für das aus dem Auslande edngeführte Brot — Ausnahmen von dem Vcrfütterungsverbot für mahlfähiges Getreide sind nur zulässig, wenn die Behörden bei Vorliegen eines dringenden wirtschaft­lichen Bedürfnisses die Verfütterung von Roggen, der im land­wirtschaftlichen Betriebe des Viehhalters erzeugt ist, ertauben.

ln dem Gesetze über die Ausmahlung von Brot­getreide wird bestimmt, daß ein Verkäufer von Roggen­mehl, der infolge der Verordnung über die Ausmahlung von 72 Proz. Roggenmehl nicht vertragsmäßig 'liefern kann, ver­pflichtet ist, Mehl, das im Verhältnis von 72 Proz. ausgemahlen ist, zu liefern. Wenn ein Verkäufer von Weizenmehl nicht vertragsmäßig liefern kann, so ist er verpflichtet, eine zugelassene Mehlsorte zu liefern, die der verkauften im Aus- wahlvei'hältnis am nächsten steht. Hierbei tritt eine ent­sprechende Erhöhung oder Minderung des Kaufspreises ge­mäß den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches ein. Der Käufer hat das Recht, vom Vertrage (natürlich ohne Vergütung) zurückzutreten, soweit der Vertrauter nicht ver­tragsmäßig - liefern kann, er muß aber unverzüglich nach der Anzeige des Verkäufers, nicht vertragsmäßig liefern zu können, von seinem Rücktrittsreoht Gebrauch machen.

Der Höchstpreis für den Großhandel, der in einem Orte festgesetzt ist, gilt für die Ware, die an diesem Orte ab- zunethmen ist; als Großhandel ist insbesondere der Ver­kehr zwischen dem Erzeuger, dem Verarbeiter uno dem Händler anzusehen. Der gesetzlich festgelegte Maximal­satz von Kleie in Höhe von 13 M. pro Doppelzentner, der für das ganze Reich einheitlich festgesetzt ist, beschränkt sich nur auf den Verkauf durch den Hersteller. Der Händler ist also berechtigt, einen höheren Preis als 13 M. zu berechnen.

Das Gesetz über die Höchstpreise sieht keine Straf­bestimmungen für Überschreitung der festgelegten Höchst­preise vor. Das ist aber auch nicht erforderlich. Alle Ab­machungen, die gegen die Verordnung .über .die Höchstpreise verstoßen, sind nämlich nach Maßgabe des § .134 des Bürger­lichen Gesetzbuches zivilrechtlich nichtig. Daraus ergibt sich, daß die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossenen und der Verordnung zuwiderlaufenden Verträge von keiner Seite erfüllt zu werden brauchen. Liefert der Ver­käufer auf Grund eines Vertrages mit ungültiger Preisabrede, so muß er also darauf gef fe H sein, daß der Käufer sich nach­träglich auf die Nichtigkeit des Vertrages beruft und die Zahlung verweigert. Selbst nach erfolgter Zahlung des Kauf­preises muß, wenn einer der Beteiligten es verlangt, der ganze Vertrag wieder, rückgängig gemacht werden.

Berliner Börse.

$ Berlin, 31. Okt. (Eig. Drahtbericht) Im heutigen Börsenverkehr fanden dem Vernehmen nach wieder Umsätze in Kriegsanleihe über den Emissionskurs statt und ferner in Aktien von Waffen- und Munitionsfabriken sowie in Automobilfabriken. Die Stimmung war im allgemeinen gut angeregt. Tägliches Geld war im Zusammenhang mit dem Monatsende mehr gefragt Der Satz blieb unverändert auf 5 Proz. Exivatdrskout 6% Proz.

Mesim-esrer TaMatt.

bnngt. Die OrgelbeÄleitung zu sämtlichen Gesangs- und Violoncello-Vorträgen hat Herr Zech fteundlichst übernommen. Der „MännergesongVir.ein" singt außer zwei kleinen latei­nischen Chören von Palästina und Antonio Lotti „Gott, meine Zuversicht" (23 Psalm) mit Orgelbegleitung von F, Schubert, Allmacht von V. Lachner sowie Motette von Grell und Hymne von Gluck. Den Schluß bildet das Niederländische Dankgebet mit Orgelbegleitung von Ed. Kremser.

Kns dem Landkreis Wiesbaden.

= Dotzheim, 81. Okt. An Stelle des verstorbenen Ge- richtSmannes Karl Wilhelm Rossel Sr ist der Landwirt Friedrich Wilhelm N i c o l a y 2r von Dotzheim zum Gerichtsmann bei dem Ortsgericht Dotzheim ernannt worden.

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GerichLssaa?.

Freisprechung eines Russen von der Anklage ans MajestätSbeleidignng.

W. T.-B. Berlin, 31. Okt. Der russische Staatsangehörige Techniker C o n z e s s hatte sich wegen EhrenbeleidiHnng des deutschen Kaisers, begangen in'einem Restaurant, vor dem Landgericht in Berlin zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis, der Gerichtshof erkannte auf F r e i sp r ech u n g .und legte die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auf, ferner verfugte er die sofortige Haftentlassung des Angeklagten. Zu dem Urteil bemerkte der Vorsitzende Landgerichtsrat Westermann: Ter Gerichtshof habe die Über­zeugung erlangt, daß der Angeklagte zwar die Äußerung in ehrverletzender Absicht getan, jedoch nicht in Überlegung gehandelt habe.

Sport und Lustfahrt.

* Fußball. Auf dem Sportplatz an der Waldstraße sinder heute ein Wettspiel zwischen dem Biebricher Fußballverein und dem TurnvL-ein statt. Beginn Ü Uhr. Eintritt frei.

Heues ans aller Welt.

Eine Überraschung. Köln. 31. Okt. Der letzte Fall in der heutigen Sitzung des Kölner Jugendgciichtshofes endete mit einer kleinen Überraschung Wegen fortgesetzter Ve.säum- nis des Fortbildungsschulunterrichts sollte sich ein löjähriger Junge verantworten. Wie erstaunten Richter und Schössen, als bei dem Aufruf ein schmucker — Unter­offizier sich vorstellte, der am 3. August den Eltern und den Lehrern durchgegangen war und sich den 53ern angeschlossen hatte. Er war in der Pfadfinder-Uniform: wegen seiner Tapferkeit bei der Erstürmung von Lüttich und Namur ist er inzwischen zum Unteroffizier befördert worden. Jetzt steht er bei Lille und war für die Verhandlung beurlaubt, worden, die natürlich ohne Urteilsspruch er­ledigt wunde. Richter und Schöffen gaben dem tapferen jungen Krieger außer herzlichen Segenswünschen noch ein hübsches Handgeld mit aus den Weg, denn er hat natürlich sofort in die Front zurückUlkehren.

Exploston in einem Steinbrnch. hd. Osnabrück. 31. Okt Bei einer Explosion in einem Steinbrnch in der Nähe der Stadt wurden zivei Personen getötet, mehrere ver­wundet.

Sonntag, 1. November 1914* Nr. 511*

Letzte Drahtderichte.

Italien in Albanien.

W• T.-B- Rom, 31. Okt. (Nichtamtlich.) Agenzia Stefani meldet: Heute vormittag hat die Besetzung der Insel S a s e no stattgefunden. Admiral Patris telegraphierte, daß er in Bajba und San Nicola eine Batterie und die dritte Kompagnie eines LandungSbataillons ausgeschickt habe.

Zur griechischen Besetzung des Epirus.

IV. T-B. Athen, 81. Okt. (Nichtamtlich.) Sämtliche Mächte haben die Gründe, welche die hellenische Regierung zur Wiederbesetzung von NordepiruS zwingen, als vollbe­rechtigt anerkannt. Wie gemeldet wird, wird die voll­ständige Wiederbesehung aller Bezirke des autonomen Epi- rns demnächst beendet sein.

Die Verteilung der Nobelpreise vertagt.

W. T.-B. Stockholm, 31. Okt. In Übereinstimmung mit dem Beschluß der schwedischen Akademie der Wissenschaften und des Carolinaschen Instituts schlug der Vorsitzende des Nobelkomitees vor, die Regierung möge gestatten, gah die Aus­stellung des Nobelpreises für 1814 sowie 1815 für Medizin, Physik, Chemie und Literatur erst am 1. Juni 1916 stattftnde.

W. T.-B. Köttingen, 31. Okt. Im Kampfe für das Vater­land ist der Privatdozeni der Assyriologie an der Göttinger Universität, Dr. Ernst Klauber, Reserve!eninant in der österreichischen Feldartillerie, in Galizien gefallen.

W. T.-B. Fulda, 31. Okt. Gestern abend sind die Ran­gierer Gaul und Mohr auf dem hiesigen Bahnhofe in der Ausübung ihres Berufes tödlich verunglückt.

W. T.-B. Rom, 31. Okt. Der Sohn des berüchtigten Räuberhauptmanns B o n e l l i ist als französischer Kriegs­freiwilliger im Kampfe gegen die Deutschen gefallen.

Briefkasten.

S SI« Echriftleitnnki da Wiesbadener DagblattS beaniwortet nur MrrtfttH#» niraqen im SBrieflaften. und zwar ohnr ReüiUoerbindlichfeit 9Mi)tfi8an»!B dünnen nicht aewäbrl werden >

F. M. Text und Melodie Dieses Soldatenliedes ist in dar Musikbeilage der Ende voriger Woche erschienenen Zeitschrift „Fürs Haus" abgedruckt, die in den Bnchhanplungen erhält­lich ist.

E. H. Der Orden ist deutsch, die Bezeichnung aber — und die meinen Sie wohl — ist französisch.

W. B Zahlungen nach England sind verboten. Sie müssen sich vergewissern, ob die englische Gesellschaft die Ver­sicherung nicht an eine deutsche abgetreten bat.

Leibgardist 115. Wir empfehlen Ihnen, sich direkt an das Regiment zu wenden.

Abonnent. Dvtzheimer Straße. Das Schulgeld wird von

dem Lehrmeister erhoben, der jedoch das Recyl hat. durch den Lehrvertrag die Rückforderung von dem Lehrling bezw. dessen Va.treter zu bedingen.

I. H. Wir empfehlen Ihnen, sich an das Bezirks- kominando zu wenden.

K. R. 17 Die Militärverwaltung hat für Nußbäume direkt keine Verwendung, aber die Gewehrsabrilen, Wir emp­fohlen Ihnen, sich an diese oder auch an Möbelfabriken zu wenden.

A. B. F. D. u. bedeute! dauernd unbrauchbar.

Sanken unü VelömLrkr.

W. T.-B. Das Zahiuagsverbot an feindliche Schuldner ln Österreich-Ungarn. Budapest, 31. Okt. v Eig. Drahtbericht)

Infolge des Verbots von Zahlungen an Bürger feindlicher Staaten hat der Magistrat beschlossen: Die am 1. November fälligen Zinsen der Amortisaticnsrate im Betrage von rund 2.4 Millionen Kronen der 4proz. mit der Pariser Banquc de Paris abgeschlossenen Anleihe nicht zu zahlen. Zahlung an die Obligationsinhaber wird nur dann geleistet, wenn diese ihre Staatsangehörigkeit Nachweisen und ferner beweisen, daß sie die Obligationen vor dem 1. August 1914 erworben haben oder der spätere Erwerb nicht durch Kauf von einem französischen Staatsbürger erfolgte.

Industrie und Handel,

* Siemens n. Halske, A.-G., Berlin. Bei der Gesellschaft

ist nach den „Münch. Neuest. Nachr.“ das am 31. Juli abge­laufene Jahr in eine recht günstige Zeit gefallen. Was jed'oen von den großen im laufenden Jahr übernommenen Aufträgen zur Ablieferung gelangen wird, sei noch ungewiß, da die Ge­sellschaft zahlreiche Verbindungen mit den feindlichen Län­dern hat. Ältere Aufträge wurden schon in den ersten Kriegs­wochen mehrfach annulliert, und der Auftragsbestand in ver­schiedenen Friedenserzeugnissen flaute sofort ab. Durch die Einberufung wurde der Betrieb nicht unerheblich einge­schränkt. ln diesem beschränkten Umfange hält die Gesell­schaft ihre Betriebe in allen Abteilungen voll aufrecht. Bel der Bilanzaufstellung, die noch eine Rehe von Wochen bean­spruchen wird, soll durch Schaffung von Kriegsrück­lagen den veränderten Verhältnissen Rechnung getragen werden. Über die voraussichtliche Dividende lassen sich noch keine Am gaben machen.

hd. Dänische Firmen- sind Warenbezeichnungen. Berlin,

31. Okt. Seit Kmegsbeginn haben in Groß-Berlin nacn zuverlässigen Ermittelungen 12 486 Firmen ausschließlich deutsche Warenbezeichnungen und Firmenschilder eingeführt.

hd. Unglücks Forderungen an das Ausland. London, 31. Okt. Aus den Verhandlungen, die die britische Regierung durch Vermittlung der Vereinigung der Handelskammern mit 83 Handelskammern gepflogen hat, geht hervor, daß das Aus­land 36 367 758 Pfund Sterling großbritannischen Händlern schuldet, davon Deutschland und Österreich

8 801 101 Pfund, Frankreich, Rußland, Belgien und Serbien

9 728 424 Pfund, die übrigen europäischen Länaer 7 034 328 Pfund. Amerikanische Firmen schulden 7 124 717 Pfuno Sterling, die Kolonien und andere Länder nahezu 4 Millionen Pfund

* Käse-Ausfuhrverbot in Holland. Das niederländische Ausfuhrverbot für Käse ist jetzt erlassen worden.

* Eduard Lingel, Schuhfabrik, A.-G. in Erfurt. Die Gene­ralversammlung setzte diie Dividende auf 4 Proz. (i. V. 10 Proz.) fest. Über die Aussichten teilte die Verwaltung mit, daß Sie Beschäftigung ausreichend sei. Es sei jedoch über Mangel an Leder zü Magen. -

* Die Ilse Bergbau A.-G. gab nach dem „Berl. Lok.-Anz.“ trotz des Krieges maschinelle Einrichtungen für die erste Brikettfabrik der neuen Grube Erika im Werte von IV» MiU. Mark bei dar Maschinenfabrik Buckau in Auftrag, über die Zahlungsfristen, die im allgemeinen bei Brikettfabrikbaulen jetzt sehr ausgedehnt zu sein pflegen, wird nichts hinzugefügt.

* Die Wenelin u. Hübner Maschinenfabrik und Eisen­gießerei, A.-G. in Halle a. S., erhielt für die Heeresverwaltung große Aufträge auf Granaten, ferner Aufträge aus Österreich auf Apparate zur Sprengstoffabrikation und Aufträge aus Ost­preußen zur Wiederherstellung zerstörter Wasserwerke. Die Fabrik ist deshalb gut beschäftigt und arbeitet zum Teil mit Überstunden.

* Die Malmedie u. Cie. Maschinenfabrik, A.-G. in Düssel­dorf wird nach dem „Berl. Lok.-Anz.“ überhaupt keine Divi­dende (i V. 7 Proz.) verteilen.

H. Fuchs, Waggonfabrik, A.-G., Heidelberg. Aus 420 08$

Miaik (i. V. 311 586 M.) Reingewinn wird die Verteilung von wieder 9 Proz. Dividende vorgeschlagen.

* Die Reiherstieg Schiffswerft und Maschinenfabrik in Hamburg erzielte im abgelauienen Geschäftsjahr einen Über­schuß von 248 793 M. (337 777 M.), woraus 4 Proz. auf 5 MiU. Mlark Aktienkapital (i. V. 6 Proz. auf 4 MiU. M. alte und 3 Proz. auf 1 MiU. M.) neue Aktien verteilt werden.

* Die Earl Berg A.-G. in Eveking (Fabrikation von Kupier-, Aluminium- und Messingteilen usw.) erzielte einen Reinge­winn von 310 546 M. (210006 M.), wozu 68 591 M. Vortrag kommen. Während im Vorjahr eine Unferbilanz von 137 805 Mark au decken war, wird diesmal die Verteilung von 5 Proz. Dividende vor geschlagen.

— 50 Jahrs sächsische Volkswirtschaft. Das Bank- * haus Gehr. Arnhold in Dresden, das am 10. d. M. auf ein 50jähriges Bestehen zurückbücken konnte, hat aus diesem Anlaß eine Jubiläumsschrift herausgegeben, welche die Entwicklung von Sachsens Volkswirtschaft innerhalb der letzten 50 Jahre beleuchtet. Die Firma entwirft in diesem Wsrkchen an der Hand von reichlichem stanstischen Material ein Bild großartiger Entwicklung, die das SachsenJand vor allem unter dem Schutz einer langen Friedensperiode auf allen wirtschaftlichen Gebieten aufzuweisen hat. Dabei spielten die geographische Lage Sachsens im Herzen Deutsch­lands, die Verdichtung seines Eisenbahnnetzes, die älteste natürliche Verkehrsstraße, die Elbe, die Beschaffenheit des Bodens, der Reichtum der natürlichen Hilfsquellen und die Charaktereigenschaften des sächsischen Volkes die aus­schlaggebende Rolle. Das Bankhaus Gebr. Amhold hat zu dieser Entwicklung zu seinem Teile reichlich beigetragen. Im Vorwort bemerkt das Bankhaus, um so mehr als das Sachsen- ] [and in langer Friedenszeit eine großartige Entwicklung aul­zuweisen hatte, um so mehr empfinde sein Handel und seine Industrie mit seiner ausgedehnten Ausfuhr die Hemmungen und Schäden des Krieges. Um so herzlicher aber ist aucn. der Wunsch, daß der Krieg siegreich zu Ende geführt wir« und dann Handel und Industrie einen neuen, großen Auf­schwung nehmen mögen.

* Pfälzer Tabake. Aus Mannheim wird berichtet: Bei der guten Beschäftigung der Zigarren- und Rauchtabakfahmten gewann der Handel in Pfälzer Tabaken weiter an Ausdehnung.

Die Preise sind fester. Es erzielten Einlagen aus der Ernte

\ 1912 54 bis 59% AL, aus 1913 52 bis 57 M. pro 50 kg. Für Schneideguttabake aus 1911 wurden 32 bis 34 M. bezahlt. Rippen waren bei knappem Angebot zu steigenden Preisen ge­sucht. In der Rheinpfalz wurden in Waldsee 4000 Zentner neuer Haupttabake aus erster Hand zu 34 bis 36 M. genommen.

* Besserung der wirtschaftlichen Lage in Luxemburg. Luxoarfburg, 28. Okt. Die luxemburgische Regierung läßt augenblicklich durch die Handelskammer genaue Informationen über die Einwirkung des Krieges auf die lüxem- bugrsiche Volkswirtschaft einziehen. Soweit bis jetzt die Er­gebnisse der Untersuchung versiegen, kann eine erfreuliche Besserung der industriellen Konjunktur gegen den ersten Kriegsmonat konstatiert werden. Diese Besserung macht täglich Fortschritte.

Die Morgen-Ausgabe rnnfatzt 20 Seiten

sowie die Berlagsbeilagen „Der Roman" und „Unterhaltende _ Blätter“ Nr 32.

Haupffchriftleller: S>. Hegerhorst.

Verantwortlich für den poiitilche» Tel!: Or. phil. G. Schellenberg: f#T den Uirtcto!uina»tci‘ B v. Nauendorf: für Nachrichten and Wiesbaden und den Nachbarbczirle»' I.V.: H- Diefenbach! für „GeriNnS-aal"'. t>. Diefenbach: für „Bporl nnd Lufifahrt": I. 8.: C. LoSacker: für ..Voran chles" und de» „Briefkasten": 6. Lodacker, für de» Haudeisicil: SB. CE ö: für die Anzeigen und smarte»: H Sotnauf; iämnich in Wiesbaden.

Druck nnd Verlag der L. Echcit en beng jchen Hof-Buchdruckerei in Wierbndea.

HxreWunde der SSristleitunz: 12 bis l Utv