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Expedition: Larrggafse No. 27<
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Tages-Kalender.
Freitag bett 19. December.
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Freitag, 19. Deebr. 244. Vorstellung. Bei aufgehob. Abonnement. Zum Besten der Errichtung eines Standblldes in Eutin für C. M. ti. Weber.
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Musik von C. M. von Weber.
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Mlllx Einem armen, braven Jungen von 16 Jahren, der bisher öll-ltr* seine kleinen Geschwister redlich mit ernähren half, mußte in Fuß abgenommen werden.. Er ist jetzt wieder genesen und bedarf nun pes künstlichen Fußes von Hartgummi. Ein solcher kostet aber 120 Mk. Eie unbemittelten Eltern sind in Folge dieses Unglücksfalles selbst in «ich gerathen und können die genannte Summe nicht aufbringen. Edle enschenfteunde werden deshalb gebeten, dem unglücklichen Zungen ein eines Wechnachtsgeschenk zu geben. Die Expeditton dieses Blattes ist eine bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.
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Personen:
Cttotar, böhmischer Fürst
Euno fürstlicher Erbförster Agathe, seine Tochter.......
Aennche», eine junge Anverwandte. . .
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QC Samiel, der schwarze Jäger.....
i 1 Man, ein reicher Bauer
k. I Erster ] .........
I teter Zager.........
1 Mtter J
> 1 Ein Eremit...... . . ^ ’
1 ®*ne Brautjungfer
Mlweröeschnle iu Wiesbaden. Vormittags von 8—12 und Nachmittags d von 2—6 Uhr: Gewerbliche Fachschule; von 2—4 Uhr: Mädchen- ™ Zeichenschule; Abends von 6—10 Uhr: Gewerbliche Modellirschule; von 8—10 Uhr: Gewerbliche Abendschule und Fach-Cursus für Schneider.
toht der Künstler und Kunstfreunde. Abends 7 Uhr: Vortrag des Herrn Carl Voigt aus Offenbach im Saale des „Hotel Victoria". u» urnverein. Abends 8 Uhr: Riegenturnen der activen Turner.
echt-Klub. Abends 8 Uhr: Fechten im „Römer-Saale".
Ä lännergesang-Kerein. Abends 8V- Uhr: Gesammtprobe und Ballotage.
M «sangverein „Wen« ßoncordia". Abends 9 Uhr: Probe.__________
Jäger. Brautjungfern. Bergknappen. Bauem. Jagdgefolge.
Anfang «V-, Ende 9 Uhr.
Samstag, 20. December: Die Karlsschüler.
Curhaus z« Wiesbaden. ~ 1*84
Freitag den 19. December.
Symphonie-Concert des städtischen Cur-Orchesters unter Leitung des Capellmeisters Herrn Louis Lüstner.
Programm.
1. Ouvertüre zu „Iphigenie auf Tauris" Gluck.
2. Chaconne in U-moli I. S. Bach.
Für Orchester bearbeitet von Raff.
3. Zum ersten Male: Suite in JD-moll, op. 43 Tschaikowsky.
4. Ouvertüre zu „Oberon"..........Weber.
Anfang Abends 8 Uhr.
Lokales «nd Provinzielles.
\< (Oeffentliche Sitzung der II. Strafkammer des König!. Landgerichts vom 17. December.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsrath Wißmann. Beamter der König!. Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Niemann. — Der bisher unbestrafte Leonhard Julius Fr. war um die Mitte October v. I. auf die besondere Empfchlung des Herrn Werminghoff und unter der Versicherung, daß er die seltene Tugend der Ehrlichkeit in hohem Grade besäße, von dem Restaurateur Herrn Christmann als Oberkellner engagirt worden. Anfänglich hatte Herr Christmaun nicht nur keine Klage über die neuerworbene Kraft, er hatte auch Worte des Lobes für sie. Da begann in Herrn Christmann's wohlgefülltem Keller der 1883er zu gährcn; im Keller polterte und rumorte es, als trieben tausend Teufel ihre Künste. Mehr als ihm zuträglich sein mochte, nahm der Oberkellner von dem Zaubertranke zu sich und Bacchus mit seinen dämonischen Geistern verdrehten dem armen Oberkellner den ganzen Tag den Kopf. Mit Schrecken gewahrte Herr Chnstmann an chm die unliebsame Veränderung, mehrfach forderte er ihn auf, des Guten doch nicht zu viel zu thun; doch wenn unser Oberkellner von nun an auch kleinere Quantitäten dieses Zaubertrankes zu sich nahm, es half Nichts — Bacchus hatte es ihm einmal angethan; was hilft da noch der menschliche Wille, wenn ein Gott im Spiele ist. In einem solchen Zustande seligen Entzückens machte Fr. einen unüberlegten Streich, der einen argen Mißion in die Harmonie und den Frieden seines Vorlebens hereinbrachte. Am Abend des 5. oder 6. September verschwand der Oberkellner nämlich unter Mitnahme der ganzen Kasse im Betrage von 556 Mk. Fr. wandte sich nach Metz, wo er in einem (Safe als Gast sich einlogirte. Als aber der Rausch vorüber und der größte Theil des Geldes innerhalb zehn Tagen dahingeschwunden war, kam auch die Rene, eine wahre Rene über den jungen Mann. Reumüthtg gestand er seinem Onkel in Hofheim, der von Herrn Christmann von dem Vorfall schon brieflich alsbald nach der That benachrichtigt worden war, sein Vergehen ein. Der Onkel bezahlte' bei Heller und Pfennig die veruntreute Summe Herrn Christmann zurück. Des Onkels Bemühungen gelang es, dem Neffen durch Vermittelung eines Freundes eine neue Stelle als Oberkellner im „Darmstädter Hof" zu Ems zu verschaffen Aber die Staatsanwaltschaft, obgleich von Herrn Christmann der Strafantrag zurückgenommen worden war, verfolgte die Sache weiter und Fr wurde in Ems am 23. September d. I. ermittelt und auf Grund eines Haftbefehls festgenommen. Heute hatte er sich wegen Unterschlagung vor der König!. Strafkammer zu verantworten. Er legte ein umfassendes Ge- ständniß ab, sowie eine wahre Reue an den Tag und versprach, auf dem Wege redlicher, treuer Arbeit weiterfahren zu wollen. Aber Niemand übertritt ungestraft das Gesetz, jede Schuld muß gesühnt werden. Das Urtheil lautete unter Annahme mildernder Umstände auf 3 Monate Ge- fängniß; der Herr Staatsanwalt hatte 8 Monate beantragt. Die Kosten des Verfahrens wird der Angeschuldigte zu tragen haben. - Der bisher unbestrafte, 18 Jahre alte Landwirth Carl Joseph K. aus (Saftei Sohn des Heinrich K. und der Gertrude, geborene H., steht unter der Anklage gefährlicher körperlicher Mißhandlung. Der Sachverhalt ist dieser: Carl K. steht schon fett etwa Jahresfrist mit dem 16 Jahre allen Peter Grebner auf gespanntem Fuße. Die anfängliche Feindschaft, deren Ursache in einer Büberei, wie K. sich ausdrückte, zu suchen ist, hat sich allmältg zu unversöhnlichem Hasse ausgebildet. K. und Grebner stellten sich während eines gangen Jahres einander nach und snchteit sich gegenseitig zu schaden, wo es nur immer möglich war. Am 25. August c. fuhren Casteier Fuhrleute dte Mtlttar-Effecten des 87. Infanterie-Regiments, das in die Herbstmanöver zog, auf den Erbenheimer Bahnhof. K. fuhr mit dem Wagen feines Vaters, während Peter Grebner und sein Onkel mit ihren eigenen Fuhrwerken die ihnen anvertrauten Gepäcke nach Erbenheim besorgten. Nachdem die Ablieferung erfolgt war, begab sich ein großer Thetl der Fuhrleute, damnter dte beiden K. und Grebner, sowie dessen Onkel, in die Wirtschaft „Zur Weißenburg" und ftühstückten. Bereits bet btefer Gelegenheit kam es zwischen K. uttb Grebner zu einem Wortwechsel, mdem Grebner betn K. vorwarf, er habe ihm ben Ring von semem.Pflug abgeschlagen, was dieser energisch verneinte. Einige Minuten nach dieser Scene horte Johann Schuhmacher vom Hausflur aus ben Grebner rufen: „Laß mich gehen!" Er ging auf bie Stelle zu unb sah gerade noch, tote K. seinen Gegner über das Treppengeländer gedrückt hielt und chn Mit der einen Hand tm Gesicht und auf dem Kopf bearbeitete. Rasch entschlossen sprang L-chuhmacher auf die Beiden zu und riß sie auseinander, bei welcher Gelegenheit alle Dreie die fünf oder sechs Treppenstufen hinabstürzteu. Grebner blutete heftig und die ärztliche Untersuchung coustatirte eine 6-8 Zentimeter lange und V» Zentimeter tiefe Wunde mit scharfen Rändern auf der linken Backenseite. Aus der Beschaffenheit der Wunde ließ sich schließen, daß dieselbe mitttelst
