Expedition: Lauggasse No. SV
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iechen; der Laden des Herrn Conditors Gottlieb schien ihnen geeignet. K. vollführte den Einbruch und den Diebstahl. Wie chwanden unter ihren Händen die Torten,. Mandeltörtchen und Naccronenschnitten dahin! Sie sollen in der einen Nacht für über 2 Mark Conditorwaaren vertilgt haben. Als ihr Magen sich ge- öttigt, zerstreuten sie die übrigen Vorräthe auf dem Boden. In der
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* (Personalien.) Herr Lehrer Kröck von Marxsaiu ist an bic 1. Lehrerstelle zu Langeuschwalbach versetzt. — Dem pensiouitten Steuer- Aufseher Sch eurer zu Caub ist das allgemeine Ehrenzeichen verliehen
* (Die Jdiotenanstalt zu Scheuern) ist gegenwärtig, wie wir dem jüngsten Jahresbericht entnehmen, derart besetzt, daß ern Neubau zur Erweiterung derselben ein dringendes Bedürfnis ist. Leider fchlen hierzu die Mtttel und werden deßhalb alle edlen Menschenfreunde ersuchh durch Gaben das menschenfreundliche Unternehmen zu unterstützen. Am Schluffe des ersten Semesters 1884 befanden sich tu der Anstalt 163 Zöglinge, und .war 94 männliche und 69 weibliche. Davon waren aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden 60, aus Frankfurt 30, aus dem Regierungsbezirk Kassel 5? und aus dem übrigen Zeutschlaud > Von den Zöglingen waren o9 über 16 Jahre alt, 104 unter 16 Jahren. Tas Pflegepersonal, die Beamten 2c. eingerechnet, zählt das Institut msgesammr 200 seelen.,
» (Der glückliche Gewinner) des ersten Preises der (üngstcu Frankfutter Pserdemartt-Lolterie ist ein Metzgerbursche aus Usingen, der am Donnerstag in Frankfurt in Arbeit tteten follte. Er erhob sein Geld, feierte aber nicht, sondern ging ruhig m sem Geschäft.
Kunst und Wissenschaft.
* tP r o f e s s o r Lu d w i g K n a u s) hatte am 8. October 1859 in seiner Vaterstadt Wiesbaden, in welcher er spater auch kurze. Zett sein Atelier aufqeschlaaen hatte, mit Henttette Marie Hoffmann, einer Tochter des damaligen Besitzers des bekannten Badhauses zum „Europäischen Hof am Kochbrunneiwlatz, das Ehebündniß geschloffen. Am 8. b. M waren sett- bcm 25 Jahre verflossen und das schon geraume Zett m Bersin ansäffigc Ehepaar diesen Tag selbstredend festlich begangen Eini Bencht, den wn über diese Feier rm „Berliner Tageblatt" ^lesen, hat folgenden Wortlaut und mag hier P?atz finden: „L.as Ludwig Maus schc Ehe- vaar beging am gestrigen Tage das fröhliche Fest ferner silbernen Hochzeit. Und Eicher no-ff sollte sich' in dem in der YildebrandtAttoatstratze ge- leqenen prächtigeii Künstlerhause der Abend gestalten. Die zahlreich gelaßenen Gäste hatten dazn ein heileres Complott geschmiedet. Ehe ba||clbe -nr Ausführung gelangte, herrschte in ber Wohnung des Jrchel-Paares eine merkwürdige Stille, die dem Meuter zwar mcht verdächtig vorkam, ibn aber doch ettvas beunruhigte. Sonderbar, kein einziger Gast stellte sich ein und es war doch bereits hoch an der Zeit! Hm und wieder macht«: der Künstler Anstalt, auf den Corridor hmauszugehcn und einmal nachzilfchei, ob denn noch keiner der Gäste sich zeigen werde, aber redesmal wußt ihn die in die Verschwörung emgewechtm Fannlienmitgüedei: davon i-ückiubalten und zu beruhigen. Plötzlich öffneten sich die ^iugciiyurcn und — ein phantasttsch wirrer Maskenschwarm von cottunutten Dawci
..... i anderen Inhalt haben, als Ankündigungeil über gesetzlich nicht verbotene Versammlungen, über öffentliche Vergnügungen, über gestohlene, verlorene oder gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nachrichten für den gewerblichen Verkehr, dürfen nicht angeschlagen, angeheftet oder in sonsttger Weife öffentlichausgestellt werden.
* (Bächereinigun g.) Am Montag den 13. d. Mts. und die folgenden Tage foll das Reinigen der durch die Stadt fließenden offenen Wasserläufe stattfinden. Dieses wird zur Beachtung seitens der betteffenden Behörden und Pttvaten zur öffentlichen Kennttntz gebracht.
* (Der „Katholische Gefellen-Verein ) wird gelegentlich der am nächsten Sonntage stattfindendm Feier feines 9. Stiftungsfestes ein breiartiges Schauspiel: ^Des Vaters Fluch" von Richard Bertram zur Aufführung bringen. Dieses Stück, bas in zahlreichen katholischen Gesellen- Vereinen mit großem Beifall unb wieberholt aufgeführt worden ist, behandelt eine Episode aus ber spanischen Grichichte. Es spielt in ber Zeit des Kampfes zwischen ben Christen unb Mauren nach ber Schlacht bei Xeres de la Frontera. Da bie Rollen bes Stückes in recht tüchtigen Hänben ruhen, so steht zu erwatten, baß auch bie hiesige Aufführung eine gelungene werben wirb.
* (Fahrplan.) Unsere verehrlichen Leser finben in ber 1. Beilage der vorliegenden Nummer des „Wiesbadener Tagblatt" den am 15. October d. I. in Kraft tretenden „Fahrplan der Taunus- und Nassauischen Eifen- M,n* (Verwechsel.) DasHauSder PH. Ott Erben, Nerostraßeb, ist käuflich an Herrn Schumachermeister Wilhelm Heckel manu dahier
Mätuf freiem Fuß) befinden sich wieder die zwei Socialdemocraten, ein Schreiner und ein Schneider, welche wegen Verbreittmg socialistischer •Schriften festaenommen worden waren.
* (H ehler.) Im hiesigen Landgerichtsgefängniß ist der Makler Löb von Mainz inhastirt und drmgend verdächttg,, bei den hier vorgekommenen großen Diebstählen die Rolle eines Hehles gespielt zu haben. Bcttd nach dem Diebstahle, bei welchem u. A. auch ® » an russischen Sttberrubeln,entwendet wurden, verkaufte nämltch Lob emen Theil solchen Geldes einem Mainzer Bankhaus, welches dann Anzeige erstattete die die Verhaftung des Lob zur Folge hatte. Einen ehrlichen Erwerb des Geldes konnte er bis heute nicht nachweisen.
bjt und der guten Beschaffenheit importirt worden war. In dem I Plakate, welche emen [tl wurde Wetter ausgeführt, daß zwar die gesundhettsschädliche Be- I Midi mcktt verboten« enbeit des Weines festgestellt, derselbe jedoch wegen Mangels an dies- (ichen Ausführungsbestimmungen des Nahrungsmittelgesetzes bezw. Bedungen der Staatsregierung (Einfuhrverbote) als gefälschter Wein nicht zu ichten sei. — Der wegen Diebstahls schon vorbestrafte Taglöhner Heinrich von W ermb o rn, ber in einer Nacht des Monats April l J.aus dem •cn des Maurers Becker daselbst mittelst Einsteigens einen Bienenkorb tzonig und Bienen im Wetthe von ca. 20 Mk. gestohlen hat, angeblich um seinen Kindern Brod zu schaffen, wurde unter Annahme mildernder ände zu einer dreimonatlichen Gefängnißsttafe, sowie zur Tragung Untersuchungskosten veruttheilt. — Die unverheirathete Dienstmagd chetheSt. von Bierstadt, die fast stets ohne Beschäftigung seit etwa n Jahre in Wiesbaden sich hetunttreibt, stahl vor längerer Zett einer -en Familie E-, bei der sie schon jahrelang aus- und einging, außer
seidenen Foulardtüchern und Vh Meter Cachemirstoff an baarem >e 200 Mk. Von dem Gelde schaffte sie sich unter dem Vorgeben, sie ithe einen Schutzmann, Ballen Weißzeug, Kleider und Schuhe rc. an. die Bekannten der St. vor dieser Zeit sie nur in ziemlich ärmlichen dem einhergehen sahen, so fiel die plötzlich eingettetene materielle iesserung ihrer Lage allgemein auf. Spater stellte sich heraus, sie das Geld entwendet habe. Trotz ihres heutigen Leugnens
: auf Grund ihres eigenen Geständnisses, das sie zuerst bei Bürgermeister in Bierstadt ablegte, der Gerichtshof die Ange- ldigte der ihr zur. Last gelegten Diebstähle für überführt und sie ihr eine neunmonatliche Gefängnißsttafe zu. — Zwei trotz c Jugend völlig verkommene, arbeitsscheue Subjecte, an denen etts- und Rettungshaus nichts zu Seffern vermochten, hatten sich wegen r ganzen Reihe von Einbmch-Diebstählen zu verantworten. Um Tti „je tu die Sache zu bringen, haben sie es unter sich ausgemacht, daß s nur der Eine von chnen in die Locale, die sie des Tags über zum Hauplatz ihrer nächtlichen Thättgkett ausgesucht hatten, einsteigen, wah- ib ber Andere — wegen der größeren Sicherheit — auf der erraffe ache halten sollte. Diese beiden Burschen, Georg K. und Ludwig Schm, von t, verbanden sich das Erstemal in der Nacht vom 10. auf den 11. August zu neinsamem Handeln. K., der Jüngere und Gewandtere, stieg in das isihszimmer des Restaurateurs Wenzel in der Faulbrumieusttaße em und wendete außer 34 Zehnpfennigstücken, die alle aus einem Prägejahr von m Betreffenden aus Liebhaberei in einer Büchse gesammelt worden aren, eine Parthic Haudkäse, Brod und Schwartenmagen. Der Raub urdc in dem Verhältnis; getheilt, daß der, welcher die größere Gefahr isgeftanben, auch einen größeren Antheil erhielt. Da bie Gelbmtttel ztem- i> zahlreich waren, würbe in ber folgenden Nacht nicht „gearbeitet . Aber in r darauffolgenden Nacht statteten sie — das heißt K. — bem Restaurateur einemer einen Besuch ab. Die Ausbeute war eine recht ergiebige: es setzte lißer einer Parthie Hanbkäse unb Brob auch Eier ab unb last not least n Kistchen mit 100 Cigarren. Da aber ber alltägliche Genuß von Käse nb Brob selbst bem Magen eines Spitzbuben schließlich lässig werben mn, beschlossen sie, um Abwechselung m ihre Lebensweise zu bekommen, tt ber Nacht vom 14. auf 15. August in einen Conditorladen einzu-
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olgenben Nacht wurde dem Conditor Boß in der Ktrchgasse - ste hatten tmmal Geschmack an Conditorwaaren bekommen — em gleicher Besuch abgeffattet. Dort fanden sie wieder baares Geld. Das änderte ihren Plan. Erft in der Nacht vom 20. auf den 21. August gings — da die Geldmittel mittlerweile aufgezehrt waren — wieder an's Geschäft. Dieses Mal galt «8 dem Conditor Minor in bet Marktstraße. Doch in ber nämlichen Nacht noch, nachbem übrigens ber Einbruch ihnen gelungen war, wurden die Seihen in ber Rheiusttaße von einem Nachtwächter aufgefangen unb als obdachlos in ben Stümpert gebracht, wo man erst bemerkte, welchen Fang man gemacht hatte. Die Untersuchung stellte heraus, baß K. bereits am i. August tn ber Wirthschast des Herrn Benz auf bem Maurittusplatz angebrochen war, außerbem verschiebenen bisher nicht ermittelten Personen Taschenuhren, einen Siegelring, unb in bet Blumeusttaße int Verein mit einem anderen ebenfalls nicht ermittelten Bürschchen ein Kinder-Veloctped gestohlen hatte. Die beiden Rangen legten ein umfassendes Geständniß ab. Das Uriheil gegen den Aelteren, Schm., lautete auf 5 Jahre Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer und Zulässtgkett der Polizeiaufsicht, gegen K. auf eine Gefängnißsttafe von 3 Jahren. (Hter- mit Schluß der Sitzung.) v.r,
* (Kirchliches.) Nachdem in der Setzung der evangesischcn Ktrchen- gmteinde-Vettrettmg vom 9. d. M. die voni Ktrchenvorstanbe festgestellte Wählerliste bestätigt und unteMichnet wat, wurde mitgetheilt, baff bet Kitchenvorstand Mittwoch ben 5. November b. I. als Termin ber Wahl des Ersten Pfarrers in's Ange gefaßt habe. Dem von Herrn General- Superintenbenten Dr. Ernst als Kömgl. Wahlcommissar geleiteten Wahl- octe wirb nach ben Bessimmungen her „Jnstructtoti, betreffend die Pfarrdtahlen im Amtsbezirk bes Consistoriums zu Wiesbaben vout 1/. Apttl 1671", ein Gottesdienst mit Predigt unb Gesang vorausgehen. ..
* (Silberne Hochzeit.) Im Laufe bes Monats November feiert dnser allseitig werthgeschatzter Mitbürger Herr Rentner unb Felbgenchts- xchöffe Chr. Gaab bas Fest ber silbernen Hochzeit.
> ' * (Plakatwesen.) Wohl rm Hinblick auf bie Wahlbewegung ver- । lentlicht bei Herr Polizei-Präsident die nachstehende Bekanntmachung: : Per 8. 9 des durch die Allerhöchste Verordmmg vom 25. Ium 1867 hier figefuhiten Preßgesetzes vom 12. Mai 1851 über das Plakatwesen wird sinnst in Erinnerung gebracht. Derselbe lautet: „Anschlagezettel und
