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sichtigung sprechen. ES geschieht das deßhalb, weil aus einer vor einigen Jahren über die Zulänglichkeit des Dispositionsfonds angestellten Wahr­scheinlichkeits-Rechnung sich ergibt, daß, wenn sich die Ansprüche nicht mehr steigern, die Mittel der Stiftung nur bis zum Jahre 1900 ausreichen, während die Aufgaben der Stiftung erst mit dem Jahre 1922 als erfüllt anzuseheu sein werden. Wenn also wirklich die Mittel derKaiser-Wilhelm- Stiftung" nicht ausreichten, um allen unterstützungsbedürftigen Htnterblie- benen von Kriegern aus den Jahren 1870/71, welchen ein Anspruch auf die gesetzlichen Beihülfen nicht zur Sette steht, eine Unterstützung zu Theil werden zu lassen, so sollte man doch den Reichs-JnvalidenfondS mehr als bisher geschehen zu diesem Zwecke heranziehen.

Handel, Andnstrie, Statistik.

A (Begleichung der PostanweisungSbeträge im Wege deS Giro-VerkehrS.) Die Handelskammer zu Düsseldorf gibt bekannt, daß in ihrem Bezirk der Versuch gemacht werden soll, Post- Anweisuugsdeträge, welche an Girokunden der Reichsbauk zu zahlen sind, im Wege des Giro-Verkehrs begleichen zu lassen. Da es vor Anstellung dieses Versuches nöthig ist, die Namen Derjenigen fest­zustellen, welche bereit sind, dem neuen Verfahren sich anzuschließen, sowie die Höhe der Summe annähernd anzugeben, welche der Einzelne monatlich in Pott-Anweisungen erhält, so ist eine diesbezügliche Aufforderung an die Handeltreibenden der Stadt Düsseldorf erlassen. Wie wir hören, würde man das neue Verfahren in beiheiligten Kreisen sehr freudig begrüßen.

Vermischtes.

(Die Modelle der .Germania" auf dem Niederwald- Deukmal.) Schon bei der Enthüllung des Denkmals wurde die That- sache constatirt, daß für die Gesichtszüge der allegorischen Hauptfigur dem Künstler Prof. Johannes Schilling in BreSlau der Kopf einer seiner Töchter als Vorbild gedient habe. Jetzt erfährt man, daß das Modell für den Arm derGermania" in dem Arme der Anna Haverland's, welche bekanntlich dem Deutschen Theater angehört, zu suchen sei. In einem an Anna Haverland gerichteten Gedichte des Lyrikers Albert Mo es er in Dresden heißt eS:

Welch' ein erhabenes Bild! Welch' herrlichen Armes Gestaltung! Also sprechen, die je staunend dem Bild genaht.

Aber sie wissen es nicht: der Arm, der blendend den Blick banut, Deiner ist cs, durch Kunst ew'gem Bestände vermählt.

Wie auch der Künstler gesucht und strahlende Weiber gemustert, Nirgend so herrliche Form fand er, wie Deiner sie bot.

Und so reckt nun der schwellende Arm, des Deinigen Abbild, Ueber dem Rheinga» sich hoch in die Lüfte empor,

Werth war keiner wie er, deS Kronreifs Zierde zu halten.

(VIII. deutsches BundeSschietzen.) Das in den Tagen vom 19. biS 28. Juli in Leipzig stattfindende achte deutsche Bundes- schießen verspricht sich seinen Vorgängern würdig anzureihen. Eine Anzahl von etwa 6000 Schützen aus allen Gauen Deutschlands und Oesterreichs wird erwartet, und schon heute bieten die Stadt und das Comite Alles für einen würdigen Verlauf dieses nationalen Festes auf. Das Fest- Programm ist kurz Folgendes: 19. Juli: Empfang der Schützen. 20. Juli: Festzug, Parade, Festbankett, Eröffnung des Schießens, Fest- vorstellungen in den Theatern. 21. Juli: Schützenball. 22. Juli: Commers in der Festhalte. 23. Juli: Kleines Bankett mit bayerisch-österreichischer Originalküche, Production der Gesangvereine. 24. Juli: Festvorstellungen in den Theatern. 25. Juli: Kleines Bankett mit Hamburger Küche, Abends Waldbeleuchtuug und Waldconcert. 26. Juli: Abschieds-Bankett. 27. Juli: Bankett zu Ehren der Sieger, Abends Feuerwerk. Außerdem sind in Aussicht genommen: Ftscherstechen der Leipziger Fischer-Innung, Velocipede-Rennen, Turnspiele, Corso im Rosenthale und eine Geflügel- AuSstellung.

(Neues Schießpulver.) Auf Antrag des Vorstandes des Gesammt-AuSschuffeS de« deutschen Schützenbuudes wurde am vorigen Freitag auf der Schießstätte zu München die Prüfung des von der Firma Foltz, Lichtenberger & Co. in Ludwigshafen fabrizirten Holzpulvers vor­genommen. Zeugen waren Mitglieder des Bundes-Vorstandes, der Aus­schuß der Haupt-Schützengesellschaft München nebst Mitgliedern derselben u. s. w. Das Resultat war folgendes: Sämmtliche Anwesende sind der Ansicht, daß bei einem gut gearbeiteten Gewehr mit sorgfältigem Verschluß eine Gefahr bei dem Gebrauche des Holzpulvers nicht besteht, selbst wenn das von der fabrizirenden Firma vorgesehene Maß der Ladung um die Hälfte erhöht wird. Der Vorstand erhebt daher keine Einwendung gegen die Zulassung dieses Pulvers bei dem nächsten deutschen Bundesschieben. Motive: Nachdem zunächst mit einem Martini-Gewehr mit Ladung von 11,2 Gramm auf 175 Meter und 300 Meter Distanz mit befriedigendem Resultat abgeschossen war, verstärkte mau die Ladung allmälig auf 1,7 Gr. unter Anwendung des Werder-GewehreS, bis 2 Gr. bei Anwendung einer doppelten Jagdbüchse. Hierauf wurde die Ladung 618 3,5 Gr. Holzpulver = 11 Gr. Schwarzpulver mittelst der Schießmaschine und eines Chassepot- Gewehrlaufes fortgesetzt. Der Lauf zeigte bei der Besichtigung keinen erkennbaren Schaden. Ueber Vorstehendes wurde vom Vorstände des Deutschen Schützenbundes Protocoll ausgefertigt.

(Ein neues Anti-Cholera-Mittel.) Man schreibt dem Frkf. Journ." aus Parts:DieCholera-Epidemie beschäftigt natürlich unaufhörlich alle Diejenigen, die sich von Beruf mit mehr oder minder

Erfolg der öffentlichen Gesundheitspflege widmen und die große Schaar von bizarren Köpfen, die ä tont prix die Welt mit einer bahnbrechenden Entdeckung" beglücken wollen. Einer dieser sonderbaren Schwärmer hat dieser Tage dem Conseil Municipal im vollen Ernst vorgeschlagen, eine Tonne von ihm besonders präpartrtea OeleS auf den Arc de Triumphe zu placiren, um damit von dort aus ganz Paris zu desinficiren. Etwas ernster scheint der Vorschlag eines Apothekers NameuS Logue zu nehm« zu sein. Logue glaubt ein neues vortreffliches Präservattvmtttel gegen die Cholera gefunden zu haben und hat sich an JuleS Ferry gewandt, u« dasselbe erproben zu können. Er macht sich anheischig, so lange wie man cs für gut befinden wird, in einem Saal mit Cholerakranken zusammen zu schlafen, in ihrer Gesellschaft seine Mahlzeiten einzunehmen, und sich dabei der von den Patienten berührten Gläser und Messer zu bedienen, ohne dieselben vorher zu desinficiren. Logue behauptet, daß ihn trotzalledem sein Präseivativmittel, welches er nach diesem gewagten Experiment bekannt geben will, vor der Ansteckung bewahren wird."

(Vor Druck zu bewahren.) Der Aesthetiker Professor Fr. Vischer in Stuttgart ist als witziger Kopf mit kurzem, aber treffendem Urtheil bekannt. Als er in Tübtugen (an der Universstät) seine Vorlesungen über Literatur hielt, sandte ihm einmal eine Dame aus Stutt­gart ihre poetischen Erzeugniffe zur Begutachtung. Vischer, der Dringenderes zu thun hatte, als das Manuscript durchzusehen, ließ dasselbe liegen, und richtig kam nach einiger Zett ein Mahnschreiben der soidisant Dichterin. Nun mußte der Aesthetiker nolens volens die Gedichte ansehen; allein schon nach dem Ueberschlagen einiger Setten hatte er an den verunglückten dichterischen Ergüssen genug. Ohne ein Antwortschreiben packte er da« Manuscript säuberlich zusammen und gab dem Packet außer der Adresse nur den Vermerk:Vor Druck zu bewahren!" Die Dame bat nie mehr um Vtscher's Urtheil über ihre poetischen Produkte.

(Ein Bayer) besteigt kürzlich in sehr wackeligem Zustande den Dampfer auf dem Starnberger See. Da er durch seine schwankenden Be­wegungen allerlei zerbrechliche Gegenstände und auch Passagiere anrewpelte, rief ihm der erzürnte Capitän zu:Wollen Sie mal ruhig sein und sich ntedersetzen, sonst werf' ich Sie in den See." Darauf der Bayer:Bald'h mir das nochmal sagst, sauf i die ganze Lach'a aus, nacha kannst mit Deinem Schlitten aus'm Sand hamfahren."

(Musik und Liebe.) Daß Orpheus, der Töne Meister, sich die Unterwelt erschlossen, ist mythologisch unbestrttten daß der Töne Macht auch das sprödeste Mädchenherz bezwungen, ist unangefochtene Wahrheit. Daß aber auch schon die bloßen Namen illustrer Jünger PolihymuiaS den Weg zum Herzen der Schönen ebnen, beweist folgender Wortscherz, der bet fröhlicher Tafelrunde allgemeinen Beifall gefunden. Zur Sache: Man nähere sich der Dame des Heizens mit LtSzt, schmücke ihren Busen mit einem Strauß, laffe an ihrem Schwanenhals einen Rubinstein er- », führe sie dann zum Supp<1 (Souper), thue einige Goldmark

Truhe und nun hat man Delibes (de Lieb').

«chists-Rachricht. DampferBelgenland" von Antwerpen am 10. Juli in New-Bork augekommeu.

* Ueberseeischer Post. imt> Pasfagier.Verkehr in der Woche vom 13. bis incl. 19. Juli. (Mitgetheilt vom Central - Bureau für den Weltverkehr von Brasch LRothenstein, BerlinW.,Friedrichstraße78.) Sonntag den 13. Juli:Wieland", Hamburg-New-Uork;Jndta", Ham- durg-New-Bork. Montag den 14. Juli:Hannover", Antwerpeu-Motevtdeo- BuenoS-Ayees;Setos", Hamburg-Valparaiso-Arica-Callao;Clan Buchanan", GlaSgow-Colombo-Madras-Calcutta;Duke of Sutterland", London-Cooktown-Brisbane;City of Chartbage", Liverpool-Bombay- Kurrachee. Dienstag den 15. Juli:City of Montreal", Liverpool-Nev- Bork;Uruguay", Havre-Montevideo-BuenoS-Ayres-Rosario;.Hannovertan", Liverpool-Haltfax-Baltimore;Catania", London-Australien;Ltsbonense", Liverpool-Para;Hermta", Hamburg-West- und Südwestküste Afrika'«. Mittwoch den 16. Juli:Cephalonia", Liverpool-Boston;Tasmauia", Liverpool-Calcutta;Sumatra", Amsterdam-Batavia;Hoheustaufeu", Bremen-Baltimore;Elbe", Bremen-New-Bork;Suevta", Hamburg- New-Nork. Donnerstag den 17. Juli:Moon", Southampton-Cap der guten Hoffnuno;Nile", Southampton-Westtndien-Pacific;Britannic", Ltverpool-New-Bork;Rome", London-Australien. Freitag den 18. Juli: SantoS", Hamburg-Brasilien. Samstag den 19. Juli:Samaraug", Rotterdam - Batavia;Caland", Rotterdam-New-Bork;Normandie", Havrc-New-Vork;Gallta", Liverpool-New-Aork;Maska", Liverpol-New- Bork;Oder", Bremen-New-Iork;Pennland", Autwerpen-New-Bork; P. de Coninck", Antwerpen-New-Bork.

R ä t h f e I.

Vier Zeichen, vor- und rückwärts gleich, Sie nennen einen Namen Euch.

Ein Zeichen vor so ist's ein Spiel,

Das schon des Unglücks brachte viel, Ein and'res Zeichen vor ein Spruch, Den sinnig manche Schrift schon trug.

Auflösung des Räthsels in No. 156: Die Stadt heißt Wiesbaden und die Flüff- 1) Wiese, 2) Wien, 3) Wied, 4) Wadi, 5) Adda, 6) Neisse, 7) Nab, 8) Inn, 9) Jenisei, 10) Newa, 11) Sesia, 12) Enns.

Die erste richtige Auflösung sandte M. B......