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vor dem 23. Februar I. I. allerlei den Schülerinnen gehörige Gegenstände weg. Die angestellten Recherchen ergaben, daß eine große Anzahl der vermißten Gegenstände, als Taschentücher, Schwammdosen, Messer, Federhalter, Schürzen, Schirme zc. im Besitze der bisher unbescholtenen Wittwe des Taglöhners Nicolaus R., welche allwöchentlich die Reinigung der Schulzimmer vorzunehmeu hatte, sich befanden. Die Angeklagte behauptete, sämmtliche Gegenstände in den Papierkörben gefunden zu haben. Diese an sich sehr unwahrscheinliche Angabe erschien auch dem Gerichtshöfe sehr unglaubwürdig, welcher die Angeklagte zu einer Stägigen Gefängnißstrafe, sowie in die Kosten des Verfahrens verurtheilte. — Der wegen Bettelns und Unterschlagung schon mehrfach vorbestrafte hiesige Taglöhner Franz M., geboren am 22. März 1842, steht unter der Anklage des Diebstahls. Vor Begehung dieser ihm zur Last gelegten Strafthat hatte er bei dem Gastwirthe Hermann Kadow zur „Schleifmühle" als Hausbursche gearbeitet und war auf diese Weise mit der Oertlichkeit sehr vertraut geworden. Eines Abends — es soll am 13. oder 14. März c. gewesen sein — drang er in das Haus seines früheren Diensthern ein und entwendete aus dem Stalle zwei Fruchisäcke im Werthe von 1 Mk. 80 Pfg. Ein zweiter Diogenes, suchte er sich ei» großes Bierfaß mit ausgeschlagenem Boden zur Schlafstelle aus, die beiden Säcke als Zudecke benützend. Doch bald wurde er aus dieser originellen Herberge und seinem gewiß traumreichen Schlummer durch den Gastwirth aufgeschreckt, der, von dem Diebstahl benachrichtigt, den Dieb verfolgt hatte. Die beiden mit dem Namen des Gastwirths versehenen Säcke wurden ihm wieder abgenommen und er selbst der Polizei überwiesen. Der Angeklagte behauptet, es sei seine Abficht gewesen, die beiden zum Verkaufe gewiß werihlosen Säcke am nächsten Morgen wieder zurückzubringen. Der Gerichtshof nahm au, daß diese Angabe des Angeklagten als nicht geradezu unglaubhaft zu erachten sei, und es erfolgte deßhalb kostenlose Freisprechung. — Der Arbeiter Karl P. zu Erben- heim, wegen Körperverletzung einmal vorbestraft, zog, wie der Nachtwächter Stahl behauptet, am 10. Februar c. singend und die längst eingetretene Nachtruhe der Erbenheimer störend, durch die Straße. Als der Nachtwächter ihn dieserhalb zur Ruhe verwies, äußerte der Arbeiter: „Du reitest auf mir herum; wart', ich will Dir Dein Dippchen aufdecken." In Folge dieser Aeußerung entspann sich zwischen Beiden ein heftiger Wortwechsel, und als die gegenseitige Erhitzung in das Stadium getreten war, wo die Worte zu fehlen pflegen, ging der Arbeiter, wie der Nachtwächter behauptet, in die Offensive über, indem er Stahl mehrmals an der Kehle faßte, so daß Letzterer sich genöthigt sah, seinen Stock zu gebrauchen. Auch daraufhin soll P. noch nicht nachgelassen, sondern dem Nachtwächter einen inteufiven Widerstand entgegengesetzt haben. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 10 Mk. event.
2 Tagen Gefängniß und wegen ruhestörenden Lärms zu einer solchen von 3 Mk. event. 1 Tage Haft, sprach ihn aber von der Anklage, dem zur Vollstreckung von Anordnungen uud Befehlen der Verwaltungsbehörde berufenen Beamten sich widersetzt zu haben, frei, da letztere Strafthat nicht als erwiesen erachtet werden könne. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. — Der wegen Diebstahls bereits zweimal vorbestrafte hiesige Taglöhner Jacob K. wird wegen Entwendung einer Unterhose auf dem Andreasmarkt, trotz seiner Behauptung, er habe damals in einem epileptischen Anfalle eine unbezwingliche Neigung zur Entwendung gehM, zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. — Die Strafsache gegen de« taubstummen Pumpenmacher August I., sowie diejenige gegen eine gewisse Frau V., deren gegenwärtiger Aufenthalt erst ermittelt werden soll, werden von der Tagesordnung abgesetzt. — Der hiesige Droschkenkutscher Karl D., geboren am 16. Juni 1864, fuhr am 17. September v. I. mit leerer Chaise von Langenschwalbach durch Georgenborn. Als er daselbst bei einem Felddiebstahl durch den Gärtnergehilfen Franz Frank daselbst ertappt und zur Rede gestellt wurde, schlug er zuerst mit der Peitsche nach diesem, worauf Jener mit einem Steinwurfe antwortete. Franz Frank und sein Bruder Wilhelm verfolgten den Kutscher, worauf dieser ihnen ein Instrument, welches Beide für einen Revolver hielten, entgegenstreckte mit der Drohung, daß er sie todtschießen werde, wenn sie ihn jetzt noch weiter verfolgten. In Folge desien glaubten die Beiden Grund genug zu haben, die Verwirklichung dieser Aeußerung befürchten zu müssen, und zogen sich zurück. Wegen Bedrohung mit einem Verbrechen, und zwar des Todtschlags, lautete das Urtheil auf 5 Tage Gefängniß und Tragung der durch die Untersuchung verursachten Kosten. (Hiermit Schluß der Sitzung.)
* (Militär-Personalie.) Das „Militär-Wochenblatt" meldet: Dr. Diesterweg. vom 2. Bat. (Wiesbaden) 1. Nass. Landw.-Regts. No. 87, zum Assistenz-Arzt II. Classe der Reserve befördert.
* (Postkarten) gehen oft dadurch verloren, daß sie sich in andere, namentlich in Kreuzband-Sendungen, hineinschieben. Herr Staatssecretär Stephan empfiehlt, um dies zu verhüten, dieselben vor dem Einwerfen in den Postkastm zur Hälfte umzubiegen. Dies Mittel dürfte in der That von Erfolg sein.
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unvergleichlich schönen und schattigen Festplatzes, dürfte unserem Fch, möglichst glänzender Verlauf vorauszusagen sein.
* (Das Rauchen im Walde ist verboten!) Jetzt bei ul Ql herrlichen Wetter, das gar Viele in die Natur hinauslockt, sei daraus ik! 71 gewiesen und bemerkt, daß Zuwiderhandlungen gegen das Verbot utte »und oft recht empfindlich, bei entstehenden Branden auch mitt £ bestraft werden. Wenn man bedenkh wie leicht und wie oft, vorkommt, daß ein achtlos weggeworfenes Streichhölzchen einen Bä verursacht, der die schönsten Waldungen zerstört, so wird man auch j Wg
M w«w<*«e an. Bei der sommerlichen Hitze, welche sie im Gefolge hatten, ist ty Frost nicht mehr zu befürchten. Der Stand der Feldfrüchte ist auch n 0an,*°(® e n* H'e tzungen), welche sich Herr Landesproducten-HLU Rosenthal, in der Wellritzstraße wohnhaft, am Sonntag bei dm» meldeten Zusammenstoß zweier Fuhrwerk- durch einen Sturz aus hinter dem scheuen Pferde dahinsausenden Wagen zuzog, ist der Gen« leider^ gestern^erlegen.ische) eg jedenfalls, welche am Dienstag G eine hiesige Gemüsehändlerin aus einer Restaurationsküche in der Sch», bacherstratze vom Herde wegstahl und in ihrem Korbe barg. Außen Ltzttchjustiz, welche die resolute Wirthin sofort an der Feiuschmeckeriu d, zog, wird dieselbe nämlich auch noch gerichtlich ihre Strafe empfm nachdem polizeilich Anzeige von dem Vorfälle gemacht ist. Letzter«J durch das Geschrei der Diebin, als st- fich entdeckt sah, einen M Menschenauflauf verursacht. i
18 P.-A. (Mittelrheinisches Turnfest.) Die Z-.ichuungen für den Garantie-Fonds des Turnfestes haben ihren Anfang genommen. Zur Förderung der Angelegenheit glauben wir hierdurch auf die Erfahrungen der früheren Festorte nochmals Hinweisen zu sollen, wonach wegen des günstigen Verlaufes der Feste eine Inanspruchnahme der Garantiezeichner nicht ein einziges Mal nöthig geworden ist. So ergab das im Jahre 1881 in Mainz gehaltene Fest einen Ueberschuß von 8000 Mk., das ihm folgende Neuwied er Turnfest einen solchen von 5000 Mk. und das in Gießen vom vorigen Jahre trotz des Regenwetters eine Mehreinnahme von 3000 Mk.
Bei der so überaus günstigen Lage unserer Stadt aber, der Wahl eines ...... -------------- m
DmS Md Verlag der 8. StzMubcrg'fchen Sof°B«KdMckerki in MesdadW. - Mr die Herausgabe verarttW-rtliHr Lsnis
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* (Feuersbrunst.) Aus Hennethal, Amts Wehen, 13. $j wird uns berichtet: „Ein furchtbarer Brand wüthet hier seit heute M, 5 Wohnhäuser, 8 Scheunen und ebensoviele Stalle sind beretts abgebi« und noch ist man nicht Herr über das wütheude Element. Dir EntstehM Ursache des Feuers ist bis jetzt noch unbekannt."
Karrst uud Wissenschaft.
—.(Stadttheater zu Mainz.) Die Meininger gebe« h, — Donnerstag — ihr- Abschieds-Vorstellung mit dem Shakeßm schen Lustspiel: „Was Ihr wollt". Sie Haden mit dieser Perle Shakch«- scher Poefie überall die glänzendsten Erfolgs erzielt, Presse und Pu» haben allerorts diese Aufführung als das Vollendetste, was die MeiM leisten, hingestellt, selbst die englische Kritik schließt sich diesem Urtheled und ganz an, ja sie erklärte sogar unumwunden gelegentlich des GaW der Meininger in London, daß „Twelfth night“ tn töier Darm dem englischen Volke erst verständlich gemacht wurde. Aufführung, SceM und Ausstattung vereinen sich zu schönster Harmonie. Die HW Scenen werden mit ausgelassenstem Humor gespielt, wodurch m. poetischen Scenen um so mehr abheben. In den Hauptrollen W Damen Olga Lorenz, Sofie von Dierkes und Emilie Fishr sowie die Herren Arndt, Teller, Pückert, Massel, @öttui Pagin, Otto und Meltzer beschäftigt. Die Vorstellung von,8 Ihr wollt" endet um 9 Uhr. so daß die auswärtigen Besucher noch! fahrplanmäßigen Züge benutzen tönnen. 4
* (Ueber einen neuen Heldentenor) erzählt der „B.
„Es scheint nicht ausschließlich das Privilegium der Droschkenkutscher, id Tenor zu entdecken, — neuerdings ist ein preisgekrönter Architect uni« Sänger gegangen. Unter den Concurrirenden für den Entwurf des Ra tagsgebäudes befand sich auch der Architect Jordan. Derselbe M Architectur an den Nagel gehängt, nachdem er den zweiten Preis fül l® Entwurf eingeheimst hatte, und ist unter die Sänger gegangen. Wit aus den „Flensburger Nachrichten" ersehen, hat Jordan den „Loh« daselbst gesungen und sich nach der Kritik auf diesem Gebiete den ® Preis errungen." 1
* (Zu Ehren der deutschen Cholera-Commission) o am Dienstag im Wintergarten des Centralhotels in Berlin ein statt. Bei demselben waren ca. 600 Personen anwesend, baiunto Spitzen der Gelehrtenwelt, zahlreiche Aerzte und Männer anderer M schäften. Prof. Bergmann prästdirte und hielt die Hauptbegrußung» nachdem DuboyS-Reymond den Toast auf den Kaiser ausW hatte. Die Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege, die,»« medicinische Gesellschaft und der Verein für innere Mediein ließe«» ihre Vorsitzenden, Prof. Virchow, Hirsch und Leyden Adresse«^ reichen. Robert Koch dankte Namens der Mitglieder dieser deutschen medicinischen Mission für die große Ovation. , ji
