VieMkmr Tsgblstt.
Verlag Langgasse 21 «Q», 12 0ttSQCtfoCtto „xajiuttlauä" - 1 . 6650-53.
... .""»bl-tl-HauS . Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer E-nntagi.
Kchalter-Halle geöffnet von v Uhr morgens biS 8 Nur abeiurg. ^ " 3
Be»»»F.Preis für beide Ausgaben: » Big. monatlich. SB. 2.- viertel,ahrlich durch den Verlag Lanqqaffe 21. ohne Bringerlobn M. S.— vierteljährlich durch alle deutichen Poitanstalten. ans,chl,esl>ch Bektellaelo. — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Als- marckrmg 19, towie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: dre dortigen Ausgabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-träger.
?^Z°sll?di?Ä^e^g'bi»n^L>!A Berliner Schriftleikmigdes Wiesbadener Tagblatts
„Tagblatt-Haus" Nr. 8650-53.
Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag«.
Anzeiaen-Vreis für die Zeile: ls Big. lür örtliche Anzeigen im ..Arbeilsmarw' und „Kleiner Anzeiger"
in einheitlicher Sotzsorm: ?0Psg. in davon abweichender Satzauöführung. loioie iur alle übrigen örtlichen Anzeigen: R> Wg. für alle auswärtigen Anzeigen: I Ml inr örtliche Reklame»: 2 Mt. sur auswür:,ge Reklamen. ®onäe. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlausend. nach beionderer Berechnung. — Bei wiederholter Ausnahme unoeränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entiprechender Siachlaß.
-- - .... t Für die Ausnalime von Anzeigen an »orgeichriebenen
Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, fScrnftir.: AmtUhland 450 1!. 451. Taue,, und Plätzen wird keine Gewälir übernommen.
Donnerstag, 29. Oktober 1914.
Kbenö-Kusgabe.
Nr. 306. - 62. Jahrgang.
Der Elltjcheidiillgrkamps in Flandern
^iegreicke Rümpfe auf Ser ganzen Westfront. Die französische hauptsiellung füdMestlich Derdun in Besitz genommen. — 13600 Russen gefangen genommen und 30 Ge chütze, 39 Maichinenoewehre erobert.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 29. Oft., 'wrmittags. (Amtlich.) Unser Angriff südlich Nienports Mvinnt lauqsam B v d en. Bei Äpern steht der Kamps unverändert. Westlich Lille machen unsere Truppen flu t c Fortschritte. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wirrdcn genommen: 16 eng- iilriic Offiziere und 300 Mann zu Gefangenen gemacht und 4 Ges ch ü tz c erbeutet. Englische und fran- .-Esche Gegenstöße wurden überall abgewiesen.
Eine Nor der Kathedrale von Reims aufgefahrene französische Batterie mit Artilleriebeobachter auf dem Turm der Kathedrale mußte unter Feuer genommen werden.
Fm A r g o n n c n w a l d wurden die Feinde ans Mehreren Schützengräben geworfen und einige ^ a s ch i ii e n g e w e h r e erbeutet.
Südwestlich Verdun wurde ein heftiger französi- lwr Angriff zurückgeschlagen. Im Gegenangriff ( : *%n unsere Truppen bis in die feindliche Haupt- ^ l l n n g d I! r ch, die sic in Besitz nahmen. Die fs'rquzoscn erlitten starke Verluste.
Auch östlich der Mosel wurden alle Unternehmungen M Feindes, die an sich ziemlich bedeutungslos waren,
i" r ü ck g e w i e s e n.
Aus dem nordöstlichen Kriegsschauplatz befinden sich "User? Truppen in fortschreitendem Angriff. 'Ährend der lebten drei Wochen wurden hier 13500 Fussen zu Gefangenen gemacht, 3 0 Geschütze und Ä Maschinengewehre erbeutet.
d Ans dem südlichen Kriegsschauplatz haben sich die Verhältnisse seit gestern nicht geändert.
Oberste Heeresleitung.
Dis Belgier cm der t)fer zurückgeschlagen.
^ Berlin, 29. Oft. Dem „Matin", wird laut „Deutscher -^Rleszeitung" gemeldet, daß die Belgier an der User :S ch [ a ppe erlitten hätten und sich zurückzögen.
Die polnischen Truppen werden mürbe.
,. Berlin, 29. Okt. In der Besprechung der mili» e^nschm Lage in Stovdfrankreich gibt selbst -der Bericht- ^Iwtter des „Daily Telegraph" zu, daß die belgischen puppen nach tage- und nächtelangen Kämpfen dem ^ b e r w ü l t i g e n d e n Drucke nicht standzuhalten ^rnwchten. den die deutschen Truppen in den letzten drallen arisübten. In verschiedenen Augenblicken sei
Lage höchst kritisch gewesen. Die belgische Armee ^ noch voll Mut. Die Franzosen seien noch nicht . Mr Gefahr, aber Optimismus herrsche auf der gan-
Front.
Die Stärke der Deutschen jenseits deslfserkanals.
v Hannover, 29. Okt. Der Korrespondent des hannoverschen Kuriers" meldet aus dem Haag: Die eupchcn Truppen haben nicht nur bei Dixmuiden, son- Nn auch weiter südlich in der Richtung Warneton-Armen- :'ercs Aserkanal überschritten. Bei Dixmuiden ■°>Icn bereits niehr als 20 000 Mann deutscher Truppen M dem linken User des Kanals eine befestigte Stellung ^genommen haben.
englisches Stimmungsbild von den Kämpfen an der Mer. ^ Br. Nottcrdam, 29. Okt. (E’ig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)
„Limes" »Korrespondent schildert eine Episode des ! -winpfnH cin der User wie folgt: Als es dunkel wurde, hörte arg $tan jnengefitüll auf. Plötzlich ertönte ein scharfes Steifen und im Nu stand ein Wäldchen, welches vorher mit "" c ;t r o f e u m beworfen worden war, in Flammen und Massenhaft drangen die deutschen Soldaten aus einem Rüben- blde hervor, das etwa 400 Meter von den Schützengräben shtstrnt lag. Singend und unter Hurrarufen 'cklrmtcn sie vorwärts nach der englischen Stellung und ÄauLten, di: Engländer überrumpeln zu können. Aber diese ^ren nicht unvorbereitet und eröffneten ein schreckliches «euer. Der Kampf, der immer näher geführt wurde und
schließlich zum H a n d g e nrt nge überging, bot bei dem Lichte des brennenden Gehölzes einen gespensterhasten Anblick.
Wie man sich in Paris zu trösten sucht.
Kopenhagen, 28. Okt. Die Pariser Zeitungen beschäftigen sich lebhaft mit -dem überschreiten des Mer- kanals durch die Deutschen. W o der Übergang stattgesunden hat, ist in Paris nicht genau bekannt. Aber nach den in die Öffentlichkeit gedrungenen Meldungen muß es bei P e r o y s e - M u Y s e n k e r k e - S ch e e v e- neg en, drei Dörfern, die westlich ^ von Dixmuiden liegen, in einem so großen A b stand vom Meere erfolgt sein, daß die englischen Schiffskanonen das deutsche Heer nicht mehr erreichen konnten. Die Deutschen, so lneint man in Paris, hätten zwar den Merkanal überschritten, seien aber außerstande, weiter vorzudringen. Hinter der Mer liege der neue Kanal, der den Weg versperre, und weiter westlich liege noch ein Kanal, der von Bergues nach Nieuport führt und der den zweiten Kanal bei Furnes kreuzt. Selbst wenn die Deutschen diese Kanäle überschreiten, müßten sie die unpassierbaren Hondschootesümpfe überwinden, ehe sie das befestigte Lager Dünkirchen-Bergues erreichen.
Der Kufruf des Königs der Belgier an seine
Soldaten.
Br. Haag, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In dem neuen Organ für die belgischen Soldaten „Le Courricr de l'Armöe" veröffentlicht der König von Belgien, wie bereits kurz erwähnt, eine Kundmachung an die Soldaten, bei der er sie lobt für ihren vorbilvlichen Mut und ungewöhnlichi- AuSdauer. Dann lagt er: Belgien ist nicht überwun
den, sein Heer nicht vernichret. Durch den Rückzug aus Antwerpen sind große Streitkräfte -erhalten geblieben, die durch Rekruten und Freiwillige auf ihre normale Stärke gebracht werden sollen, so daß der Kamps an der Seite der Franzosen und Engländer fortgesetzt werden kann. Jetzt muß das Vaterland wieder anfgerichtet werden. Für Euch ist mehr zu gewinnen als Ruhm allein: Ihr könnt das Vaterland mit Hilfe der
Verbündeten befreien.
Die Rückkehr der belgischen Flüchtlinge.
Von der holländischen Grenze, 27. Okt. Der Auszug der belgischen Flüchtlinge dauert fort; am Montag kehrten von R o o s c n daal 1300 heim. Die Blätter enthalten beruhigende Berichte aus Antwerpen und der Umgegend, besonders günstig dürste ein Bericht wirken, den heute die „Nieuwe Rotterd. Courant" bringt, worin das friedliche Leben der Hafenstadt recht anschaulich geschildert wird. Der Beobachter hörte die Antwerpcner Jugend singen: „En kamt er weer een Zeppelin — daß kruipen wij den Kelder in".
Die Beschlagnahmungen in Antwerpen.
Von der hollänbischen Grenze, 27. Okt. Ein Mitarbeiter des „Telegraaf" teilt mit, daß die Deutschen begännen, auf alle Vorräte von Lebensmitteln, Wein und vor allen Dingen auf Decken in den Antwerpcner Läden Beschlag zu legen. Alles werde auf Züge verladen, die nach unbekannten Bestimmungsorten abgingen. Die Bevölkerung sehe bekümmert zu und fürchte, daß nur wenig für sie übrigbleiben werde. (?)
Aufruf an die belgische» Postbeamten zur Rückkehr.
Havre, 27. Okt. Der belgische Postminister hat einen Aufruf an alle Postbeamten erlassen, auf ihre Posten zurück» zukehren.
Die französische Zront beginnt zu bröckeln.
Berlin, 29. Okt. Der militärische Sachverständige des „Berner Bund" sagt, es sei ersichtlich, das; die Franzosen ihren rechten Flügel in der Richtung auf Bethune z u r ü ckd r e h t e n. Die Front der Verbündeten -beginnt an verschiedenen Stellen zu bröckeln.
Ein französischer Genera! über die Bedeutung der Zeitung Lille.
Ein hoffnungsvoller Kritiker.
Br. Zürich, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Im „Echo de Paris" schreibt General Cherfils: Lille ist
ein bedeutungsvolles Zentrum aller unserer Operationen auf dem linken Flügel. Auf den ersten Blick sieht man, welche Rolle dieses verschanzte Lager hätte spielen können, wenn man die Voraussicht gehabt hätte, es zu einem Platze vom Werte Przemysls zu gestalten, das immer noch widersteht. Es wäre voreilig, den Wert der Festungen jetzt schon zu verneinen. Wenn wir vor Köln und Koblenz stehen (!), werden wir die Angriffs- und Verteidigungsmittel vergleichen können.
Das französische Parlament wird doch nicht in Paris zusammentreten!
Br. Genf, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Den Blättern ivird aus Bordeaux berichtet: Auf Wunsch des Be
fehlshabers der Festung Paris wird die November- tagung des französischen Parlaments nicht in Paris, sondern in einer anderen Stadt Frankreichs stattfinden.
Eine neue Beschießung von Reims.
Berlin, 29. Okt. Unter Vorbehalt fei die Meldung der „Morningpoft" wiedergegeben, daß Reims fortwährend bmnbardiert werde. Der Dom soll nur nocfj eine Ruine sein.
Dev österreichische «rmtliche Nrregs- bericht vom 28. Oktober-
IV. T.-B. Wien, 28. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: 28. Oktober, mittags. In Galizien ereignete sich auch gestern nichts Wesentliches. An manchen Teilen der Front haben sich beide Gegner e i n g c g r a S e n. Unsere schweren Geschütze vernichteten mehrere feindliche Batterien.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.
(Mer die Kriegslage in. Polen berichtet der österreichisch-ungarische Bericht übereinstimmend mit dem der Obersten deutschen Heeresleitung.)
Weitere Erfolgs gegen dis Zerben.
W. T.-B. Wien, 28. Okt. (Richtanitl-ich) Amtlich wird vtrla-utbart: An 24. d. M. haben wir in Serbien neuerlich Erfolge errungen. Der Ort R a v a j e und stark tzefesstKe feindliche Stellungen an der Dammstraße nördlich Trnabara in der Maova lourden nach starker feindlicher Gegenwehr von unseren Truppen erstürmt. Hierbei wurden 4 Geschütze und 8 Maschinengewehre erbeutet, 6 Offiziere und 500 Mann gefangen genommen und viel Kriegsmaterial erbeutet.
P o t i o r e k, Feldzeugmeister.
popiermcrrrgel in Serbien. — Kronprinz Klexander Leiter der Regierung.
Br. Wien, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Wie aus Risch gemeldet wird, erscheinen wegen Papiermangels die serbischen Zeitungen jetzt auf farbigem Plakatpapier. Nur das Amtsblatt erscheint im Umfang von einer Serie auf weißem Papier. — Das Amtsblatt bestätigt, daß Kronvrinz Alexander die Regierungsgeschäfte leitet.
Oie Zeppelinfurcht in England.
Berlin, 27. Okt. Die Angst der Engländer vor den Zeppelin-Luftschiffen kommt am stärksten durch die Versicherungen zum Ausdruck, die bei Lloyds gegen den Schaden von Zeppelinbomben abgeschlossen worden sind. Für Wohnhäuser in London und Südengland mutz, wie wir in der „Voss. Ztg." lesen, bei einer Versicherungssumme von 1000 M. eine Prämie von 20 M. gezahlt werden, wobei die Versicherung auf 12 Monate läuft. Sie umfaht allen Schaden, der durch „feindliche oder andere Luftschiffe, durch von diesen herabgeschleuderte Bomben oder andere Geschosse und durch sie bewirkte etwaige Explosionen unmittelbar verursacht worden ist". Für einzelne Stadtteile Londons, wie Westminster und die reichen Viertel von Wetzend, beläuft sich die Prämie auf 5 v. H. der Versicherungssumme und in der City, vor allem in der Nähe der Börse, der Bank von England und des Rathauses, müssen die Hausbesitzer und Geschäftsinhaber 10 v. H. zahlen. In der Oxford-Stratze hat ein Warenhaus seine Bestände allein mit 8 Millionen Mark versichert. Im Londoner Hafen und in den Docks beläuft sich die Prämie auf 5 bis 10 v. H.
Ruch König Georg fürchtet die Zeppelinangriffe.
Br. Hannover, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Londoner Zeitungen zufolge hat der König von England den Buckingham-Palast mit 200 006 Pfund Sterling gegen Lust- schiffvowben versichert.
Der Vurenaufstand in Südafrika.
Berlin, 29. Okt. In England cingctroffcnc Nachrichten über eine beunruhigende Ausdehnung des Aufstands in Südafrika wurden bisher von der Zensur zurückgc- h alten. Der Ernst der Lage scheine nunmchr die Veröffentlichung notwendig zu machen. Das „Bcrl. Tagebl." erfährt, daß die Unruhen in Südafrika g rö ß er c Dim e n- s i oit c n anzunchmcn beginnen. General Christian De W e t hat die F a h n c d c r E m p ö r u n g im Oranjcstaat c r- hoben, und General Beyers hat sich an die Spitze der Aust ruhrbcwcgung im westlichen Transvaal gestellt.
Br. Köln, 29. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Auch die „5iöln. Zig." veröffentlicht eine Londoner Meldung des Amsterdamer „Telegraaf", wonach die letzten Telegramme aus Südafrika sehr ungünstig lauten. Augenscheinlich hat General de Wet gegen Botha Partei genommen; aber auch über die Haltung anderer einflußreicher Mitglieder der Partei
