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Mittwoch, 28. Oktober 19,4. KhENd-KU§MbE« ^04- ^ 62 . Jahrgang.
Der Krieg.
fortschreitende Angriffe bei Nieuport und bixmuiden. Erfolglose Beteiligung der eng- ^chen Uanalflotte. Lage in Polen u. Galizien.
IV. DB. Großes Hauptquartier, 28. Okt., ^vmittaqs. (Anitlich.) Die Kämpfe bei Nieuport- Dixmmden dauern noch an. Die Belgier erhielten erhebliche Verstärkungen. Unsere Angriffe wurden fortgesetzt. 16 englische Kriegsschiffe be- ^iligten sich am Kampfe gegen unseren rechten Flügel. Feuer war erfolglos.
.. Bei Ypern ist die Lage am 27. Oktober n n v e r- °udert geblieben.
Westlich Lille wurden unsere Angriffe mit ^wlg fortgesetzt.
Im Ar gonnenwald sind wieder einige fcind- "che Schützengräben genommen worden, deren Besatzung ^ Gefangenen gemacht wurde.
Auf der Westfront hat sich weiter nichts Wcsent- lches ereignet.
In P g l c n mußten die deutsch-österreichischen Trup- ^n ber ,reuen russischen Kräften, die von Jvan- «o r o d, W a r s ch a u und N o w o g c o r g i e w s k vorigen, ausweichen, nachdem sie bis dahin in mchr- 'Rigem Kampfe alle russischen Angriffe erfolgreich ab- R'tottjen hatten. Die Russen folgte» zunächst nicht. ; A * Loslösnug vom Feinde geschah ohne Schwierig- Unsere Truppen werden sich der Lage ent- ^kcchrnd neu gruppieren.
Aus dem nordöstlichen Kriegsschauplätze sind ''Ülc wesentlichen Veränderungen eingctreten.
Oberste Heeresleitung.
Die Schlacht bei Neuport.
Wieder 10 000 belgische Tote und Verwundete.
W. T.-B. London, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Die .'chikily Mail" meldet ans Havre: Ein belgisches amt- Communiquö sagt, daß die Lage am Sonntag- besser war als am Samstag, wo die Belgier | l c Stellungen am Yser-Flnß ansgeben mußten und
2 Meilen zurückgeworfen wurden. Seitdem '^ftt die Belgier, verstärkt durch Verbündete, wieder J! verschiedenen Punkten des Flusses in Berühr« n g Yt dem F e i n d. Die Verluste der Belgier betragen in nenn Tagen, wo in diesem Gebiete gekämpft ' u '»s, 10 000 Tote und Verwundete.
Die Engländer in gefährlicher Situation.
. Christiania, 28. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Von der holländischen Grenze wird dem Lon- . „D aiIy CH r o n icl e" gemeldet, daß in Bel- r-iit großer Hartnäckigkeit ununterbrochen gc- Mpsj würde ' Der Korrespondent meldet, daß die (sllulltion in der vorigen Woche bei La B a s s 6 e sür üritische Armee sehr gefahrdrohend gewesen sei. Die ^greifenden Deutschen seien mit rücksichtsloser ??ast vorgegangen. Die britischen Schützengräben 'Uni das Ziel einer furchtbaren Beschießung Evesen. Es seien anfangs Anzeichen dafür vorhanden , ^eseu, daß die Deutschen beabsichtigt hätten, ans ein- Ave Punkte Sturmangriffe zu machen, da die briti- Flieger genicldct hätten, daß große Truppen- Msien hinter der Feucrlinic gesammelt würden. Plötz- i, > seien die Deutschen wie ein enormes Erd- -,1b c n herangebranst. Es war, als sollte alles von dröhnenden Erdbeben verschlungen werden, schließlich war es ein Ding der Unmöglichkeit, , Clt deutschen Anariff aufznhaltcn: die Schützengräben sr'vden g e st ü r m t und die deutschen Truppen rückten hichr Aufenthalt vor Dann kamen große britische Ber- Mnnnen heran. Die britischen Verluste in diesem ?"rhse müssen mit vierstelligen Ziffern geschrieben werden.
Eine neue englische Berlustliste.
Rotterdam, 28. Okt. tEig. Drabtbericht. Ktr. Bin.) Deutschen überrumpelten eine Kompagnie Schott->n und nahmen sie gefangen, aber bei Gegenangriff wurden sie zum Teil wieder befreit. ?Sh wdischen Truppen, die in Reserve gehalten wurden, sin die Lage gerettet, als die Deutschen einen heftigen V%iff auf die Schützengraben machten. Eine vom 20. Okto- C datierte englische Verlustliste erwähnt rund 1800 Namen, ^!»ter 1536 Vermißte.
Tic fortschreitenden Angriffe bei Dpern. ,u.Vstrlin, 28. Okt. Während der gestern ausgegeberie englische Bericht über die Lage Mischen Nien- Und Dvern sagt, die Alliierten seien im Begriff, zu ' Zinnen,' heißt es in einer über StoLholm gegangenen
"tnarm mm .
Meldung der „Nationalzeitung": Die Deutschen machen die energischsten Versuche, unsere Front zu d u r ch- b r e cb <t r und haben in der Gegend von La Bassäe Terrain gewonnen.
Auch nachts keinen Augenblick Ruhe.
Berlin, 28. Okt. Die Mailänder „Gazetta del Popolo" meldet aus Nieuport: Die mörderische Schlacht der letzten Tage rn dem belgischen Gebiet bringt nicht einmal nachts einen Augenblick des Waffenstillstandes. Vom Meere herüber tönt das Brausen, die Schiffe schleudern einen Granaten regen auf die Kü st e, während- die Scheinwerfer mit Beharrlichkeit ihr hundertstrahliges Lichtauge dorthin werfen, wo sie die deutschen Batterien vermmten. Das. schreckliche Kanonenduell dauert Tag und Nacht zu Lande und zur See an. Die deutschen Truppen haben Verstärkungen aus Belgien erhalten: man sagt, daß in Dünkirchen umnlsgesetzt an den Befestigungen gearbeitet wird.
Ein neues Eingreifen der britischen Flotte au der Küste.
Br. Rotterdam, 28. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der „Nieuwe Roüerdamsche Courant" meldet aus Oosburg, daß heftiger Kanonendonner im Westen Belgiens von neuem einsetze. Man vermutet, daß die englische Flottille zurückgekehrt ist.
lick. Haag, 28. Okt. Der Marinesachverständige der „Times" übersieht nicht die Gefahren, denen das Geschwader an der belgischen Küste ausgesetzt ist, obwohl die geringe Wassertiefe an der Küste und die größere Beweglichkeit der Schiffe Unterseebootangriffe s-ehr erschwerten. Wahrscheinlicher aber sei, daß Angriffe seitens der Zerstörer gemacht würden, deren Torpedorohre im Gegensatz zu den Unterseebooton nicht fest sind. Jedenfalls würden ältere Schiffe an der belgischen Küste verwendet, die bei einer Verfolgung durch die deutsche Flotte kaum Oeniger wertvoll sind und deren Verlust weniger empfindlich ist.
Englischer Bericht über einen deutschen Erfolg.
In einer Beschrevbung, die der Korrsspondent der „T r m e s" von den Gefechten in Belgien gibt, wird der „Franks. Ztg." zufolge gemeldet, daß es den Deutschen -durch einen Ausfall aus West ende gelungen ist, einen großen Komplex von Bauernhöfe n an der Küste zu erobern, die den Namen Gro-ote Vamburgh führen. Es war dies ein Schlag für die verbündeten Armeen, da diese Bauernhöfe eine Art Festung bilden. Wie gewöhnlich verfügten die Deutschen dabei über eine große Anzahl Maschinengewehre. Vom englischen Geschwader aus -wurden sofort in aller Eile eine Anzahl Maschinengewehre in Nieuport aus- geichifft, urn die Groote Bainburgh zu retten, aber sie kamen zu spät. Die Deutschen waren schon im Außenhafen und hatten ihre Maschinengewehre ausgestellt.
Der amtliche französische Kriegsbericht.
W. T.-B. Paris, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Die amtliche Pariser Mitteilung vom 26. Oktober, 3 llhr 25 Min. nachmittags, sagt: Am Sonntag hielt sich unsere Front auf der Hairptlini-e N i e u p -o r t - D i x m u i b e rt. Die deutschen Streitkräfte, welche die User zwischen diesen beiden Städten überschritten haben, konnten nicht weiter Vordringen. Sie hielt sich ferner in der Gegend zwischen U p e r n und R o u l e r s, zwischen Arme n- t i ö r e s und Lille, westlich von La B a s sä e und Lens und östlich von A r r o s. Diese Linie verlängert sich nach Süden durch die bereits in den Communiquäs angegebene. Der Feind scheint in den letzten Tagen beträchtliche Verluste erlitten zu haben.
In der amtlichen Mitteilung vom 26. Oktober, abends 11 Uhr, heißt es: In Belgien wird N i c u- p o r t heftig beschossen. Der Versuch der Deutschen, auf der Front Nienport-Dixmuiden vorznstoßcn, dauerte fort, ohne daß er nach den letzten Nachrichten zu einem Ergebnis geftihrt zu haben scheint. Die ganze Front zwischen L a B a s s 6 e und der S o m m e ist ebenfalls Gegenstand heftiger Nachtangriffe, die alle zur ü ck- ge schlagen wurden. Von ddni Rest der Front ist nichts zu melden.
Ein italienischer Bericht.
M. Mailand, 28. Okt. Die „Gazetta del Popolo" meldet aus Nieuport: In Dünkirchen wird unausgesetzt an den Befestigungen gearbeitet. Auch sollen Marine- sol-daten auS Marseille, Le Havre und Boulogne ein- berusen worden sein. Aus Toulon sind Schiffe nach deni Kanal unterwegs. Die Deiftschen befestigen ihre Stellungen. Das Terrain eignet sich ausgezeichnet daffir. Die französischen und englischen Offiziere, die in deutsche Gefangenschaft geraten sind, entledigten sich im letzten Kampfe aller ihrer Erkennungszeichen, weil sie merkten, daß der Feind sie gern als Zielscheibe benutzt.
„Die Schlacht der Kanäle."
Br. Mailand, 28. Oft. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.s Die SÄlackststont in Flandern, die bei gradlinigem Verlauf nicht über 60 Kilometer betragen würde, ist 100 Kilometer
lang infolge der zahlreichen Winkel. Die Engländer nennen te „die Schlacht der Kmcäle". Die Bedeutung des Ilber- jangs der Deutschen über die User versucht man abzu- -chwächen mit der Erwähnung, daß zwischen User und der ranzösischen Grenze eine Ebene sei, die indes über- -chwemmt werden könne. Das unmittelbare Ziel der Deutschen scheine F u r n e s zu sei«, wo mehrere Straßen von der Küste und vom Innern, drei schiffbare Kanäle sowie eine Bahn üch kreuzen. Obwohl die Deutschen noch 12 Kilometer von Furnes entfernt seien, hoffen die Verbündeten, sie infolge der sumpfigen Beschaffung des Terrains aufzuhalten. Kämen sie bis zur französischen Grenze, so würden die Schleusen zur Flutzeit geöffnet, um den Vormarsch auf Dünkirchen zu verhindern. Demnach scheinen die Schleusen noch die einzige Hoffnung der Verbündeten zu sein.
Zur Lage in Bclqicn.
W. T.-B. Berlin, 28. Okt. Von der Tätigkeit des deutschen Regimes in Belgien bringen verschiedene Blätter Mitteilungen. In mehreren Städten der Gegend von L u i k fehlt es an Brot und Kartoffeln. In H-erstel, einem Orte von 22 000 Einwohnern, werden täglich 14 000 Portionen Suppe ausgc- teilt.
Die Verdeutschung der belgischen Ztädtenamen.
Br. Berlin, 28. Okt. (Eig. Dr-a-htbericht. Ktr. Bin.) Aus Brüssel will die „Post" erfahren, die deutsche Regierung für Belgien habe mit der Wiedereinführung der altdeutschen Ortsbezeichnungcn an Stelle der französischen Ortsnamen begonnen. Anders heißt nach einer amtlichen Bekanntmachnng wieder Antwerpen. Bruxelles wieder Brüssel und Namnr wieder Name n. Es sollen allgemein die Ortsnamen wieder zur Geltung kommen, welche die belgischen Städte jahrhundertelang trugen, che sie dem Deutsche« Reiche verloren gingen.
Die Stimmung in Antwerpen.
Bon der Holländischen Grenze, 26. Okt. Der Mitarbeiten der „Nieuw-e Rotterd. Courant" meldet, daß die deutschen Kaufleute nach Antwerpen zurückgekehrt seien, Auch der Vorsteher der Zivil-verwaltung, Senator Justus Strandes aus Hamburg, sei dieser Tage in der Stadt angekcmrnren. Dies« mache im allg-emeinen «inen sehr ruhigen Eindruck. Die Bezieh u n g e n zwischen dem deutschen Militär und dev Zivilverwaltung seien ä n ß e r st .zufriedenstellend. Die drei Diktatoren, wenn man sie so nennen dürfe, welche di« Herstellung der laufenden Verwaltung in Antwerpen und den zum Stadtbereich gehörenden Gemeinden in die Hand gencmv- men hätten, Bürgermeister De Vos, der Abgeordnete Franck und Herr Rehckmans, hätten in einzelnen dieser Genrei-nden diensttuende Bürgermeister zum Ersatz für diejenigen bestellt, die von ihrem Posten geflohen seien.
Aufforderung zur Rückkehr an die Belgier.
hd. Von der holländischen Grenze, 27. Okt. Noch immer ivird ‘ von berufener Seite den Flüchtlingen, die in Holland waren, zugeredet, daß sie nur heimkehren möchten. So fand in Voorburg eine Versammlung statt, in welcher ein angesehener Belgier seinen Landsleuten vorhielt, daß es namentlich für diejenigen, die einem öffentlichen oder gemeinnützigen Dienst im Staat oder in Gemeinden angehören, geradezu Pflicht sei, eilig heimzukehren. Der Bürgermeister von Bergen op Zoom hat im Auftrag der Militärbehörde den weiteren' Druck und die Verbreitung der belgischen Tageszeitung „Journal des Re.fugies" verboten. (Köln. Ztg.)
Das belgische Parlament und die Rumpfregierung in Havre.
W T.-B Brüssel, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Die von der Berliner „Post" verbreitete Meldung, der Generalgouverneu« von Belgien habe die beiden belgischen Kannnern zu einer Tagung eingelad-en, ist in das Reich der Fabel zu verweisen. Dem Versuch, die kürzliche Anwesenheit des Reichskanzlers in Brüssel mit dieser Frage in Verbindung zu bringen, wird damit der Boden entzogen. Der Berichterstatter der „Post" scheint einem Irrtum zum Opfer gefallen zu sein, denn, wie verlautet, beabsichtigt die belgische Regierung, die beiden Kammern, die alljährlich am zweiten Dienstag des Novembers zusa-mmenzutreten pflegen, nach Le Havre, dem jetzigen Sitz der belgischen Regierung, einzuberufen. Bei der Flucht au-L Antwerpen sollen zahlreiche Deputierte und Senatoren dem Ministerium nach Frankreich gefolgt fein.
Ein Radfahrvcrbot für Gent. — 400 englische Gefangene.
W. T.-B. Rotterdam, 27. Okt. (Nichtamtlich) Der „Nieuws Rottevd. Courant" meldet aus Terneuzen: Dem Publikum ist 'das Radfahren von Gent in westlicher Richtung verboten worden. — Gestern sind in Lüttich 4 0 0 englische Seefol- datcn eingetrofsen, -die in -den Gefechten bei Nieuport gefangen genommen wurden.
Maeterlinck will gegen die Deutschen kämpfen.
W. T.-B. Kopenhagen, 28. Okt. Die „Berlinske Tidende'' meldet aus London: Maurice Maeterlinck hat den König der Belgier in einem'Brief um die Erlaubnis gebeten, .sich denr ' belgischen Heer ansch-ließen zu dürfen.
Aufgeklärte Mißverständnisse.
Amsterdam, 26. Okt. Der Brüsseler Korrespond-Mt der „Tijd" berichtet ans Rosendaal. über eine Unterredung, die Kardinal Mercier in Brüssel mit dem deutschen Gouverneur von Belgien, von der Goltz, ochalst -hat. Während dieser Unterredung hat der Bffchvs
