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80 Pfennig die einspaltige Petitseue.
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Knust «nd Wissenschaft.
* (Victor von Scheffel) ist von einem bedauerliche» Unglücksfall betroffen worden. Wie aus Karlsruhe, 4. December, gemeldet wird, hat er am Montag Abend bei einem Sturze auf der Treppe den Aw gebrochen.
* (Von einer Sängerin), die im Verdachte stand, sich gelegentlich selbst kleine Ovationen zu bereiten, schrieb ein boshafter Kritiker kürzlich: „Am Schluß der Vorstellung fiel ein Lorbeerkranz zu Füßen M Fräulein M. nieder, den sie in der Freude des Wiedersehens gerührtan ihre Brust drückte." .. .
♦ SHiffs.Nachriütten. Die Dampfer „Waesland" von Antwerpen am 3. December und „Oder" von Bremen am 4. December in New' N oec k angekommen.
seinen interessanten Vortrag, den ihm die Anwesenden durch ein dreifaches „Gut Heil!" dankten. ■
* (Der „Zither-Club") hat heute im kleinen Saale des „Saalbau Schirmer" einen Herrenabend, zu dem Freunde des Zitherspiels willkommen sind.
* (Reunion dansanie) findet kommenden Samstag, Abends ( 8‘A Uhr beginnend, im Curhause statt.
* (Alterthumsveretn.) Die Generalversammlung des „Vereins für nassauische AlterthumSkunde und Geschichtsforschung" wird abgehalten Samstag den 8. December Abends 6 Uhr, wie üblich, in dem Muscums- saale. Den Vorrrag hält der Vereins-Secretär Gymuastallehrer vr. Widmann über „Graf Adolf III. von Nassau-Wiesbaden". Das Festessen findet um 8 Ubr in einem Saale des Casinos statt.
*(Abendunterhaltuug.) Der Sängerchor deS hiesigen Lehrer- Vereins veranstaltet nächsten Samstag Abend im „Saalbau Schirmer" ein Concert mit darauffolgendem Tanz.
* (Ein seltenes Naturereigniß) ist in der Nacht vom Montag auf Dienstag von mehreren Leser» unseres Blattes beobachtet worden. Dieselben theilen uns übereinstimmend mit, daß der gegen Morgen besonders intensiv wüthende Regensturm von rollendem Donner und hellaufleuchtenden Blitzen begleitet gewesen sei.
* (Victoria-Stift zu Creuznach.) Von dem Vorsitzenden des Wiesbadener Hilfsvereins des Victoria-Stifts zu Creuznach, Herrn Sani- tätsratb vr. Arnold Pagenstecher hterselbft, erhalten wir folgende Zuschrift zur Veröffentlichung: „Die Creuzuacher Kinder-Heilanstalt (Victoria-Stift) hat auch in diesem Jahre wieder eine große Wirksamkeit entfaltet. Durch den Wiesbadener Htlfsverein wurden in diesem Jahre 48 arme Kinder (gegen 23 im Jahre 1882) auf Kosten des Vereins in die Heilanstalt ausgenommen. Hiervon waren 33 aus der Stadt Wiesbaden und 15 aus anderen Ortschaften des Regierungsbezirks Wiesbaden Von diesen 48 Kindern waren 43 zu je 30 Tagen und 5 zu je 45 Tage» in der Anstalt. Die Verpflrgungskosten belaufe» sich auf 2268 Mk. und die bezüglichen Reisekosten auf 70 Mk., zusammen also auf 2338 Mk. An Mitgliederbeiträgen, Geschenken und sonstigen Unterstützungen sind cjng!- gangeu 1850 Mk.; es bleiben somit noch zu zahle» 488 Mk. Den gütige» Gebern sagen wir herzliche» Dank; ohne sie wären wir nicht in der Lage gewesen, so vielen Kindern die Segnungen der Anstalt zu Theil werde» zu lassen. Es ist aber noch ein Defizit von 488 Mk. zu decken, und wir bitten deßhalb edle Menschenfreunde herzlichst, uns Gaben, wenn auch noch so klein, zukommen lassen zu wollen. Der Unterzeichnete, sowie unser Rechner, Herr Polizei-Präsident Dr. von Strauß Hierselbst, sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und darüber öffentlich zu quittiren." g
* (Das landwirthschaftliche Casino für Wiesbaden uud Umgegend) hält nächsten Sonntag den 9. d. M. Nachmittags 3'/- Uhr in dem „Gasthaus zur Krone" zu Sonnenberg eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht die Berathung über eine Eingabe au de» Landtag wegen des neuen Jagdgesetzes. Rchrent: Herr Louis Winter- m e h e r (Wiesbaden).
Thüre rief St. noch: „Der Erste, der herauskommt, muß sterben! Der Hotel-Buchhalter F. H. ®., sowie sein Freund, der Tapezirer I. H., L. K. Sch., Beide von gier, verfallen wegen Hausfriedensbruchs, S. außerdem wegen V^übung ruhcstörenden Lärms (groben Unfugs) und Beleidigung in 1 Woche rech. 18 Tage Gefängniß und 3 Tage Haft als Gesammtstrafe. — Ei» 8 Jahre alter Knabe sollte am 10. September bin kaum 2 Jahre alten Sohu dks A. W. von hier geschlagen haben, und darob gerietb Letzterer derartig in Rage, daß er mit einem gerade in seiner Hand befindlichen Schlüssel auf Ersteren einschlug. Er hat ihm eine stark blutende Wunde beigebracht. Der Gerichtshof bebürdete W. wegen vorsätzlicher Körperverletzung unter Zubilligung von mildernden Umständen mit 40 Mk Geldstrafe cvent. 10 Tagen Gefängniß, sprach ihn dagegen von der Beschuldigung, am 24. August sich einer ferneren Mißhandlung des Knaben schuldig gemacht zu haben, frei. — Die Eheleute C. Sch. von hier übten seit 17 Jahren in zufriedenster Ehe, bis sich die Leute Kostgänger anschafften. Sch. vermuihete, einer derselben.erfreue sich der besondere» Gunst seiner Frau, wodurch Unfriede unter ihnen entstand. Seitdem ergab sich Sch. dem Trünke; das Einvernehmen war dahin. Am 16. October, wo Sch. den Schlüssel zum Kleiderschrauk seiner Frau mitgenommen hatte und diese sich deßhalb außer Lage sah, ihm den Kaffee zu bringen, brach das lange vorausgesehene Unwetter los. Sch. nahm ein Brodmcsfer, zückte daffclbe nach seiner Frau und diese floh eiligst aus dem Hause. 9 Mk. G ldstrafi hat der Mann wegen Bedrohung mit einem Verbrechen zu entrichten event. 3 Tage Gefängniß zu verbüßen. — Aus einer Wirthschaft Hierselbst, woselbst er in Schlaf verfallen war, ausgewiesen, hat der Spengler I. G, geboren im Kanton Zürich, am 10. October an der Gaststube eine Scheibe zertrümmert, wofür er 3 Tag- Gefängniß zu verbüßen hat.
* (Die heutige Strafkammer-Sitzung) wird durch die Verhandlung gegen den großartiger Schwindeleien' beschuldigten Scribenten Carl Delarue aus Schierste!» ein außergewöhnliches Interesse bieten. Delarue ist bekanntlich an mehreren Orten aufgetaucht, wußte sich als Beamter aufzuspielen, große Zechen zu machen und unbezahlt zu lassen und eine Menge anderer BetrügereiM zu verüben.
»(Handelskammer.) Bei der gestern dahier stattgefundenen Wahl zur Handelskammer sind die seitherigen Mitglieder Herren C. Glaser, s L. D. Jung und Chr. Lim bar th wiedergewählt worden.
»(Arbeits-Vergebung.) Auf Grund der Submissions-Offerten ist vom Gemeindcrathe die Herstellung von hölzernen Geländern zur Abgrenzung der Spielplätze hinter der Elementarschule an der Castellstraße an Herrn Zimmermeister Heinrich Heuß hier vergeben worden.
* (Ardeitsgesuche.) Auf dem hiesigen Rathhause lager» gegenwärtig nicht weniger als 78 Gesuche arbeitsfähiger Personen um Anweisung von Beschäftigung. Ein trauriges Zeichen der Zeit!
* (Schulnachricht.) Zu den am 1. April k. I. an den hiesigen Volksschulen zu besetzenden Lehrerstellcü sind Anmeldungen aus allen Theilen unseres Regierungsbezirks in großer Zahl eiugelaufen. (.- •
* (Vortrag.) Bei der am letzten Samstag statigehabten geselligen Zusammenkunft des „Turnvereins" hielt das Vereiusmiiglied Herr Adolf Hermann einen Vortrag über „die Geschichte der Fechtkuust". Die Fechtkunst, so ungefähr begann der Vortragende, hat in den letzten Jahren eine solche Anzahl von Freunden in unseren Turnerkreisen gefunden, daß es von allgemeinem Jntinffe erschien, eine kurze Geschichte derselben hier darzulegen. Redner verfolgte nun an der Hand der Geschichte die Entwickelung derselben, erwähnte zunächst ausführlich den Ring- oder Faustkampf der Griechen, als dessen naturgemäße Folge das Stockschlagen bei h>n Römern zu betrachten sei, ging dann auf die Bedeutung der römischen Fechterschulen ein, deren Hauptwaffe das Schwert auf Hieb und Stoß gewesen, was mit dem im 16. Jahrhundert in Deutschland üblichen Re- contrafechten wohl identisch sei. Hieraus wandte der Vortragende sich zu dem Fechtwesen der späteren Cultmvölk-r und speziell Deutschlands. Bei den Germanen und int Mittelalter sei hauptsächlich der Schwertkampf der Römer g-pflcgt worden, eine Methode, die erst mit der Erfindung des Schießpulvers und dem dadurch eintretenden Gebrauche der Feuerwaffe eine Umgestaltung erfahren habe. Im 15. Jahrhundert möge dann die Stoßfechtkunst von Italien nach Deutschland gekommen sein, wo sich bald Fechtergesellschaften gründeten. Die älteste sei die der „Brüderschaft von St. Marcus vom Löweuberge" in Frankfurt a. M. gewesen, welche durch kaiserliche Decrete priviligirt und gefördert wurde. Eine zweite berühmte Gesellschaft waren die „Federfechter" in Prag. Während Redner beide eingehend kennzeichnete, sei hier nur bemerkt, daß letztere den Stoßdegeu, erstere das Schwert handhabten. Erwähnt seien noch die „Klopffechter", Augsburg und Nürnberg als Pflegestätten der Fechtkunst, von bedeutenden um dieselbe verdienten Männern Haus Sachs, Albrecht Dürer, später Turnvater Jahn v. A. In einer Schilderung der Verhältnisse des 17. und 18. Jahrhunderts fanden besondere Betonung Jena und die bekanntlich aus Niederhadamar in Nassau stammende berühmte Fechtmeister-Familie Kreußler, ferner die Familie Roux. An eine sich hieran knüpfende eingehende Besprechung des Bajonets fügte Redner den Nachweis, daß seit den Befreiungskiiegeu das etwas in Verfall gekommene Stoßfechten einen neuen Aufschwung genommen habe und daß speziell die ehemalige Naff. Miliär-Verwaltunz eine Pflegerin dieser Richtung gewesen sei, wodurch namentlich aus dem Unterosfizierstand noch jetzt eine Anzahl tüchtiger Fechtmeister als Lehrer wirkten. Mit einem Hinweis auf Schriften Jahn's und dem Wunsche, daß die Fechtkunst in den TurnvereiNiN immer mehr Anhänger und Riegen finden möchten, schloß Herr Hermann
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