Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

Tagblatr-Haus".

Schalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgen- bis 8 Uhr abend-.

wöchentlich

?kju,-.Preis sür beide Ausgaben: 70 Pfg. monatlich, M. 2.- vierteljährlich durch den Berlag ?°ngz»ffe St. ohne Biingerlodn. M. 3. vierteljährlich durch alle dcutjchen Pvltanstalten. auSickliehlich «tslellaeld. Bezugs-«eitelliingen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- diarctriiig lg, iowie die Ausgabestellen in alle» Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen A»s- Sabcstcllen und in den benachbarte» Landorten UN« im Rheingau die betcessenden Tagblan-Träger,

12 Ausgaben.

Fernruf:

Tagblatt-Hans" Nr. 6650-53.

Eon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags,

Anzeigkli-Brcis für die Zeile: ls Pfg, für örtliche Anzeige» imArbeiismarlt" NiidKleiner Anzeiger" in einheitlicher Satziorm; 20 Pfg, in davon abweichender Satzaussühriing, iowie sür alle übrigen örtlichen Anzeigen- 3» Pfg, für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Mk, sür örtliche Reklamen: 2 Mk, für auswärtige Rctlameu, Ganze. halbe, drittel und viertel Seitcii, dnrchlauscnd, nach besonderer Berechnung, Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeige» in lurzen Zwischenräumen entsprechet,der Nachlaß,

Berliner Schriftleitung dcsWiesbadcner Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66. Fernspr.: Amt Ntzland 450 u. 451

ffür die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Vlätzen wird Mwo M-'wakr

Mittwoch, 28. Oktober 7914. WSvgEN-AUSgÄbe.

Der Urieg.

Der Kampf an der Küste.

tu, Br. Amsterdam, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. An.) DerTelegraaf" meldet aus Sluis: j u sselaer ist wieder in den Händen der Deutschen. Hltcrn kamen in Brügge zwei 42-Zentimeter- und L E ,U 28-Zentimetcr-Geschütze an. Die Deutschen sollen ihre «Nonen zwischen Zeebrügge und Heyst ausgestellt haben. Ae Deutschen legten der Stadt Ronsselacr eine Kriegs- "Ntribution von 200 000 Franken ans und internierten ?? Bürgermeister, den Stadtsekrctär und 6 angesehene als Geiseln im Rathaus.

Niedergeschlagenheit in Paris.

40 000 Mann Verluste bei Toni und Verdun, v, Br. Genf, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Akfe Trauer und Niedergeschlagenheit verbreiten in ^«ris die sehr ungünstigen, aus schweizerischen Grenz­en kommenden Meldungen über die schweren frän­kischen Berlnste im W o e v r c - Gebiet. Seit der Er­lösung von St. Mihiel durch die Deutschen fielen, wie sichtet wird, in der Schlachtlinic Toul-Berdun über '"00 0 Mann. Beunruhigend ist der Verlust an ... «ner Artillerie, die in den hcismmstrrttencn §°«cnzügen entscheidenden Wert besitzt. Generalissimus fffte lieh die Lücken der Kampffront durch gute Trnp- R u ausfüllcn, heute ist das nicht mehr möglich. Die -Unlität des Nachschubes ist so minderwertig, dass die i Agen der Kommandierenden bei der Heeresleitung ^ Ende nehmen.

Englische Berichte über die Kämpfe.

bch Zürich, 27. Okt. Aus englischen Berichten -des Avrriere della Sera" über die Kämpfe in Belgien geht i^Uor, daß sich um den Besitz auch der kleinsten Dörfer u t; g? Kämpfe abspielen. Die Deutschen "den die kleinsten Vorteile mit großem Geschick A'- An der belgischen Grenze hätten sic die Höhen Godcvaersvelde und Bailleuil besetzt. Angriff der englischen Kavallerie wurde von den putschen ab gewiesen. Der Nebel hindert die ^Wendung der Artillerie sehr. Die Engländer hätten " leisten Tagen beträchtliche Verstärkungen heran- ^vgen. Eine amtliche englische Meldung besagt weiter .^selben Blatte zufolge, daß die englische Flotte , tfföin eingegriffen habe. Deutsche U n t e r s e e - t e hätten allerdings ohne Erfolg die englischen Mse angegriffen.

Kleinlaute französische Berichte.

strl, Genf, 27. Okt. Die empfindliche Einbuße, die das AuzLsifch-belgische Heer durch die Entfernung der ^ fischen Kriegsschiffe erlitten hat, gehl aus dem ^>l>en französischen Bulletin hervor, das bei der Erwäh- der Won den Deutschen Hindernislos und ununler-

!>«n.

> chen beschossenen Stadt N i e u p o r t bedeutsam hinzu- baß das Ergebnis dieser Beschießung, d. h. die, Besetzung ^..Aienport durch die Deutschen, noch ausstehe. In franzö- Privatdepeschen waren heftige Kämpfe auch um den von D i r m uiden vorauszusehen, ebenso um das schon im Norden und Osten bedroht gewesene .^«s, das auch gegen Süden sich verteidigen muß.

österreichische Genugtuung über die deutschen Kortschritte.

Wien, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Der gestrige : "cht des deutschen Generalstabes über die Kriegslage an Aordsee macht hier einen sehr günstigen Ein- |IM. da er von dem offensichtlichen Fort- f^?«sten des deutschen Angriffs Kunde gibt und einen scheidenden Erfolg auf diesem Teile des westlichen Kriegs- ^UPlGes in nicht langer Zeit erwarten läßt. Besonders n^g wurde begrüßt die Meldung, daß sich die englische He vor den deutschen Geschützen schweren Kalibers zu- ,Ziehen mußte. Die Blatter heben diese Tatsache als »^ordentlich wichtig in militärischer und politischer Be- tzs>Ung hervor. Aus diesem Anlaß wird im allgemeinen - Jf. Eingreifen der Flotte von großer Stärke auf die Ope- ,:"°nen det Landarmee als eines der interessantesten Er- in dem gegenwärtigen Lölkerringen bezeichnet und " den Blättern entsprechend gewürdigt.

^ Zelhesken über die Beschietzung von Ostende.

Sw llr - Rotterdam, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) ^ "Nieuwe Roiterd. Mourant" meldet über die Beschießung ,^,Hstende folgende Einzelheiten: Am Freitag beschoß ern

d Asches Kriegsschiff Ostende. Dies hatte eine Panik zur Die Beschießung dauerte nur einige M runter» L scheint aber später eine zweite Beschießung erfolgt zu kj ba eine Meldung aus derTijd" berichtet, die Be- Offhng habe nach zweitägiger Dauer aufgehort. ,O>stl.) und es wurden nur einige Löcher in drei Gasthöfe Boulevard gerissen. DasHotel Majestic" wurde am beschädigt. Zwei Offiziere, ein Stabsarzt und ein >d, "'«o.ffizier, sollen dabei getötet worden sein. Die Stim- ' sitz der deutschen Soldaten kennzeichnet sich durch Sroßx - Vertrauen zu ihrer Führung und die Sieges-

g e w i ß h e i t. Der deutsche Admiral in Ostende erließ erne Proklamation, worin er erklärte, daß er wegen der Beschießung verpflichtet sei, die nötigen Maßnahmen zu er­greifen. Er befehle somit, baß sämtliche Engländer Ostende und die übrigen Orte an der Küste verlassen. Sie werden unter sicherem Geleit nach Holland geführt wer­den.Ich kann", so schließt der Admiral,keinerlei Verant» Wortung übernehmen für das Elend, das durch die schreckliche englische Beschießung auf diese Weise über die bisher unter deutschem Schutz stehenden Frauen und Kinder gebracht wird."

von Dünkirchen nach Paris.

Aus dem Bericht eines holländischen Berichterstatters.

Rotterdam, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Der Kriegsberichterstatter desNieuwen Rotterd. Courant" erreichte aus Dünkirchen guer durch die französischen Linien Paris, überall auf der Straße sah er gewaltige Truppen­bewegungen, darunter französische Resterpatrouillen mit feld­grauen Helmbezügen, die der Berichterstatter aus der Ferne für Deutsche ansah, und vorzüglich ausgerüstete Englän­der. Die englischen Offiziere sind von ihren Mannschaften kaum zu unterscheiden und nur kenntlich an einem winzigen Abzeichen am Ärmel. Alkohol ist unter ihnen verboten. Der Berichterstatter versuchte wiederholt, Engländer mit einem Glas Vier oder Likör zu traktieren, aber es gelang ihm nicht. In der Umgebung von B e t h u n e wurde heftig ge­kämpft. An den Straßen entlang sah man überall Feld­befestigungen und Hindernisse, um das Vorrücken der Deut­schen ans Dünkirchen und Calais aufzuhalten. In G r a i l ivaren die Spuren des Kampfes noch sichtbar. Die Brücke nach Paris war zerstört und viele Häuser eingeäschert. Dann näherte sich der Berichterstatter Paris. Am Anfang der Avenue des Champs Elysees, an der Ecke des Concordia- Plahes, wo nur eine einzige Gaslaterne brannte, war nur ein Polizist zu bemerken. Die Rue Rivoli war wie ausge­storben; mir, begegneten im ganzen nur drei Automobile, stellenweise sah inan eine einzige elektrische Bogenlampe. Magazine und Läden waren geschlossen. Wenige Spazier­gänger, noch weniger Spaziergängerinnen, belebten den sonst so verkehrsreichen Boulevard. Ich hatte das Gefühl, als ob ich ein Sterbehaus betrete.

Ueberschwemmungszonen und 42-Aentimeter- Geschützs.

Urteile eines belgischen Generalstäblers.

Sr. Rom, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ein Berichterstatter derTribuna", der mit einem höheren belgi­schen Offizier das Überschwemmungsgebiet besuchte, drahtet aus Dünkirchen: Der belgische Offizier konnte seinen Zorn nicht verhehlen, die von dem Kommandanten verftigte Überschwemmung sei ganz und gar unnütz gewesen. Auch wir Belgier", so sagte der Offizier,haben bei Ant­werpen das Land überschwemmt. Aber was taten die Deut­schen? Sie stellten einfach Übergänge aus Zement­säcken her. Jeder Versuch, den deutschen Vormarsch anf- zuhalien, ist vergeblich. Wenn die Deutschen sich einmal in den Kopf gesetzt haben, irgendwohin zu gelangen, so ge­langen sie auch, hin, das ist todsicher." Der Offizier fuhr resigniert fort:Den 4 2 - Z e n t i m e t e r - G e sch ü tz e n

kann keine Festung widerstehen.' Wer hätte die Existenz derselben je ahnen können? Wir von dem belgischen, General- stab glaubten immer, das (wutsche Heer besitze nur die im Katalog von Krupp aufgeführten Kanonen."

Paris in Angst vor Zeppelinen.

Wie London ist auch Parts vom ZeppÄinschrecken erfaßt. Man befürchtet, die in Antwerpen frei gewordenen deutschen Luftschiffe könnten sich jetzt auf Paris stürzen. Auf folgende Weife suchtLe Petit Parisien" (vom 17.) sich und andere zu trösten: Die Zeppelinbomben haben in, Antwerpen

wenig Schaden angerichtet. Die Zeppeline können nur eine beschränkte Zahl von Bomben mitnehmen, weil sonst nach dem Abwurf der Auftrieb zu stark und die Landung unmög­lich würde. Die Besatzung eines Zeppelins besteht nur aus wenigen Köpfen. Das Luftschiff ist sehr leicht. verwundbar, und Paris wird Tag und Nacht von unseren wackeren Fliegern behütet. Also sind die Zeppeline für Paris im Augenblick keine ernsthafte Gefahr. Dieses ganze Luftgebäude wirft freilich der eine Satz deSPetit Parffien" um:-Die Zeppeline fahren 70 Kilometer in der Stunde und können sich mehrmals 10 Stunden in der Luft halten.

Ein nachträglicher Bericht zur zweiten Einnahme von Lille.

h<l. London, 26. Okt. Der Korrespondent derTimes" berichtet unter dem 22. Okt. über die Beschietzung von Lille, die vom Samstag, den 10., bis Dienstag, den 13.-Okt., an­dauerte. Als er'die Stadt am 13. Okt. verließ, war sie in Dunkel gehüllt, nur hier und dort von dem Feuerschein noch brennender Häuser beleuchtet. Um 6 Uhr Montag morgens fiel ein Hagel von Granaten auf die Stadt nieder. Der Donner der Geschütze war fürchterlich mit anzuhören. Viele sehr wichtige Gebäude sind zerstört. Manche Straßen gleichen einem großen Trümmerhaufen, die Kaffee­häuser sind mit wohnungslosen Leuten gefiillt. Um 9 Uhr morgens traf deutsche Kavallerie auf der Grande Place ein und' die Verhandlungen wegen der Übergabe mit den städti­schen Behörden begannen. Nachmittags wurde die Beschietzung eingestellt. Die Deutschen zogen unter Musik in die Stadt ein; Lille war wieder in deutschem Besitz. Während der Nacht fand ein heftiger S t r a ß e n k a m p f statt, der drei Stunden dauerte. Früh morgens war alles wieder ruhig.

Nr. 503. * 62. Jahrgang.

Frankreichs Hoffnungen auf Belfort.

hd. Genf, 27. Okt. Ein Mitarbeiter des west-schweize­rischenDemokrat" batte die Erlaubnis erhalten, sich die Be­festigungen von Belfort selbst anzusehen. Er bestätigt, daß in den letzten Wochen fieberhaft an den Verstärkungen gear­beitet worden sei. Da Lüttich und Namur die hervorragende Wirkung der deutschen Belagerungsgeschütze dargetan hätten, habe man sich in Belfort nicht darauf be­schränkt, in den Forts die deutschen Angriffe abzuwarten, son­dern man werde vielmehr eine langvorbereitete kräftige aktive Defensive durchführen. Belfort sei namentlich stark durch die Ve'rteidigungswerke, die im ganzen Bezirk angelegt worden seien. Mit diesen Arbeiten sei bereits im August begonnen worden. In Belfort sind -die schwersten französischen Geschütze ausgestellt. Alle Orte im FcstungS- beveich sind zu kleinen Festungen ausgebaut worden. Tiefe Gräben und Verschanzungen aller 'Art sind grrichtct worden. Namentlich gegen Osten sei das Land von vielen Kanälen durchzogen, die die sofortige Überschwemmung des Gebietes gestatten. An vielen Stellen seien Batterie!: versteckt. Man glaubt dafür Sorge getragen zu haben, daß die deutsche Be- lagevungs-Artillerie keine Stellung findet, wo sie ihre Mörser verstecken kann. Alle im Gebiete liegenden Dörfer seien voller Soldaten.

Wie weit hört man Geschützdonner?

Unsere Nachricht, wonach an der Mosel der Kanonen­donner von Verdun zu hören sei, wird durch solgenide Mel­dung derFranks. Ztg." ergänzt: Wie aus mehreren Orten Nordtirols mitgeteilt wird, hört man aus den Tiroler Berghöhen bei Westwind ganz deutlich Kanonendonner, so namentlich seit dem 21. Oktober, wo der Donner sogar von Feldarbeitern den gangen Tag über -deutlich vernommen wurde. Er -dürfte von den berühmten Mörsern stammen, die seit Wochenftist vor Belfort dröhnen. Auch 1870 hörte man Kanonendonner aus dem Elsaß aus den Tiroler Almen.

Gesterreichisüie Erfolge, wiederum 40 OOO Russen gefangen.

w. T.-B- Wien, 27. Okt., mittags. (Nichtamtlich.) Amt­lich wird verlnutbart: Die Situation in Mittclgali-

zien ist unverändert. Südwestlich Jwangorod stehen unsere bravourös fechtenden Korps, von welchen eines allein 10 VÜV Gefangene machte, im Kampfe gegen über, l c g e n c Kräfte.

Der stellvertretende Chef deS Generalftabs: v. Hofer, Generalmajor.

Die amtliche russische Darstellung der letzten Kämpfe.

M. Petersburg, 27. Okt. Der Große Generalstab hat folgenden, natürlich nicht ganz zutreffenden Bericht ver­öffentlicht: Am 23. und 24. haben die russischen Truppen der deuffchen Vorhut mehrere Niederlagen zugefügt, als sie die Stellung an den Flüssen Rawka, Skiernierwka und Rhlaka besetzten. Die Städte Lowicz, Skternewice und Rawa wur­den durch Bajonettangriffe erobert. Die Österreicher, die sich zusammen mit den Deutschen über die Straße nach Radom auf dem Rückzuge befinden, haben Verstärkungen er­halten, nutzen jetzt die waldreiche uiü> hügelige Gegend aus und leisten unserer Angriffsbewegung einen hartnäckigen Widerstand. Der Kampf hat an diesem Platz bedeutenden Umfang angenommen. Wir haben eine Anzahl Gefangene gemacht und einige Maschinengewehre und Kanonen erbeutet. Am-Ufer des San und östlich Prgemysls werden die er­bitterten Kämpfe fortgesetzt. Der Versuch der Österreicher, den linken russischen Flügel südlich van Przemysl zu umgehen, ist mißlungen; sie erlitten große Verluste.

Der dritte Teil eines sibirischen klrmeekorps in der Weichsel ertrunken.

Br. Prag«, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach sicherer Quelle ertrank bei dem ersten Kampfe südlich von Warschau rund der dritte Terl emes sibirischen Armeekorps, das damals die Stadt besetzte, während der Flucht über die Weichsel.

Die deutschen Luftfahrzeuge über Warschau. Br Krakau, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus Lodz wird gemeldet: Über Warschau sind neuer­dings deutsche Luftfahrzeuge erschienen. Mehrere Bomben haben den Hauptbahnhof fast zer­stört, wobei 7 Personen getötet und 11 verwundet wurden.

Der Offiziersmangel im rusiischen Heere.

Mailand, 26. Okt. Ein Petersburger Telegramm des Corriere della Sera" meldet: Ein Uk-as vom 13. Oktober

(alten Stils) beruft alle Studenten, die bisher zurückgestellt lvar-en, zum Heeresdienst ein; sie sollen in die höheren Mili- tärschulen eintreten und nach vier Monaten Ofsiziere werden. Der Rektor Grimm versammelte die Studenten in der Uni- versitätsuula, verlas den Ukas und hielt im Anschluß daran eine patriotische Ansprache. Um Mittag veranstalteten die Studenten einen Demonstrationszug.

Russische Erfindungsgabe.

Ein russisches Blatt behauptet, wie derTemps" meldet, in amerikanischen Zeitungen folgendes Telegramm aus Ber­lin gefunden zu haben:Ein sehr starkes Geschwader von

Zeppelinen ist in London gelandet. Die deutschen Sol­daten sind in den königlichen Palast eingedrungen, und es ist ihnen gelungen, den König Georg in Person festzunehmen.