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Knust nud Wissenschaft.

brechen an dem Lienhart ist, wie nachträglich verlautet, in der Weise verübt, daß der Mörder die Nachtglocke der Apotheke zog und den öffnenden Provisor erschlug. Aus der Gaffe raubte der Mörder 15 Mk.

(lieber ein Duell) zwischen dem Grafen Batthyany und dem Advocate» Dr. Rosenberg wird aus Temesvar berichtet:Heute (Montag den 22. October) fand ein Duell zwischen dem Grafen Batthyany und dem Advocaten Dr. Rosenberg statt. Die Secundanten vereinbarten dreimaligen Kugelwechsel auf zwanzig Schritte Distanz mit fünf Schritten Avance. Graf Batthyany wurde beim ersten Gange von der Kugel ge­troffen. Der Schutz Halle den Tod zur unmtltelbaren Folge." In der Geschichte der Duelle verdient diese neueste Tragödie gewiß einen hervor­ragenden Platz. Die Verlobung zwischen Fräulein Schosberger de Tornya und Dr. Rosenberg hatte im Sommer dieses Iah:es inMarien- bad staitgrfunden. Es handelte sich um eine Verlobung, nicht um eine geheime Ehe. Eitelkeit und Vorurtheil waren gemeinschaftlich bei der Arbeit, um diesen Herzensbund zu zerstören. Der ältere Schwiegersohn des Herrn Schosberger, der sübenbürgischeBaron Bornemisza, erklärte, alle Familten-Verbindungen abbrechen zu müssen, wenn sein Schwieger­vater der projectirten Mesalliance zustimmen wmde. Fräulein Schosberger wurde auch wirklich dahin gebracht, ihrem selbstgewahlten Bräutigam zu entsagen und in den Brautstand mit dem Grafen Batthyany zu treten. Dr. Rosenberg erhielt Kenntlich von der Unbill, die ihm angethan worden und forderte Rechenschaft von den Eltern der Braut, und als er aus bau Munde der Eltern wie aus dem Munde des Frl. Schosberger nur erfuhr, daß er abgelehnt und verschmäht sei, so wandte er sich an den Grafen Batthyany, um in einem Duell blutige Genugthuung zu fordern. Graf Batthyany glaubte sich der Affaire dadurch entziehen zu können, daß er Dr. Rosenberg als einenJuden" behandelte und Erklärte, er werde sich mit einem Juden nicht schlagen. Dr. Rosenberg ließ diese Beschimpfung nicht auf sich sitzen, er erklärte den Grafen Batthyany so lange als einen Feigling, bis das Duell statlfinden werde. Es tarn zu Auseinander­setzungen in öffentlichen Blättern, wie sie in gleichen Fällen üblich sind. Die Zeugen berichteten in aller Objectivität über die Ablehnung des Duells, und Graf Batthyany sah sich endlich doch moralisch gezwungen, auf das Duell einzugehen. Die Ehe der Gräfin Batihyany, geborene Schosberger, mit dem Grafen Batthyany hat genau eine Woche gedauert.

(Cholera.) Zn Alexandrien sind neuerdings wieder mehre« Choleraerkranknngen vorgekommen. Vier davon verliefen tödilich.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Bnchdruckeret in Wiesbaden. - Für die Herausgabe verantwortlich: Louis Schellenberg in Wiesbaden.

<®i» brrMas »»tatst« enthält 20 «eiten und eine Extra-Beilage.»

er die schreienden, mit denselben getriebenen Mißstände abstellen. Herr Voigt erntete wie früher so auch dieses Mal lebhaften Beifall.

* (Das zweite Stiftungsfest), zu welchem das Männer- Qnartett.Hilaria"auf verfloflenen Sonntag in denSaalbau Schirmer" eingeladen hatte, ist in würdiger Weise begangen worden. Das Concert leitete ein Theil der 80er Capelle durch ein Musikstück ein. Die erste gesangliche Nummer war der ChorIch grüße dich" von Härtel, welcher durch exacte Wiedergabe gleich anfänglich den allseitigen Beifall des sehr zahlreichen Auditoriums bervorrief. Auch die weiteren zum Vortrag gekommenen Piecen, speciell der ChorFrühlings Erwachen" von Abt, das Doppel-Quartett mit Bariton-SoloIn der Fremde" und der Chor Drei Gläser" von Möhring, sowie das schwäbische VolksliedDie drei Röslein", zeichneten sich durch hübsche Schattirnng und Präcision im Vor­trag aus und fanden die dankbarste Aufnahme bei den Zuhörern.! Ebenso gestaltete der komische Theil des Programms sich recht gelungen. Unter den anwesenden Gästen waren auch die Herren Mnsik-Directoren Abt, Möhring und Weins zu bemerken, welche durch lebhaftes Applaudiren sowohl, als durch mündliche Anerkennung dem Dirigenten des Vereins, Herrn Dag. Börner, und dem Vorstand gegenüber ihre Zufriedenheit ansdiückten. In der That verdient denn auch der Leiter des Vereins lobender Erwähnung, daß er demselben in verhältnißmäßig kurzer Zeit die musikalische Disciplinirung beibrachte, wie sie in allen Vorträgen sich offenbarte. Der den Schluß des Festes bildende Ball vereinigte die Besucher bis zur frühen Morgenstunde und wohl ein Jeder verließ die heitere Gesellschaft in voller Befriedigung.

* (Der Männergesang-VereinFriede") verband mit einer am verflossenen Sonntag stattgehabten geselligen Zusammenkunft die Decoration seines Vereinslocales durch ein künstlerisch ausgestattetes Diplom, welches er bei demSängerkrieg" zu RüdeSheim alslobende Anerkennung" sich erworben hat. Es ist dies die erste Auszeichnung, welche dem Männer- gesang-VereinFriede" in den zwei Jahren seiner neuen Thätigkeit zu Theil ward, und hoffentlich ein Ansporn seiner Mitglieder, den betretenen Weg rüstig weiter zu verfolgen.

* (Wiesbadener Männergesang-Verein.) Künftigen Sonn­tag Nachmittags 4 Uhr tritt die Aktivität desWiesbadener Männergesang- Verein" zu einer kleinen Feierlichkeit in dem VereinslocaleDeutscher Hof" zusammen. Um diese Zeit gedenkt nämlich der Vorstand deSMainzer NSnuergesang-Vereins" hier einzntreffen, um die Diplome über die s. Z. stattgefundeue Ernennung der früheren Präsidenten des hiesigenMänner- geiang-Vereins" Herren M. Stillger und G. Warnecke, sowie des Dirigenten desselben, Herrn Mnstk-Director L. Wolff, den Betheiligten zu überreichen, was bis jetzt in Folge besonderer Verhältnisse verschoben werden mußte. Somit ist dann selbstverständlich eine gesellige Unterhaltung der Versammelten verknüpft, die 'sich zu einer recht anregenden gestalten dürfte.

* (Rännion danaante) findet übermorgen Samstag, Abends 8/s Uhr beginnend, im Curhause statt.

* (Besitzwechsel.) Herr Architekt I. SB. Rörsch hat sein Hans Hochstraße 3 für 17,000 Mk. an die Herren Gebrüder Peter und Joh. Backes verkauft.

* (Pacht.) Die altbekannte WirthschaftZur Stadt Frankfurt", die der seitherige, allgemein beliebte Pächter, Herr Theodor Sprauger, verläßt, um sein neu angekanstes Anwesen in der Taunusstraße zu über­nehmen, geht nach Ablauf von dessen Miethzeit an den Herrn Wilhelm Ries, den dermaligen Wirth derTeutonia", als Pächter Über.

* (Ein Gardinenbrand) entstand am Dienstag Abend gegen 118A Uhr im ersten Stockwerke eines Hauses in der Rheinstraße. Trotz rascher Hilfe ist doch ein ziemlich erheblicher Schaden dadurch verursacht wordeu.

* (Ueberrascht) wurde vorgestern Abend ein Dieb, der sich in ein Zimmer eines Hauses in der Weilstraße einaeschlichen hatte. Er absentirte sich, als er sich entdeckt sah, durch einen Sprung aus dem Fenster, ließ dabei aber seine Mütze zurück.

* (Militär-Personalien.) Das .Militär-Wochenblatti' meldet: Kieckebnsch, Rittm. und Escadr.-Chef vom Rhein. Drag.-Regt. No. 5, als Adjutant zur 22. Division commandirt; Papp ritz, Rittm., aggreg. dem Westfäl. Drag.-Regt. No. 7, als Escadr.-Chef in das Rhein. Drag.- Regt. No. 5 einrangirt.

* (Personalien.) Es sind ferner folgende Schnlamts-Candidaten angestellt worden: Heinz von Vielbach in Rohnstadt, Amts Weilburg, Epstein von Kemmenau in Korb, Amts Hachenburg, Kegel von Schönbach in Breitscheid, Amts Herborn.

Aus dem Reiche.

* (Das Befinden des Reichskanzlers) ist nach den neneftm Nachrichten ans Friedrichsruhe ein durchaus zufriedenstellendes. Sttrft Bismarck gibt sich, nach Meldung derK. Z", auch den geschäftliche» Arbeiten mit großem Eifer hin und findet in deren Erledigung an feinem Schwiegersöhne, dem Grafen v. Rantzau, eine ergiebige Unterstützung

(Schießversuche.) Auf dem Gruson'schen Schießplatz'h, Buckau fanden am 22. c. großartige Schießversuche mit Hotschitzkanonen statt, zu denen England, Oesterreich, Belgien, Dänemark, Portugal Rumänien, Spanien, China, Japan u. s. w. hohe Militärs entsandt hatten'

(Ein langwieriger Krieg), nämlich der zwischen Chile und Peru, ist endlich geschlichtet. Wie ans Lima vom 23. October telegravhitt wird, ist dort der Friede erklärt worden, die Chilenen haben die Stad! verlassen und die Peruaner find eingezogen.

* (König!. Schauspiele.) Während der Dauer der Anwesenheit Ihrer Kaiserl. und König!. Hohetten des Kronprinzen und der Kronprinzessin beginnen die Vorstellungen im König!. Theater von heute ab um 7 Uhr.

* (Herr Joss Lederer) ist neuerdings für das Opernhaus in Frankfurt a. M. wieder engagirt worden.

* (Franz Liszt) feierte am 22. October seinen 72. Geburtstag. Von zahlreichen in Weimar eingetroffenen wie von bett dortigen Freunden des Meisters war am 21. eine Vorfeier veranstaltet. Abends fand im Hof- Theater eine Aufführung von Liszt's OratoriumDie heilige Elisabeth" statt, welcher der Metster bis zum Schluß beiwohnte. Unter stürmischen Beifallsrufen des Publikums endete die Aufführung.

Verwischtes.

(Lutherstiftung.) Das große Comits für die allgemeine deutsche Lutherstistnug beruft zum 31. Oktober eine öffentliche Versammlung nach Leipzig zur Begründung der Stiftung, Feststellung der Statute», Wahl des Vorstandes, Bildung von Zweigveretnen und Organisation btt zu veranstaltenden Sammlungen.

(Sensationeller Betrug.) Am Samstag wurde in Braun­schweig von einem Schwindler, angeblich Namens der dortigen Bavguier- firma M. Gutkind & Conip, ein Telegramm an die Berliner Disconto-Gesellschast anfgegeben, in welchem gegen angeblich ad- gesandte Deckung 75,000 Mk. erbeten wurden. Die Summe wurde auch sofort von der Gesellschaft abgesandt in einem mit nur 2850 Mk declaririen Geldbrief. Der Schwindler, mit den Verhältnissen der Banquietfirma an­scheinend genau vertraut, erschien am Sonntag auf der Hauptpost und erhielt den Geldbrief, über dessen Empfang er mitJohn", dm Namen des mit der Post-Procura angestellten Beamten von Gutkind & Comp., quittirte und spurlos verschwand. 3000 Mk. Belohnung wurden für die Ermittelung des Schwindlers und Hcrbeischaffung des Geldes ausgesetzt. Stad) einer Privat-Depesche desFranks. Journ." ist der Sieb bei Geldbriefes in Braunschweig verhaftet worden und es würben ca. 73,000 Mk. bei demselben vorge'unden.

(Mord.) In der Nacht zumSienstagwurde der bei dem Apotheker Reb, Langestraße, in Straßburg bedienstete Provisor Franxois Lienhart ermordet. Kopf und Brustkorb warm gespalten, eine yanb abgehackt, die andere duichhauen. Em Geldkasten ist gestohlen. Der Thäter ist noch nnermittelt; vermuthlich ist derselbe ein Fleischer. Eine Stunde nach der Entdeckung dieses Mordes wurde von dem ablösenden Posten der Militärposten am Spitalwall mit zerschmetterter Hirnschale und aus 17 Wunden blutend, doch noch lebend, gefunden. Neben dem Schwerver- wundelen lagen ein falscher Bart und ein Rebmesser auf dem Boden. Set Thäter ist vermuthlich mit dem Mörder des Lienhart identisch. Sas Ver-