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Nr. 502.

Dienstag, 2V. Oktober 1914.

Mssbadensr TrrgbZKZt»

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.

Seite 5.

Aich zu gefordert. Mein« Geldsendungen jedoch, von denen "je erste am 24. August und die zweite am 5. September ab- Ang, haben bis heute ihren Bestimmungsort noch nicht er- ^dcht; von meinenr P-a-ket ganz zu schweigen, das ich am 25. September durch Vermittlung des Landwehr-Ersatzbataillons "s Dotzheim abgeschickt habe. Zufällig stehe ich gestern am ^vstschalter neben einer Frau aus dem Volk und höre äu, wie sie bei einem Beamten Klage darüber führt, daß ihr Wann noch keins ihrer cibgeschirkten Pakete erhalten habe. Ich tafic mich in ein Gespräch mit ihr ein, und da erzählt sie mir schweren Herzens, daß ihr Mann Wehrmann im Landwehr- Wcglment 80, feit vielen Wochen um Unterkleider und Lebens- Mittel Littet. Sie habe schon mehrere Sendungen abgeschickt, Äer keine sei -angekommen. Obtvohl es ihr schwer falle, Geld für die Sachen zu erübrigen, so tue sie doch alles, um das Los 'hres armen Mannes zu erleichtern; aber unter den obwalten- hrn Umständen seien alle ihre Bemühungen um­sonst. Ohnmächtig stehen wir den Tatsachen gegenüber, die. Feldpost versagt. Wenn ich mir auch nicht verhehle, daß ihre Aufgabe außerordentlich groß und schwer ist, so dürsten doch iolche Erscheinungen, wie die eben geschilderten, nicht zutage treten." Dr. K. L.

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Wir lassen die säst wie ein Volkslied anmutenden,, zu Kerzen gehenden Verse eines W e h r m a n n s folgen, in ^nen er feinen Wiesbadener Angehörigen seine Not klagt:

Frankreich, .14. 10. 1914.

Auf Frankreichs stolzem Boden.

Da ist's jetzt rauh und kalt;

Wo heft'ge Kämpfe toben.

Tief im Argonnenwald.

Und in den tiefen Schanzen,

Da steht ein Landwehrmann.

Ja. schaut sein Blick ins Weih-,

Da fühlt er sich so a r m.

Kein Brief und keine Karle.

Die ihm das Herz erfreut.

Die ihm erzählen könnte Von seinen Lieben weit.

So oft er noch geschrieben.

Kein Wörtchen kam zurück»

Es hat ihn ganz.verlassen Sein gütiges Geschick!

Die Feldpost fragt er immer.

Und jeden Morgen neu,

Ob etwas angekommen,

«Schmidt 4? ist nichts dabei!"

Tagtäglich schickt der Fva-nzmann Uns seinen heißen Gruß.

Und unwillkürlich fragt nmn,

Wann ist's wohl mit d: r-Schluß .

Zweidrittel der Kameraden,

Die sind schon a-usgemS-'ft,

Vermißt, erkrankt, gefallen,

Zum mindesten verletzt.

Es war noch nicht das Schlimmste.

Was wohl passieren könnt'. '

Doch heißer brennt die Wunde,

Wenn niemand einem kennt.

Drum lasset Euch erweichen,

Schickt ein paar Zellen mir.

Es sind vielleicht die letzten Auf dieser Erde hier.

Vorsicht beim Rauf von Zigarren für Rrieger.

Von Brauche- und Fachkundigen wird uns berichtet, daß * ben billigen Zigarren; orte n, deren es schon zu ^ ülc. 80 Pf. das Hundert gibt, ein überaus lebhaftes Geschäft Urscht, nnd die Preise der R i p p e n st e n g e l, die gewalzt Werden und die die schlechteste beißende, mangelhaft brennende Zulage weben, stark steigen. Darnach habe es den Anschein,

ob unsere braven Soldaten trotz aller Ermahnungen doch ?leder, wie Anno 1870, mit Schund betrogen werden Men. Es empfiehlt sich daher, Liebesgaben-Zigarren, ^uientlich feldpostmäßig verpackte, nur von ganz zuver- Essigen Firmen, deren es ja genügend gibt, zu kaufen.

e *tte englische Kuskunftsstelle für Kriegsgefangene.

, In England besteht eine Auskunftsstelle über ^Kriegsge- siWene unter der Bezeichnung:übe Prisoners of War

.Formation Bureau." Postsendungen an Kriegsgefangene !? England, deren Aufenthaltsort nicht bekannt ist, können an jMe Anskunstsstelle gerichtet werden. Die Aufschrift hat zu

(Name des Gefangenen)

care of the Prisoners of War Information Bureau, London, 49 Wellington- Street, Strand.

Briefe an Kriegsgefangene in England sollen kurz M, wenn möglich, en glisch geschrieben sein; auf der Rück- iC'-te dgx Sendung müssen Name und Wohnung des Absenders "gegeben werden.

Ein ungehobener Schatz.

Von verschiedenen Seiten werden wir gebeten, -einmal auf -ta Eicheln hinzuweisen, die als Futter für die Schweine n Betracht kommen und sehr Wahl für diesen Zweck von bNlen Leuten, namentlich von Kindern, gesammelt und an die swdwirte verkauft werden könnten. Der Ertrag an Eicheln dieses Jahr sehr reich; bei ihrer ausgiebigen Verwendung beträchtlich an den für die menschliche Ernährung in Tracht kommenden Nahrungsvorräten gespart werden.

5 .Jeder kämpft mit, wer unsere Nahrungsvomäte ver- schreibt ein Leser.Nun hat uns dieser Sommer eine von Eicheln beschert, wie wir sie fast noch nie hatten, fta Eicheln sind ein vortreffliches Kraftfutter fürs Dich. Für . Zentner Eicheln werden 2 bis 2% M. bezahlt, und im Wald -ftk-n Tausende und Ilbertausende Zentner nnd verfaulen °«ecklos. Zum Sammeln der Eicheln im größten Strl sei des- 2? 16 dringend anfgernfln. Das Rote Kreuz oder andere egllnisatiouen sollten die Sache in die Hand nehmen; aber Ah jeder einzelne kann hierfür wirken! Sicher wurden die Aulen gern helfen; bei der Fülle von Eicheln können wenige Ader in einigen Stunden einen Zentner und mehr beisam- h ' :n haben. Wenn Hunderte helfen, sind Tausende von Zent­ren bald gesammelt. Die Waldbesitzer werden, dem Vaterland

r' l B gern das Opfer bringen, dies zu erlauben. Ein doppel- , * Gewinn spränge heraus: man könnte sie verkaufen nnd A Erlös für Liebesgaben an unsere Braven im Feld ver­öden, und der deutschen Volkswirtschaft wäre on großer ^winn durch Vermehrung unserer Nahrungsvorrate erwach- Aber Eile tut not! Darum schnell ans Werk alle, dte ihr '°tan Schatz mitheben wollt!"

In einer anderen Zuschrift heißt es:Unseren HauZ- Aveinen sind die Eicheln eine Delikatesse und den Besitzern

Wälder besonders reich gesegnet mit schonen, großen M- 0 ÄN, aber, wie mir scheinen will, werden sie viel zu wenig Awertet. Eine eifrig sammelnde Frau erzählte mir gestern, ^ Schweinezüchter in Schierftein gern 25 bis 30 Ps. für

10 Pfund Eicheln bezahlen. Das wäre doch eine gute Ge­legenheit für Bedürftige, in frischer Wald-esluft beim Eicheln- samm-eln wenigstens vorübergehend einen Broterwerb zu fin­den. Es wäre schade, wenn das, was uns die Natur so reichlich schenkt, ungenutzt verkommen müßte. Gerade für Kinder ist das Eichelnsammeln eine Freude. Sehr viel Verständnis pur das -Herz des Volkes würde es beweisen, wenn die zuständigen Behörden Erlaubnisscheine zum Eiche-Uesen nur an solche Leute, Kinderhorte nsw. ansgeben würde, die wirklich be­dürftig sind. Entgegenkommend wäre es auch, wenn man eine Sammolstelle, eine ArtEichelbörse", einrichten würde, wo die kleinen und großen Sammler ihre Eimer und Sacke ent­leeren könnten. Auch dafür müßte gesorgt werden, daß der Preis nicht schamlos gedrückt wird. Das Geld liegt tafiachlich im Wald! Darum auf! Sammelt Eicheln, und wenn ihr den Erlös nicht selbst gebraucht, dann gebt das Geld dem Roten Kreuz!" __

Wiesbadener in Tsingtau. Unter Bezugnahme ans eine inber AÄen'd-Au-Hgabe vom Teilen Donnerstag enthaltene Notiz:Wiesbadener in Tsingtau", teilt man uns mit, daß auch der Sohn Karl der in der Winkeler Straße hier wohnenden verwitweten Frau Rechnnngsrat Heidemann in Ostasten als Feldariillerist kämpft. Der Soldat war vordem ^ bei der Kaiserlichen Werft in. Tsingtau als Bautechniker tätig. Ein zweiter Sohn der Frau Heidemann, Ludwig-, befand sich als freiwilliger Torpedomatrose aii Bord, von3 117 , da» bekanntlich Bei einem Seegefecht an der holländischen Küste gesunken ist. Ludwig Heidemann gilt noch als vermißt. ,lußc ihm sollen noch zwei Wiesbadener an Bord von8 117 ge­wesen sein. r

Tot in die Heimat. Die Leiche des an den «olgen feiner schweren Verwundung im hiesigen Panlinenstift am 23. d.^..c. verstorbenen Leutnants Manfred Reiter vom Badischen ->?n- fanterie-Regtment Nr. 170 ^Garnison Offenburg), wurde z-ur überführnng in seine Heimat Amorbach (Kreis Unterfrcmken) am Samstagabend n-ach dem Hauptbahnhof gebracht- Enn kriegsstarker Zug vom hiesigen Ersatzbataillon unter Führung eines Leutnants erwies dem toten Offizier die militariichen Ehren.

-- Die RcichSbankstelle Wiesbaden teilt uns mit, daß pe beabsichtigt, vom Montag, den 2. November üb, bis auf weite­res ihre Geschäftsstunden für das Publikum auf die Zeit von morgens 81/^ bis riachmittags 1 Uhr zu beschranken.

Air die Unbekannten. Es scheint notwendig zn sein, daß wir von Zeit zu Zeit immer wieder das Selbstv erstand - liche feststellen, daß Einsendungen, die uns ohne ge­naue Namens- und Wohnnngsangabe des Absen­ders zugehen, nicht berücksichtigt werden können. Mögen uns die von Unbekannten zugehenden Mitterlnngea noch so wertvoll und noch so glaubwürdig erscheinen, so müssen wir sie doch unbenutzt beiseite legen. Wer uns etwas zu,sagen hat, was wahr ist, der braucht sich nicht zu furchten, keinen Namen und seine genaue Adresse anzugeben. Was man mcht persönlich vertreten zu können glaubt, das zu veröffentlichen soll man auch nicht der Zeitung znmnten.

Rechtsauskunft für Unbemittelte. Man schreibt uns: Der Tod des Geheimrats Meyer in Wiesbaden, des Be­gründers der Rechtsauskunft fiir Minderbemittelte, l^t e» wünschenswert erscheinen, daß, um das Lebenswerk Meyers nicht untergehen zu lassen, ine Regierung m Wies- baden in Verbindung mit dem Verband Gemeinnützige Rechtsauskunftsstellen in Lübeck, entsprechend der Anregung

des Ministeriums, bald eine Person gewinnt, die die Leitung der Rechtsauskunft fortfetzt und m Verbindung mit Mit­arbeitern auch die Sprechtage nnd Reifen in gmi« Nassau so - führt Es ist wichtig, nur beu Leiter zu gewinnen, Mit­arbeiter, z. B. Juristen, werden sich schon finden.

av-o ErfrischnngSstellc im Hauptbahnhof, die fast tmflich für die Bedürfnisse zahlreicher verwundeter Soldaten zu sorgen hat, wendet sich wieder mrt der Bitte um Tabak, Zigarren und Postkarten an die Bevölkerung. Wer hilft,

Ein Radlerunfall ereignete sich gestern abend gegen 7 Uhr in der unteren W estendstr atze. Em Radfahrer, dessen Rad mit Laterne und Schelle vergehen war, kam die Westendstraße herunter. An der Ecke der Roonstrcche lref chm trotz wiederholten Schellens em Kind in das Rad. Das Mäd­chen fiel zur Erde und verletzte sich leicht am Kopf. Der Rad­fahrer zog sich eine schwere Verletzung am Bern zu. Den Rad­ler trifft keine Schuld.

oorbsrichte ö&e* Kwntt. r>m-tr5ge und verwandtes.

* ©nmrrt Am Donnerstag, abends 8 Uhr, hmdet im

Re-iiMtor Konra-d taub. Herr Kmizertsangm Vemricy «no. ^ Kapellm eister Alb. M ische^au^^rankfnrt^ a. M.

Uems ans aller Welt.

ssssssr ar,m s& äs w

s pürt worden. . . , -

Letzte Drahtberichte.

Die Aufhebung des frunzöfifchen Protektorats über die Christen im Grrent.

lid. Konstantinopel, 26. Okt. Blättermeldungen zufolg- -erklärt' die türkische Regierung im Zusammenhang nnt der Aushebung der Kechitulationen auch das Protektorat, ras Frankreich über die Christen im Orient ausubt, für er­loschen. .

Die Kanonade von Ostende verstummt.

W T.-B* Rotterdam, 27. Okt. (Nichtamtlich.) ©er Nene Rotterdamsche Eourant" berichtet aus Ostburg vom 26. Oktober: Die heftige Kanonade in der Richtung von

Ostende ist seit gestern nachmittag nicht mehr gehört

worden. ,

Ankunft neuer englischer Hilfskräfte aus Ncun'ndland Kd Haag, 26. Okt. Londoner Drahtmeldnngen zufolge sollen in England 10 000 Mann HilfSirupPen aus Neufund­land angekommen sein.

Vcrwundctcntransporte nach England.

Kd. London, 26. Okt. In Folkestone kamen in den letzten acht Tagen 6 0 0 0 Verwundete an,

Englische Kreuzer im Roten Meer, fcd. Konstantinopcl, 27. Okt. Ägyptische Blätter mekden^ daß an der türkischen Küste des Roten Meers em Überwachungsdienst mehrerer englischer Kreuzer eww gerichtet wurde. (

Ein bulgarischer demokratischer Abgeordneter ernwrdet.

W- T.-B. Sofia, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Aus Strumitza wird gemeldet: Der Abgeordnete G orgiew, Mitglied der demokratischen Partei der Sobranje, wurde unweit Strumitzä von einem unbekannten Täter erschossen.

Die Tätigkeit der deutschen Flieger, hd. Kopenhagen, 27. Okt. Aus Paris wird gemeldet, daß ein deutscher Flieger gestern R e i m s bombardierte. Mehrer- französische Flieger machten sich auf die Verfolgung. Als ein zweiter deutscher Flieger zur Hilfe kam, ergriffen dre fran­zösischen Aeroplane die Flucht. Später wurde Reims noch­mals von einem deutschen Flieger mit Bomben beworfen. Auch Dünkirchen erhielt den Besuch eines deutschen^ Fliegers, der Bontben herabwarf.

Die Fürsorge des Kaisers Franz Joseph für die vom Krieg- betroffenen Landcstcilc.

W- T--B. Wie», 26. Okt. DieWiener Ztg." veröffent­licht ein Handschreiben des Kaisers an den Grafen Stnrgkh, in dem der Bevölkerung Galiziens und der sonstigen vom Kriege unmittelbar betroffenen Landesteile die Teilnahme des Kaisers in der Erwartung ausgesprochen wird, daß sie di-- ihnen auferlegte Prüfung mutig ertragen werden in der festen Zuversicht auf eine bessere und völlig gesicherte Zukunft. Die Regierung sei beauftragt, diesen Ländern ihre besondere Fürsorge angedeihen zu lassen und^ zunächst zur Linderung des drütkenden Notstandes die ge«eigneken nahmen zu treffen. .

Das Ende der italienischen Legion von Avignon. ^ Di-. Mailand, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr.^ Bln.) DieStampa" erfährt ans Ancona: Von den 1000 Italienern, die sich in Frankreich in die italienische Legion von Avignon einstellen ließen, sind aus der Feuerlinie nur acht zuq rückgekehrt. N

Italien» Vorgehen in Valvna der Schachzug gegen W eine türkische Bewegung in Albanien?

Nr. Rom, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) DaS kleine italienische Geschwader, das vor Valmm erschnn, hat den Auftrag, Valona und die albanische Küste vor einem Einfall jungtürkischer Agitatoren zu jchutzen, bie angeblich in Smyrna ein Freikorps ausgerüstet haben, uM nach Albanien zu fahren und hier dte Kandrdatur mnes wrkisch n Prinzen oder die Angliederung Albamens an dm

stehe dahin. Die fünf italtemschen Schiffe haben a0 Ofsl.

aiere und 1500 Mcnm an Bord. ^ , , .

Rach einer Meldung aus Skutari versetzt eine räuberische Bande der christlichen M a l i s s o r e n dre Bevölkerung rn aroßeir Schrecken. Europäische Truppen sind nicht mehr nt Skutari und vor den einheimischen Behörden haben dre Malissoren keinen Respekt. Jede Nacht kommt e» zu blutigerl Konflikten zwischen Mriselmanen und Christen.

Di. Rom, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktw Blm) Nach­dem die italionische Expedition nach Valona mehrmals MM. kündigt, aber immer wieder verschoben wurde, iprochen

ministerielle Blätter jetzt von den dortigen Un- üben und Mißhandlung der dortigen Italiener. Komitatschts, so heißt es, trieben eine he-stige Propagandm Essad-Pascha bereite sich bereits auf einen Angriff auf Skutari vor. Albanien verlange dringend dre italienr- ch e Expedition.

Das Verhältnis zwischen dem Vatikan und Krankreich?

Br. Graz, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln^^ Zu, aunsten eines in Frankreich kriegsgefangenen P r t e st er s war kürzlich eine Bittschrift an den Papst gerichtet worden. iRdj, Vatikan traf die Antwort ein, der Papst blauere, kerne Schritte unternehmen zu können, da zwischen dem HerltS-n Stuhl und Frankreich alle Beziehungen abge­brochen seien. ,

Die Schweizer Wahlen.

M Zürich 27. Okt. Das Schweizer Bundesparlamer^ ist aus den allgemeinen Wahlen vom Sonntag mrt ziemlich

gangen. Zum Bnndespraftdenten für 1915 wird der ^.essrner Motta gewählt werden.

Russische Grausamkeiten im Bezirk von Blescheb.

W P.-B. Konstantinopcl, 26. Okt. (Nichtamtlich.) W ein hiesiges türkisches Blatt aus Teheraner Zeitungen enb- nimmt, herrscht in der ganzen ^vbinz Chmussan rnfo ge Grausamkeiten, dre von den russiichen Koialen rn mr. schiedenen Ortschaften und namentlich rm Gebrete der Stadt M e s ch e d begangen worden sind, große Auflegung. ^ ntoke Anzahl von Einwohnern in der Umgebung der Stadt ist in Furcht nnd Schrecken versetzt worden. Dre Bevölkerung flüchtet nach Mesched. Die Kosaken weigerten sich sogar, den Ratschlägen des russischen Konsuls zu entsprechen. Ern rn Teheran^ abgehaltener außerordentlicher Minrsierrat hat be­schlossen, in Petersburg Vorstellungen zu erheben und t Mesched eine Kommission einzusetzen, zu der^ der ru,sis-ch- Konsul beigezogen werden soll. Da Mesched erne heilige Stadt der Perser ist, werden die russischen Grausamkeiten in ganz Persien Erregung zur Folge haben. Es wird hier­durch neben der Frage von A s e r b e: d s ch a n als eme neue bedeutsame Frage die Choruss an frage aufgeworfen werden.

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