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Verlag Langgaffe 21

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^ienstAa 27. Oktober 1914.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 362. » 62. Jahrgang.

Nördlich -

die

Der Rrieg.

^Uch gestern Fortschritte im Koröwesten und ^rdosten. Die russischen Angriffe bei war chau zurückrgewiesen.

Gros, cs Hauptquartier, 27. Okt., ^rmittags. (Amtlich.) Die Kämpfe am Yscr-Ypern- Kanal-Abschnitt werden mit gleicher Hart,räckig- 'cit fortgesetzt. Die deutschen Truppen haben auch R c 1t e r n Fortschritte gemacht.

Auf den übrigen Teilen der Kampffront im W c st e n ^ben sich wesentliche Ereignisse nicht Zugetragen.

. westlich An gn stow ist der Angriff der Deutschen l tangsamem Fortschreit e n.

Südwestlich Warschau sind alle Angriffe star- '^r russischer Kräfte von unseren Truppen zuriick- * e U». i c f e n worden.

Fvangorod haben neue russische Armce- ! c ichsel überschritten.

Oberste Heeresleitung.

3n (Entartung ver C tscheidung des Utsfen- ka°npfes.

Kopenhagen, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.- dfl Stockholmer Zeitungen melden aus Rotterdam. Qn erwartet hier mit ungeheuerer Spa n n u n g die Scheidung des -.Riesenkampfes in Flandern. Die Del«

^ 0 r und Franzosen haben enorme Verluste. Die ft' ätschen verzeichnen täglich kleine Fortschritte, die unter Ringen erkämpft werden müssen. Das be l g l s ch e k°nigspaar hält sich beständig an der Front auf, begibt 7 von Laufgraben zu Laufgraben, feuert die Soldaten an ^ tröstet die Verwundeten.

Die Schlacht bei IFctiport.

Br. Rotterdam, 27. Okt. (Eig. Drabtbericht. Ktr. Vln., 'dg Berichterstatter, der den Kampf bei Westende beobachtete, ^-ldete: Der Kampf erstreckt sich zwischen Ostende und

Piesport. Die Deutschen verfügen über weittragende .rtillerie, die das Feuer der Schisse erwidert. Es !^>nt, daß ihre Artillerie öfters das Ziel erreicht, denn ich !°'i aus einem der Kriegsschiffe Flammen auf» Mern. Die deutsche Marineartillerie ist in den Dünen ft°rzüglich verdeckt ausgestellt, so daß die englischen ^vwaen sie nicht erreichen können. Die englischen Monitor? ^.Kanonenboote zeigen sich als Punkte am Horizont. Der Meckliche Kanonendonner hält fortwährend an. Man steh! uüh morgens mit ihm auf und geht abends damit zu Bett.

Pressestimmen.

V. P -'ft. Berlin, 27. Okt. DerBerliner Loknl-An- schreibt: Mit unverminderter Heftigkeit dauern die Kampfe an der belmschen Küste fort. Daß sie für uns e r - gretch verlausen, geht nicht nur aus den täglichen Be- schien des Trotzen Hauptquartiers hervor, sondern wird auch ben aus dem neutralen Ausland einlaufenden Meldungen

bestätig;.

.. DieDeutsche Tageszeitung" sagt: Die Völk er-

b.' hlacht au der belgisch-französischen Küste, die nun schon Reihe von Tagen die Welt in Spannung hält, ist ein Plngen erbitterst er Art, von ebenso gewaltigem Anfang wie entscheidender Bedeutung. Allem menschlichen , Hefter. nach wird dieses gigantische Ringen nicht nur von Rinittelbm-er --ntschudender Bedeutung für den Ausgang bey ^venwärtia tobenden Weltkrieges sein, sondern auch im fiteren Verlauf der Dinge immer mehr als ein Ereignis höchster welthistorischer Bedeutung hervortreten.

^ rnzlischen Schiffe in den Gefechten an der belgischen Küste j» Der Berichterstatter des Vas Diazschen Telesvapcheu-

-bllerie und den englischen Schiffen an der belgischen Küpe -sehen. Er schreibt: Die Lage der Deutschen ist sichr

U u st i $ . d-a die Dünen großen natürlichen schlich gewahren, englisch^,, Schifte beobachten die Küste fc&r schärft um bei Bewegungen der Deutschen sofort ein lebhaftes Feuer zu ^f-nen. Di? englische Flotte besteht aus zehn bis zwölf ,,^'-ften in da? Hauptsache Kreuzer und Torpedo- °°ote.

Rahmung Leswiderstandes der Verbündeten

,. Rotterdam, 27. Okt. Nach den übereinstimmen- Meldnnaen der Kriegsberichterstatter der Notier 7'Uer und Amsterdamer Blätter sind die Deutschen aus A. stanzen Linie von Ostende bis Arras rm V o r° : r U fl cn begriffen. Sie koirzentrieren chre Angrrffe siMegend auf Arras und drängen dort die Verüun^ r Der Wrder

i ch t

n, v' o w tmu) m v ». haben keine Reserven Nr >ns Feld zu führen, während die Deutschen, ge- h^tzt auf das vielnmschige Eisenbahnnetz hinter der immer f r i s ch e V e r st ä r k u n g e n nach den scheidenden Punkten werfen. Das Feuer der engli- und smnzösiichen Kriegsschiffe wird terls durch

die sckiweren Batterien in Schach gehalten, teils reichen auch die Schiffsgefchühe nicht bis an die deutschen Stel­lungen heran, so daß ihr Feuer sichtlich wirkungslos bleibt.

ver traurige Zustand der belgischen Soldaten.

Br. Rom, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. ^ Ktr. Bln.) Der Korrespondent desMattino" in Dünkirchen schreibt: Nie sah man Menschen, die physisch mehr zusammen­gebrochen waren als die belgischen Soldaten. Es sind nur noch Schatten. Die Gesichter sind totenblatz und tragen die Spuren äußerster Erschöpfung. Die tiefeinge sunkencn Augen sind erloschen, überall, wohin sie kommen, verbreiten sie namenlose Bestürzung. Die Verluste, die das belgische Heer erlitt, sind furchtbar. Man schätzt, daß ein Viertel vernichtet ist. Die größten Verluste wurden: den Belgiern durch die deutsche schwere Artillerie zugefügt, zumal durch die'42-Zentimeter-Geschosse. Jedes dieserLuft­torpedos" vergiftet die Atmosphäre 300 Meter im Umkreise und tötet mit seinen Splittern auf 80 Meter Umkreis alles Leben.

Der König der Belgier auf dem Schlachtfeld.

W- T.-B. Kopenhagen, 26. Okt. (Nichtamtlich.)National Tidende" meldet aus Hazebronck: Als der König der Belgier sieb kürzlich unter feindlichem Feuer auf dem Schlacht seid befand, bat ihn sein Stab, sich aus dem Bereich der Ge fahr zu entfernen. Der König erwiderte:Mein Leben hat für mein Land keinen größeren Wert als das eure. Mein Platz ist das Schlachtfeld."

Festnahme von 16 belgischen Bürgermeistern.

Br. Köln, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Als Kriegsgefangene wurden in rheinischen Festungen 16 Bürgermeister Belgiens eingeliefert, die den. Kriegsmaß nahmen der deutschen Behörden passiven Widerstand entgegengesetzt hatten.

Die Rückkehr der belgischen Pslizeibcamten nach Antwerpen.

Von der holländischen Grenze, 25. Ort. Tie noch in Holland weilenden Polizeibeamten von Antwerpen schicken fick, zur Heimkehr an. nachdein ihnen dazu von amt­licher Seite der Rat erteilt worden ist und die Berichte über die Lage in Antwerpen anhaltend befriedigend lauten.

Zur deutschen Verwaltung in Belgien berufen. Karlsruhe, 25. Okt. Geheimrat Dr. Bittmann, der in den Dienst der deutschen Verwaltung in Belgien tritt, war früher Direktor einer größeren Fabrik in Aachen. Er gilt als guter Kenner der wirtschaftlichen Verhältnisse Belgiens.

Zeebruggc als Nntersecbootsstützpunkt.

Haag, 25. Okt. Englische Blätter betonen abermals die Wichtigkeit, zu verhindern, daß der belgische Seehafen Z e c- b r u g g e als Stützhafen für deutsche Unterseeboote verwandt wird. Augenscheinlich kommt diese Aufmerksamkeit zu spät, da nach Berichten holländischer Blätter Zeebruggc deutscherseits bereits stark befestigt wird.

Die belgische Regierung verordnet im Exil.

Sr. Rotterdam, 27. Okt. (Eig. Trahtberichi. Ktr. Bln.) Die belgische Reaierung in Havre veröffentlicht in ihrem Amtsblatt ein allgemeines Ausfuhrverbot von Lebens­mitteln aus dem nördlichen Reich nach Deutschland.

Der österreichische amtliche Uriegs- bericht vom 26. Oktober.

Sei Iwsnaorod bisher 8000 Gefangene.

W. T.-B. Wien, 26. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: In den Kämpfen vor I w a n g o r o d machten wir bisher 8 6 0 0 R u s s e n zu G e f a n g c n c n und crbentcieu 19 Maschinengewehre. Nächst Jaroslau mußten sich ein russischer Oberst und 2 00 Mann ergeben. Bei Zalucze (südwestlich Sniethn) und bei Pasicnicza (südwestlich Nadworna) wurde der Feind zurückgeworfen. Die Lage im grossen ist unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H v f e r, Generalmajor.

Lin LuftfloLLenangriff auf Warschau.

Keine übereilten Hoffnungen.

W-T.-'B. Stockholm, 26. Okt. Die Blätter melden laut B. L.-A." aus Petersburg: Eine deutsche Luftflotte, ans mehreren Zeppelinen und Luftfahrzeugen bestehend, be- ,-wiese seit dem 25. Okt. früh Warschau. Die Angriffe würden durch Maschinengewehre von den Kirchtürmen er­widert. Es werbe mit der baldigen Übergabe der Stadt gerechnet. DerL.-A." bemerkt zu dem letzten Satz: Warten wir das Wort des Großen HanptquartterS ab. Stürzen wir uns nicht in übereilte Hoffnungeu, sondern freuen wir >rn§, daß jedenfalls unsere Aktien im Osten steigen und nicht fallen.

Die Opfer der deutschen Flieger über Warschau.

Br. Warschau, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Vln.) Die Zahl der Opfer, die die Bombenwürfe der deutschen Flieger in den letzten Tagen in der Stadt Warschau gekostet hoben, beträgt 106 Tote.

Über Deutschlands Zukunft.

Eine beachtenswerte Auslassung des Grafen Reveutlow.

»r. Berlin, 27. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In derDeutschen Tagesztg." untersucht heute der Gras R e v e n t t o w die geographischen und politischen Grundbe­dingungen für Deutschlands Zukunft. Nach seiner Meinung ist der gegenwärtige Krieg oder doch die Beteiligung Eng­lands nur möglich gewesen, wett die deutschen Nord­seehäfen dicht aneinandergedrängt, in der tiefein­springenden deutschen Bucht liegen, viel zu weit von den Ausgängen der Nordsee und der großbritannischen Küste entfernt. .Nur darum sei England in der Lage ge­wesen, mit relativ schwachen Kräften unseren ganzen Außenhandel zu unterbinden. Das Deutsche Reich dürfe nach dem Kriege nicht wieder in derselben Lage sein, zumal die Lage noch ungünstiger für uns werden könne» wenn Großbritannien sich der F e st l a n d s h ä f e n nahe dem Eingang des Ärmelkanals direkt oder indirekt zu versichern in der Lage sei. Der Artikel fordert das ganze deutsche Volk auf, dieses Problem nach allen Richtungen durchzudenken. Hier handelt es sich um die Grundlagen unserer künftigen Weltmachtstellung.

Eins NarrsLsi.

O Berlin, 26. Oktober.

Dvs wnberbare Anevbieten des russischen Bot­schafters in Rom, die österreichischen Gefange­nen i t a 1 i e n i scher Nationalität an Italien auszuliefern, das sic aber während der Kriegsdauer überwachen möge, darnit sie nicht wieder zum öster- reichisch-unMrifchen Heere zurnckkchren, dieses in seiner Ungewöhnlichkeit gerrärezu scherzhoft wir­kende Angebot rechtfertigt immerhin eine nähere Be­trachtung. Nur obenhin soll hier die Antwort^ des Dtinisterpräsidenten Salandra berührt wenden. Das Selbstverständliche wäre es Wohl gewesM, wenn Salandra eriwlidert hätte, daß Kriegsgefangene öster­reichisch-ungarischer Staaiszugohörigkeit überihaupt nicht in Verwahrung genommen werden könnten, und daß das Ansinnen eigentlich gar nicht zu verstehen sei. Ob dies« Kriegsgefangenen italienischer Nationalität sind oder Deutsche oder Tschechen, das müßte für -Italien doch völlig ein und dasselbe sein. Diese AntLnort wrm hat Salandra nicht erteilt, sondern er hat eftkennen lassen, daß er dieUnterscheidung ZwischenÖsterreichisch-Jtalienerir und anderen Österreichern willig annimmt, daß es sich also für ihn nicht um Österreicher schlechtweg, sondern in diesem Falle um solche Österreicher handelt, die seinem Herzen und dem der Italiener besonders nahe­stehen. Das ist ja menschlich zu begreifen, und doch wird durch die italienische Antwort der Eindruck er- lveckt, chs wäre unter Umständen, die sachlich allerdings ausgeschlossen sind, ein Eingehen arft die russische An­biederung doch möglich, >weil diese Gefangenen ge­wiss er matz en zwang sw ei se unter den Fahnen des Donaureichs gekämpft haben. Der Ministerpräsi­dent Salandra kann -das als kluger und streng neutral gesinnter Staatsmann natürlich nicht meinen, aber gerade darum läßt seine Stellungnahme erkemien, welche Rücksichten er auf das V o lk sempfr nd en in seinem Lande zu nehmen hat. Hätte er die vochin angeideutete^ Antwort gegeben, so würde dgs italienische Bewußtsein vielleicht unangenchm ausbegehrt Habens deshalb wuvde eine Form gewählt, deren Unstich- h a l t i g k e i t Salandra übrigens selbst durch die Be­merkung deutlich macht, .daß Italien diese Gefangenen, die selbstverständlich sofort freigelassen werdm müßten, somit nichtam Werschreiten irgendeiner Grenze würde verhindern können".

Das kann ^doch nur heißen, daß der Ministerpräsident mit der Möglichkeit rechnet, diese österreichischen Sol­daten würden alsbald wieder nach Österreich zurück­kehren und von neuem gegen die Russen kämpfen. Nimmt er das in Aussicht, so weiß er also auch, daß den Kriegsgefangenen italiensscher Nationalität zuzu- trauen ist, sie würden ihre Pflichten gegen ihren Staat auch weiterhin getreulich erfüllen. Er hält sie also trotz ihrer Sprache für gute Österreicher.

Nun aber mutz man fragen, wie sich die rusiische Regierung die Auslieferung deritalienischen" Kriegs­gefangenen an Italien gedacht haben mag. Plumper kann kein Schwindel sein als der, den die Petersburger Machthaber mit diesem lächerlichen Ansinnen an Italien getrieben haben. Die Gefangenen sollen nicht etwa an der russischen Grenze freigelassen Vierden, sondern si« sollen derartig in italienischen Gewahrsam übergesuhrt werden, daß Italien die Verpflichtung erfüllen kann ri? wäbrend des Krieges wirksam zu MeÄvaeyen. Wil

sie während des Krieges wirksam M überwachen. Wie aber soll das geschehen? Rußland ist nahezu völlig von den neutralen Staaten abg eschnittcn. Der. em- zige, allenfalls verfügbare Weg führt über Archangelsk. Englische Kriegsschiffe müßten die dorthin zu bringen­den Gefangenen überneMen und nicht ohne Gchohrcn in Schottland landen, von wo sie aber- E n gtands