Einzelbild herunterladen
 

Morgen, das hast Du doch nicht nöthig? Komm' und ruh' aus." Er ging ihr entgegen und wollte ihr die Last abnehmen.

Sie zuckte unter seiner Berührung zusammen. „Laßt, ich bring' cs allein fertig."

„So stolz!" lachte er mit einem Lachen, dem man den Aerger ansah. „Gib her den Korb, ich will's."

„Und ich nicht," sagte fie, an ihm vorübergehend und in'S Haus tretend. Dort stellte sie die Last ab und ging in die Küche.

„Was hat sie denn?" fragte Vater Mertens.

„Launen," entgegnete Holger; „doch ich treib' fie ihr aus. — Wißt ihr, Mertens, wäre Gunil nicht so verteufelt schön und ich ein alter Narr, so könnte ich wohl wünschen, Ihr hättet sie sür Euch behalten!"

„Hab' ich sie Euch aufgezwungen?" fragte Mertens. „Ich sagte cs ja, Gunil ist nicht wie Jede."

„Freilich, und das ist's gerade! Ich möchte sie nicht anders, aber lernen soll fie, daß ich ihr Herr bin." (Fortsetzung folgt.)

Aus dem Reiche.

*(WarnungfürLehrer.) Aus einer ganz kürzlich ergangenen Regierungs-Verfügung ist zu ersehen, daß Volksschullehrer sich angeblich dazu haben gebrauchen lassen, Verträge zwischen Auswanderer befördernden Geschäften und Einwohnern ihres Bezirks zu vermitteln. Die Regierung weist nun darauf hin, daß durch Uebernahme derartiger Geschäfte, selbst wenn sich diese auf einzelne bestimmte Fälle beschränken, die Lehrer der Strafe verfallen, weil sie ohne Genehmigung der Regierung nebenamtlich Geschäft« treiben. Außerdem aber setzen sie sich noch der Ahndung nach dem die Beförderung von Auswanderern betreffenden Gesetze vom 7. Mai 1853 aus. wenn sie stch mit Geschäften, Gesellschaften rc. einlassen, welche auch ihrerseits zur Beförderung von Auswanderern nicht verstattet worden find.

* (Mit einer ReichSschanksteuer), resp. den Vorbereitungen zu derselben, soll es angeblich zusammenhängen, daß 1) vor einiger Zeit unter dem Vorsitze desGeueral-Steuerdirectors Burchardt eine Konferenz von Steuerdecernenten der verschiedenen Provinztal-Regierungen stattgefunden hat und 2) die Ortsbehörden Preußens bis zum 10. April d. I. den Landrathsämtern rc. eine Zusammenstellung einzureichen hatten, aus welcher sich für die Zeit vom 1. April v. I. bis zum 1. April d. I. ergibt, wie viel Gast- und Schankwirthfchaften einschließlich der Wein- und Bierstube» concesfionirt worden sind, und ob in Orten, in welchen während dieses Zeitraumes eine oder mehrere Concessionen ertheilt worden find, eine Ver­mehrung oder Verminderung der Gast- und Schankwirthschaftem sowie der Wein- und Bierstuben stattgefunden hat. So berichtet die „Magd. Ztg."

— (Die Unterschrift auf einem Wechsel) „als Bürge" bindet ohne diejenige des Hauptschuldners nicht wechselrechtlich. Eia gezogener oder eigener Wechsel, welcher der Unterschrift des Ausstellers entbehrt, wohl aber nach dem Namen einer Person „als Bürge" unterzeichnet ist, ist nach einem Urtheile des Reichsgerichts, I. CivilsenatS, vom 14. März 1883, wechselrechtlich völlig unwirksam; der „als Bürge" Unterzeichnete ist auS seiner Unterschrift wechselmäßtg nicht haflbar.

— (Militärisches.) Wieder hat eine deutsche Gewehrconstruction ihren befriedigenden Abschluß gefunden: vermöge ihrer Einfachheit, Kriegs­brauchbarkeit und Leistungsfähigkeit scheint dieselbe bestimmt, einen hervor­ragenden Platz auf dem Gebiet der Waffentechuik einzunehmen. Der Maschinen-Jngenter Garbe hat ein Gewehr construirt, welches durch überraschende Einfachheit und Solidität des Verschluß-Mechanismus, durch große Feuergeschwindigkeit und Leichtigkeit in sachverständigen Kreisen allgemeine Anerkennung gefunden hat. Nach langen Versuche» ist es ge­lungen, Constrnctionen zu finden, welche bei möglichst wenig Theilen im Verschluß-Mechanismus ganz besonders die Krie^sbrauchbarkett der Waffe gegenüber den complicirteu Errichtungen anderer Gewehre garantiren. Durch überaus sinnreiche Einrichtungen ist nunmehr auch insofern den modernen Anforderungen an eine Infanterie-Feuerwaffe Rechnung ge­tragen worden, als es Herr Garbe gelungen ist, das Gewehr auch zur Repettrwaffe einzurichten. Um nicht durch daS Mitführen von Patronen in dem sonst mit dem Gewehr permanent verbundenen Magazin das Gewicht der Waffe verhältnißmäßig zu erhöhen, hat der Erfinder die Einrichtung geschaffen, erst im Moment des nothwendtg werdenden Gebrauchs durch einen einzigen festen Griff das mit Patronen gefüllte Magazin an das Gewehr anzuhängen. Ist ein Magazin durch Abgabe der Schüsse entleert, so wird ein anderes, bereits gleichfalls gefülltes, nach Abnehmeu des ersten mit der Waffe vereinigt. Mehrere solcher, mit etwa 10 Patronen ge­füllter Magazin-Mctallröhren kann der Soldat leicht nnd bequem mit sich führen.

— (Die Standgefäße der Apotheker.) Wie man hört, besteht die Absicht, für das gesammte Reichsgebiet eine Regelung der Signirungen der Standgefäße in den Apotheken vorzunehmen. Ja Bezug hierauf bat vor Kurzem der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Ange- legenheiten die entgegenstehenden Bestimmungen über die Einführung der Pharmacopoea Germanica dahin abgeändcrt, daß bis auf Weiteres für die indifferenten Arzneimittel die zur Zeit vorhandenen Signaturen, falls solche in schwarzer Schrift auf Hellem Grunde ausgeführt und in dm Ser­

ien ft

ein ein

ich er- fer IC« nl, de, nie »er ,tt- on, &en sich ms

der iut, sie die Pe en, in bol

Du

k No. 18»_______________________Expedition: Laogzoffe No. 37.

Huchen in den Spalten zwischen den Felsen über der Tasel. Als ich oben stand, sah ich Holger'S Boot hinübersahren. Niemand war mit ihm. Mich wunderte, was er wohl dort suchen wöge. Da gewahre ich aus der Felsenplatte eine dunkle Gestalt liegen — ein Mensch. Holger mußte wissen, daß er da lag, denn vom Ufer aus konnte man ihn nicht so sehen, wie ich von oben herab. Holger hält das Boot an, springt in'S Wasser, zieht eS nach fich, so weit er kann, klettert auf den Felsen, beugt sich über den tobten Mann, durchsucht ihm die nassen Kleider, noch seh' ich sein Gesicht dabei, das teuflische Lachen — eine große Brieftasche hält er dann prüfend in die Höhe; da richtet fich der Mann aus — er ist nicht tobt — er fleht seine Habe in des Anderen Händen. — Dem paßt das schlecht. — Nun folgt ein wildeS Ringen, Holger ist der Stärkere, er packt den Mann an der Kehle, er schleudert ihn gegen die Felswand, daß er leblos zufammenbricht — eine Minute schaut er ihn prüfend an, dann gibt er ihm einen Stoß mit dem Fuße — und hoch auf schlägt die Welle und daS Meer verschlingt den Todten."

Er schwieg. „Ist das wahr?" flüsterte Gunil bebend.

„So wahr ein Gott lebt! — Auf dem Heimweg begegnete mir Holger."

„Warum hast Du Niemand davon gesagt?"

„Dem Vater erzählt ich's, der hieß mich schweigen. — Wie fie dann die Leiche fanden, da sagten fie, er sei vom Meere an den Felsen geschleudert, daher habe er die Wunde."

„Und wann war das?"

„An Martini werden's acht Jahre."

„Hjalmar, daß Du geschwiegen!" rief Gunil. „Holger be­schuldigt meinen Vater der That."

„Ist's wahr, Gunil! Und Du bist seine Frau geworden, damit er schweigt?"

„So ist's, Hjalmar!" sagte fie düster.

„Ich mache Dich frei!"

Sie schüttelte den Kops: „War Du vor Jahren nicht beweisen konntest, kannst Du auch heute nicht. Wer wird Dir glauben? Sie werde» sagen, eS sei um meinetwillen; ich bin an ihn gekettet, s«r immer."

itet

ihn

hi«' rück a«d war -stet

il!' nie

lich, stich in«»

sc«, t?'

ich»

D«

„Es soll nicht sein, bei Gott, und es wird nicht."

; , »Thue nichts Gewaltsames, Hjalmar, thue eS mir zu Liebe ?W. — Wenn Du mich je lieb gehabt hast, so geh' fort, über'S beg^b komme zurück, erst wenn Du hörst, daß Gunil „Es kann nicht sein, Gunil, die Mutter . . . ."

„Sie wartet ruhig und tröstet fich von heute auf morgen.

'"eh', Hjalmar, geh'."

„Ich kann nicht!"

„Es muß sein!"

„Die Mutter muß ich wenigstens sehen, nur einmal, dann ",™ ich's thun, wenn ich'S vermag."

„Du kannst es — thue ich nicht Schwereres?"

»O, Gunil, daß es so kommen mußte!"

Sie wandte fich weg, er sollte nicht sehen, was fie litt, 'deh', Hjalmar, geh'!"

. Er mußte gehorchen. Langsam, den Blick auf sie geheftet, ,er zurück. Am Schwanken des Bootes nur fühlte fie, wie

" °« s Ufer stieg.

e, Sie kniete nieder und lehnte sich weit über den Rand des » ’$r Besicht berührte die salzige Fluth, die keine Gluth

i„,, scheu hatte; ihre Wangen waren kalt, fie selbst erstarrt bis Herz.

(Jffire Hand wusch an der Wäsche mit fieberhafter Eile, mit au? x r 3hr Auge sah häßliche Flecken, rothe Spuren de» b blendenden Weiß des Linnens, und die Welle, die an «ahn schlug, murmelte dumpf ein einziges Wort: Mord I

>eu & "ach vollbrachter Arbeit heimwärts ging im leuchten- n.e?°""enschein, da war ihre schlanke Gestalt gebeugt und ihr Hm Jah„ gealtert.

der Thür stand ihr Vater. „Ei, Gunil!" rief et, „wo ''.Du so lange? Wir warten aus den Kaffee."

®uch Holger kam heraus: „So fleißig, Frau, am frühen

«eite 15