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bt nch eine Coioffalvuste Luther'S und auch an vielen HSuiern steht 8. August in Baltimore angekowmen. __________________________
©iucJ und Verlag der L- Schelleuberg'icheu Hof-Buchdruckerci in Wiesbaoen. — Kür vle Herausgabe verantwortlich: Louis Schellenberg in Wiesvädm^
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— (Das Lutherfest in Erfurt) hatte die Hallenser, Göttinger, Erlanger, Bonner, Berliner und Leipziger Studenten schon am 7. August zur Vorfeier in festlichen Zügen in die geschmückte Stadt geführt und auch aus Breslau, Straßburg, Kiel, Rostock, Greifswald, Tübingen und Heidelberg warm studentische Deputationen eingetroffen. Die Stadt ist mit Ehrmpforten, Flaggen und Guirlanden auf das Reichste geschmückt, das Snuere der Augustinerkirche ist mit prachtvoll blühenden Blumen und flanzengruppen decorirt, auf dem großen Frtedrich-Wilhelmsplatze erhebt nch eine Colosialbüste Luther'S und auch an vielen HSuiern steht
Naurod die I. Lehrerstelle mit einem decretlichen Gehalte von 900 Mk. und einer nach dem Dienstalter des Lehrers festzusetzenden Alterszulage bis zum Maximalbetrag von 300 Mk., beide Stellen bis zum 1. October l. I. anderweitig zu besetzen. Anmeldungen für dieselben sind bis zum 1. bezw. 10. September I. I. an hiesige König!. Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen, zu richten.
. 5 (I u> ker - Versammlung.) Die XXVIII. Wanderversammlung der deutschen und österreichischen Bieuenwirthe tagt vom 10. bis 15. September er. in Frankfurt a. M. Mit der Versammlung ist eine Ausstellung von Bienen, Bienenwohnungen, Bimmproducten und bienen« wtrthschaftlichm Gerüchen verbunden. Betheiligen können sich an der Versammlnng auch die Bieuenwirthe, welche einem bienenwirthschaftlichm Vereine nicht angehören.
»(Auszeichnung.) Dem Obersten z. D. von Bülow, bisher Kommandeur des 1. Hessischen Husaren-Regiments No. 13, ist der Roche Adler-Ordm dritter Classe mit der Schleife verliehen worden.
Ans dem Reiche.
* (Zweikaiser-Znsammenknnft.) Kaiser Wilhelm reiste am Mittwoch 91/« Uhr Vormittags mit Separatzug von Salzburg nach Ischl weiter. Der Kaiser von Oesterreich fuhr seinem erlauchten Freunde bis Ebensee entgegen, wo eine sehr herzliche Begrüßung der Monarchen statt- fand. _ Hierauf erfolgte die gemeinschaftliche Weiterreise nach Ischl, woselbst sie Präeise 12 Uhr in dem reichbeflaggten Bahnhofe ankamen und von der Kaiserin Elisabeth empfangen wurden. Die Kaiserin fuhr mit dem Kaiser Wilhelm bis zum Hotel Elisabeth, der Kaiser von Oesterreich mit dem deutschen Botschafter in Wien, Prinzen Reuß. Längs des Weges vom Bahnhofe bis zum Hotel bildeten riesige Menschenmassen Spalier und brachten stürmische Hochrufe dar. Nachmittags um 3 Uhr war Galadiner, wozu Kaiser Wilhelm von dem Kaiser von Oesterreich abgeholt wurde. Um 5 Uhr folgte eine gemeinschaftliche Spazierfahrt nach Laufen. Als die beiden Kaiser von dem Ausfluge zurückkehrten, empfingen Höchstdieselben deu mWerweile in Ischl angekommenen Kronprinzen von Portugal. Um 7 Uhr fand eine Festvorstellung der Wiener Hofoper statt, welcher auch die österreichische Kaiserin, sowie die Erzherzogin Valerie beiwohnten. Nach dem Theater wurde der Thee in der kaiserlichen Villa eingenommen.
* (Die Kaiserin) beabsichtigt Ende dieser Woche von Koblenz nach Potsdam zurückzukehren. Beide Majestäten gedenken einige Wochen in Schloß Babelsberg bezw. Potsdam zu verweilen.
man Lucher's Bild. Vom stützen Morgen des 8. August an hatten Ersta- züge fast ununterbrochen über 20,000 Festgäste herbeigeführt. Die Straßen waren überfüllt und von allen Seiten trafen noch neue Festtheilnehmer ein. Um 9 Uhr begann der Festgottesdienst in der Barfüßerkirche, bei welchem Generalsuperintendent Dr. Bauer die Festpredigt hielt, eine halbe Stunde später begann der zweite Festgottesdienst in der Augustinerkirche, bei welchem Superintendent R t e t s ch e l ans Wittenberg predigte. Der Nachmittags 3 Uhr ftattgefunbene Festzug brachte den Moment zur Darstellung, wo Luther ans der Reise znm Reichstag in Worms von der Stadt Erfurt feierlich eingeholt wurde. Er erfolgte bei herrlichem Wetter; voran Landsknechte, daun ein städtischer Herold mit der Standarte, Fanfarenbläser, Bergleute, Gewerksmitglieder, berittene Trompeter, das alte Erfurter Univerfitätsbanuer, das Scepter der Berliner Studenten mit den Facnltäisfahnen aus Bonn, Breslau, Erlangen, Freiburg, Gießen, Marburg, Göttingen, Jena und Halle. Dann kam der Lutherwagen, ein einfacher Planwagen, auf dem Luther, Amsdorf, Petzen- steiner, Suaven und ein pommer'scher studirender Edelmann, naturgetreu vost Künstlern copirt, saßen. Der Wagen war begleitet von 26 Studenten. Voran ritt ein kaiserlicher Herold; es folgten der Rector Rubeanns, 40 berittene Professoren, 40 Professoren zu Fuß, Studenten aus Heidelberg, Greifswald, Kiel, Rostock, München, Tübingen, Straßburg, Leipzig mit den Universitätsfahnen, eine Gruppe Torgauer Geharnischter, der Herzog Bernhard von Weimar an der Spitze von Patriziern zu Pferde und zu Fuß, Patrizierinnen, Jungfrauen, der mächtige Blumenwagen der Erfurter Gärtner, schließlich die Schützengewerke, Innungen, Landsknechte. Auf dem Anger vor der Kommandantur, wo die Herzogin Elisabeth von Mecklenburg-Schwerin und deren beiden ältesten Brüder zusahen, hielt der Zug. begrüßt mit einer Festeantate von den dort aufgestellten Sängerchören; ebenso vor der Augustinerkirche. Um 5 Uhr langte der Zug auf dem Friedrich Wilhelwsplatze an, wo Hofprediger Rogge ans Potsdam nach einem Festgesange der vereinigten Chöre eine erhebende Ansprache hielt. Das Fest endete mit einem dreimaligen Hoch Rogge's auf den Kaiser, in welches die Theilnehmer und Zuschauer unter dem Tusch der Trompeter jubelnd einstimmten.
— (Probefahrt auf dem electrifdjen Omnibus.) Die Passanten auf der Place de la Concorde in Paris waren an einem der letzten Abende sehr überrascht durch den Anblick eines Omnibusses, der ohne Pferde, jedoch sehr stark mit Passagieren besetzt, hin- und herfuhr. Es war dies wieder eine Leistung der Electricität. Das Vehikel führte die Kraft, die dasselbe bewegte, mit sich. Unter den Sitzen waren Accumulatoren angebracht, welche ein Gewicht von 2500 Kilogramm repräsentiren und die Arbest von 72 Pferden verrichten. Die Accumulatoren waren durch DrWe mit einer Siemens-Maschiene verbunden, welche unterhalb des Wagens angebracht war. Die Probefahrt ist als vollständig gelungen zu betrachten. Sowohl die Geschwindigkeit, als auch die Lenkbarkeit des Fuhrwerkes ist weitaus größer als bei den gewöhnlichen Omnibussen.
— (Zur Katastrophe auf Ischia.) Die grenzenlose Aufregung, welche naturgemäß in Neapel seit der Katastrophe auf Ischia herrscht, hat eine Diebesbande in laffinirtefter Weise benutzt, um in großem Maßstäbe stehlen zu können. In der Nacht vom 2. zum 3. August verbreitete sich plötzlich eine Panik in der Stadt. Der Correspondent der „Gazz. d'Jtalia" meldet, daß man in der Nacht an die Thür seines Hotelzimmers pochte und ihm zurief: .Wenn Sie sich noch retten wollen, machen Sie schnell, sonst ist cs nicht mehr Zeit." Alles stürzte auf die Straßen, welche schon mit Menschen besäet waren. Man erfuhr, daß der Professor Palmieri eine Depesche an den Präsecten gesandt habe, worin er ein unmittelbar bevorstehendes Erdbeben in Neapel verkündet. Polizeibeamte seien in einzelnen Häusern erschienen und hätten die Bewohner aufgefordert, sich zu retten. Der Delegirte Douadio, welcher gerade den Telegraphendienst hatte, sah eine Ansammlung von Menschenmassen auf der Piazza Municipio Er erkundigte sich nach dem Grunde und erfuhr, daß schon viele Personen auf dem Polizeibureau gewesen seien, um sich über die von Palmieri ausgehende Nachricht von einem bevorstehenden Erdbeben zu informiren, daß man ab« dort nichts von der Sache gewußt habe. Donadie depeschirte sofort dem Präsecten und bat ihn, die Sache zu bementiren. Es traf die Antwort ein, daß der Prüftet keinerlei Telegramme von Palmieri bekommen, daß er aber jetzt sofort rach dem Vesuv-Observatorium des Professors telegraphirt und die Auskunft erhalten habe, daß kein Wort an der Sache wahr sei. Es stellte sich nun heraus, daß eine Diebesbande unter allerhand Verkleidungen und unter Berufung auf die Autorität der Polizei, des Präftcteu und des Königs in verschiedenen Häusern erschienen war und die Nachricht verbreitet batte. Ihre Hoffnung bestand darin, die Panik, welche in der Stadt durch das Weiterdringen des Gerüchtes entfielen mußte, zu Diebstählen zu benutzen. Theilweise ist die» auch gelungen. Die Polizei machte Anstrengungen, um die Uebelthäter zuifasftn. — Aus der verschütteten Insel selbst betreibt der Aibeitsminister immer mehr die Errichtung von Baracken. Die Delegitten der Central-Comit^'s von Neapel stellen, soweit möglich, eine exacte Statistik über die Tobten und Verwundeten, sowie über die verursachten Schäden zusammen. Der Gesundhettszustand ist ein gut«. Die Straßen der zerstörten Städte werden alsbald gesäubert sein Die Ordnung wird strenge aufrechterhalten.
— (Von der Cholera.) Ans Kairo vorliegende Meldung« lasse» erkennen, daß die Cholera überall in Egypten im Abnehme« begriffen ist. ________________
Handel, Industrie, Statistik.
^(Kongreß zur Verhandlung commercieller und industrieller Fragen.) Vom 11. bis zum 18. September d. Js. wird im Anschluß an die Colonial-AnSstellung zu Amsterdam ein Congreß zur Verhandlung industrieller und commercieller Fragen zusammentreten und sich mit folgenden interessanten Gegenständen befassen: 1) Gesetzgebetische oder regierungsseitige Maßregeln znm Schutze des nationalen Handels und der nationalen Industrie. 2) Internationales Fallimentsrecht. 3) Prüfung des Vorschlages der Berner Convention (1881) betr. den Gütertransport auf den Eisenbahnen; speciell a) direkte internationale Transporte; b) Frachtbriefe: v) Verantwortlichkeit der Eisenbahngesellschaften in Verlust- und Havariefällen. 4) Internationale Münzstagen. 5) Internationale Maßnahmen betr. Schiffszusammenstöße und andere Seeunfälle (Revision der internationalen Signalbestimmungeu; Pflichten der Capitäne nach statt- gehabtem Zusammenstoß; E-nstruction und Ausrüstung der Schiffe, um Zusammenstöße weniger gefährlich zu machen; Internationale Strafgesetzgebung; Internationale Veranstaltungen zur Erbauung von Leuchtthürmen und Auslegen von Booten an den Küsten unbewohnter oder uncibilifitter Länder). 6) Einheitliche Gesetzgebung betr. die Obligationen (titres au porteur), welche von Staat, Provinzen, Communen, Gesellschaften rc. aus- gegeben werden. 7) Patentgesetzgebnug; Fabrik- und Handelsmarken, Musterschutz. 8) Internationale Gesetzgebung betr. Schiffsrhederei; Verantwortlichkeit des Rheders in Verlustfällen, die auf Fehler, Nachlässigkeit rc. der Capstäne, auf die Bauart der Schiffe oder der Maschinen zuiück- zuführen sind; Rechte des CapüäoS, wenn der Adressat die Annahme der Waare verweigert rc. 9) Internationales Wechselrecht. — Außerdem werden drei intereffante Vorträge gehalten werden und zwar werden sprechen: Mr. CH. Lucas, Architect der Stadt Varis, über „Gewerblichen Unterricht und gewerbliche FortbUdnngSschulen", Mr. Varey, Mitglied der französischen Ausstellungs-Commission, über „Vereinigungen zum Schutze der in Fabriken tätigen Kinder" und I. Zurcher über „Die niederländische Malerei des 19. Jahrhunderts."
