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Wette 8
Handel, Industrie, Statistik.
Bau
ufiungen dt« nwerne Medaille bei der Gewerbe-Ausstellung zu Theil.
Druck uud Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Bnchdrnckerei tu Wiesbaden.
Vermischtes.
* (Auf der X. Hauptversammlung des Mittelrheinische« Architecten- und Ingenieur-Vereins in Darmstadt) betonte der Vorsitzende Herr Oberbaurath Schäffer, im Allgemeinen könne in Bezug auf die Bauthätigkeit im Bezirke des Vereins ausgesprochen werden, daß wohl nur selten in einem so kleinen Bezirke in einer verhältnißmäßtz o kurzen Zeit eine solche Fülle von Bauthätigkeit entfaltet werde, wie bici legenwärtig der Fall sei. Hauptsächlich habe dazu die Entwickelung her Nachbarstädte Frankfurt und Mainz einen hervorragenden Impuls gegeben. Mit hoher Befriedigung könne darauf hingewiesen werden, daß im Allgemeinen bei der Ausstattung — sowohl im Aeußeren wie im Inneren - von öffentlichen Bauwerken oder auch von Prtvatbauten und in letzter« Falle in Verbindung mit den Leistungen eines weit vorgeschrittenen Knnii- handwerkes und einer weit vorgeschrittenen Kunstindustrie Leistungen geschaffen werden, die iu jeder Beziehung würdig sind und in vielen Fällen als prächtig bezeichnet werden dürfen. Wenn auch nicht überall das geschehe, was geschehen könnte, so dürfte vielleicht gerade hierin eine Aufgabe fite den Verein gesehen werden und es dürfte demselben an's Herz gelegt werden, überall da zur rechten Zeit und in den rechten Dingen seine Stimme zu erheben. Schließlich bemerkt Herr Oberbaurath Schäffer, daß ; der Kostenaufwand für die größeren im Vereinsbezirke in der Ausführung begriffenen Bauten — die bezüglichen Pläne sind in der Ausstellung gn sehen — nach ungefährer Schätzung sechzig Millionen Mark betragen! Die iatutenmäßig aus dem Vorstände auszuscheidende» Herren Regierungi- und Baurath Cuno und Oberbaurath Hoffmann aus Wiesbaden wurden per Aeelamatton wiedergewählt. Als Ort der nächsten Versäum- ämmlung wurde auf Vorschlag des Vorstandes Worms bestimmt. Bezüglich der u. A. zur Verhandlung stehenden Frage wegen der Wiederherstellung des Heidelberger Schlosses durch den Verband bemerke der Vorsitzende, die Sache habe jetzt schon eine gewisse Erledigung darin «en, daß die grobherzoglich badische Regierung ihrerseits die Jnitiati«
Angelegenheit ergriffen habe, vielleicht dadurch angeregt, daß W den Eingriff des Verbandes in die Sache überhaupt vermeiden wollte. K sei eine Commission ernannt, welche mit der Untersuchung der baulichen M des Schlosses beauftragt sei und es sei ein Fond hierfür verwilligt. Die Versammlung erachtete nach dieser Mittheilung ein weiteres Eingreifen deS Verbandes vor Abschluß der vorzunehmenden Untersuchung nicht für angeM — (Das furchtbare Erdbeben), welches die italienische Zm Ischia, wegen ihrer reizenden Lage die Erholungsstätte vieler Ruhm- dürftiger, heimsuchte, begann in dem Hauptort der Insel, in Cala- micctolo, am Samstag Abend um 10 Uhr. Ein unbeschreiblich bufflW» Getöse begleitete das Erdbeben. In Casamiceiola verdüsterten große Wolken das Firmament, überall hörte man Stöhnen, Aechzen ani Entsetzensrufe. Alles eilte dem Meere zu, die vorhandenen Barken W Kähne wurden von den Fliehende» im Sturm genommen. Auch W? bietet einen trostlosen Anblick dar, überall sieht man Verwundete., g» Spitäler haben gegen den Andrang der Bevölkerung durch miliMM Wachen geschützt werden müssen. Profeffor Palmieri glaubt, Katastrophe sei nicht durch ein Erdbeben, sondern durch die Senkung
Ans dem Reiche.
— (Ernennung.) Zum Commandanten von Mainz ist laut Cabinets- ordre vom 24. Juli Generalmajor v. Haug Witz, bisher Commandant der 22. Infanterie-Brigade in Breslau, ernannt worden.
— (Die Kosten der Parlamente.) Die Frage, was dem deutschen Volke seine parlamentarischen Vertretungen kosten, findet ihre Beantwortung in dem im Verlage von Velhagen und Klastng (Bielefeld und Leipzig) erschienenen „Staatshandbuch des Reichs und der Einzel- staaten." Nach den offenbar auf amtlichen Mitthetlungen beruhenden Angaben desselben betragen (wohl im Durchschnitt pro Jahr berechnet) die Ausgaben für den Reichstag 407,670 Mk., das preußische Herrenhaus 168,510 Mk. und das preußische HauS der Abgeordneten 1,200,520 Mk.
* (Forst-Uniformen.) Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster Ordre vom 18. Juni er. bestimmt, daß .die Forst-Assefforen sowohl die Wald- als auch die Staatsuniform der Oberförster mit alleiniger Ausnahme der Oberförster-Achelabzeichen, und an deren Stelle Achselabzetchen von 5 Streifen grüner resp. goldener 6 mm breitet Plattschnur glatt neben einander, am Aermeleiusatz eingelassen, oben unter dem Kragen an einem kleinen Wappenknopfe befestigt, die Forst-Referendare aber die Walduuiforrn der bisherigen Forsteandidaten zu tragen haben, sowie daß die Forst-Referendare eine Staatsuniform nicht erhalten.
en. (Die hiesige Maschinenbau- und ______________ . tt mit dem bevorstehenden Wintersemester in ihr 15. Semester ein und kann auf eine recht erfreuliche Vergangenheit zurück- blicken. ES gelang der Anstalt, daß ihre Absolvirten ost sogar mit hervorragenden Prädieaten die Reifeprüfung der Anstalt — das Maschinen- techuiker- resp. BaugewerkSmeister-Examen — bestanden, daß denselben von Gesten der Fabrikanten und Baugewerksmeister ein entsprechendes Vertrauen entgegcngcbracht tourbe, durch welches fie fast unmittelbar nach dem Verlassen der Anstalt Stellungen fanden. Die Anstalt selbst aber hat auch nicht nur in ihren öffentlichen Semestral-AuSstellungen einen Beweis der tüchtigen Leistungen ihrer Gchüler gebracht, sondern auch in den Ausstellungen der Schulerarbesten bei Geleaenheit der Verbandstage deutscher «augewerksmerster zu Erfurt uud Kassel. Ihr wurde s. Z. für ihre Leistungen die silberne Medaille bei der Gewerbe-Ausstellung zu Thell.
alten Patrizierfamilie. Die Veranda desselben erstrahlt im Lichtglanz eines prächtigen LüstreS; sie liefert hierdurch einen herrlichen Gegensatz zu der nächtlichen Stimmung der Landschaft, über welche der Vollmond sein magisches Licht verbreüet. Nur ein schwacher Luftzug weht vom Wasser zum Schlosse herüber und bewegt leise die funkelnden Kerzen auf dem Balkons, auf welchem drei Damen in der reichen Gewandung des XV. Jahrhunderts, umgeben von Blüthen und exotischen Pflanzen, sich niedergelassen haben. Sie lauschen den süßen, geheimnißvollen Accorden, welche ein Gondolier den Saiten seines Instrumentes entlockt. Stille Wehmuth lagert auf den Zügen der reizenden weiblichen Gestalten — ist es doch ein Abschiedslied, das letzte Lebewohl des scheidenden Geliebten, das durch die nächtliche Stille zu ihnen herüber klingt. — Auch M. Haubtmann in München zeigt uns ein reizendes Stückchen von Italiens schönem Himmel: .Fort EmhüoS bei SyramS"; der Vorwurf bietet zwar nichts besonders Malerisches, aber trotzdem hat der Künstler, durch die wahrhaft bewundernswürdig schön gemalte Lust, durch die kräftig leuchtenden Farben, ein höchst reizvolles Bild geschaffen. — „Ansicht von Capri", ebenfalls von M. Haubtmann, ist nicht minder wie „Fort Euryalos" von vortrefflicher Farbenwirkung. — „Campo Santo in Neapel" von M. Erdmann in Berlin ist eine recht verdienstvolle, großartig angelegte Arbett mit schön wirkenden Luftparihien; zu bedauern bleibt daher, daß der Künstler die mächtigen Banmgruppen des MUtelgrundes zu dunkel und schwer dargestellt und ohne die entsprechende Ausführung gelaffen hat. Das Colorit in de» übrigen Theilen des Bildes ist durchaus gelungen und von schönster Zusammenwirkung. — „Die Nixm-Grotte, Motiv aus der grünen Grotte von Capri", von demselben Künstler, ist durch die Eigenthümlichkeit der Beleuchtung nicht ohne Interesse. — „Die schwere Last" von Richard Böhm in Dresden ist ein recht natürlich und lebensfrisch gemaltes Bild; ebenso hatTheodorvonderBeekin Düsseldorf in seiner „Erwartung" mit außerordentlich wenigen Mitteln ein vortreffliches Genrebild geliefert. DaS arme, ländliche Mädchen — die Wartende — ist bei aller Natürlichkeit von seltener Anrnuth im Ausdruck wie in der Haltung. — „Der Trinker" von Ernst Zimmermann in München ist kühn, in kräftigen Farben gemalt, lebendig und wahr; das Bild verräth hervorragendes Talent. — „Grotte zu Nazareth" von H. Barthelme in München ist in allen Theilen schön ausgeführt, von guter Zeichnung uud außerordentlich mächttger Farbenwirkung. — „Siudienkopf" von Travers in Wiesbaden berührt wohlthuend im Gesammteindruck und übertrifft Vieles, was von dem Künstler bisher hier zur Ausstellung gelangte. — Neben den Blumen- stücken von A. Schlüter in Hannover und E. Brehm in Karlsruhe treten durch die außerordentlich feine Ausführung noch zwei Blumen- grupven von Adelhaid Dietrich in Erfutt Vortheilhaft hervor..— Schließlich Bleibt noch ein großes, in Delfarbe ausgeführtes Tableau: „Der Besiegte" von Bildhauer Meuldermans in Wiesbaden zu erwähnen, welchem man offenbar als Erstlingsarbeit Aufnahme in der Ausstellung gewährte.
Jnselterrains herbeigeführt worden. Die Erschütterung wurde aud) " Neapel verspürt. Die ganze Insel erscheint als ein großes Todtcnftld. Leichen sind von Schutt begraben. Das Leihhaus, das Hotel ®ew®“5 das Telegraphenamt und Postamt, Alles ist zerstört, dagegen bl Theater bei dem Erdbeben unverletzt, ebenso die darin befindlichen obgleich die umgestürzteu Lampen einen Theaterbraud erzeugten. den vornehmen Neapeler Familien, welche in Ischia die SommmW genossen, sind manche fürchterlich dezimirt worden. Große Noch JwT unter den Verwundeten und Geretteten, denn e8 fehlt auf der M« Folge des Zusammensturzes der Wohnungen an Brod, Licht, Waff», «Z neien und Eis für Krankenumschläge. Nach Neapel brachten die ausgesandteu Dampfer Hunderte und aber Hunderte von Verwunonm Tobten. In Neapel sind Kirchen und Spitäler von Verletzten übM>A Im Hafen bilden die Truppen eine absperrende Kette, well die Mng- augstvollen Menschen, welche auf Ischia Verwandte besitzen, die zu stürmen droht. Der König Humbert hat seine Reise nach der stätte angeordnet. Nach augenblicklicher Schätzung hat da» 2000 Menschenleben zum Opfer gefordert. Die Ausgrabung^ Verschütteten zeigt sich sehr schwierig. Zwechnndert Sappeurs M thätig. Hundert und einige Aerzte sind auf der Insel angekomwen- Insel JSchia im tyrrhenischen Meer, süwestlich von Neapel und enw DJ( Kilometer vom Festland entfernt gelegen, hat einen NächLfl.^«» 69 Quadratkilometern und eine Bevölkerung von etwa 24,000 Berühmt ist die Insel als Sommersrische und Curort durch ihr Klima und zahlreiche heilkräftige, warme Quellen. DaS so schv" L, gg suchte Casamiceiola, in dessen nächster Nähe sich die wirksamsten Cu, J jgS der um seiner prachtvollen Aussicht vielbesuchte, 836 Meter hoh^' ausgebrannte Vulkan Epomea befinden, zählte etwa» über 4000 M — Bei dem Erdbeben auf Ischia wurden nach dem „Berk. 2-gbi- Ä Dentsche gerettet: der Maler Inst auS Dresden und der des deutschen Botschafters, Herrn v. Kendell, Herr Sandvotz n .
— (Von der Cholera.) Am Sonntag starben in Kairo 322 Personen, darunter auch einige englische Soldaten. AUW von S m y r n a wurde ein Cholerafall conftatirt
• GchiffS-Nachricht. Dampfer „Donau" von Bremen a«
— Für die H-rausgabe verantworlltch: Louis Schelleubttg iu^.
