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Verlag Langgafte 31 rTOrtffuÄtffTitfh ^rv. 12 &USQCtbStt. «t. 6650-53.

„Tagblatt-H-uS". 4vOCI|©¥l4iiU| ” Bon 8 Uhr nwrg-nS bis S Uhr abends. aub-r EoniNagS.

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.

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' iür Morcren-AuSg bi« 3 Ubr n-icbnittac,

bienslag. 27. Oktober 1914.

Für die Aufnahme von Anzeigen air vorgeschriebene« . Tan-'" nnd Plön-'" wird --^-"-^"".»-7,

Morgen - Ausgabe.

Nr. 501. <► 62. Jahrgang.

Der Krieg.

Die Schlacht im Nordweften.

Der Kampf bei Dixmuiden.

. >>ä. Amsterdam. 26. Olt. In West-Flandern wird der ?"-pf hartnäckig fortgesetzt. Die Deutschen konzentrieren ihre Mffe hauptsächlich in der Richtuing auf Dixmuiden. ■” tte ziemlich von der Küste entfernt sind und für sie die Ge- hr von seiten der englischen Schiffe nicht groß ist.

Bei Arras.

» kck. Rotterdam. 26. Okt. Ein Korrespondent des „Nieuwe S tecb - Courant", der aus der Gegend von Arras znrückge- .T* ist. telegraphiert von der Grenze, daß die Deutschen u n - 1 11 c n, a r b£ir Urras ständen. Bei Arras ist seit vari-. Sonntag heftig gekämpft lvorden. Unaufhörlich sei der ^"ouendonner hörbar. .Die Deutschen ständen jetzt crlfo in st. geraden Linie A r r a s - Y p e r n - D i x m u id e n. Wir Jtfert, fährt der Korrespondent fort, unbehelligt über Brüssel.

Balsneiennes, Denin und Douai bis in die Gegend ?? Arras. Unterwegs sahen wir lange Transporte mit ^°bentzmitteln und Liebesgaben von deutschen Vereinen.

'ft von der Bevölkerung verlassen. Die Läden sind ge­kosten. Je näher wir uns Arras näherten, desto stärker

!iC vc oer Geschützdonner vernehmbar. Mit grosser Mühe wir nach Brebieres und Gravelle. Wir fuhren bis st"Ueuil und Nouvelle, von wo aus wir schon auf einem Hügel ^ deutsche Batterie stehen sehen konnten, die regelmäßig

und Nouvelle, von wo aus wir schon auf einem Hügel sche Batterie stehen sehen konnten, die regelmäßm Aber dann befahl uns ein Offizier, z u r ü ck z u

Franzosen geben das deutsche Vordringen über die User zu.

cen.

„ . Paris. 25. Olt. Der heutige Nachmittagsbericht m^gsminifteriums besagt: Zwischen dem Meer und

des der

reist, um Arras ist keine" Veränderung zu melden. Im , . -ionnenwald ha! sich unsere Lage unter den gestern mitge-

^ «eno um Arras ijt ^kgonnenwald hat sich ' "en Umständen behauptet.

. Der Abcndberichl dagegen besagt: Die Aktion dauert un- -' den gleichen Bedingungen wie am vorhergehenden Tage P- Die Schlacht war sehr heftig zwischen Rieupart und ^ Lys. Die deutschen Streitkräfte konnten die User Aschen Nienport nnd Dimuiden überschreit e n. Im pt«n und im Süden von Lille wurden lebhafte Angriffe des Landes zurückgeschlagen. Zwischen der Oise und den "'Sonnen ist nichts zu melden, mit Ausnahme einiger leichter ^ischrttte unserer Truppen im Nordwesten von Caissons und der Gegend von Craonne.

„ . dü. Genf. 26. Okt. Der gestern fortgesetzte Vormarsch Mich Nienports findet eine wortreiche, aber keinen Er- tz'vder Verbündeten meldende französische Rote „begreiflich"! ^'batmeldungen heben jedoch hervor, daß Paris und ^Äeanx die deutschen Fortschritte im Nord e n und in der onnengegend vollkommen richtig einschätzen. Ge- ^'entlich werden die Opfer, denen die deutschen Erfolge zu ^"-en sind, übertrieben. Die gestern eingetroffenen Ver- »rkungen der Franzosen längs des Lys lassen für.heute er- ^ Kämpfe zwischen Vpern und Lille sowie um Thourout Aussehen.

Dünkirchen der Stützpunkt der Stellung am Dserkanal.

k Der Rückhalt de- Verteidigungs- und Ausnahmestellung ^ die aus Antwerpen zurückflutenden Verteidiger ist der ?"Sösische Kriegshafen Dünkirchen. Über seine Befestigung ^ Macht die „Köln. Ztg." folgende Angaben: r,. .Die. Seefestung Dünkirchen, der viertgrößte Hafen Frank weist einige Forts und Batterien an der Küste auf, nach j,?*" gegen Nienport vorgeschoben bei Zuydcoote, nach Westen Mardick. Südlich stellen nach dem etwa S Kilometer ent- ^ten Bergues die Forts Louis und Francis die Verbindung

as das Volk von London sagt.

Von e i n e m O h r e n z e u g e n.

> Di- lebensvollen Ausschnitte aus Gesprächen des Lon- , P >b!>kini,s die auf der Straße erlauscht wurden und „Daily Ninil" wiedergegeben werden, gewahren den S-uIichstLn Einblick in die Stimmung der Londoner Be- tzt^Ming UIt j) zeigen, daß die Engländer durch die Er­dungen der letzten Wochen schon viel von ihrem Hochmut tec[u ten haben und den wahren Ernst der Lage allmählich ^ ^bhaft zu fühlen beginnen.

^ »Möchte bloß, daß die Deutschen mal ruber wmmei __'DotThpTrnPTT imh P.tri L’CTU

%*** mit einigen von ihrerl Zeppelinen und ein paar hi«s. o.en auf uns runter werfen", tagte der Kellner des Mtüv - ' ' ~ "" ' . ^

her. Bergues selbst hat eine Stadtumwallung und ein an ihr liegertdes Fort Saisu und das Fort Cassel. ^ Jedenfalls sind aber noch Feldbefestigungen seit dem Ausbruch des Kriegs hin- zugekammen. Das in westlicher Richtung etwa 10 Kilometer entfernte Gravelincs, das neuerdings auf der Landfront ent­festigt worden ist, bildet mit Dünkirchen-Dergues den Raum eines verschanzten Lagers, das durch die vielen Kanäle und Anstauungen einem Angriff Hindernisse entgegensetzt. Der Hafen von Dünkirchen hat einen Vorhafen und vier ge­schlossene Hafenbecken von 42 Hektar, den Zugang vom Meer

Dünkirchen

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enmöAlich.en zwei in <die See hinausgebaute Damme von einem Kilometer Länge. Die Reede wird durch die Htllsbank und die Brackbank von dem offenen Meer getrennt un>d geschützt.

Zur zliiecklosc» englische» Beschießung von Ostende.

Br. Amsterdam, 26. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.s Dem „Telegraaf" wird gemeldet: Beim Bombardement von Ostende durch die Engländer habe eine von dem ^ Meere ans geschleuderte Bombe (?) das Hotel „Ätajestte getrossen, wo der deutsche Stab speiste. Sluch einige..andere Ge­bäude seien beschädigt. — In Ostende herrsche viel U n - r u h e und A u f r e g u n g. Viele Bürger verlassen die Stadt, obwohl dies immer schwieriger wird.

Die Lage in Antwerpen.

Amsterdam. 26. Okt. Der „Nieuwe Rotierd. Courant" meldet aus Antwerpen, daß die deutschen Kausleiute^in großer Zahl zurück! ehren. Die Stadt macht wmteryin einen ruhigen Eindruck. Das Verhältnis zwischen.der Mili­tärbehörde und der Zivilverwaltung ist äußerst beftredigeud. Fast alle Flüchtlinge sind mit Päsien versehen, worin die Er­laubnis eingetragen wird, daß sie nach^ und von Antwerpen gehen dürfen. Für die bürgerliche BevAkeriung lbesteht keine Bestimmung für die Stunde, bis zu weicher sie wieder in Antwerpen zurück sein muß. Aus dem Meiir-Platz war am Freitag erstaunlich viol Leben, und in den Cafes war fast kein Platz zu haben. In den Geschäftsstraßen ist es immer noch still, da verschiedene Läden noch immer geschlossen haben. An einigen Plätzen, wo durch die Beschießung große Verwüstun­gen angerichtet lvorden sind, werden die Straßen^ abgesperrt, und um vollständig vernichtete Gebäude sind hölzerne Av-

zäunungen arnfgerichtet worden. Auch die Straße, in der die St. Amandus-Kirche steht, ist abgesperrt, da die Kirche stark durch Granaten beschädigt wurde stnd man befürchtet, daß sie zum Teil einstürzen könne. Der Zugverkehr nach und von Rosendaal ist ziemlich regelmäßig. Fast jede Stunde läuft ein Zug, und'es ist bedauerlich, daß der Zugverkehr von RoseNdaal nach den niederländischen Orten noch so unregelmäßig ist.

Der deutsche Hafenkommandant von Antwerpen.

Kiel, 22. Okt. Der deutsche Hafenkommandant vmi Antwerpen und Kommandeur der Scheldebefestigungen, Konteradmiral L o u r a n, gehörte der Marine 2M/^ Jahre an. Er trat Ostern 1882 ein und schied im November 1911 aus dem aktiven Seeoffizierkorps aus. 1899 bis 1900 wgr er Kompagniefühver bei der MatrosenartillerieE und 1901 Adjutant bei der Artillerie-Inspektion. Als Schiffskomman­dant befehligte er zunächst das Kanonenboot „Wolf" auf der weftafrikanischen Station, in der Heimat das Küstenpanzer- schiff „Ägir", die Schulschiffe „Moltke" und „Herta sowie das Linienschiff „Schlesien". In Anschluß an seine Zurdrsposttions- stellung übernahm er den Posten des Reichskommiisars beim Hamburger Seeamt nnd erwarb sich großes Vertrauen, m der Handelsmarine.

Ein Zugeständnis des belgischen Kriegsministers.

Der belgische Kriegsminister, der sich gegenwarüg an Dünkirchen aufhält, hatte ein Interview mit einem Korre- Gondenten der „Tribuna". Er inachte dem italienischen Journalisten das Zugeständnis, daß sowohl dre mnlMr^ch wie auch die gesamte andere Organisation Deutschlands be- wundern s w e r t sei. Im weiteren Verlauf dem Unter­redung versuchte der Kriegsminister die Meldungen.uber^d,e belgisch-englische Militärkonvention m anderem ^td)t bdr- zustellen und wieder einmal das Märchen von angeblichen deutschen Grausamkeiten anfzuwärmen.

Der deutsche Gouverneur von Lüttich.

(Eigene Drahtmeldnng unserer Berliner Schriftleitung.)

Berlin. 26. Okt. (Ktr. Bin.) Dem Vernehmen nach

ist Generalmajor Keim zum Gouverneur von Lüttich er. nannt worden.

Ein guter franzSsischer Prophet.

W. T-B. Berlin, 25. Okt. (Amtlich.) Die „Rordd. Astg. Ztg." schreibt unter dem, Titel „Ein französischer Prophet :

Der französische Prätendent P h i l i p p v o n O r l e a ns befand sich zur Zeit des Kriegsbeginns rn Frankfurt a. M. Er reiste kurz vor ,der Mobilmachung in solcher Eele ab. daß cr eine ganze Anzahl voii Koffern zurucklietz. Diese wur­den in Beschlag genommen. Bei ihrer Durchsuchung wurden auch Papiere vorgefunden^ u. a. eine Anzahl von Geheim­berichten, die ein Major Dnblaix m seiner Eigenschaft als militärischer Vertrauensmann des Herzog- von Orleans diesem erstattet hat. Diese Berichte sind überwiegend msti- tärtcchnischen Inhalts, scheuen aber auch gelegentlich nicht einen Ausflug in das Gebiet der höheren Politik. Wir geben

folgenden Bericht wieder: . r „

.29. Januar 1014. Gnädigster Herr! Ich habe

gestern ziemlich lange einen Seeoffizier sprechen können, der persönliche Beziehungen zum Hauptmann Pöret, dem AdjU- tanten des Marineministers, und zum Hauptmann Dlmrtr-- jew, dem russischen Marineattachö, besitzt. Wir haben von dem kürzlichen Besuche des russischen Admiralstabschefs, Admiral Russin, in Paris gesprochen. Es scheint, daß mi zwei geheimen Zusammenkünften die französischen und russischen Admiralstäbler geprüft haben, welche Rolle die russischen Ge­schwader für den Fall eines europäischen Krieges spie.cn könnten. Natürlich ist es nicht möglich zu erfahren, was in diesen Zusammenkünften beschlossen worden rst. Dm Be­sprechungen sollen sich aber vornehmlich ans das künftige

UU I U-U» ll-UUCL -- ...

,j '«urants, der vor der Tür stand. Er ist ein großer krus- tzO Bursche, der stolze Besitzer eirrer Niedaille und einer ?ÜhIl Uen Uhr mit Inschrift, beides Erinnerungen den d»g Mariischen Krieg. Er lauert darauf, einmal auf ein ^ putsche zu schießen. ...

e meinen Sie?" fragte erstaunt der junge Mann <W \ em Kolonialwarenluden nebenan. Ein kleines Kerl- * 5 das mit Vorliebe der Meinung Ausdruck gibt, wenn die Itzi'Se was miteinander auszumachen hätten, dann sollten ijjj* 8 besser unter sich tun. Dabei opfert er aber von seinem ^>>i, "Schalt von 24 Schilling 2 für die Wohltätigkeitssamm- ^ez Prinzen von Wales, gibt mehrere Schilling auf den Abständen von Manorpark aus und ist von drei verschie- " Rekrutierungsbureaus zurückgewiesen worden.

'Wie meinen Sie?" äffte ihm der Kellner nach. „Auf.

wecken sollen sie uns natürlich, die, Zeppeline. Ohne das wird's wohl nichts werden", fügte er verzweifelt hinzu.

Der Kohlenmann, der seit den Nachtfrösten sehr bm» gnügt aussieht, weil das Geschäft zu blühen anfängt, setzte des langen und breiten auseinander, daß England gar nicht schlafe, daß man nur warten solle, es werde schon etwas ge­schehen. Da trat ein Besucher des Restaurants zu der Gruppe.

„Schlafen wir nicht?" schnarrte er wütend. „Da schicken wir zwei Leute mit Stöcken bewaffnet herunter, um das Magazin in ... zu bewachen. Tun wir das nicht? Ja, und die ständen noch heute da, bereit, mit ihren Stocken die Ein­dringlinge zurückzuschlagen, wenn nicht ein alter einge­rosteter Oberst gekommen wäre und sie wieder iiach Hause geschickt hätte. Jetzt stehen dort bewaffnete Soldaten und bewachen düs Magazin. Wir aufwachcn?! Das werden wir nie. Wir werden es nicht, wahrhaftig. Sehen Sie! rmf er und schwang triumphierend eine Karte über seinen Kops. ,Da§ ist die beste Karte von London, die cs in der Welt gibt. Aber auf der Vorderseite, da steht groß und deutlich genug geschrieben: „Gedruckt in den Vereinigten Druckereiwerken,

Berlin." Und wir haben keine britische Karte von Berlin, da Khmer. Sie sicher sein, und von London keine so billige. Halb so gut und doppelt so teuer. Und wenn man aufwachen möchte, dann wird man wieder in den Schlaf gelullt, Tag für

'' „Na, beruhigen Sie sich man", sagte der Kohlenmann

Meist, ich beruhige mich nicht! Jeden Tag klingt das Schlummerlied aus' allen Zeitungen. Und immer singen sie dasselbe Lied: „Großartige Stellung der Verbündeten. —

Die Verbündeten ziehen sich auf eine bessere Stellung zuruck. Alles geht gut!" Sv geht das Lied, das uns einlullt, und es hat schon viele, viele Verse. Und dann geht's weiter: „Groß­artige Stellung der Verbündeten. — Die Deutschen können sich nicht mehr bewegen." Na, und dann bewegen sie sich doch, die Deutschen. So singen sie's und schon seit 4 oder 5 Wochen. Und weiter im Text: „Der Fall von Antwerpen. — Ein

nutzloser Sieg. — Antwerpen ist von gar keiner Bedeutung-' Und unterdessen heitzt's „das verlorene Belgien", das „selige Belgien", wie Kipling sagen würde, und eilt Teil von Frank­reich sind dem Deutschen Reich einverleibt."

Und er richtete sich zu seiner vollen Größe auf, 6 Fuß 2 Zoll, und schrie den anderen zu: „Ich bin groß genug,

um die Wahrheit zu wissen. Ich weiß, es riecht nicht alles nach Laweydel hier herum. Ick, bin ein Engländer. Ich bin kein zitternder, bangherziger Feigling. Warum behandelt man mich als einen solchen?"

*

Ein junges Paar kam aus dem Kinotheater heraus. „Hast du das Bajonett bemerkt, bas an der einen Schneide wie eine Säge gezähnt war?" fragte sie. (Es handelt sich um die mißverstandenen Seitengewehre unserer Pioniere.) „Scheußlich, nicht wahr?"

„Ach was, mein Kind!" sagte der Mmm.

„Aber nicht wahr, das würdest du doch nicht wollen, daß man so vorgeht?"

„Wieso?" fragte er.

„Ich meine, es würde unserer nicht würdig sein, eine solche Waffe zu verwenden."