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Montag, 26. OKLoDer, Vormittags.
Londer-Ausgabe.
1914.
Der r?ser-ppernkcrnaL überschritten. Gefangennahme von Engländern und Russen. Deutsche Offensive gegen die Russen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. Oft. vormittags). Der User - Ypern - Kanal ist Ävischeu Nieuport und Dirpnuiden nach heftigem Ampse am 24. Oktober von uns mit »veiteren starken Lasten überschritten worden. Östlich und nord- westlich Ypxrn hat sich der Feins, verstärkt. Trotzdem Klar-g es unseren Truppen, an mehreren Stellen Vorbringen. Etwa 50V Engländer, darunter ein Oberst und 28 Offiziere, wurden gefangen genommen.
Im Osten haben unsere Trrtppcn die Offensive ^Ken A u g u st o w ergriffen.
^ In der Gegend von I w a n g o r o d kämpfen nufere ^Nippen Schulter an Schulter mit den österreichisch- Hugarischcu Truppen. Sie mallsten 1800 Gefangene.
Oberste Heeresleitung.
Das Wyitere Vordringen der Deutschen an der Rüste.
bcl. Rotterdam, 25. Okt. Den bisher als zuverlässig Mvicsenen holländischen Zeitungsberichten ans Belgien und Nordfrankreich zufolge sind zwischen Lille und Misten! sämtliche Ortschaften von den Deut- M» besetzt worden. Südlich Dixmuiden befindet sich ste deutsche Frontlinie in beträchtlicher Verziehung nach dem Westen.
Okt- Duc hrestgen Blatter an der Wer andauere, wobei
25.
^ bä. Rotterdam,
Melden, daß die Schlacht R feststcllen läßt, daß dir Deutschem auf der ganzen i x nie im V o'r dringen sind. Sie haben zwischen l"-uport und Ostende sehr geschickt schwere Batterien ' a gutgedeckle Stellungen gebracht, die ein ununter- , ocheues heftiges Feuer gegen englische Schiffe Werhalten. Diese können wegen der Untiefe nicht an M Küste herankommen, rrm das Fcu.rr wirksam zu geilten. Was die drei für Brasilien gebauten Kauonen- >te mit aeringcrem Tiefgang betrifft, so haben sie
be-
geringerem .
fstichfalls am Kampfe teilgenommen. Im Feuer- Net sich nur noch ein einziges, woraus geflossen wird, daß die beiden anderen schwer beschädigt Worden sind. Diese Boote haben zu schlechte Geschütze, ü? bat) sic wirkungsvolles Feuer uirterhaltcn können, südlich Dixmuidcn sind die Verbündeten in sicht- st ck, e in Z u,r ü ck w e i ch e n begriffen. Die Flucht der ''Ustenbevölkcrung ist noch immer im Zunehmen be° "Nfsen.
^ie fürchterliche Gewalt der deutschen Angriffe.
, bst. Christiania, 25. Okt. Der „Daily Telegraph" Mchtet von Le Havre nach London: Aus belgischer ^elle wurde nntgetcilt, daß die Deutschen ihre An- Msfe auf der Front von Nienport bis fast zum Meere t setzen. Die Angriffe seien von fürchterlicher ?Avalt, besonders nördlich von D i x m u i d e n, 7° es den Deutschen geglückt sei, Stellungen einzir- ^k>Men. Die Deutschen versuchten gleichfalls einen Ulkigen Angriff auf Schoorbeke, wurden aber gegen Nieuport zurückgeworfen. Die Verbünden hätten Fortschritte in der Richtung von Lombart- ' M genracht.
Der Artilleriekampf an der belgischen Rüste.
. IV. T.-B. Amsterdam, 24. Okt. (Nichtamtlich.) „Nieuwe tzsn den Dag" meldet aus Oostburg vom 22. Oktober: g le( e Belgier kommen noch immer aus der Richtung von ,/ckvo au. Sie berichten übereinstimmend, daß viele »er»
4fen. ete °us
undete aus dem Küstengebiet und der Vserlinie ein Die Bevölkerung Brügges ist im Begriff, die das Bombardement bei Middelkerke
iN öu verlassen;
Dixmuiden wird von Tag zu Tag heftiger; man 9(7 vom Geschützfeuer den ganzen Nachthimmel beleuchtet.
der ganzen Küste hört man das Geschrei der von dem N°nendonner aufgejagten Seevögel. Die Scheinwerfer der Isländer üben eine unbeschreiblich unheimliche Wirkung J- Ein Flüchtling aus Middelkerke sagte, alle Dörfer, die kassiert habe, böten ein Bild allgemeiner Verwüstung.
Lchiachtbericht eines englischen Augenzeugen.
Prinz Max von Hellen gefallen? r W. T.-B. London, 24. Okt, (Nichtamtlich.) Das Presse- tec nt veröffentlicht den Bericht eines Augenzeugen aus
dem britischen Hauptquartier über die Kämpfe an der Aisne und südlich von Nieuport. Das Ergebnis dev Kämpfe sei befriedigend, ahne entscheidend zu sein. Der linke Flügel der Verbündeten sei trotz des Widerstandes des Feindes an der Aisne beträchtlich vorgerückt. Sin dem rechten Flügel war das Ziel, dem Druck des Feindes Widerstand zu leisten. Die vom 10. bis IS. Oktober befolgte Taktik stimmte mit der Taktik der letzten Gefechte überein, obwohl die Artillerie infolge des Nebels »ab des Regens weniger Anwendung fand. Die nächtlichen Bajonettangriffe unserer Patrouillen waren stets von Erfolg gekrönt. Alle Gefechte im Norden haben nur einen vorbereitenden Charakter,
Auf dem nördlichen Gebiet, das ganz flach oder etwas wellig ist, sind die Verbindungen schlecht, da man stets auf Moraste stößt, durchschnitten von unzähligen Kanälen und Deichen. Der Feind bestand meist aus Kavallerie, unterstützt durch Jäger zu Fuß mit viele» Maschinengewehren. Anderwärts steht zahlreiche Infanterie. Viele Häuser sind in Verteidigungszustand gesetzt und Schuellfeuergeschütze in Zimmern arifgestellt worden. Wir brachten dem Feinde große Verluste bei, der, wenn ncöglich, sich in der Dunkelheit zurückzieht. Sin scharfes Treffen fand an dem einzigen Hügel dev Gegend bei Mont des Cats bei Hazebroqk statt. Hier fiel Prinz Max von Hessen; er wurde mit drei eng-. tischen Offizieren auf Klosterland begraben. Südlich der L h S war unser Vormarsch minder schnell, da zahlreiche Deiche cs nötig machten, viel Material, wie Leitern, mitzu- fiihren. Hartnäckige Gefechte fanden um den Besitz der Dörfer statt. Das Auffahren von Geschützen bot auf diesem Terrain große Schwierigkeiten. Einen traurigen Anblick boten die zerstörten Dörfer, in denen die Kadaver von Pferden, Kühen und Schweinen die Straßen bedeckten. Es lagen-dort auch getötete Deutsche, die von den Bewohnern begraben wurden, wobei englische Soldaten halfen. Das Schauspiel aller dieser Zerstörung und der überall mit hölzernen Kreu- zen und Blumen geschmückten Gräber war unvergeßlich.
Zum kscldrntod bas Prinzen Max von Hessen.
Dr. Berlin, 25. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In dein gestrigen englischen Schlachtbericht (vergl. oben) ioird nunmehr 'bekanntgegeben, daß Prinz Maximilian von Hessen, der Neffe des Kaisers, den Tod auf dem Schlachtfeld e gefunden hat. Nach den bisherigen Meldungen war er, durch einen Schuß in den Oberschenkel leicht verwundet, nach dem Tr a p p i st e u k I o st e r in Ba i l l e u l verbracht Warden, Man nahm an, daß er, da das Kloster ganz von Engländern beseht wurde, in englische Gefangenschaft geraten sei. Ist die von London verbreitete Darstellung richtig, so ivürde der Prinz trotz seiner Verwundung sich auf-s neue am Kampfe beteiligt und seinen Helden- inut mit den: Leben bezahlt haben, Prinz Maximilian Friedrich Wilhelm Georg Eduard, der ain 20. Oktober 1804 auf Schloß Rumpenheim geboren wurde, also das 20. Lebensjahr vollendet batte, war der zweite von den sechs Söhnen des Prinzen Friedrich Karl von Hessen und der Prinzessin Margarete, der jüngsten Schwester des Kaisers. Er hatte erst im vorigen Fahr die Lichterfelder Kadettenanstalt verlassen. Vor kurzem sind bekanntlich sein Vater und einer seiner Brüder, die gleichfalls am Feldzüge teilnahmen, verwundet worden.
389 888 Kriegsgefangene in Deutschrand.
' Berlin, 25. Okt. Bis zum 21. Okt. waren in deutschen Kriegslagcrn als Gefangene nntergcbracht: Franzosen: 2472 Offiziere, 146 897 Mann, Russen: 2164 Offiziere, 104 524 Mann,
Belgier: 547 Offiziere, 31378 Mann,
Engländer: 218 Offiziere, 8869 Mann, darunter 6 französische und 18 russische Generale, einschließlich 2 kommandierenden Generalen, und 3 belgische Generale. Alles in allem also bis zum 21. Okt. 296 869 Gefangene.
Schwere Sorgen in England.
lick. Köln, 26. Okt. Die „Köln. Zta." versichert nach der „Zürcher Ztg." auf Grund englischer Prcsscäuße- rungen, daß in England die Zuversicht dahin ist. Steigende Enttäuschung und Beängstigung geben sich kund, daß, nachdem die englische Flotte sich als ohnmächtig erwiesen habe, Ostende zu schützen, nunmehr auch Calais und Dünkirchen ernstlich bedroht seien. Dieses gebe der englischen Presse den Rest. Dazu geselle sich die 'Enttäuschung über die Verbündeten, namentlich über Rußland, das die Erwartungen bitter täuschte. Dazu kommen dir lähmenden Gefühle, die A n g st vor einer d e n t s ch e n Landung an der englischen Küste, die zunehmende Sorge vor der Be
setzung des Suez kan als durch die Türk er und die nach außen zwar verhehlte, aber innerlich um sich fressende Furcht vor einem Aufruhr in Ägypten und Indien.
Versicherung der Kathedrale von Westminstcr.
London, 24. Okt. „Daily Telegraph" meldet: Die
Kathedrale von Westminster ist für 150 000 Pfund g e a c u Luftbeschietzungsschadeu versichert worden.
Englische Zielbsttäufchung.
hd. London, 25. Okt. Die „Times" befaßt sich in einem längeren Artikel mit der Schlacht an der delgisch-franzo- sischen Küste und erklärt, es lasse sich nicht mehr mit Bestimmtheit feststellen, wer die Umfassungsversuche zuerst vor- genommen habe. Die Deutschen glaubten mit Bestimmtheit., daß es ihnen gelingen werde, die Verbündeten zuruazu» werfen, um den Marsch auf Paris oufzunehmcn. Die dcut- scheu Truppen hätten ohne Zweifel Befehl erhalten, Calais zu besetzen, auch werde ihnen dies vielleicht gelingen. Aber Calais würde nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein. Jedenfalls würde sich das englische Volk über eine Besitzergreifung Calais nicht sehr beunruhigen, da man in England lange hierauf vorbereitet geweseri sei und entsprechende Maßnahmen getroffen habe. Dian würde sogar eine Besetzung von ganz N o r d f r a n k r e i ch mit Ruhe erwarten. Dann kommt die „Times" auf die Tätigkeit der Unterseeboote zu sprechen und gibt der Ansicht Ausdruck, daß es diesen nicht schwer falle, nach größeren Streifzügen wieder den schützenden Hafen zu erreichen, weil „diese Ekel" die Angewohnheit haben, nach Belieben zu kommen und zu gehen.
„Bedeutungslose Scharmützel".
Kopeuhagen, 24. Okt. Die Arbeiten cm den Pariser Befestigungswerksu toeuden nach einer Depesche von „Politiken" mit verdoppelter Kraft fortgesetzt. General Gallieni befahl, alle Verwundeten aus den Pariser Hospitälern anderswohin zu transportieren, um für die aus den letzten Kämpfen von der Front Kommenden Platz zu machon. Die Schlacht an der Nord fr out bestand bisher nur auS bedeut U ngslosen Sch ar m ütz eln. (!) Die letzten Rach- richten von der übrigen Front geben an, daß die große Schlacht auf der ganzen Front qnhält.
Ernerrts Angriffe auf Ehurchikl.
W. T.-B. London, 24. Okt. (Nichtamtlich) Die „Morning Post" tritt wiederum für Personalveränderunlgen in der Admiralität ein, deren Kollegialverfassung von Churchill untergraben worden sei. Sie müsse wiederhergestellt werden. Wenn dies nicht geschehe, seien weitere Fehler und weiteres Unglück vocherzuscheu. DaS Blatt gibt ein neues Beispiel für die Einmischung Churchills, das endgültig und entscheidend sein dürfte. Die drei in der Nordsee versenkten Kreuzer „Aboukir", „Cressy" und „Hogue" standen unter der direkten Kontrolle der Admiralität; Admiral Jelliroe hatte nichts damit zu tum Diese Lage der Dinge sei geeignet, eine nervöse Stimmung hervorzuuufeu, die vielleicht unberechtigt, jedenfalls aber schädlich sei. — Die „Morningpost" fordert nicht die Entlassung Churchills, da sie anerkennt, daß die Regienung dies für unmöglich erachtet, verlangt aber die Wiederherstellung der Kontrolle durch ein Kollegin,n, das mit Männern besetzt werden müsse, die keine Einmischung duldeten.
Ein ernster Artillerieüampf im südlichen Zundgau.
Br. Basel, 25. Okt. (Eig. Drahtzbericht. Ktr. Bln.) Ein ernster Artrllericznsam'.nenstoß hat am Freitag rm südlichen Suudgau statrgcfunden. Dir Franzosen versuchten, die deutschen Stellungen bei Sept-Lar- z i tz c n zu stürmen. Die militärischen Operationen begannen um 6 Uhr abends und dauerten bis 7 Uhr. Oberhalb von Beurnepesin (Berner Jura) sind starke Brandroten wahrnehmbar. Zwei französische Fessel ballons sind bei Rechesy und Dammerkirch zu bemerken. Eni deutscher Ballon beherrscht die Gegend von Fcr rette. Die Franzosen haben dir Räumung von Sept anqeordnct. Eine wichtige Aktion ist in der Gegend von Sept bis Biscl und Zeltbach zu erwarten. Bon Bel fort bis Mühlhausen herrscht fieberhafte Tätigkeit, wie durch Augenzeugen bestätigt wcrd. Dre Ortschaften im Festnngsrovon werden zu kleinen Festungen ausgebant. Aus s^urcht vor der Beschrestung der Festungswerke durch schwere deutsche Artillerie wurden sie stark befestigt und init großen Truppen- masten stelesit, so namnrilich bie Gegend von Kammer- kirch bis Pfettcrhausen.
