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WiesbadeLee Tagblatt

No. 81

SO Pfennig die einspaltige Petitzeile.

Vermischtes.

(Amerikanische Post.) Das Reichspostamt in Berlin hat verfügt, daß für die Folge die gesammte deutsche Post nach den Vereinigten Staaten von Amerika mit den Mittwochs und Sonntags von Bremen und Donnerstags und Dienstags von Southampton abgehenden Dampfern des Norddeutschen Llohd zu befördern ist, sofern nicht von dem Absender ausdrücklich anders bestimmt ist.

(Hochwasser.) Ein Extrablatt derDanziger Zeituna" mriCtr b°m 6. April:Die Weichsel hat heute Morgen oberhalb der Mündunah von Neu fahr Damme und Deich- auf beiden Seiten üb-rstiegem Dl? Dörfer Neufahrt und Bohnsack sind überschwemmt, die Bewohn« flächt, nach Danzig; auch st mehrfach Vieh ertrunken! Der Werder auf der ander«! Seite ist ebenfalls überschwemmt. Pioniere und Infanterie, sowie ArtillZ mit Sandsacken und Sprengmaterial sind ausaerückt. Die Spitzen da Behörden haben sich sofort nach der Unglücksstelle begeben. 6 w c~ Mom Mörder Sobbe.) Wie sicher der Mörder Sobbe M flefuWt und wie wenig er daran gedacht, daß sich der Verdacht der Thätw schäft lemals auf ihn lenken könne, beweist die Thatsache, daß er am 17 S - also am Tage^ vor seiner Festnahme - bei einer in Magdeburg- Ehren des Kaisers Geburtstags veranstalteten Kriegervereins-Festlichkeit ti einem allgemeinen Gespräch seinem Abscheu über die heimtückische Ermordm fliff*tr'etI»0rcP ^/^"ih entschieden Ausdruck gegeben und es als eiv Pflicht l-des Einzelnen bezeichnet hat, zur Ermittelung des Mörders 2 Kräften beizutragen. In der Untersuchung nehmen die Verhöre der Zeum und die Confrontatronen ihren Fortgang. Bei diesen Gegenüberstellung vermeidet Sobbe es, die Augen aufzuschlagen. i

m (Zum Morde Majlarh's.) Sponga, der Mörder h* Grafen Majlath, wurde in Triest verhaftet. l

(Zeitungs-Statistik.) Einen ungefähren Begriff von der Bw Breitung und der Bedeutung der Cultursprachen der Erde, der in Er mangelung anderer Anhaltspunkte gewiß einen Werth hat, erhält mm aus der Zeitungs-Statistik. Nach der Statistik imNewspaper and ?.a5^ Directory by Hubbard Jahrgang 1881, erscheinen im Gaum

Z-itungen mit einer Auflage von 116 Millionen Exemplaren odn etwa llM Millionen Exemplaren per Jabr. Von diesen Zeitungen ericheimi

^^ Procent in engl, cher, 760) = 22.4 Procent in deutsch«, » = 10.7 Procent m französischer, 1600 --- 4,7 Procent in spanisch« R^aZe. Die übrigen Sprachen sind für den Weltverkehr fast ohne Bedeut« Der Debit von Zeitungen ist in den Vereinigten Staaten von Nordawerib "«stärksten; er beträgt mehr als 2600 Millionen, in Großbritannien Md Irland 2260 Millionen Exemplaren.

(Die neueste Mode) der amerikanischen Ladies besteht, M in amerikanischen Journalen zu lesen, in Anlegung von - Haar-AIbu-L Di? unwiderstehllchen Lieblinge der Schöpfung bestürmen junge und alte Manner um eine Locke oder in Ermangelung einer solchen, eine ©träte wie st- gerade die Natur hervorbringt oder die Kunst des Friseurs w bessern mag. Diese Haarspenden werden mittelst schmaler blauseid« Bauder m das Album geklebt. Darüber befinden sich Notizen über GM Schönheit Character und sonstige Vorzüge der betreffenden Männer. Km männliches profanes Auge darf einen Blick in ein solches Album weis« und die jungen Dämchen sind auf ihre Sammlungen männlicher ßam so stolz, tote nur ie ein indianischer Krieger auf seine Scalps.

Kunst und Wissenschaft.

* sMerkel'sche Kunst-Ausstellung sneue Colonnade, !^^avillonl) Neu ausgestellt:Heimkehr der Wiittoc" von Professor N. Gysis in München,Studienkopf" von demselben, Tisch- 0e6ct von demselben,Heimkehr vom Markte" von A. van der Venne 'L Brüssel,Studienkopf" von G. Poppe ritz in München,Kinder- Portrait von F. Nebel, Hofmaler in Darmstadt,In Gedanken" von C. Benntinck m Wiesbaden,Studienkopf" von derselben, Treue Freunde" von derselben,Studieukopf" von Emil Brehmer in Breslau

. (Repertoir-Entwurf des König!. Theaters bis »um 15. April.) Dienstag den 10.:Pbilippine Welser"? Mittwoch dm^l' Oper Donnerstag den12. (z E ): Die Welt, in der man sich langweilt". Freitag den 13.: Prolog, Wagner-Concert. (Mittlere Preise.) Samstaa den 14.:Das Gefängniß", Tanz. Sonntag den 15.: Oper. 0

* (Eine Raphael-Feier) fand am 6. d. M. in Berlin in der 9c?^er der Kronprinz und der Cultus-Minister, sowie zahlreiches Publikum beiwohnten. Die Festrede hielt Professor D o b b e r t. Der Ausschuß der Studirenden der Kunst-Academie war in vollem Wichs mit Banner erschienen.

* (Unser Landsmann Professor Keil zu Berlin) ist vom Kaiser mit der Ausführung eines Denkmals Friedrich Wilhelm I des großen Soldatenkonigs, beauftragt worden; dasselbe soll im Lustgarten 8? Botsdam gegenüber der Kaserne des 1. Garde-Regiments zu Fuß Aufstellung finden. ° D

* (®UBen d'Albert) feiert am 10. April seinen 19. Geburtstag; «ach diesem Tage wird der Künstler in dieser Saison nicht mehr concertiren fondern sich behufs neuer Studien bis zum kommenden Herbst aus der Oeffentlichkeit zuruckzteheu.

Für Jedermann von Interesse.

. Wenn nach langem Winterschlafe die Natur zu neuem Leben anh-fl im Wald und Flur der Saft der Baume emporsteigt und die grünen!« Knospen den nahe bevorstehenden Einzug des holden Frühlings verkünd«, büstn tntt auch an uns die ernste Mahnung heran, diesen ewigen KreiM der Natur, dem wir nicht minder wie alle sonstigen Wesen der Schöpfm« unterworfen sind, nicht unbeachtet zu lassen. M

Während des Lahres scheidet das Blut fortwährend unbrauchb-n Stoffe aus, dre, wenn sie nicht rechtzeitig nach außen abgcführt werden, d« manmgfachsten und sLwersten Krankheiten Hervorrufen können. Im Früh iahr und Herbst ist aber dierechte Zeit, um die sich im Körper wähmit des Jahres abgesetzten, uberflnfftgen und die Thätigkeit der einzelnen Organt hMm-nd-u Stoffe und Safte (Galle und Schleim) durch eine regelrecht-, den Körper mcht schädigende Abfuhr-Cur zu entfernen und hierdurch schwer« anderen Selben, welche durch diese Stoff-Ablagerungen leicht hervorgernsa werden, vorzubeugen. Nicht nur für Diejenigen, welche an gestörter An­dauung Berufung Blähungen, Hautausschlag, Blutandrang, Schwindel, Trägheit und Müdigkeit der Glieder, Hypochondrie, Hysterie, Hämorrhoiden, Schmerzen tm Magen, m der Leber und den Därmen leidens sondern aui ben Gesunden oder den sich für gesnnd Haltenden kann nicht dringend genug angerathen werden, dem kostbaren rochen Lebenssaft, der unsere Adern uni Aederchen durchstromt, die volle Reinheit und stärkende Wirksamkeit durch em- zweckmäßige und regelmäßig durchgeführte Cur vorsichtig zu wahren. Als das vorzüglichste Mittel hierzu können Jedermann die Richard Brandt'ichen Schweizerpillen, welche unsere hervorragendsten medicinisch-n Autoritäten als ebenso wirkiam wie absolut unschädlich wärmstens empfehl-n, aufs Beste angerathen werden und findet man dieselben in Wiesbaden in den Apotheken, zn »iebrrch (Hof-Apotheke), Weilburg, Hamburg, Hadamar, Camberg, Runkel, Kirberg. Auch können Bestellungen bet Mali lern & Schild in Wiesbaden, Langgasse 3, abgegeben werden, woselbst auch die Gutachten vieler practischeu Aerzte gratis abgt> geben werden._______________ <M-No. 9200.)____________________309

Handel, Industrie, Statistik.

HK (Handelskammer.) Kaufleute, welche geschäftliche Be­ziehungen nach Serbien unterhalten, können hierauf bezügliche Aus­künfte auf mündliche oder schriftliche Anfragen beim Bureau der Handels­kammer erhalten. Dortselbst liegt zur Einsicht offen der Verb ands- Güter-Tarif, Theil II. Besondere Bestimmungen und Tarifsätze für den Güterverkehr zwischen Stationen der Aachen-Jülicher, Dortmund- Gronau-Enscheder, Georgs-Marien-Hütten- und Niederländischen Staats- Eisenbahn (deutsche Stationen der Strecke Almelo-Salzbergen) einerseits und Stationen der Eisenbahn-Directious-Bezirke Hannover, Magdeburg Erfurt und Frankfurt a. M., sowie Stationen der Braunschweigischen und Halberstadt-Blankenbnrger Eisenbahn andererseits, ferner zwischen Stationen der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn einerseits und Stationen der Eisenbahn-Directious-Bezirke Hannover, Köln (rechtsrheinisch), Köln (links­rheinisch), Elberfeld und Frankfurt a. M. andererseits. Gültig vom 1. April 1883 an. Soweit durch diesen Tarif Erhöhungen der bisherigen Tarifsätze herbeigesührt werden, treten dieselben erst mit dem 1. Juni 1883 in Kraft.

* (Die Verluste in denKriegen der Neuzeit) werden merk­würdigerweise als besonders groß bezeichnet. Man führt dies auf die Vervollkommnung der Schußwaffen zurück und bedenkt nicht, daß die Schlachten früher viel blutiger waren. Das Ueberwältigende an den heutigen Verlusten liegt in dem plötzlichen, massenhaften Auftreten der­selben bei einzelnen Truppentheilen. Die früheren Schlachten waren ein mäßiger, aber anhaltender Regen, der schlikßlich doch 'bis auf die Haut durchdringt; die heutigen sind ein heftiger, aber kurzer Platzregen, durch den man eben rasch hindurch muß. Außerdem ist zu bedenken, daß in allen neueren Kriegen (außer im Kriege von 1870/71 auf deutscher Seite) die Verluste durch Krankheiten weitaus größer waren als die durch den Feind. Namentlich in den russisch-türkischen Kriegen war es, wo ganze Divisionen geradezu hinwegstarben. Im Krimkriege während des Winters 1854/55 fielen von 29,000 Engländern 10.000 durch Krankheiten; 1866 in der preußischen Armee an der Cholera 6427, auf den Schlachtfeldern ^50: 1870/71 fielen auf deutscher Seite 12.000 Mann an Krankheiten zu 28,000 auf dem Schlachtfelde. Gewiß ein sprechendes Zeuguiß für die verbesserte Gesundheitspflege. Schließlich mögen für die Behauptung, daß die früheren Kriege trotz der mangelhaften Schußwaffen doch blutiger waren als die modernen, folgende Zahlen aufgeführt werden: Die Preußen verloren bet Collin an Tobten und Verwundeten 40 pCt., bei Jorndorf 38 pCt., bei Kunersdorf 40 pCt.; die Oesterreicher verloren bet Asp-rn 30 PCt.; die Franzosen verloren bei Aspern nahezu 50 pCt. u. s. w Die Preußen verloren bei Lützen 30 pCt., das Uork'sche Corvs bei Leipzig in 3 Stunden 25 PCI, das Kleist'sche Corps bet Leipzig in 2 Tagen 30 W; die Russen und Franzosen bet Borodino 30 pCt.; die Engländer bei ^^erloo25pCt.;diePreubenbei Königgrätz 4 PCt.; die Oesterreicher ebendaselbst 11 PCt.; die Deutschen bet Wörth 12 pCt., bei Spicheren 18 pCt., bei Mars la Tour 22 pCt., bet Gravelotte 10 PCt., bei Sedan 15pCt

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