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Wiesbadener Tagblatt.
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— (Natürlich.) Dame: „DieZähne, die Sie mir neulich eingesetzt habm, schmerzen mich heftig!" — Zahnarzt: „Ganz nach Bestellung, Madame wünschten die Zähne so natürlich wie irgend möglich!"
* Schiffs »Nachricht. Dampfer „Rhynland" von Antwerpen am 16. November in N ew-Aork angekommen.
Vermischtes.
— (Verwickelte Verwandtschafts-Verhältnisse.) Der frühere Obeipräsident von Posen, v. Puttkamer, hatte s. Z. das Unglück, seine Frau an der Cholera zu verlieren und verheirathete sich zum zweiten Male mit der älteren Tochter seines Bruders, des Landraths v. Puttkamer, während sein Sohn, der jetzige Minister, die jüngere Tochter seines Oheims als Gemahlin heimführte. Durch diese Heirathen ergeb« sich folgende Verwandtschaftsverhältnisse: Landrath v. P. ist der Schwager seiner älteren Tochter, der Schwiegervater seines Bruders, des Oberprafi- denten v. P., der Onkel, Schwiegervater und Stief-Grohvater des Ministers v. P. Oberprästdent v. V. ist gleichzeitig der Vater und der Schwager des Ministers v. P., der Onkel seiner Frau und seiner Schwiegertochter, der Großvater und Onkel der Kinder des Ministers v. P. Frau Oberpräsident v. P. ist die Stiefmutter, Schwägerin und Cousine des Ministers v. P., die Stief-Schwiegermutter, Tante und Schwester der Frau Minister v. P., die Großtante, Tante und Stief-Großmutter der Kinder des Minister» v. P. und, was das Merkwürdigste ist, die Cousine ihrer eigenen Kinder. Frau Minister v. P. endlich ist nicht nur die Tante ihres Mannes, st« ist auch die Großtante ihrer eigenen Kinder u. f. w. u. s. w.
— (Gräfin vor Gericht.) In Berlin wird stch demnächst eine Gräfin, eine in der Gesellschaft viel gefeierte Schönheit, wegen Mißhandlung und FrecheitSberaubung ihres Dienstmädchens vor Gericht zu verantworten haben. _________
Briefkasten der Rsdactivn
Mehrere Sperrsitz-Besucher der ersten „Kleopatra"- Vorstellung: Ihr Vorwurf trifft nicht uns, sondern lediglich bi« Intendanz der König!. Schauspiele, welche ee offenbar ti» Drang der Geschäfte, vielleicht auch aus mangelnder Einsicht au der Nützlichkeit solcher Benachrichtigungen überhaupt, versäumt halte, uu» von der veränderten Anfangszeit der Oper „Kleopatra" Kenntniß zu geben. — v. S.: Sie wenden sich am Besten mit Ihrer Bitte an die städtische Cur- Direction selbst, welche billigen Wünschen der Besucher des Curhause» ja stets gerne willfahrt. - „Sperling": Ihre Bescheidenheit macht
* (Merkel'sche Kunstausstellung.) Neu ausgestellt: „Belagert" von Ludwig v. Rößler in Franksut a. M; „Parthie bei Dresden: Ostraaehege" von Wladimir Zettel in Dresden; „Golf von Neapel in' Mondschein" von L. Schulze in Waidhaus«; .Thierstück" von M "t uschka in Düsseldorf; „Orientalin" von M. Sturm in München; Winterhafen bei dem Offenbacher Schloß" von Adolph Geh in Frank- furtS; M.; vier Landschaften: „Stimmungsbilder" von G. Arn Hard in Munch«; „Stillleben" von M. Jost in München.
„„ -- (Repertoir-Entwurf des König!. Theaters bis zum 27. November.) Dienstag 91 . im SvmS««- (fDiHmAÄi
Schiedsrnann: Bürgermeister Goßmann in Kloppenheim; Stellvertreter: Landwirth A. Neumann in Hebloch. 4) Naurod mit Auringen und Rambach: Schiedsmann: Bürgermeister Schneiderin Naurod; Stellvertreter: Landwirth Kilian Schwein in Rambach. 5) Delkenheim mit Massenheim: Schiedsmann: Landwirth Jacob Bücher in Delkenheim; Stellvertreter: Bürgermeister Schneider in Massenheim. 6) Wallau mit Nordenstadt: Schiedsmann: Lehrer PH. Dönges zu Wallau; Stellvertreter: Landwirth Andreas Pflug zu Nordenstadt.
* (Todesfall.) In Flörsheim starb am 16. cr. nach kurzem Krankenlager Herr Pfarrer Joseph Siegler im Alter von77 Jahren. Derselbe hatte im Jahre 1878 sein SOjähriges Priesterjubiläum gefeiert und seit 1837 in der Gemeinde Flörsheim als Seelsorger gewirkt.
* (Va cant.) Die Kreis - Thierarztstelle des Ober-Taunuskreises (Wohnsitz in Homburg v. d. H.) mit einem jährlichen Gehalte von 600 Mk. ist Dacant und soll wieder besetzt werden. Qualificirte Thterärzte haben sich unter Vorlage der Zeugnisse binnen 6 Wochen an die König!. Regierung zu Wiesbaden zu wenden.
KB. (Collecte.) Dem Vorstande des katholischen Kirchenbau-Vereins zu Biebrich-Mosbach ist auf Ansuchen von dem Herrn Ober-Präsidenten gestattet worden, behufs Anschaffung einer Orgel für die katholische Kirche daselbst eine einmalige Sammlung freiwilliger Beiträge bei den katholischen Einwohnern des Main- und Rheingaukreises und des Stadtkreises Wiesbaden bis zum Ablaufe des Monats April 1883 durch polizeilich legitimirie Collccteure zu veranstalten.
^(AuS Rüdesheim) wird uns geschrieben, daß jetzt im Verlaufe von 6 Wochen durch Hochwasser die bekannten Calamitäten zum zweiten Male eingetreten find, in Folge deren nicht nur die Keller der an der Rheinstraße gelegenen Häuser, sondern auch der dahinter liegenden Gebäude bis an den Markt hinauf mit Wasser gefüllt sind und deßhalb die Wintervorräthe herausgeschafft werden mußten. Auch sind die Zugänge zu den von der Rheinstraße aus nach dem Innern der Stadt führenden Straßen und Gäßchen (Amsel- und Drosselgasse) durch kleine Wasserweiher unerreichbar geworden, so daß man schon einen großen Umweg zu machen hat, um vom Rheine und vom Bahnhofe aus in die Stadt zu gelangen. — Trotzdem, daß die diesjährige WeincreScenz sehr viel zu wünschen übrig läßt, bieten die Wirthc Alles auf, um ein gutes Glas Wein zu 25, 30, 35 Pf. und höher auSzuschänken, wie dies namentlich in den so berühmt gewordenen Weinstuben der Drosselgasse, der Müller'schen und derjenigen deS hiesigen „Winzer-Vereins" der Fall ist.
* (Die Drahtseilbahn auf dem Niederwald) soll in Aßmannshausen beginnen und besteht aus zwei Strecken. Die erste, zwei- geleifige, ist 490 Meter lang und bringt die Touristen nach dem Maschinenhause; von dort ab ist die Bahn nur eingeleisig. Sie endigt in der Nähe des Jagdschlosses, ließe sich aber leicht bis zum künftigen National-Denkmal verlängern. Die Gesammtsteiaung beträgt 235 Meter. Die Wagen haben 25 Sitz- und 16 Stehplätze. Die ganze Fahrt dürfte kaum sechs Minuten dauern, und die Bahn kann somit einen bedeutenden Verkehr bewältigen.
* (Verband Nassauischer Männer-Gesangvereine.) Die drei Manner-Gesangvereine „Eintracht" von Ems, „Eintracht" von Niederlahnstein und der von Oberlahnstein hielten vor wenigen Tagen in Ntederlahnstein eine zweite Besprechung ab (die erste diesbezügliche erfolgte, wie gemeldet, am 18. September in Ems) über die Gründung eines „Verbandes Naffauischer Männer-Gesangvereine". Man einigte sich 'vorläufig über einige wichtige Punkte eines Statuts, nach welchem vorzugsweise das Volkslied gepflegt werden und die Abhaltung der alljährlichen Gesangwettstreite bestimmten Regeln unterworfen bleiben soll. Doch sollen Vereine aus Orten von mehr als 10,000 Einwohnern grundsätzlich von dem beregten Verbände ausgeschlossen und eventuell eine Einthellung in einzelne Bezirke in Aussicht genommen sein. Vorläufig sind alle Gesangvereine Nassaus zu einer am 10. December in Limburg statthabenden Delegirten-Versammlung cingeladen.
* (Tödtliche Körperverletzung.) In Nassau hat der Knecht des Bubenborner HofbeständerS Eschenauer, der jüngsten Tochter des- selbm, welche er schon seit einiger Zeit mit Liebesantiägen belästigte, in einem plötzlichen Wuthanfalle mit einem scharfen Dolchmesser einen Stich in die Brust versetzt, wobei er ihr noch die Worte zurief: „Wenn ich Dich denn nicht haben soll, dann sollst Du aber auch sonst Keinen bekommen." Der Verbrecher wurde gefänglich eingezogen. Die Wunde deS Mädchens soll nicht gerade lebensgefährlich sein.
„Graf Waldemar", „Robert und Bertram", „Der Templer und di« Jüdin", „Joseph", „Die Jüdin".)
* (CurhauS. — Vortrag. Künstler - Concert.) Der auf morgen Montag Abend im Curhause angesetzte Vortrag deS Musik-Schriftstellers Herrn Professor Heinrich Ehrlich aus Berlin über „Die großen Virtuosen in ihrer eulturhistorischen Bedeutung" dürfte in einer so „anerkannt musikliebenden Stadt" wie Wiesbaden größtem Interesse begegn« und daher zahlreich besucht werden. — In dem fünften DirectionS-Eoncert, das nächsten Freitag den 24. November im Curhause stattfindet, wird der der Pariser Violinschule entstammende Geiger Herr Mar fick, welcher allerorts große Erfolge erzielte, auftreten.
— (Fräulein Ottilie Wiegand) hat auch für die diesjährige Weihnachtszeit wieder eine Anzahl reizender KinderportraitS in ihrer Auslage an der Elisabethenstraße ausgestellt, unter welch« mehrere grüßen, in Oelfarben ausgeführte, durch überraschende Aehnlichkeit und künstlerische Ausarbeitung ganz besonders ansprechen. Diese Bildchen und Miniaturen eignen sich vorzugsweise für den Weinachtstisch und dürsten als eine willkommene Zierde desselben erscheinen.
* (Spohr-Denkmal.) In Kassel wird die Enthüllung deS Spohr-Denkmals Sonntag den 26. d. M. stattfindm.
Aus dem Reiche.
* (Der Kaiser) empfing am Donnerstag in Berlin den Besuch des Königs von Sachsen, welcher im König!. Schlöffe abgestiegen ist. Am Freitag begaben beide Monarchen sich gemeinsam zur Jagd nach HubertuSstock.
* (Aus Baden-Baden) neuerdings eingetroffene Berichte bestätigen in erfreulicher Weise die nach Lage der Verhältnisse günstigen Nachrichten über das Befinden der Kaiserin. Die vor Kurzem stattgehabte Consul- tation der Aerzte, zu welcher bekanntlich auch der Geheimerath Lange nid eck hinzugezogen war, hat, wie der „Elberf. Ztg." mitgetheilt wird, ergeben, daß die Verletzung, welche die Kaiserin stch bei dem letzten Unfall zuge- zogen, nickt den Umfang gehabt hat, den man ihr anfangs zuschrieb. In Folge dessen ist auch die ärztliche Anordnung, daß die Kaiserin den Körper völlig ruhig halten und nur in liegender Stellung zubringen solle, aufgegeben, und vielmehr Ihrer Majestät der Rath erthetlt worden, den Körper durch Geben in mäßige Bewegung zu setzen. ES wird gehofft, daß die hohe Patientin schon bald den Aufenthalt wechseln und nach Berlin zu- rückkehren könne. Den wiederholt von den Äerzten vorgetragenen Rath, für den Winter einen Aufenthalt in milderem, südlichem Klima zu nehmen, hat die Kaiserin mit Entschiedenheit abgelehnt.
27- Novembe^) Dienstag den 21.: „Krieg im Frieden". Mittwoch ben 22: »Da» Haus der Wahrheit", Tanz. Donnerstag den 23.: „Der fliegende Holländer . Samstag den 25. (neu einst.): „Rigoletto". Sonntag den 26.: „Der Verschwender". Montag den 27.: „FieSko". (Außer ^Hsboliiierneut, zu ermäßigten Preisen.) — (In Vorbereitung: „Rantzau",
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