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Sonntag, 25» Oktober 1914.
Morgen - Ausgabe.
Nr. 499. «► 62. Jahrgang.
tr.
Der Krieg.
V heftige Nainpf zwischen Meuport und Gstende.
^ Kopenhagen, 24. O!t. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Blüh ntoutüen" meldet, der Berichterstatter des „Daily Chro- >Äe" in Amsterdam teilt mit, dast ein heftiger Kampf Aschen Nieuport und Ostende im Gange sei. Ein fr an» Hirsches Geschwader unterstütze das englische. Die kssiche sind d u r ch b r o ch en, so daß die vorher anfge- dichte Erde jetzt vollständig überschwemmt ist.
die zunehmende Erschlaffung der französischen Truppen.
Br. Genf, 24. dt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.)
, h der beschwichtigenden Versicherung des französischen o.°"rralstabs, das; den Gelandevcrlusten der im Südostcn von operierenden französischen Truppen keine große Bedeu- bcizumcffcn sei, geht ans der gestrigen und heutigen De- 'stche hervor, daß auf der Linie D i x m u i d e n - Roulers- ^ern-LUlc-La Baffe bis gegen Arras der Widerstand dev °rbündetrn infolge der Ermüdung der seit Sonntag nicht zu t tcni gekommenen Truppen erheblich ab genommen Jedenfalls geben französische Privatmcldungcn zu, daß !?» dem deutsch c n Angriff sowohl in Frankreich wie in ? el 8tcn die numerische Überlegenheit und erhöhten Ä» «nmcrkt. Tatsächlich haben die n c » vor die Front ge»
, Eien deutschen Abteilungc-l sich facti Stammtruppen mühe- ^ ««gegliedert. Ihre Feuertaufe war durch bcträcht- G e b i e t ö g c w i n u gekennzeichnet. Pariser Mili- , Kritiker äußern, der deutsche Eigensinn sei ein unbercchrn- #ttt Faktor.
letzten amtlichen französischen Berichte.
. W. T.-B. Paris, 24. Ott. (Nichtamtlich) Amtlich wird p«fU)ct: Auf unserem linken Flügel sehen sehr bedeu- „Ade deutsche Kräfte, derer: Gegenwart Gestern be- Mgemeldet wurde, die heftigsten Angriffe auf dem »>Eiet zwischen dem M e e r, dem Aser-Kanal und L a r?if4 fort. Im ganzen wurde die Lage der Verbündeten Mltcn. Wenn sie auch an e i n.i g e-n S t e I len weichen nMn, ruckten sie an anderen vor. Der Feind zeigte eben- ^ eine sehr bedeutende Tätigkeit.
-. Im Gebiet von Arras und der Somme, nördlich und „stich der Somme, rückten tv'.r vor, namentlich im Gebiet von Bieres en Santerre. ^ ..
3m. (lebtet bon 93cri)un nnb ^ont'ä^SJiou^on r)fQttcn ^ einige Teilerfolge.
-Auf der übrigen Front ist nichts Neues. Zusammen- Aend scheint der Feind aus dem größten Teil der Front, Jülich zwischen Nordsee und O ise, eine Äraft- pH^engung zu unternehmen, indem er neue Formatio- -'?« verwendet) die aus neuaustzebildeten Mannschaften, teils A jungen, teils ziemlich alten, und deren Offiziere alten Liß>penteilen entnommen sind, bestehen. (Notiz des. W. T.-B.: 2»* erkennt hier deutlich das Bedürfnis, den überraschenden Adrgck der kraftvollen deutschen Offensive' aibzuschwächen und ' sinkenden Mut aufzurichten.)
, I« R:
, . »- „Rußland stehen die Deutschen noch an der Welch • mit Ausnahme der Linie Jwangorod-Kosentzy, die sie, ' ben Russen verfolgt, räumen mutzten. Alle österreichischen
Versuche, nördlich Jaroslau den San zu überschreiten, wurden abgewiesen. In diesem Gebiet ergriffen die Russen die Offensive. (Notiz des W. T.-B.: Sie neuesten österreichisch-.unga- rischen Kriegsberichte lassen erkennen, was es mit diesen Behauptungen der französischen Heeresleitung auf sich hat.)
W.T.-B. Paris, 24. Okt. (Nichtamtlich.) Vom 23., abends, wird amtlich gemeldet: Auf unserem linken Flügel dauert die Aktion mit großer Heftigkeit cm, namentlich im Gebiet von Arras, La Basse und Armentieres. Die Verbündeten verloren an einigen Stellen um La Basse, gewannen aber östlich Armentieres Terrain. Im allgemeinen ist die Lage aus diesem Teile der Front unverändert. Nördlich der Aisne hat unsere Artillerie drei deutsche Batterien vernichtet. Ein unklarer Bericht der „Times" und feine Abfertigung.
stä. Rotterdam, 24. Okt. Aus London.wird gemeldet: Der Kriegsberichterstatter der „Times" schreibt, daß die Dörfer im Norden Frankreichs schwer zu nehmen sind. Sie haben viel unter den Geschossen der beiderseitigen Artillerie zu leiden. Die DefLnsivtruppen können viele Vorteile haben. Doch seien diese teuer zu erkaufen. Man kann aus dem vorliegenden Bericht nicht mit Bestimmtheit, ersehen, ob es die Deutschen sind, die bei Nieuwport und Lille ängreisen oder die Verbündeten. Es sei .aber anzunehmen., daß. die Deutschen sich nur verteidl- gen. Der „Rotterd. Courant" fragt im Anschluß an den Bericht der „Times":'Die britischen Blätter sprechen .immer mix van einem Zurückweichen der Deutschen. Wir bezweifeln die Richtigkeit dieser Meldungen. Auch geht eS nicht an, daß die Truppen landen, wo sie wollen. Wenn sie die Deutschen im Rücken angreifen wollen, müßten sie stch erst eine Laudnugssselle erkämpfen. Denn sie haben keinen Seehafen, wo sie Truppen jetzt an.Land setzen könnten. Man könnte nach dem englischen Bericht auch nicht begreifen, ob die Engländer ihre Kriegsschiffe nur verwenden, um die Deutschen in fder Flanke zu beschießen, oder aber, ob sie schon eine Landung im Rücken der Deutschen versucht haben. Das Bombardement von Ostende sei noch kein Beweis
einer direkten Landung.
Oie Not in Calais.
hd. Amsterdam, 24. Okt. Der Berichterstatter der „Daily News" beschreibt seinen Eindruck aus Calais wie folgt: „Nur lvenige Meilen landeinwärts wütet immerfort der große Kampf und die Verhüllung aller Einzelheiten durch die wenigen mageren Worie einer o^iAieüen SDCvttciluncj incia)t bie Bedeutung dieses Kampfes noch größer. Am Dienstag war den ganzen Tag der Eisenbahnverkehr nach und von Calais eingestellt. Warum, das wußte niemand. In einem Atem hörte man meist entgegengesetzte Gerüchte. Die einen sagen, die Deutschen kommen, morgen oder übermorgen werden sie uns ins Meer treiben; die anderen rufen dagegen: Wir haben sie schon aus Frankreich sortgejagt, wir haben gesiegt Inzwischen ist die Stadt ganz besetzt m:t belgischen Flüchtlingen) Es ist ein immerwährender Strom von Leuten, die überall die Straßen füllen. Sie schlafen in Stallen und in Scheunen, unter freiem Himmel oder aus deni un Hafen liegend ':: Dampfern oder gar auf Fischerbooten. Allein schon im Hasen, diesem letzten Ankerplatz, lvo Fischerboote aus den ' verschiedensten Ortschaften der französischen Küste liegen, so
dicht beieinander wie gepackte Fische nach gutkm Fange, lebt jetzt eine Bevölkerung fast so groß lvie die Bevölkerung einer großen Stadt. Familien, in Lumpen gekleidet, ihren arm- lichen Hansrat um sie herum, sieht man neben anderen Familien in günstigeren Verhältnissen, die gut gekleidet und gut genährt sind. Die gemeinsame Not hat sie zusammcn- geführt. Alle diese Menschen warten, daß etwas geschehe. Was, wissen sie selbst nicht genau."
Frankreichs letztes Knfgebot.
' W. T.-B. London, 24. Okt. Die „Dimes" meldet aus Bordeaux: Nach zweimonatiger Ausbildung stehen jetzt neue Truppen bereit, die zu Joffres Armee stoßen können, da die jungen 0cil'baten luii NeserveabteiXungeu vereinig! wer^eu, die erst jetzt zu.den Fahnen gerufen werden. Man nimmt an, daß das französische H.eer dadnxch. um ^ ine halbe Million frischer Truppen vermehrt wird. (Aotiz r.e» \y. T.-B.: Hier ist wieder einmal der Wunsch der Vater der- Gedankens. Die Verbündeten richten sich gegenseitig an den großen Zählen, die sie einander Vortäuschen.)
England in Erwartung der deutschen Landung.
Br. Budapest, 24. Okt. (Eig. Drahtbericht Ktr. Blnä ^em „Pesti Napl," wird aus London gemeldet: Der Fau Antwerpens bat die englische Regierung zu srcberhafterTatt«- kcif veranlaßt. An den Usern bei F e l i r t o w n rn der Nah von Harwich werden die Schuhmaßregeln mit großer Be- chleuüignng durchgcführt: England sichert sich 6 e g e n d e -l Einbruch der Deutsch c n. Dre englische Heeresleitung ist der bestimmtesten Meinung, daß es vor Felrxtown zu ctncr oroßc» Seeschlacht komme» werde. Um eine Landung zu verhindern, werden jetzt schon die erforderlichen Gegcn- maßregcl» getroffen; die umliegenden Höhen werden befestigt und dort Militärlager errichtet.
Die Engländer als Varbaren'.
W. T.-B. Brüssel, 24. Okt. Leutnant Pfeil von 8 Reserve-Feldartillerie-Regünent hat nach dem EiiMg der deutschen Truppen in Antwerpen vmn Durm der KathedrLa aus festgestellt, daß gegen)Uhr vom ^or Ae te de I a n d r e sowie «ans den S ch ü tz. e n g t ab t iv bie ~ stch Längs der'Schelde südlich befanden, sowie von den auf der Sckielde befindlichsn Seeschiffen dre westlichen Teile dewStad., insbesondere der Grande Place und die K a t h e d r a e beschossen wurden. Pfeil beobachtete wiederholt Schrapnell- schösse in unmittelbarer Nähe der Kathedra.e und Granat- schüffe in der Nähe des Rathauses-und der Kathedrale Derselbe Offizier stellte am -gleichen Tage aus zuruckgelaßenen LüsrMungLstücken und Waffen fest, daß in den von eng i - sch e ir Truppen besetzten Schlössern Heimhof, Broyent, Pnlhos große Verwüstungen angerichtet worden waren. Scy- wertvolle Möbel waren vollständig zerichlagen. Große Gemälde und Bilder sowie Leder- uiid Samtmöbel zerschnitte, die Schränke durchwühlt und ihr Inhalt nmhergeworfen. In einem Ledersosa steckte noch ein englisches Seitengewehr.
Die Tätigkeit der „Emden".
Br. Rom, 24. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die „Tribuna" erführt nns Kalknttn, daß der Kreuzer „Emden" dem englische» Handel bereits ungeheuere Schlage 'versetzt hat. Die Zahl der f r a n z ö s r s ch c n und
!
Nachdruck Verbote»'
Um ihre Ehre.
Skizze von Berta Freifrau v. Nauendorf.
diente seit einem halben Jahr bei Zehlens, besser und nicht schlechter, wie nranche vor ihr dort hatte. Die Gnädige war nicht gerade unzu- b 0 S be n mit ihr . . . Mein Gott, bei einem Wechsel kam jiO'nur wenig heraus, man wechselte das Gesicht, dre i,? 1 « bließen, vielleicht kamen noch ern paar rame DU" Wirklich, das Kattchen war dre Übelste nrcht. tau borgte ganz gut für die drei kleuren Mädchen und ^ (gewiß auch noch die Arbeit für den Stammhalter ^Uonrinen wenn er sich eingestellt haben wurde, ^ben Zchlens blieb dieser Wunsch versagt.
ciniqcn .Wochen aber war Frau Zahlen^ recht Mri.eden n-it Kattchen. Wo das Diädchen nur fernen hgste? Alles vergaß sie. Den kleinsten Auftrag. BtS 1 Hc richtete ihn so verkehrt aus, daß hinterher die Verwirrung entstand. Und dann lief Kattchen Tages mit drckver-heultenr Gesicht herum, rz-rau übersah zuerst den Kummer geslrssentlrch und > daß der Sturm sich vielleicht besser uird ganz von ohne ihre Einsprache legen würde. Aber es wurde C kedenr Tag schlimmer. Kattchen konnte rhre Tranen " Nicht nrehr zurückhalten. Sie stürzten rn klemen R über die dicken, roten Wangen, die langfam und blaß wurden. fcW- nahm die Gnädige Kattchen in ein scharfes Ver° Ll und tad§ das Mädchen unter Schlirchzen beichtete, kj^ Urchs hg-n angetan, ihr Fronde zu bereiten. Nur lijsg ul. vor Wochen, als ihre Vergeßlichkeit anfing, so U? öu werden, war Kattchen zum Tanz gegangen, ßx 'Untte sich gleich ein Bursche gefrinden, der sie im drehte, bis ihr schwindlig geworden war, und der lchön tat. Und dann auf dem Heimweg, in der
lauen Somniernacht, da war's -geschehen. Da hatten sie noch ein wenig aus einer stillen Bank -gesessen, und er h-Äte so liobe Worte zu ihr gesprochen wie noch nre -ein Blensch zuvor, denn Kattchen war Warse und -mrt Zärtlichkeiten nicht ’ verwöhnt. Und bann - - - und .dann . . . hatte er, trotz seines Verfprechens, gar mchts mehr von. sich ' hören lassen, und das Kattchen wußte NUN ctruual beti boA Vurschen, wnstle nicht.
— -wie der Vater des Kindes, hieß, das sie erwartete... Fr-au Zehlen tvar sehr ungehalten, und auch rhr Mann pflichtete ihr bei, mit „so einer", „so ernem ehrlosen FraueMmmer" keine- Umstände zu machen.
Verzweifelt stand Kattchen auf der Straße, einsiich sortgejagt hatte sie die Herrschaft. Sre dachte erst daran, ein Ende.mit sich zu machen, aber sie htng doch zu sehr an dem armseligen bißchen Leben. So raffte sie sich denn auf, suchte rrnd fand eine neue .Stelle. ^,hren Zustand verschwieg sie. Bis zu chrer Entbindung war ja noch lange Zeit. Vielleicht auch würde das Kmd gar Nicht geboren werden, versuchte sie sich zu trösten und zu beruhigen. Es war ihr so entsetzltch, ,,-chrlose Person genannt zu werden. Und so flehte sie Gott-an, das Kind absterbeil zu lassen. Etwas unklar über dos JWre war sie sich^ aber sie vertraute ans die Hrlfe -des Hrm- mels. Doch gerade der Himmel beschloß es anders. Kattchen mußte noch viol erdulden, bis sie mncm^ Knaben das Leben gab. Auch in der zweiten Stelle, rn der sie -diente, kannte man kein Erbarmen, als sie ihren Zustand nicht länger Perbergen konnte. Wieder mußte sie es zu hören bekommen, daß sie ehrlos sei. Sie nahm kaum noch genügend NcchrüM ztl sich. Wwtn sie fynftQoric, tDÜrbc tvidlicld)t b&s? Kiirb l)ctl)itti( 5 cru, briio sic haßte' das ihr so viel Sorgen nn-d Knnimcr machte, ehe es auf der Welt war. Wie sollte das erst später werden?
- Aber es wurde schließllch doch alles-gut.
Eine seltsame Wandlung gina mit Kattchen vor, als
inan ihr nach langem, schmerzvollem Ringen ein zartes Bübchen tn den Arm legte.
Wie eine heiße Welle flutete es über rhr Herz. Gan,z plötzlich war die Mutterliebe in ihr erwacht, und voller Stolz blickte sie auf ihr Kind. Tapfer wollte sie von jetzt an sein, für das kleine Geschöpf arbeiten, keine Mühe scheuen und vor keiner Unannchmlichkett zurückschrecken.
Und sie, die ben -vorzeitigen Tod -des Kindes vom Hunmel erficht hatte, sie war jetzt voller Angst, dos schwache 5kindchen könne sterben.
Sie selbst erholte sich sehr schnell. In rhr -war, nchen der Dttitterliebe, ein starker Wille zum Leben und z:ir Arbeit erwacht. Schaffen wollte sie, daß es dem Kleinen an nichts fehle.
Der Fritz war ein liebes Kind, das, bei guten Leuten nntergebracht, bald prächtig gedieh und seiner Mutter, die ihn so oft sie konnte, besuchte, viel Freude machte. Kattchen war in ihrer Arbeit viel gewissenhafter und brauchbarer geworden seit der Gebutt des Kindes, und so hatte sie bald eine gute Herrschaft gef-nnden, die iljr Verständnis entgegenbrachte, sie nicht mit dem Wort ehrlos" belegte, sondern ■ sich auch mit Rat und Tat um das Wohl des kleinen Fritz b-ekümnierte.
Je älter der Kiwbe wurde, -desto mmger hrng das Kattchen an ihm, desto glücklicher wurde sie in seinem Besitz.
Die Jahre vergingen. Aus dem kleinen Fritz war ein stämmiger Bursche--geworden, ilnd aus dem Kattchen ein altes Weiblein. Der Sohn fing schon an, der Wcutter die Auslagen feiner Erziehung zuruckzuzahlen. Wie stolz war Kattchen auf ihn, wie überftol-z aber erst, als er in des zlaisers Rock vor ihr erschien. Gluck- sirahlend blickte frei ihn immer wieder an. Als sich die erste Freude-gelegt hatte, fiel ihr ans, daß der Fmtz gar nicht recht froh aüsjah, viÄmehr etwas mchergeschlagen dreinschaute. Kattchen fragte und fragte nach dem
