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Ähre Hang tmiloä:
„Ich weiß es nicht.' Ich weiß gar nichts mehr. Ich muß ja schweigen."
„Ich sage dir, das ist eine Narrheit, was du damit andeuten wolltest! Ja! Vas war aus jedem deiner Worte zu hören. Traue dich nicht! Sonst könnte dich alles reuen."
„Es ist ja alles so gleichgültig! Mein Mund darf ja nichts sagen. Aber du hattest es hören müssen, du, damit du alles verstehst! Er wird es ja nicht können."
Und nach dieser Erklärung hatte sie das Zimmer verlassen.
Einen Augenblick war cs, als wollte er ihr nachstürzen. Dann lachte er schrill:
„EineNarrheit ist es! Was meinte sie denn eigentlich?"
Und murrend rannte er noch mehrere Male auf und nieder.
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„Wo ist denn Frida?"
„In ihrem Zimmer!" war die Antwort Edgar Brucks.
„Aber es ist doch die höchste Zeit!"
Eugen Wesselbrunn, der schwarzen Frack und weiße Binde trug, war in einer großen Aufregung. Die für die Trauung festgesetzte Stunde war bereits nahe, und die Braut hatte ftch noch nicht sehen lassen.
Auf der Straße warteten schon die Wagen, und die Hufe der ungeduldigen Pferde scharrten den Boden.
Eugen Wesselbrunn war an die Tür hingetreten, die in das Zimmer der Braut führte.
Er klopfte und rief dann:
„Frida! Ich bin es! Willst du nicht bald kommen?"
Aber so sehr er sein Ohr anstrengte, er vernahm keine Antwort, er hörte nichts.
Da versuchte er die Tür zu öffnen und mußte auch diesen Versuch unterlassen. Sie war versperrt.
Da fühlte er eine unerklärliche Augst, die ihm schier die Kehle zusmnmenschnürte, und er rief noch lauter durch die versperrte Tür:
„Frida! Die Zeit drängt! S,oll dir jemand helfen?"
Aber so sehr er sich bemühte, er bekam keinen Laut zu hören.
Nun erinnerte er -sich wieder an den Abschied des vorhergegangenen Tages, an ihr Weinen, an ihre Angst.
Wenn ihr doch ein Leid zugestoßen wäre? Wenn sie es schon vorher geahnt Härte,?
Und lauter, immer lauter und drängender wurde sein Pochen.
„Frida! So öffne doch!"
Jetzt war auch Edgar Brucks zu ihm herangekommen.
„Was geht hier vor?"
„Frida! Sie hat sich eingeschlossen und öffnet nicht. Ein Unglück oder —"
„Sie — sie öffnet nicht?"
Edgar Brucks starrte mit großen, weit offenen Augen zur Tür hin.
„Du hattest es hören müssen, du, damit du alles verstehst. Er wird es ja nicht können."
So hatte sie gesagt. Das waren ihre letzten Worte gewesen.
Und er glaubte sie nun zu verstehen.
„Stoßen Sie die Tür ein!" rief er Eugen Wesselbrunn zu, der sich sofort mit aller Kraft seiner breiten Schultern . gegen die Tür warf, die dem Anprall nachgeben mußte und aufsprang.
Eugen Wesselbrunn war auch als erster im Zimmer. Angstvoll suchten seine Augen.
Da hatte er sie gefunden.
Auf der Ottomane lag sie hingelehnt, im weißen Brautkleid.
Mit einem Sprung war er bei ihr und kniete auf dem Boden und faßte ihre Hände; aber diese waren .eisig kalt wie die einer Toten.
Und ein versiegelter Brief war dabei zu Boden gefallen, auf dem in ihrer Schrift, aber mit zittrigen Zügen, sein Name stand.
<Dn Fannie Qrugen SBeffeFbtitnn Feine anbete Slttgß, als baß atteS ju fpäl fein tönnte.
Er sprang auf unb rannte zur Tür Hin. Und seine Stimme gellte wie in Todesnot:
„Hilfe! Einen Arzt! Einen Arzt!"
Edgar Brucks aber starrte auf das bleiche, schmale Gesicht mit den geschlossenen Augen, dann irrten seine Blicke zu dem für Eugen Wesselbrunn zurückgelassenen Briefe hin.
Er ahnte, welche Geständnisse darin enthalten sein mochten.
Da war Eugen Wesselbrunn wieder vor ihr niedergesunken und umschlang die zierliche, schmächtige Gestalt mit seinen Armen.
„Frida! Warum hast du mir das angetan?"
Aber er bekam keine Antwort.
Nur der Brief, auf dem er kniete, knisterte.
Dann barg er seinen Kopf im Schoße der Regungslosem
Als dann der Arzt herbeigeeilt kam, verließen scheu wie auf der Flucht Edgar Brucks und Kolonel Parker das Haus.
(Schluß folgt.)
Leseftucht.
Bon allen Tugenden die seltenste und schwerste tft, ine Gerechtigkeit. Man findet zehn Großmütige gegen einen Gerechten. Grillparzer.
Wie ich verwundet wurde.
Diesen interessanten Bericht verdanken wir der Liebenswürdigkeit eines Lesers. Wir entnehmen dem Feldpostbrief die nachfolgenden Stellen:
„— —-Nach einigen strammen Tagesmärschen ist
unser erstes Bataillon wieder einmal bereit, eine Lücke auszufüllen, eine schwache Stelle westlich von Noyon. Unsere alten Krieger kennen das und ahnen nichts Gutes. Sie haben darin Erfahrung. Ich als blutjunger Feldsoldat lasse mich natürlich gerne belehren. Zunächst ging cs uns ganz gut. Freitag-, morgen? Uhr, „Alarm", wir rücken teilweise verkehrt (es gab am Abend vorher Rotwein) in recht mißmutiger Stimmung aus. Sobald es „halt" heißt, liegt auch schon die Hälfte der Kompagnie um, um vielleicht doch noch einige Minuten ruhen zu können. Jedes Feld, sei es noch so schmutzig, jede Straße, sei sie noch so laut, bieiet ein ersehntes Lager. So geht es in den Dag hinein, der nMig und unfreundlich heraufzieht. Immer vorwärts, gegen 9 Uhr ist Rast zum Kaffeetrinken, unsere Feldküchen sind nachgefahren. Gegen Mittag kommen wiir in ein verschossenes Dorf. Die Kanonen donnern noch ganz in der Nähe, Unser Bataillon bleibt als Reserve zurück und im Laufe des Nachmittags kommen wir sogar zu unserer Mittagsfuppe. Es füllt bis. abends nichts mehr vor und wir beziehen Quartier. Mein Zug hat einige Posten ausznstellen, deshalb qua-tteren wir uns am Ende des Dorfes in ein winziges Häuschen.ein. Mit steifen Beinen, denn es ist recht kalt die Nacht, erwachen wir um VA Uhr und suchen unsere Konrpagnie auf, um wieder in die Morgenfrühe hinauszru- ziehen. Ehe es hell wird, müssen wir unsichtbar sein, weil wir in der Nähe des Feindes sind, und sobald eine Helmfpitze von uns sichtbwe wird, Iverüen wir mit Granaten und Schrapnells überschüttet. Natürlich müssen wir unseren Platz wechseln, ein kleines-Wäldchen bietet uns sicheren Schutz. So geht der Samstag herum, und abends wird unsere größte Sehnsucht, die Feldküche naht, erfüllt. Noch einmal in dasselbe Quartier wie gestern, wir fühlen uns schon ganz heimatlich da.
Sonntagmorgen — eine reichliche Brotportion, wie seit vielen Tagen nicht, deutet uns den Festtag an. Wieder rücken wir aus, um dann in Reserve liegen zu bleiben. Was will man auch mit einem Bataillon in einer Riesenschlacht. Mittag ist vorbei, natürlich ohne Mittagessen, — da kommt der Befehl, das Bataillon soll helfend eingreifen. Zweite und dritte Kompagnie zuerst heran. Hinter einem Wäldchen liegen wir und erwarten den letzten Befehl, ich kaue wie die anderen noch ein Stück Brot und einen Apfel, wer weiß, wenn man wieder was hat. Endlich schroärmt mein Zug aus durch das Wäldchen. Ich bin am rechten Flügel, mit Anschluß an die zweite Kom- pagnie. Rechts sehe ich den VizefeldweLel Georg Jäger mrt seinem Zug Vorgehen. Im gemütlichen Schritt gehen wir vor, hier und da wird noch ein recht schöner Apfel vom Baum hxochen und eingesteckt. An ein paar toten Franzosen geht .es
