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leiblich hierbei ergebenden Schwierigkeiten überwinden lassen. £6em Wunsche, daß es mir und meiner Amtsführung vergönnt sein ^'Unserer Stadt die geachtete Stellung, die sie sich im engeren
"Nieren Vaterland« unter der bisherigen Verwaltung errungen, auch
| TageS-Kalerrder.
f Heute Freitag den 14. Juli.
I/eichuenschule für Mädchen. Nachmittags von 2—4 Uhr: Unterricht.
Wewerbliche Fachschule. Nachmittags von 4—6 Uhr: Unterricht.
Wertsebung der Impfung der im Jahre 1881 rc. geborenen Kinder, Nach- ' mittags von 5—6 Uhr in dem hiesigen Rathhaussaale, Marktstraße 5. Gewerbliche Madeüirschule. Abends von 6—10 Uhr: Unterricht.
Salon Agoston. Abends 8 Uhr: Große Vorstellung im „Römersaal". kurn-Uerein. Abends von 8—10 Uhr: Riegenturnen.
Wiesbadener Musik- und Gesangverein. Abends 8'/-Uhr: Generalversammlung im Vercinslokalc.
Katholischer Gesellenverein. Abends 81/« Uhr: Versammlung im Vereinslokale.
MSnnergesangverein „Längertuft". Abends 9 Uhr: Probe.
Zecht-Club. Um 9 Uhr: Fecht-Wend im „Deutschen Hof". Gesellschaft „Iidelio". Abends: Zusammenkunft im Vereinslokale.
ferner zu erhalten und fortzubilden, bitte ich Sie mit mir einzustimmen in den Ruf: „Die Stadt Wiesbaden lebe hoch!" — Herr Bürgermeister Coulin: „Geehrte Mitbürger, liebe Freunde! Herzlichen, innigsten Dank für Ihre freundliche Beglückwünschung. Dieselbe gereicht mir zur außerordentlichen Befriedigung, weil ich daraus wohl entnehmen darf, daß Sie während der beinahe 40 Jahre unseres Zusammenwirkens zufrieden mit mir gewesen sind. Wir wollen in der neuen Zeit die Alten bleiben und gemeinsam arbeiten, daß dieselbe sich für unser liebes Wiesbaden und seine Bewohner immer günstiger gestalten möge. Wenn die Wogen d»r Parteiungen auch noch so hoch gehen sollten, wollen wir die Interessen unseres Wiesbaden immer höher zu halten suchen, und in diesem Sinne lade ich Sie ein, mit mir auszurufen: „Alle, welche es mit unserem lieben Wiesbaden wohl und redlich meinen, leben hoch, hoch, hoch!" — Eine Deputation des Festcomitö's, welchem sich im Rathhause anschlossen die Mitglieder des Feldgerichts, sowie als Delegirtcr des „Gartenbau-Vereins" dessen Vicepräsident Herr Rentner Richter, ferner die Herren vr. Cavet und Schenck, begab sich sodann in den Rathhaussaal, woselbst Herr vr. H. Fresenius im Auftrage des Comits's folgende Ansprache hielt: „Hochgeehrte Herren! Ich beglückwünsche Sie im Namen des aus den Kreisen der Bürgerschaft und der Einwohnerschaft Wiesbadens gewählten Comits's, Sie, verehrter Herr Amtsgerichtsrath Schlichter, als den durch die freie Wahl der Bürger erkorenen Ersten Bürgermeister, Sie, geehrter Herr Bürgermeister Coulin, als dennoch 37jähriger segensreicherThätig- keit im Dienste der Stadt einstimmig wiedergewählten Zweiten Bürgermeister. Der heutige Tag ist für die Stadt Wiesbaden ein hochwichtiger, und darum geziemt cs sich wohl, hier an historischer Stätte einen Blick zu werfen auf die Vergangenheit und im Anschluß daran den Wünschen und Hoffnungen Ausdruck zu verleihen, welche die Bürger und Einwohner dieser Stadt für die Zukunft hegen. Als ich das letzte Mal an dieser Stelle stand, lag hier die Leiche unseres unvergeßlichen Oberbürgermeisters Lanz aufgebahrt. In dichten Schaaren drängten sich die Bewohner herzu, um von dem geliebten Todten Abschied zu nehmen. Anderen Tages trug man ihn hinaus, und ein Leichenzug, wie Wiesbaden noch keinen gesehen, geleitete die sterbliche Hülle zur letzten Ruhestätte. Was der leider zu frühe Verblichene uns Allen und dieser Stadt gewesen, das lebt in unser Aller Gedächtniß, und ein Akt der Pietät ist es, auch in dieser Stunde auszusprechen, daß wir Wiesbadener unserem verstorbenen Oberbürgermeister Lanz ein treues Andenken bewahren werden. Das war ein Blick in die jüngste Vergangenheit. Erwarten Sie nicht, daß ich, weiter zurückgreifend, Ihnen ein Bild der Geschichte Wiesbadens entrollen werde. Wenn diese Mauern reden könnten, sie hätten uns viel zu erzählen von vergangenen Geschlechtern und Zeiten, von großen Tagen, von Freud' und von Leid. Ein Bild nur möchte ich in Ihr Gedächtniß zurückcufen. Es war vor zwei Jahren, da waren, wie heute, jubelnde Schaaren der Bürger und Einwohner bei Fackelschein vor diesem Rathhause versammelt. Liederklang erschallte und brausende Hochrufe. Sie galten dem einstimmig wieder- «ten Herrn Oberbürgermeister Lanz. Heute, wie damals, sehen wir arktplatz vom Glanze der Fackeln erstrahlen, hören wir Lieder und donnerndes Hochrufen einer festlichen Versammlung. Heute gelten die Hochrufe Ihnen, dem neugewählten Ersten und Ihnen, dem wiedergewählten Zweiten Bürgermeister. Die Bewohner dieser gesegneten, schönen Stadt geben ihrer Freude Ausdruck über die vollzogene Doppelwahl. Wir freuen uns, daß Sie, Herr Amtsgerichtsrath Schlichter, ein Sohn unserer Stadt, einer der angesehensten Familien entstammend, das wichtige, aber auch schwere und mühevolle Amt des Ersten Bürgermeisters übernehmen. Wir hoffen und wünschen, daß Sie mit f e st e r Hand die von Ihrem dahingeschiedenen Freunde Lanz mit so glänzendem Erfolge geleiteten Geschäfte der Stadt in seinem Geiste weiterführen werden. Unsere Hoffnung gründet sich auf die Ueberzeugung, daß Sie, als der Unseren einer, die eigenartigen Verhältnisse Wiesbadens genau kennen, und daß Sie außer den sonst für Ihr neues Amt erforderlichen Eigenschaften ein warmes Heq mttbringen für das Wohl und Gedeihen dieser Stadt. Unsere Hoffnung gründet sich weiter darauf, daß Ihnen in Herrn Bürgermeister Coulin ein bewährter Mitarbeiter zur Seite steht, der in seiner langjährigen ersprießlichen Wirksamkeit sich das vollste Vertrauen und die allgemeine Anerkennung der Bürger und der ganzen Einwohnerschaft erworben hat. Und so wünschen wir denn, daß es Ihnen Beiden vergönnt sein möge, eine lange Reihe von Jahren hindurch in gemeinsamem Zusammenwirken eine reiche Thätigkeit zu entfalten zum Segen unserer geliebten Vaterstadt. Wohl wird Ihr Weg mitunter ein dornenvoller sein, aber auch in schwerer Zeit werden Sie immer Muth zu treuem Ausharren und zu neuer Thal finden in dem Bewußtsein, daß die freie Wahl der Bürgerschaft Sie zu Ihrem ehrenvollen Wirken berufen bat. Unsere heutige Ovation, sie soll Ihnen ein Symbol sein unserer Sympalhiecn. Mit Herz und Mund geloben wir heute, Sie zu unterstützen nach unserem Können und Vermögen. Nehmen Sie, wie die Lieder der zahlreichen Sängerschaaren, so auch die Blume» freundlich an, welche der Verein Ihnen spendet, der stch vorzugsweise auch die Pflege der Blumen angelegen sein läßt. (Ueberreichung der Bouquets) Mögen diese Blumen Ihnen ein äußeres Zeichen der freundlichen Gesinnungen sein, welche man Ihnen entgegenbringt. Als ein weiteres rieichen ihrer Sympalhiecn hat die Bürger- und Einwohnerschaft Ihnen durch das Comitö tn den Raumen des „RömersaaleS" ein Fest veranstalten lassen und ich lade Sie nunmehr im Namen und Auftrage des Comitö's ein, in fest- «7cnt bcm? hEllen Scheine der Fackeln und unter den Klängen früh- llcher Weisen mit uns dorthin zu kommen." Die überreichten hübschen Bouquets tragen auf einer Schleife eine entsprechende Widmung. Beide Herren Bürgermeister dankten herzlich für Gabe und Ovation. 10 Uhr mochte es eben sein, als der Zug, in .seiner Mitte die bejden Gefeierten.
Mn, seit unsere Stadt von dieser Stelle aus ihren plötzlich aus xsensreich em Wirkungskreise abgerufenen Oberbürgermeister zur letzten BMestätte geleitete und ihm eine Todtenfeicr bereitet hat, wie sie in den Dualen Wiesbadens einzig dasteht und für den theuren Heimgegangenen ?>e für die Veranstalter gleich ehrenvoll ist. Heute feiern Sie Ihre Nrgenneisterwahl, bei welcher Sie mir an der Seite des im Dienste der M,t längst bewährten Mannes, den Sie durch einstimmige Wieder- W ausgezeichnet, den Ehrenposten Ihres Ersten Bürgermeisters über- Men haben. Gegenüber so viel mir von Seiten meiner lieben Vaterstadt Mrgengebrachtem Vertrauen, Liebe und Ehre fühle ich mich tief ergriffen M ich kann Ihnen für heute nur meinen herzlichsten, innigsten Dank Mur aussprechen. Ich halte eS für meine heilige Pflicht, diesem Ihrem |JrenboIIen Rufe zu folgen und eS hier öffentlich auszusprcchcn, daß 2*Hinblick hierauf das mir zugedachte schwierige Amt mit Freuden ^»rhme und daß es bei strenger Pflichterfüllung mein höchster, fet) 'lnziger Stolz sein soll, das in mich gesetzte Vertrauen zu redjt= Sri» 2*nb die Interessen der Stadt und ihrer Bürger nach allen
6in zu wahren. Bei einmüchigem, thätigem Zusammenwirken «„.Bürgerschaft und ihrer Behörden wird, wie ich hoffe, die Fort-
Loeales «nd Provinzielles.
* (Ovation bei Gelegenheit der Bürgermeisterwahlen.) Unter überaus zahlreicher Theilnahme der Bürgerschaft hat die vorgestern Abend stattgefundene Ovation zu Ehren unseres neu- resp. wicder- gewählten Ersten resp. Zweiten Bürgermeisters einen wahrhaft erhebenden Verlauf genommen, und wenn Etwas im Stande ist, beiden Gewählten ihr schwieriges Amt zu erleichtern, ihre Arbeit im Dienste der Stadt zu einer angenehmen zu machen, so ist es eben diese Anerkennung bewährter Leistungen, dieses rückhaltlose Vertrauen, die sich in der gestrigen Veranstaltung in so unverkennbarer Art documentirten. Trotz zeitweise niedcr- strömenden Regens hatten gegen 8*,2 Uhr Abends in der Rheinstraße die Theilnchmer am Festzuge in langer Reihe Aufstellung genommen, voran Fackeln tragende Feuerwehrleute, und an diese sich anreihend ein Musik- iorps, der „Fecht-Club" in Uniform, die Comitemitglieder, Gemeinde- und andere Corporationcn, Bürgerschaft, die Fahnen der Gesangvereine .Katholischer Kirchenchor", „Gutenberg-Quartett", Männergcsangverein .Concordia", Männergesangverein „Neue Concordia", Mannergesangverein ,Me Union", „Gemüthlichkeit", „Friede", „Sängerlust", „Synagogen- Gesangvercin", „Wiesbadener Musik- und Gesangverein", „Wiesbadener Männer-Gesangverein", Gesangverein „Frohsinn", „Musikalischer Club" and „Wiesbadener Lehrerverein", die Mitglieder dieser Vereine nach Stimmen geordnet, die Fahnen des „Männer-Turnvereins", der „Turn- Aesellschafn und des „Turnvereins", diese Vereine selbst, ein zweites Musikcorps, da8 „Bürger-Schützen-Corps", der Kriegcrvcrcin „Allcmannia", die „Bäcker-Innung", der „Gartenbau-Verein", der Kriegerverein „Germania", der „HauSbesitzer-Verein", der „Kameradschaftliche Uuterstützungs- dund", der „Katholische Gesellen-Vercin", der „Taunus-Club", zum Schluß and zu beiden Seiten endlich wieder Fackelträger. Durch eine zahlreiche, «Hier bildende Menschenmenge setzte m dieser Reihenfolge kurz vor 9 Uhr w Festzug sich in Bewegung und nahm, vor dem Rathhause angekommen, Mt Aufstellung, die Gesangvereine mit ihren Fahnen gleich vor der Treppe. M Gebäude war mit Fahnen und Maien recht sinnreich geziert, der Win der abgebrannten bengalischen Flammen ließ dasselbe in einem dmderhaften Lichte erscheinen. Der Chor der Gesangvereine trug unter der umsichtigen, sicheren Leitung des Herrn Musikdirectors L. W o l f f zwei Lieder meisterhaft vor: „DaS ist der Tag des Herrn" und „Das treue deutsche Herz", welchen die Menge mit größter Andacht lauschte. Herr Brand- «mctor Sch eurer brachte im Auftrage des Comitä's, nachdem er in mrzen Worten des verstorbenen Ersten Bürgermeisters gedacht, ein Hoch
neuerwählten beiden Herren Bürgermeistern, worauf diese bewegten v«rens etwa wie folgt antworteten. Herr AmtsgerichtSrath Schlichter: »Meine lieben Bürger Wiesbadens! Bei aller freudigen Erregung über mir bereitete erhebende Aufnahme sind es ernste, wehmüthige Gefühle, «e mich überwältigen, wenn ich an dieser ehrwürdigen Stätte heute vor ^ Bürger meiner Vaterstadt trete. Sind doch keine zwei Monate ver-
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