Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgassc 21

„Tagblatt'Haus".

bchalter-Halle geöffnet von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.

wöchentlich

?er»»L.PreiL für beide Ausgaben: 70 Pkg. monatlich, M, 2 — vierteljährlich durch den Verlag' £ an Sflaf{c 21, ohne Bringerlolin M. 3.— vierteljährlich durch all- deutjche» Poslaastalten, auSichlienlich AestkUaeld. — Bezugs-Lestellu'.rgen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- ^crctrina 19. sowie die Ausgabestellen in allen Tellen der iLtadt: in Biebrich: die dortigen .lus- Sabcfteüen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tag^!a^t-Träger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblalt-Haus" S!r. »850-53,

Von 8 Uhr niorgeus bis 8 Utzr abends, außer Sonntags.

Anrciacn-VrciS für die Heile: 15 Pfg. für örtliche Anzeigen im „ArbeilSmarkt" und „Kleiner Anjeiaer" in e'Ndeillicher Sauform- 20 Big, in davon abweichender Sagauzsiihruna. iowle lür dlle übrigen örtlichen Au; 30 W?für ine auswärtigen Anzeigen:, t Ml iur or.t.che K.N.«.nll 2 Mt st» -

Rektamen Ganze halbe, drittel und viertel Seiten, durchlauieiid, nach beiondcrer Berechnung.

Bei miederholte/.Aufnahine unveränderter Anzeigen in lurzc» Zwi-cheiiraumen cntiprecheiider Nachlaß.

-- -J T -t~ Kür dieAufiiabme von Anzeigen a» vorgeichriebcnen

Berliner Schriftleitung deSWiesbadenerTagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güutzelstr. 68. Fcrnspr.: AmtUhland 4:,0 n, 4:>1. Tagen und Plätzen wird keine Gewahr übernommen.

Samstag, 24. Oktober 3914.

5lbend-Ausgabe.

Kr. 498. » 62. Jahrgang.

Das Hingen im Nordwesten

^eitere Fortschritte am l^serkanal und bei Lille, deschietzung Ostendes durch die Engländer. Fortschritte auch im Argonnenwcrld. Abgeschlagene Angriffe der Russen.

)V. g?.-B. Großes Hauptquartier, 24. Olt,, MÄtags. (Ärntlich.) Die Kämpfe am Nser-Apern- ^anal-Abschnilt sind außerordentlich hartnäckig. Im ^"kden gelang es unS, mit erheblichen Kräften den H n a l zu überschreite n. Östlich Ipern und süd­östlich Lille drangen unsere Truppen in hefti­ge in OH m» u C . T n *, rt f n ,11 hnrüirtfiS 011^1)0

Von cng- ?it eben-

_ _ _ _ , chinc n-

^d>ehrc erbeutet und eine Anzahl Gefangene »cvlachi. Zwei französische Flugzeuge wurden ^ k u n t c r g c s ch v s s e n.

, Nördlich To ul bei Flirey lehnten die Franzosen ' lltc von uns zur Bestattung ihrer in großer Zahl tij Dl krt Front liegenden Toten und Bergung ihrer Zündeten angebotenc Waffenruhe ab.

^ Westlich Augustow erneuerten die Russen ihre ' Kliffe, dir sämtlich abgeschlagen wurden.

Obcr stc Heeresleitung.

Bedeutung der Schlacht an der Nordsee.

Ij ^ r - T.-B. Berlin, 21. Ott. Mit fieberhafter 'Spannung ^rden die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes an ü Küste von Belgien und Nordfrankreich erwartet. Der Musische General,tab hilft sich mit Vcrlcgenheitsbcrichtcn ilvü Demgegenüber. beschränke» sich die Meldungen unseres nvfn Hauptquartiers. auf ganz knappe Sätze. Der mili- ( Tche Mitarbeiter der „Times" hebt die cnor in e B c ^).un g der Schlacht hervor, die jetzt im Norden Frank, und an der belgischen Küste tobt.

^ belgisch.x Küstcnort durch englische Kriegsschiffe zerstört, tz- Haag, 24. Okt. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ans ^irrchen wird der „Times" gemeldet, daß Slhbe, ein ^ bon etwa 1400 Einlvohnern, 4 englische Meilen vom ty'i k'" ^utfernt, zwischen Ostende und Nienport, von eng-

! Kriegsschiffen vollständig zerstört worden sei.

die Untersuchung der Vorgänge in Löwen abgeschlossen.

ji^ - T.-B. Berlin, 24. Okt. Einer Brüsseler Meldung >j? "L.-A." zufolge ist jetzt die gerichtliche Untersuchung die Vorgänge in Löwen abgeschlossen. Es steht tz'^vch fest, daß die Löwcner Bevölkerung am August durch Raketensignale mit den aus ^üit lu c r 4* c it ausfallenden Truppen in Ver- C 4 > W( ' .gestanden, daß Zivilisten von Dächern und 'Nüstern zuerst ans die durchziehenden Truppen gc- f 0ll ,cll .«ttb daß sie somit die Schuld an den Vor- hl,H^nisscn ganz allein sich selbst zuzuschrciben

— t)V U 1U f | c l U U I um w V V U. K 1

j.utbc gestern in völlig zweckloser Weise bchcp. Schssfcn beschossen.

Sw Argonnen-Walb kamen unsere Trupp "Es vorwärts. Es wurden mehrere M a s

wieder normale Verhältnisse in Antwerpen und Brüssel.

T.-B. Berlin, 24. Okt. (Nichtamtlich.) Zahlreiche der >,, ^ 'llitwcrpen zurnckgekehrten Flüchtlinge geben ihren noch f^i^ollgnd weilenden Angehörigen und Bekannten den Rot, d-xAküllS 'nach Antwerpen zurückzukehren. Die Deutschen sich der Bevölkerung gegenüber sehr wähl­end und die Lcbensmittelpreisc seien normal. to.^-T.-B. Berlin, 24. Okt. Nach dem „Vorwärts" be-

"Het Volk", daß in Brüssel keine Rede von einer ik^^Ersnot sein könnte; nur eine Mehlteuerung herrsche, des Volkshauses sei geschlossen, um Reibungen mit . landen Soldaten zu vermeiden.

Deutsche Steuereinziehung in Belgien.

T.-B. Berlin, 24. Okt. Der belgische Staat soll nach »kt, sämtliche Zahlungen und namentlich die Zahlun-

5)j e V lc die Coupons für die Staatsschuld eingestellt haben. ntz^Wtsche Regierung ziehe vom 1. Oktober ab die belgi- ^teuern für ihre Rechnung ein.

^ Entwaffnung von über 32 >100 Belgiern. tz^^sterdaM' 28. Okt. Der „Nieuwe Rotterdamsche meldet aus Terneuzeri: Noch gestern wurden ^.Sstmlich große Trupps van internierten Soldaten durch- Bis zum 21. Oktober sind hier 32 805 internierte durchgekommen, darunter 360 Offiziere.

M »er ..Mn" «iettl Sie ..Siltzav."

Dreizehn britische Dampfer durch den Kreuzer „Karlsruhe" vernichtet.

TV. T.-B. London, 24. Okt. (Nichtamtlich.) Das „Reuter-Bureau" meldet aus Las Halmas: Der deut­sche Dampfer „Krefeld" lief in Teneriffa mit Mann­schaften von dreizehn britischen Dampfern an Bord ein, die der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" in der Atlantik versenkt hak. Ter G e s a m t t 0 u n e n- inhalt der versenkten Dampfer beläuft sich auf 6 0 0 0 0 Tonne u.

IV. T.-B. Berlin, 24. Okt. Zn der Meldung, daß die „Karlsruh e" unter der Handelsflotte des stolzen Englands tüchtig aufgeräumt hat, schreiben die „Neuest. Nachrichten": Wiederum kann man sagen: Albion, wie w i r d d i r ' s, wo bleibt deine Herrschaft über das Meer? .

40 Millionen Schaden durch die „Emden".

W, T.-B. Berlin, 24. Okt. Einer „Lokalanz."-De­pesche aus Co l 0 m b ü zufolge hat der deutsche Kreuzer „Emden" der englischen Konffahrteiflotte bisher euren Gesamtschaden von 40 Dcillionen Mark zugefügt.

Die englische Entrüstung über die „Emden".

Die wachsende Unzufriedenheit mit der Admiralität.

W. T.-B. London, 23. Okl. (Nichtamtlich.) Die „Times" schreiben: Der kühne deutsche kleine Kreuzer „Emdeii^ ist

wieder erschienen, dieses Mal in der Arabrschcn See, und hak eine gute Beute gemacht, die an Tonnengehalt den Wert der von'der „Emden" in der Bucht von Bengalen gemachten Beute noch übert risst. Die „Emden versenkte diesmal fünf Schiffe, darunter ein ganz neues der British East (Zndia Company, ein großes, mit Kautschuk und Zinn beladenes Schiss der Holt-Linie und ein wertvolles Bagger­schiff. Sie beschlagnahmte ferner das mit Kohlen be» ladene Schiff „Oxford", um ein verlorenes Kohlenschiff zu ersetzen. Das britische Publikum war bisher geneigt, die - Kreuzfahrt der „Emden" mit A m n s e ,n e n t und Tole­ranz zu betrachten, besonders lveil die Offiziere sich lvieder holt als so gute Sportsleute erwiesen haben. Die Zeit ist aber gekommen, d:e Admiralität zu fragen, waün sie bcab„ sichtigt, der lecken Laufbahn des Kreuzers „Emden" ein Ende zu machen. Sein Auftreten an der Küste von Karomandel hat Birma abgeschnitten und den Handel Kal- kuttäs gelähmt; es hat England über eine Million Pfund Sterling gekostet. Das Wiedererscheinen des Kreuzers be­deutet den direkten Verlust einer zweiten Million, so daß wir in wenigen Wochen nahezu den Preis für einen Dreadnought verloren haben. Die „Emden" ist ferner verantwortlich für die gegcnloärtige hohe Versichernngsrate für Routen nach dem Orient. Sie kann uns eventuell den indischen Postdienst unterbrechen. Wir wünschen nicht, die gegenwärtige Tendenz mitzumachen und hochgestellte See­leute anzngreifen, aber wir müssen eine wachsende Un­zufriedenheit mit den Maßnahmen der Admiralität verzeichnen. Es besteht allgemein das Empfinden, daß die Admiralität den Anforderungen auf der hohen See nicht ge­nügende ^ Aufmerksamkeit schenkt. • Eine amphibische

Kriegsführung mag Anziehungskraft besitzen, aber wir ziehen cs vor, daß die Flotte sich vor allen Dingen mit dem Ozean beschäftigt. Die Nation ist gleichzeitig mißgestimmt, zu sehen, daß^ so viele deutsche Kr c u z c r n 0 ch . u n g e st ö r t die Meere durchfahren, und daß das mit soviel Reklame ge­schaffene Minenfeld das Erscheinen feindlicher ll n t c r s e e- b 0 0 t c bei Ostende nicht verhindert hat. Die Nation fürch­tet, daß bei der Admiralität die Tendenz herrscht, ihre Tätig­keit zu sehr zu zersplittern, und sie würde ven Nachweis be­grüßen, daß die Admiralität sich ausschließlicher ans ihre eigentlichen Aufgaben konzentriert.

Die öeuLscheu Naperfalken.

Das gefeiertste Kriegsschiff -der deutschem Fkottt, fast berühmter noch wie das Unterseeboot „U 0 , ist zurzeit der Kreuzer „E 111 b c n". Kaum hatte das semo- liche KrÄmervolk den Verlust von 20 Millioneir ge­bucht, die der deutsche Kreuzer auf Len Grund des in­dischen Ozeans versenkt hat, da konrmt aus Coloniüo die Kunde, daß der „Emden" sechs weitere englische Schiffe zum Opfer gefallen sind. Und wie die „Enrdcn" rasen noch airdere deutsche Kaperfalken durch die Ozeane. Tie Kreuzer „Leipzig", „Karlsruhe", von der heute wieder eine glänzende Tat, die Vernichtung von 13 englischen Schissen im Ozean, gemeldet wird, „Dresden", „Scharnhorst", „Gneisen au", „Nürnberg" und „Königsberg" haben bisher der feindlichen Händelsschiffahrt ganz gewaltige Ver­luste böigobrächt, wozu noch die Tätigkeit unserer be- wafsne.ten Hilfskreuzer kommt. Es ist g a n z anders gekommen, wie der englische Dünkel es sich gedacht hat. Gerade Englands Hartnäckigkeit hat verhindert, daß 1866 auf der Pariser Seerechtskonferenz die Freiheit des Privateigentums auf See durchgeführt wurde, wo­zu auf amerikanischen Antrag damals alle anderen Länder bereit gewesen wären. Nur^ wie eine böse Gc- wissensähmlng erschien es im Frühjahr dieses Jahres, als Grey ankündigte, die englische Regierung sei w-enig- stens zu 'Verhandlungen über das Beuterclcht der See bereit. Die Verhandluirgen waren noch nicht eröffnet, da brach der .Krieg aus und deutsche Kriegs­schiffe nehmen nun grimmige Rache für das, was der große Pirat der Skordsee j a h r h u n - dertelang auf den Meeren gesündigt hat.

Ter Kaperkriög unserer Auslandskreuzer ist zu einem inte r e s sank e n m a r i n e t e ch n i s ch e n. Problem dieses Völkerringens geworden. Früher erwartete man von den Kreuzern in erster Linie Leistun­gen im Aufklärungsdienst. Der Kreuzer galt als die Kavallerie der Seemacht. Er fuhr dem Gros weit vor­aus, um Stärke und Bewegungen des Feindes zu er­spähen und der eigenen Flotte mitzuteilen. Diese Mit- teilüngen erfolgen beute ausschließlich mittels drahtloser Telegraphie. Als Überbringer von Meldungen ist der Kreuzer überflüssig geworden. Deshalb hat er sich einen neuen Wirkungskreis im Au s I a n d s d i e n st gesucht, entweder als kleiner Kreuzer im Stations­dienst oder als großer Kreuzer im, wenn man so sagen darf, fliegenden Dienst, zur Entfaltung größerer Diacht- mittel, zum Schutze unserer Flagge, und im Kriege als selbständiges, u nternchmungslustiges Kampfustgcheuer, als - Hecht im Karpfenteich der feindlichen Handels- schissahrt. E n g l a n d, das ■ uns immer unterschätzte, glaubte nicht an diese Gefahr. Es war der Ansicht, daß der Kreuzerkrieg für die deutsche Flotte u n- d u r ch f ü I) r b a r sei, weil das Deutsche Reich nur einen einzigen befestigten Stützpunkt im Ausland (Kiautschau) besitze, daß ihm alle Kohlen- quellcn mangeln und daß die schnellen cngllschen Schiffe die wenigen Frechlinge schon bald unschädlich machen würden. Es ist, wie gesagt, ganz anders ge­kommen. Tie „Emden", die „Karlsruhe" und ihre Kapergenossen holen sich die Kohlen aus den Bunkern ihrer Opfer und wissen einer verfolgenden Übermacht durch die Kraft ihrer Maschinen rasch zu eut- schlüpsen. Schnelligkeiten wie z. B. dre „Karlsruhe", einer unserer neuesten Kreuzer, der sieben und jetzt wieder gar drei z eb n englische Dampfer im Want,- scheu Ozean aufbrachte, kann kein englisches Kriegs­schiff entwickeln. England mackst bisher trotz des Drän­gens der Presse auch gar nicht recht den Versuch, die deutschen 'Kopersalken einzicholen. Es hält ängstlich seine. Flotte in der stdordsee zusammen. Was noch an englischen Auslandsschiffen weit draußen schwimmt, ist'älteren. Datums und unseren neuen Kreuzern nicht . gewachsen. •